mehrmals die Nacht kurz wach

    • (1) 03.05.17 - 11:06

      Hallo,

      wovon ist es abhängig ob ein Kind durchschläft? Unser Sohn (1 Jahr alt) braucht nachts keine Flasche mehr o.Ä. doch er wird immernoch mehrmals die Nacht weinend wach. Ich laufe dann rüber in sein Zimmer, kurz den Schnuller geben (und ggf. wieder hinlegen weil er kniet oder steht) und schon schläft er weiter. Können wir irgendetwas tun um das Durchschlafen zu fördern?

      Die Nächte sind übrigens immer so, also unabhängig davon ob wir viel unterwegs waren oder nur ruhig zu Hause, egal ob gerade "Schub-Zeit" ist oder nicht und sogar auch dann wenn er mal bei uns im Bett schläft.

      Oder sollten wir den Schnuller abgewöhnen sodas er diesen nicht immer braucht um wieder einzuschlafen? Wir legen schon seit ein paar Wochen mehrere Schnuller ins Bett in der Hoffnung das er ihn selbst findet, doch ich glaube er kommt nochmal auf die Idee selbst danach zu suchen ;)

      Danke und liebe Grüße!

      • Guten Tag ,

        Sie könnten auf jeden Fall fördern, dass Sie nicht sofort reagieren. Es ist ja im Sinne der Schlafphasen normal, dass Ihr Kind in der Nacht aufwacht. Im Gegensatz zu Erwachsenen, die das können, müssen Kinder erst lernen wieder alleine einzuschlafen. Wenn man nun immer sofort reagiert, ist die Gefahr groß, dass die Kinder es sich angewöhnen, es also lernen, dass immer jemand kommt und sich kümmert wenn sie aufwache. Dadurch wird es immer schwerer wieder alleine ohne Hilfestellung einzuschlafen.

        Das Abgewöhnen des Schnullers würde ich Ihnen nicht unbedingt empfehlen. Für viele Kinder ist es eine gute Strategie der Selbstregulation. Und mehrere Schnuller so parat zu legen, dass das Kind diese selber im Bett findet ist eine Strategie, die tatsächlich viele Eltern machen und sich auch immer wieder bewährt.

        Mit freundlichen Grüßen und Viel Erfolg
        T. Köhler

        • Danke für die schnelle Antwort.
          Es wird ja sicher jetzt schon schwer werden ihm das wieder abzugewöhnen das jemand sofort kommt. "Schreien lassen" möchte ich ihn natürlich auch nicht lange.
          Wieviele Minuten soll ich warten bis ich hingehe? Wie ist da die beste Strategie?
          Zudem kam es auch schon vor das er selbst einen Schnuller gefunden hat als ich im Zimmer ankam, aber er dann immer noch weinte weil er kniete oder sich hingestellt hatte. Theoretisch kommt er auch allein wieder runter. Nur schätze ich ihn so ein das er vorher eine ganze Weile nach uns rufen/weinen würde :(

          • Hallo,

            um Ihre Frage klar zu beantworten. Solange bis er wieder einschläft. Das kann natürlich ein wenig dauern und er wird sicherlich schreiend protestieren.

            Meiner Erfahrung nach leiden die Eltern ja immer mehr als die Kinder beim Schreien. Natürlich protestieren die Kinder, wenn Sie nicht mehr das bekommen, an das Sie gewöhnt waren. Aber das ist für die Kinder eigentlich nicht schlimm, die Eltern können das Schreien meist nicht gut aushalten. Aber es geht ja darum, dass Ihr Kind lernen soll wieder alleine einzuschlafen. Und um das zu erlernen, muss es diesen Ablauf auch erfahren.

            Mit freundlichen Grüßen
            T. Köhler

            • Sie meinen das hoffentlich nicht ernst? Sie soll ihr Kind schreien lassen bis es eingeschlafen ist??? Ein 1 Jährigen? Es läuft mir kalt den Rücken runter das sie so etwas hier empfehlen! Ich hoffe sehr das die Mutter ihren Rat nicht annimmt! Ich bin 5 Fache Mutter und finde es unfassbar u d es macht mich sprachlos! Das Kind könnte enorme Verlustangst bekommen. Das die Mutter nicht kommen soll bedeutet für das Kind das es keine Hilfe bekommt und verlassen ist. Wie können Sie das rechtfertigen?

                • (7) 04.05.17 - 14:15

                  Ich ehrlich gesagt auch :(

                  Das Schreien-lassen nicht gut ist, sondern das Kind dann nur irgendwann aufgibt weil eh keiner kommt ist doch heut zu Tage klar oder nicht?
                  Bin jetzt ziemlich enttäuscht über diesen Rat und hatte mir da mehr erhofft.

                  Mal max. 1 Minute abwarten ob er den schnuller selbst findet okay...aber dann würde ich definitiv hin und ihm helfen.
                  Dann hoffe ich einfach, das er irgendwann versteht das da mehrere Schnuller sind.

                  • Guten Tag,

                    oh je, meine Empfehlung scheint wohl etwas zu komprimiert gewesen zu sein und ruft etwas Unverständnis hervor wie ich sehe. Verzeihen Sie mir, wenn ich Sie erschreckt oder brüskiert habe. Lassen Sie mich also nochmal etwas detaillierter ausführen.

                    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Eltern die besten Experten für Ihre Kinder sind. Und wenn Sie das Gefühl haben so wie sie handeln ist es richtig, dann ist es auch richtig. Vertrauen Sie auf Ihre Intuition.

                    Die zweite Sache ist, dass ich nicht mit Maßnahmen eingreifen würde, wenn es keine Not bzw. Belastung gibt. Wenn Sie als Familie also gut damit klar und Sie nicht total gestresst sind (was sich dann wiederum auf Ihr Kind überträgt) dann folgen Sie den Phasen der Entwicklung Ihres Kindes, die sich ja immer wieder verändern ohne von außen einzugreifen.

                    Wenn es allerdings einen großen Leidensdruck bei Ihnen gibt dann ist natürlich zu empfehlen, dass Sie Ihr Kind unterstützen zu einem für alle "angenehmeren Verhalten" zu kommen.

                    Dabei ist es aber nicht das Ziel den Willen des Kindes zu "brechen". Das Ziel ist eine Angewöhnung wieder zu entwöhnen, also zu verlernen. Oder anders formuliert: eine Fähigkeit zu lernen selbstständig in den Schlaf zu finden in einem Alter in dem reifungsbedingte Voraussetzungen gegeben sind. Voraussetzung dafür ist eine stabile Eltern-Kind Beziehung, wovon ich bei Ihnen ausgehe, soweit ich das beurteilen kann.

                    Bei einem Schlaftraining kann man nun grundsätzlich zwei Strategien unterscheiden.

                    Die erste ist der sogenannte schrittweise Verstärkerentzug. Dabei würde man die Kinder wach ins Bett legen und schrittweise die Einschlafhilfen reduzieren (z.B. etwas weiter vom Bett wegrücken, ein Lied weniger singen usw.) und Übergangsobjekte einführen. Diese Methode dauert ein wenig länger ist für Eltern aber oft angenehmer.

                    Die zweite Methode ist die "brachialere" Methode, das sogenannte Checking. Dabei legt man nach dem Einschlafritual das Kind auch wach ins Bett, man verabschiedet sich und man versichert dem Kind bei Protest in regelmäßigen Abständen, dass man da ist, nimmt es aber nicht aus dem Bett. Wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Minute ausreichet, bis Ihr Kind den Schnuller von Ihnen bekommt, dann ist das richtig und gut, weil Sie die Expertin sind.

                    Diese Methode ist sehr effektiv, kann gut nach der Fremdelphase angewendet werden und sollte in einem ersten Schritt bei Zubettgehen, in einem zweiten Schritt bei Aufwachen in der Nacht und dann auch tagsüber angewendet werden.

                    Hilfreich ist es, wenn Sie sich für die Durchführung dieser Methode auch Unterstützung, z.B. in der einer Beratungsstelle holen. Da kann man die einzelnen Schritte besser besprechen.

                    Ich hoffe, ich konnte diese (zugegeben schnelle Antwort gestern bzw. vorgestern) für Sie hiermit fachlich etwas gerahmter darstellen.

                    Freue mich über Rückmeldung
                    Ansonsten Alles Gute

                    Mit freundlichen Grüßen
                    T. Köhler

Top Diskussionen anzeigen