Merkel bei Will

    • (1) 11.06.18 - 09:11

      Nachdem unsere Bundeskanzlerin nun erneut eine "Ein-Frau-Show" bei Anne Will abziehen durfte würde mich interessieren, welche neuen Erkenntnisse ihr aus dem Auftritt gezogen habt. Und ob die gute Anne Will nach eurer Meinung ihren Job gut und richtig gemacht hat.

      • Der Auftritt von Merkel hat mir gut gefallen. Sie hat die Show gut genutzt, die sie "abziehen" durfte. Sie hat Klartext gesprochen ohne dabei in persönliche Angriffe zu verfallen oder dieses übertriebene Machogehabe mit typischer männlicher Kläfferei wie wir es derzeit leider viel zu viel von Typen wie z.B. Trump, Putin, Erdogan, Orban oder der neuen rechtspopulistischen Regierung in Italien erleben.

        In allem, was sie sagt, hat sie Recht. Ihre Entscheidung, Flüchtlinge aufzunehmen, was richtig, auch wenn eine absolute Minderheit an Kriminellen derzeit die Diskussionskultur regiert und nicht die Mehrheit, der Menschen, die absolut friedlich und geordnet, trotzt schwierigster Lebensumstände, sich in unserem Land einfinden.

        Gegen Trump und dessen Kapriolen kann sie alleine nicht viel machen. Aber das Foto des Tages sagt alles: Wie eine Mutter, die ihrem missratenen Sohn die Leviten liest, der aber weiterhin trotzig allein gegen alle spielen will.

        • Klartext? Echt jetzt? Klartext hat man in ihren Antworten doch wohl vergeblich gesucht. Außer, daß sie endlich mal (zumindest teilweise) die Verantwortung für das Chaos übernommen hat, das sie mit ihrer Politik angerichtet hat. Damit war es das aber auch schon wieder. Was folgt den eingentlich daraus, wenn man politisch verantwortlich ist? Früher haben Politiker die Konsequenzen aus persönlicher Verantwortung gezogen und sind zurückgetreten. Aber früher hatten wir ja auch noch einen Kaiser...und später zumindest noch Politiker von Format.

          • Also ich habe sie klar verstanden und fand ihre Einlassungen nur logisch. Chaotisch finde ich ihre Politik im Großen und Ganzen überhaupt nicht. Im Gegenteil zu Trump z.B, der alles kaputttwittert. Ich finde ihren Politikstil als wohltuend unter all den neuen Spinnern und Autokraten.

            Ja ja, früher war alles besser. Die Politiker hatten noch Format (Barschel, Barzel, Kohl, Streibl, Schröder, Engholm, Lambsdorff, Strauss etc. -- alles Topformate #rofl ) und das Wetter war auch besser.#augen

            • Ja, der gute Trump... Über den lohnt eigentlich kein Satz... Allerdings sehen die Amerikaner das wohl vollkommen anders. Mein Bruder war grade für 3 Wochen dort und was der mir erzählt hat, klingt ganz anders als das, was wir hier so täglich über die Medien vorgekaut bekommen. Aber was soll´s - "Not My President" - und Hillary wäre vermutlich auch nicht besser gewesen.

              Man kann ja auch vom Politikstil einer AM halten was man will. Zumindest, wenn man es denn überhaupt für einen Stil hält. Sich ständig wegzuducken und erst, nachdem sich eine Richtung in einer Debatte durchgesetzt hat entsprechend zu reden und zu handeln ist - zumindest für mich - nicht das, was ich von einer Bundeskanzlerin erwarte. Für mich ist sie einfach nur schwach und ihre Entscheidungen haben der Bundesrepublik Deutschland unermeßlichen (nicht nur finanziellen) Schaden zugefügt. Sie ist dafür verantwortlich, daß das Land gespalten ist wie niemals zuvor. Sie ist dafür verantwortlich, daß es eine Partei rechts der CDU gibt. Sie ist dafür verantwortlich, daß es keinerlei Korrekturen an der Agenda 2010 gab. Alles in allem ist sie für mich die größte Fehlbesetzung, die jemals das Amt des Kanzlers in Deutschland bekleidete. Du magst das anders sehen. Aber: Auch wenn du es noch so sehr ins Lächerliche zu ziehen versuchst: Es gab (und gibt sie) - die Politiker mit Format:

              "Neuzeit": Schmidt, Brandt, Genscher, von Weizsäcker, H.-J. Vogel, Peter Struck
              früher: Adenauer, Schumacher, Erhard, Heuss
              noch früher: Otto Wels, Friedrich Ebert, Gustav Stresemann

              Sogar im kleinen kommt es hin und wieder nochmal vor, daß ein Politiker nicht bereit ist, gegen seine innerste Überzeugung zu agieren - nur um an den Fleischtöpfen zu bleiben. Die ehemalige Kultusministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin von Niedersachsen, Renate Jürgens-Pieper, ist z.B. 2012 von Ihrem Amt als Bildungssenatorin des Landes Bremen zurückgetreten, weil sie nicht bereit war, weitere Einschnitte in Ihrem Ressort hinzunehmen.

              Und übers Wetter brauchen wir uns bisher doch nun wirklich nicht zu beklagen...

              • Zu glauben, jedliche, andere Poliktikform (oder Partei) hätte diese Krise besser gemeistert, ist mehr als leichtgläubig. Natürlich hätte einiges anders laufen können und sogar müssen, das kann man im Nachhinein immer sagen und ich hätte die Partei gern auf dem Schirm, die zu 100% volksnah gehandelt hätte in genau dieser Situation. Merkst Du was? Gibt es nicht, nicht so und nicht so, irgendeinem passt doch immer etwas nicht und die Tatsache, daß Frau Merkel wieder gewählt wurde zeigt deutlich, daß es nicht ganz so falsch war, was sie getan hat, die AfD beweist, daß es auch nicht ganz richtig war aber diese Partei jetzt als Retter und Erlöser hin zu stellen ist einfach mal dumm, denn diese Partei ist einfach nur ein Wutfresser, mehr nicht, lächerlich #ole

              • Ja, mit einigem hast du durchaus Recht. Allerdings brauchte es nicht das „im Nachhinein“. Die Probleme, die wir jetzt haben, waren absolut erwartbare (weil logische) Folge der Merkel-Aktion mit offenen Grenzen für alle. Nur wurde jeder, der genau die Probleme befürchtet hat, als rechter Spinner hingestellt. Genau, wie seinerzeit namhafte Ökonomen vor den Folgen eines „Euro-für-Alle“ gewarnt haben. Niemand wollte kritische Stimmen hören. Wenn klein-Dieter die Problematik nicht durchblickt - geschenkt! Aber von meiner Regierung erwarte ich, dass sie die Folgen ihrer Handlungen bedenkt BEVOR Tatsachen geschaffen werden die unumkehrbar sind.

                Inzwischen muss man sich allerdings fragen, ob das nicht sogar gemacht wurde und die Zustände hier genau so gewollt sind. Wenn Merkel jetzt auch weiterhin JEDEN ins Land lassen will - auch, wenn er bereits abgeschoben wurde und/oder bereits in einem anderen EU-Land Asyl beantragt hat, dann frage ich mich, wozu Grenzen überhaupt noch gut sein sollen. Kannst du mir das erklären?

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