Gentrifizierung & Flüchtlinge

    • (1) 22.05.18 - 17:46

      Hey ich habe mal ne Frage. Hatte neulich eine Diskussion mit meinem Schwager: Würdet ihr sagen, dass Flüchtlinge Teil des Gentrifizierungsprozesses sind? Ich meine auf der einen Seite ist klar: Je mehr Leute = desto knapper die Wohnungen = desto höher die Mieten. Auf der anderen Seite können sich die meisten Flüchtlinge vermutlich ja nur Wohnungen der untereren Preissegmente leisten und beeinflussen damit ein Großteil der Wohnungen in den Gebieten, in denen die Preise stark steigen ja gar nicht. Was sagt ihr, hat wer Statistiken?

      • (2) 23.05.18 - 09:18

        Hä? Gentrifizierung heißt doch nicht einfach nur, dass die Mieten steigen, sondern damit ist doch eher ein Strukturwandel ehemals etwas abgerockter Viertel durch Zuzug von zahlungskräftigen Klientel gemeint. Ich verstehe unter dem Begriff eher die Hipster-Schwemme wie beispielsweise im Prenzlauer Berg, wo vollbärtige Arschlöcher mit Nerd-Brillen ihre Hipster-Cola-Flasche gönnerhaft dem Clochard reichen, der hier schon seit Jahren auf der Straße wohnt, und meinen, der müsse sich jetzt ein Loch in den Bauch freuen.

        Mit Gentrifizierung haben Flüchtlinge so wenig zu tun wie Camp David mit Haute Couture.

        Aber super, dass die armen Säcke jetzt auch in der Gentrifizierungs-Debatte als Sündenböcke herhalten müssen. Sind sie vielleicht auch irgendwie am Klimawandel Schuld? Ich meine, die ganzen ollen Schlepperboote... die pusten bestimmt ganz viel CO2 in die Luft....

        (3) 23.05.18 - 09:35

        Hallo,

        welch netter Versuch.
        Das Ende der Welt (der Untergang Deutschlands) steht doch nicht so kurz bevor - aber irgendein Missstand muss ja durch Flüchtlinge provoziert worden sein.
        Dann wird der Versuch sich in spekulativer Hetze zu ergehen noch scheinheilig kaschiert dadurch, dass man ja eigentlich, eigentlich nur auf Informationssuche ist; aber wie Google geht, weißt du aber schon, ne? Urbia klappt ja auch bei dir.

          • (5) 23.05.18 - 09:44

            Och, ich wette, es dauert eh nicht mehr lange, bis von der Ausgangsfrage umgeschwenkt wird auf die allüblichen Augenzeugenberichte. Und sei es nur: "mein Verwandter xten Grades lebt in Stadt so und so und da geht es bereits jetzt durch die Flüchtlinge zu wie... aber das darf man ja nicht so laut sagen"

            • (6) 23.05.18 - 09:49

              Warten wir es ab. Ich habe heute Zeit und Lust und warte gerade auf die Reichsbürger, Prepper und vermeintlich gebildeten AfD-Wähler....Her mit den Augenzeugenberichten.

        Die Ausländer haben uns doch schon immer alles weggenommen. Als ich jung war die Arbeitsplätze (die bösen Türken!), dann die Frauen (das waren damals die Amis in meiner Region), jetzt die Wohnungen (alle Flüchtlinge). Ach, ich vergaß, vor einer Weile las ich auf FB ein Posting, dass die deutschen Kinder keine KiTa-Plätze mehr bekommen, weil Flüchtlingskinder diese bevorzugt erhalten, um integriert zu werden.

        Joa. Bald ham wir hier nix mehr. Seufz.

        • (8) 24.05.18 - 07:44

          Ich weiß. Die "guten Menschen vom Dorf" fürchteten früher "die Russen" und etwas später die Ex-Jugoslawen. Natürlich waren auch diese nur besorgte Bürger und ganz weit entfernt davon, eine rassistische Einstellung zu haben. Man wollte "die" nur nicht in der Nachbarschaft und auch nicht in seinen sauberen deutschen Kindergärten und Schulen. Ist schon so ne komische Sache mit der Integration zuweilen.

    "Würdet ihr sagen, dass Flüchtlinge Teil des Gentrifizierungsprozesses sind? "

    Ja klar. Landflüchtlinge, die als urbane Hipster den Kiez als ultimatives Biotop für ihr blütenweißes Lebensmodell linksliberaler Muffigkeit entdecken, treiben die Preise in manchen Großstadtarealen tatsächlich durch die Decke. In ihren Berufen als Software- oder Mediendesigner, frei von jeglicher Abstiegsangst, fröhnen sie bei 20 Euro/qm ihrem ökologischen Hedonismus inkl. veganem Fleisch vom Bio-Metzger.

    Die Sozialschmarotzer aus ärmeren und weniger friedlichen Ländern dagegen strömen eher in die unterklassigen Quartiere. Wäre ja auch noch schöner, wenn die ihre Visagen in den hippen und aufstrebenden Stadtteilen zeigen würden. Reicht ja schon, wenn sich die deutsche Unterschicht in Marzahn Sorgen machen muss, aus ihrem Plattenbaubehältnis gedrängelt zu werden.

    • (10) 23.05.18 - 09:47

      Du, umgekehrt ist das aber auch ein echtes Problem.
      Es gibt ja sogar etwas wie eine Gentrifizierung des Landes. Da werden alte Resthöfe aufgekauft und in Handarbeit dilettantisch renoviert und im Garten werden alte Apfelsorten gezogen und in daraus wird Gelee gemacht, dass die Landhipster den Stadthipstern in Weckgläsern mitbringen auf ihren Besuchen in der Hölle, während derer sie ununterbrochen eine Lobhudelei auf das Land singen, während die Bauern dort die Augen verdrehen, weil sie sich seit neuestem ständig Vorträge über nachhaltige Landwirtschaft anhören müssen, während sie bei der Genossenschaft ihr Glyphosat kaufen....

      Die Flüchtlinge sollten dringend mal mitgentrifizieren, damit das Hipster-Volk sich nicht inzestiös vermehrt. In einigen Generationen werden sonst die Babys bereits mit Nerd-Brille geboren....

Welche Statistiken?

  • (12) 23.05.18 - 10:15

    Vielleicht eine Statistik, die belegt, dass die Zahl der Bärte in gentrifizierten Stadtteilen durch den Zuzug von Flüchtlingen, die aus religiösen Gründen Gesichtshaar tragen, zugenommen hat? Oder eine Statistik, die belegt, dass die Zahl der Übergriffe auf Bartlose zugenommen hat, differenziert in Taten, die von Hipstern ausgingen und Taten, die von muslimischen Mitbürgern ausgingen?

    Ich habe ja neulich gelesen, dass ein Hipster einem Bartlosen die Plastiktüte aus der Hand gerissen und ihn dann mit einem Jutebeutel voller Biogemüse vermöbelt hat.

    Schlimm so was.

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