Baby schreit immer vor dem Schlafen (lang)

    • (1) 01.11.16 - 09:20

      Hallo,

      leider hat mir mein Beitrag vor ein paar Wochen hier nichts gebracht. Daher nun nochmal ein Versuch. Unsere Tochter ist jetzt 4 Monate alt. Sie hat seit sie sehr mitbekommt, also seit sie etwa 3 Wochen alt ist, große Probleme mit dem Einschlafen. Das bedeutet, dass sie IMMER schreit bevor sie schlafen soll. Es spielt keine Rolle, wie müde sie ist. Wenn ich sie beim ersten Müdigkeitszeichen hinlegen will, schreit sie sich die Seele aus dem Leib. Und ich rede nicht von weinen, sondern von extremem Schreien. Wenn ich ein bisschen warte und sie dann erst hinlege, dasselbe Spiel.

      Es spielt keine Rolle unter welchen Umständen ich sie hinlege. Abgedunkelter Raum oder heller Raum, keine Geräusche oder mit Alltagsgeräuschen. Auf den Bauch oder den Rücken (wobei sie tagsüber nur auf dem Bauch schläft, auf dem Rücken kriegt man sie dann gar nicht zu schlafen). Pucken lässt sie sich seit etwa zwei 2 Wochen gar nicht mehr. In meinem Arm schläft sie auch nicht ein bzw. Auch da erst nach sehr langem vorherigen Schreien. Ablegen geht dann nicht mehr sobald sie schläft. Kinderwagen geht gar nicht, da wird nur geschrien, schlafen tut sie da drin gar nicht mehr. Auf der Couch schläft sie nicht ohne schreien ein, auch nicht in ihrem Bett im Kinderzimmer und auch nicht im Beistellbett bei uns. Wobei wir NICHT ständig alles abwechselnd versuchen! Das soll man ja nicht. Zu viel auf einmal ist ja nicht gut.

      Abends haben wir ein Einschlafritual, das aber nicht viel bringt. Sie schläft zwar besser ein und schreit da nicht so lange, aber das liegt wohl eher am Melatoninspiegel. Das Ritual tagsüber bringt auch nichts.

      Stillen hatte bei uns nicht geklappt, sie kriegt also die Flasche. Abends kriegt sie im Liegen in ihrem Beistellbett ein Flasche und schläft dadurch teilweise ein. Dann drehe ich sie auf den Bauch. Auf dem Rücken liegend wacht sie nach wenigen Minuten wieder auf. Daran ist nicht zu denken. Einen Schnuller nimmt sie nicht. Schnuffeltuch hilft auch nicht, damit sie schläft.

      Einziger Ort, an dem sie mal ein bisschen besser tagsüber schläft, ist die Trage. Aber auch da nicht lange und nicht ohne vorheriges Schreien. Aber zumindest schläft sie darin schneller ein. Ich muss dabei jedoch ständig in Bewegung bleiben, sonst ist sie wieder wach.

      Tagsüber nehme ich sie dann entweder in die Trage oder ich lege sie auf die Couch und lege mich daneben. Sie schreit dann 10 Minuten, manchmal länger. Und irgendwann schläft sie ein. Wenn sie aber so extrem schreit, dass sie krebsrot wird, die Tränen laufen und sie plötzlich so abgehakt klingt, dann nehme ich sie hoch. Sie soll sich nicht unwohl fühlen...

      Ich muss dazu sagen, dass sie ein SEHR neugieriges und aktives Baby ist, das auch motorisch schon sehr weit ist und niemals einfach nur so irgendwo liegen kann und vor sich hinschaut. Nie! Sie braucht immer ein Spielzeug oder jemanden, der mit ihr Quatsch macht. Sie findet wohl einfach nicht zur Ruhe. Wir finden auch kein "ruhiges" Spiel für sie.

      Was können wir noch tun, damit sie tagsüber zur Ruhe kommt? Wie gesagt Geräusche und Licht dimmen nützt nichts, Rituale nützen nichts. Sie ist nach dem Aufwachen nach spätestens 1,5 h wieder müde. Schläft schreiend ein und schläft dann nur 30 bis 45 Minuten. Übrigens sind Bauchschmerzen ausgeschlossen. Da schreit sie anders und dagegen hilft der Fliegergriff.

      Danke für eine Antwort.

      • (2) 01.11.16 - 12:08

        Puh...das klingt echt hart und ich kann verstehen, dass ihr langsam nicht mehr weiter wißt.

        Wie sieht es im Auto aus? Schläft sie da?

        Und eine Möglichkeit wäre noch wippend auf dem Peziball oder in einer Babyhängematte.

        Ansonsten fällt mir nicht mehr viel ein.
        Unser Sohn schreit sich tagsüber auch oft in den Schlaf, er ist hundemüde hat aber ständig das Gefühl etwas zu verpassen. Nach Ca. 15 Minuten beruhigt er sich und schläft dann ein (tragend auf dem Arm).

        Er ist allerdings schon fast 12 Monate alt.

        Ich hoffe ihr findet einen Weg eurer Kleinen das Einschlafen zu erleichtern.

        Lg

        • Was mir jetzt noch eingefallen ist.
          Ward ihr schon mal bei der Craniosacraltherapie? Vielleicht hat sie eine Blockade die sie am Schlafen hindert.
          Einen Versuch wär's wert :-).

          • (4) 01.11.16 - 19:35

            Danke für deine Antworten :-).

            Auto bringt nur was, wenn wir lange über die Autobahn düsen (mind. 30 Minuten reine Autobahnstrecke). Das möchte ich unserem Geldbeutel und der Umwelt dann auch nicht antun... Da ist die Trage schon effektiver.

            Pezziball haben wir nicht, aber ich hoppse mit ihr auf dem Arm auch manchmal durch die Gegend. Dann schreit sie zwar nicht mehr so viel, schläft aber dabei nicht ein, sondern findet das toll und spannend. Ergo kein Schlaf. Hängematte haben wir keine... Hatte auch probiert mit Federwiege und Co. Aber sie will eben nichts verpassen #schwitz.

            Habe bisher noch nie was von Craniosacraltherapie gehört. Was genau ist das? Wir waren mit ihr nur bei der Osteopathin. Das hat wahre Wunder gewirkt. Aber nicht gegen das Schreien vor dem Einschlafen. Nur gegen das restliche Schreien und gegen das schlechte Trinken :-(.

            • (5) 01.11.16 - 20:30

              Soweit ich weiß ist Craniosacral eine ganz sanfte Unterart der Ostheopathie.

              Babys haben nach der Geburt viel zu bewältigen. Durch den Druck des engen Geburtskanals, werden nicht nur die Schädel- und Gesichtsknochen stark komprimiert, sondern auch die Halswirbelsäule ist großer Belastung ausgesetzt. In den ersten Lebenswochen entfalten und formen sich die Schädelknochen und das kindliche System reorganisiert sich.

              Hinweise, dass das Baby Unterstützung braucht sind unter anderem: Anhaltendes oder panikartiges Schreien scheinbar "ohne" Grund; das Baby lässt sich nicht gerne am Kopf berühren (auch anziehen über Kopf ist schwierig); schreit beim Wickeln; toleriert Bauch- bzw. Rückenlage nur kurz, will überwiegend getragen werden; überstreckt häufig; weint beim Autofahren (wehrt sich gegen Maxi Cosi); dreht den Kopf überwiegend in nur eine Richtung (dominante Kopfhaltung ev. mit Abflachung des Schädels); Haarabrieb oder kahle Stelle am Hinterkopf; Probleme beim Stillen; erbricht häufig nach den Mahlzeiten; kann nicht gut schlafen.

              Kann natürlich sein, dass bei der Ostheopathie genauso darauf hin gearbeitet wird.

              Lg

              • (6) 01.11.16 - 20:45

                Hm... ne, kann ich mir nicht vorstellen. Das mit dem Schreien ohne Grund haben wir durch die Behandlung bereits weggekriegt. Jetzt ist es nur noch wenn es ans Einschlafen geht. Die Kleine hat von den Symptomen, die du oben beschrieben hast, früher fast alle. Nach der Behandlung außer dem schlecht schlafen keins mehr :-).

                Ich denke, es ist wirklich dieses nicht schlafen wollen. Nichts verpassen wollen. Aber es müsste doch Möglich sein, sie zumindest etwas runterzufahren ohne dass sie direkt denkt, sie muss bald schlafen #schmoll.

      (7) 02.11.16 - 13:52

      Hallo Yulan,

      es freut mich, dass ihr mit Osteopathie bereits Verbesserungen erreicht habt. Vielleicht wäre eine weitere Behandlung sinnvoll?!
      Deine Tochter ist noch sehr klein und anscheinend sehr reizhungrig. Das erschwert vieles im Alltag. Das Kind kann sich nur mit vielen Reizen regulieren und es gelingt ihm nicht ohne die zur ruhe zu kommen, oder aber auch zu in den Schlaf zu finden. Je mehr Reize das Kind ausgesetzt ist, desto mehr Reize braucht es auch um runter zu fahren. Das Schlafverhalten wird sich noch viele Male ändern, daher ist es schwierig ein Patentrezept zu äußern. Jedoch ist es ratsam sich für eine Methode zu entscheiden und diese über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.

      Viele Grüße
      E.Rüggeberg
      CSH-Familienberatung

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