Was kann man da noch machen???

    • (1) 15.03.12 - 23:15

      Hallo ihr Lieben!!

      Ich gehöre zwar noch lange nicht hier her, aber ich muss hier jetzt einfach mal nach euren Meinungen fragen.

      Ich habe mich heute mit einer Bekannten getroffen. Wir sehen uns sonst auch so 2-3 Mal die Woche. Sie hat schon eine 14 jährige Tochter. Und diese hat sich total verändert. Sie hatte eine Gymnasium Empfehlung. Ist dann aber auf die Realschule gegangen weil es ihr lieber war und viele ihrer Freunde auch dort hin gegangen sind. Danach wollte sie die Schule aber weiter machen.

      Jetzt ist ihr die Schule total egal. Sonst schrieb sie in Arbeiten eine 1 oder 2. Jetzt 5 oder 6. Schwänzt viel und ist frech zu den Lehrern. Hält sich an keine Regel mehr.
      Sie raucht, kommt erst um halb 2 nachts betrunken von einer Party.

      Hat sie Hausarrest, haut sie einfach ab.
      Man kann nicht mit ihr reden. Sie macht gar nicht mehr das was man ihr sagt.
      Sie hat auch eine Freund der schon 18 ist. Ihre Freunde haben sich wohl alle verändert, halten sich aber immerhin noch an einige Regeln.

      Zu Hause ist alles wie immer. Keine Veränderungen.

      Was kann man in so einer Situation denn noch machen? Hilfe vom Jugendamt?

      Freu mich auf eure Hilfe!!

      LG

      • Hat die Bekannte denn auch erzählt, welche Konsequenzen das Verhalten der Tochter dann hat? Ich lese irgendwie nur, gegen welche Regeln das Mädchen verstösst aber nicht, welche Massnahmen die Mutter dagegen unternimmt.

        Beispielsweise wäre bei mir die Hölle los (und das würde das Kind deutlich merken) wenn sie mit 14 betrunken nachts um halb zwei von einer Party heim käme. Der Freund hätte eine Anzeige am Hals bzgl. Alkohol und Minderjähriger und ich schätze ich würde die Polizei überreden, dass das Kind die Nacht dann in der Ausnüchterungszelle verbringen darf.

        Für mich ließt sich das so, als ob sich die Eltern dort - entgegen der Meinung der Grundschullehrer - für die falsche Schule entschieden haben. Ich denke, es gibt auf der Realschule einfach wesentlich mehr Schüler, für die Schule jetzt nicht gerade das wichtigste auf der Welt ist; wo Noten für Arbeiten auch keine Rolle spielen und der Respekt vor den Lehrern auch nicht der aller größte ist (weil es ja cooler ist, frech zu sein). Vielleicht ist das die Veränderung im Leben dieses Mädchen - dass sie jetzt einfach von vielen anderen Gleichaltrigen umgeben ist, die so ein Verhalten »cool« finden und sie sich davon hat anstecken lassen? Vielleicht auch hat anstecken lassen müssen, weil man - wenn sich dem nicht anpasst - auch einfach fertig gemacht wird? Dann würde ich vorschlagen, dort einfach eine andere Schule - Gesamtschule z.b. - zu finden, wo das Klima besser ist.

        Wissen Sie denn, wie diese Einsen und Zweien damals entstanden sind? Sind die dadurch entstanden, dass das Mädchen dafür lernen musste; hat Mama da einfach solange mit Hausarrest gedroht, bis das Mädchen gelernt hat; ist da Schule einfach so zugeflogen und sie musste dafür gar nichts tun und hat trotzdem immer ganz tolle Noten geschrieben? Wie wichtig ist das Thema Schule bei den Eltern eigentlich? Also ich finde es schon ein wenig ungewöhnlich, ein Kind mit einer Gymnasialempfehlung auf eine Realschule zu packen mit der Begründung: »Naja, viele Ihrer Freunde sind auch auf die Realschule gegangen«. Wissen Sie denn, wie es diesen Freunden heute geht? Sind die - schulisch - auch eher so Abgestürzt wie das Mädchen, von dem Sie schreiben? Also ist das noch der gleiche Freundeskreis oder hat sie sich dort einen neuen Gefunden? Hat die Mutter des Mädchens hier mal versucht, mit der Klassenlehrerin über das Verhalten der Tochter zu reden? Was sieht die Klassenlehrerin dort als Auslöser? Gibt es in der Klasse überhaupt irgendein Kind, das sich dort anständig benimmt? Und wie geht es diesem Kind in dieser Klassengemeinschaft?

        Was kann man da machen. Ich würde mein Hauptaugenmerk erstmal darauf legen, herauszufinden, wie es zu diesem Schulischen Absturz gekommen ist. Denn ich denke, diese ganzen Sachen »Schule null bock; frech zu den Lehrern; rauchen; betrinken« etc. sind da eher darauf zurückzuführen, dass sie dort einfach einen unglücklichen Freundeskreis gefunden hat, wo diese Sachen »normal« sind. Wie lange geht das ganze Theater denn jetzt schon so? M.E. ist das immer eine längerfristige Entwicklung, die gar nicht so sehr von heute auf morgen kommt. Man ist plötzlich in der 5. Klasse … dann war sie - denke ich - noch eher einer der besseren Schüler der Klasse, oder? Wann - aber - fing es an, sich anders zu entwickeln?

        Und ansonsten … ich glaube, wenn die Mutter von diesem Mädchen zu einer Erziehungsberatungsstelle geht und sagt, dass sie eine 14-Jährige Tochter hat, die raucht, Alkohol trinkt und Schule doof findet, die als Antwort dort eher hören wird: »So sind Teenager in dem Alter nun mal … da kann man nichts machen«. Zumindest habe ich solche dämlichen Antworten von Erziehungsberatungsstellen hier auf Urbia schon häufiger gelesen. Ich würde der Mutter empfehlen, sich dort mal an einer solchen Stelle zu wenden. Vielleicht hat sie ja mehr Erfolg.

        Grundsätzlich denke ich nicht, dass man Teenies in dem Alter noch mit »Strafen« erziehen kann; auch glaube ich nicht, dass man es noch sollte, wenn man es könnte. Also denn da der Hauptauslöser wirklich z.B. ein falscher Freundeskreis ist, glaube ich nicht, dass sich das mit Hausarrest kurieren lässt … da wird dann eher nur die Wut auf Mama/Papa noch größer, und, dann kommt man halt - entgegen der Absprache - noch später nach Hause, als man das letzte mal schon zu spät nach Hause gekommen ist. Zumindest wäre das so ein typisches Verhaltensmuster von meinem Kurzen. Also natürlich lässt sie sich mit 14 von den Eltern nichts mehr sagen … alles andere fände ich auch recht ungewöhnlich. Das zeichnet Pubertät uA nun mal aus: Das es Teenies - im Gegensatz zu kleineren Kindern - recht egal ist, ob Mama vor Wut durch die Decke springt oder nicht. Das kann diesen Lebensabschnitt durchaus interessant machen. Also Teenies (so ungefähr ab dem 10. Lebensjahr) kooperieren mit ihren Eltern eher auf Grund einer gegenseitigen Beziehung und weniger auf Grund eines Subordinationsverhältnisses. Dieses »Ich bin stärker als du, und, wenn du jetzt nicht die Hausaufgaben machst, dann gibt es heute Abend kein Spongebob« klappt da eher nur bei Kindern, Teenies können dort auch durchaus dann schon mal erst so richtig aufdrehen. Kann das eventuell auch eines der Probleme sein: Das sich die Eltern das auch selbst ein wenig verspielt haben und Teenie jetzt gänzlich durchdreht, da man schon zu lange "streitet" anstatt Lösungen zu finden?

        Was das Einhalten von Regeln angeht: Welche Regeln wären das denn, die der Mutter wichtig wären, dass die Tochter diese einhält? Also es scheint dort ja gerade unendlich viele Brandherde zu geben und ich denke nicht, dass sich die alle gleichzeitig bekämpfen lassen, wenn man das die letzten 14 Jahre auch schon nicht geschafft hat. Ich würde dort eher versuchen mir die 2-3 wichtigsten Regeln rauszusuchen und mich genau darauf zu konzentrieren. Diese a) klar zu definieren, b) deutlich zu kommunizieren und c) dafür Sorge zu tragen, dass diese eingehalten werden. Sich also, während man diese Regel definiert, bereits sicher sein zu müssen, was man anstellen kann, damit diese Regel auch wirklich eingehalten werden kann (auch wenn es manchmal mühsam ist). Sie sollte keine Regeln aufstellen, deren Einhaltung sie nicht durchsetzen kann … dass ist einfach nur für beide Seiten zu tiefste frustrierend. Dann sollte die Mutter lernen, viel mehr Verantwortung auf die Tochter abzuwälzen. Sie ist mit 14 Strafmündig und - wenn auch nur bedingt Deliktsfähig - wird sie für so gut wie jeden deliktsrechtlichen Schaden selbst haften müssen … anbieten vorher zu helfen, aber, die Konsequenzen für dummes Verhalten alleine ausbaden zu lassen. Also versuchen, dass es sich nicht andersrum entwickelt: Tochter hält sich an keine Regeln, aber, die Mama haut sie da - in letzter Instanz - schon irgendwie wieder aus dem Schlamassel raus. Gerade auch, was so den Bereich "Schule" angeht. Kinder müssen lernen, selbst die Konsequenzen ihres Verhaltens zu tragen.

        • Die Antwort war ja nun sehr sehr lang.

          Was mir aber total aufstößt und ich im Übrigen auch als eine Frechheit empfinde, sind Ihre Aussagen über Realschüler.

          Wie kommen Sie auf die Idee, dass Gymnasiasten motivierter, besser erzogen, und lernwilliger sind?

          Und auf der Realschule sind alle faul, dumm und unmotiviert. Und natürlich ist der Freundeskreis auf den Realschulen auch ein ganz anderer. Natürlich schlechter.
          Soviel Dummheit und Ignoranz, Oberflächlichkeit und Arroganz habe ich selten gelesen!

          Schulen werden also nach sozialem Verhalten ausgesucht. Brave Mädchen kommen aufs Gymnasium, böse überall hin. Ist das Ihre Aussage?

          Ich glaube es einfach nicht. Ihr armes Kind!

          • Ich wollte eigentlich keine Grundsatzdiskussion über die Schulformen in Deutschland lostreten, sondern, hatte das Thema nur angesprochen, weil die TE dies in ihrem Ausgangsbeitrag ansprach und ich mir dann immer denke, dass - wenn Jemand so einen Beitrag schreibt - die Sachen, die er/sie dann anspricht, für’s jeweilige Thema schon nicht für ganz irrelevant hält.

            Ich gebe natürlich zu, dass meine Meinung über diese Schulform nicht gerade die allerbeste ist. Das beruht einfach auf Eindrücken, die ich in meiner eigenen späten Jugend (habe nicht viele Jahre meiner Jugend in Deutschland verbracht) sowie als Vater in der Umgebung, in der ich meinen Sohn großgezogen habe, gesammelt habe. Auch wenn das sicherlich schnell zu einer oberflächlichen/dummen/ignoranten/arroganten Verallgemeinerung führen kann … dass war aber wirklich nicht mein Ziel, mit meinem Beitrag Realschüler runter zu machen oder Gymnasialschüler auf ein heiliges Podest zu hieven. Das ist mir offensichtlich nicht gelungen … auch wenn ich das Gefühl haben, dass sie diesen kleinen Abschnitt meines Beitrags jetzt recht polemisch und überspitzt zusammengefasst und überinterpretiert haben und ich die Sachen, die Sie mir dort alle unterstellt haben, weder geschrieben noch gedacht habe (darum kann ich ihre rhetorischen Fragen dort auch schlecht beantworten).

            Wieso im übrigen »Ihr armes Kind!«?

      Machen eigentlich gar nichts, denn sie muss selbst erkennen das sie sich auf den Arsch setzen muss und pauken muss damit sie einen Abschluss packt.

      Je mehr man versucht ihr Vorschriften zu machen, desto mehr wird sie auf Stur schalten.
      Gute Ratschläge gehen rechts rein und links wieder raus.....
      Und Verbote lässt sie immer weiter rebellieren.

      Wenn die Chance besteht in ruhe mit ihr zu reden kann man das versuchen.......ansonsten ziehen oft nur kurze Bemerkkungen....z.B. wenn sie sagt sie wird später mal ein tolles Haus haben wollen.....dann halt sagen fragen ob sie im Lotto gewinnen will, oder nen reichen Knacker heiraten will - denn alleine wird sie niemals gescheites Geld verdienen.
      Halt kurze Bemerkungen die ihr vielleicht zu denken geben.

      Sie ist ein Teenager - und Teenager kann man nicht verbiegen sofern sie es nicht zulassen.

      • Hallo,

        die Mutter kann nichts Machen?...das sehe ich anders.

        Wäre es meine Tochter...Sie schwänzt häufig die Schule? Ich würde das Taschengeld einbehalten, denn irgendwann käme ein Schreiben von der Schulbehörde, da das Kind schulpflichtig ist und eine Ordnungsstrafe fällig wäre und beim ersten mal sind die auch noch recht hoch. Hier in S.H. beträgt es 170,00€, wie hoch die weiteren sind weiß ich nicht.

        Betrunken nach Hause kommen? Da hätte der Freund gleich eine Anzeige am Hals.

        Als Mutter muss man nicht zuschauen.

        NUR weil das Kind jetzt auf die Realschule geht, heißt es nicht immer gleich schlechten Umgang.

        Ich habe selbst einen Realschulabschluß, habe eine gute Allgemeinbildung und habe ebenso oft erlebt, das manche Abiturienten sich daneben benahmen, die Allgemeinbildung unter aller Sau waren.

        Lg

        • jaaa....so ungefähr hab ich mir das früher auch vorgestellt als die Kids klein waren.......ich hörte immer von "Problemkids" im Teenageralter und hab immer gedacht: Meine Kinder würden sowas niemals tun.....das hab ich im Griff dann.

          Und abgesehen vom Schule schwänzen hab ich Alles durch mit den Kids.....vom Klauen über Rauchen, Prügeln, besoffen heim kommen, verbale Ausfälle, chaosmässiges Zimmer........

          Gutes Zureden, Drohungen, gemeinsame Lösungen finden......alles durchgekaut.
          Kumpels machten Party, da musste halt mitgezogen werden - bäng....besoffen.....

          Zum Glück habens alle rechtzeitig eingesehen das Schule wichtig ist,,,,die Großen haben nen guten Realbaschluss.

          Bei meiner jetzt knapp 13jährigen warte ich das ihre "LMAA-Phase" vorbei geht und sie erkennt das Mama nicht ihr Feind ist.....

    Da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, ich erkenne mich in der Tochter deiner Bekannten genau wieder.

    Ich wollte damals mit meinem 1,0 Zeugnis auch nicht auf das Gymnasium wegen den Freunden und habe auch ziemlich alles mit gemacht was man nur an Dummheiten in der Pubertät macht.

    Besser geworden ist es erst als ich nach der 8.Klasse doch auf das Gymnasium gewechselt bin, mit dem Wechsel des Freundeskreises wurde mein Verhalten auch besser.

    Ich kann also nur einen Wechsel empfehlen.

    hallo jessipoe

    auch ich habe so eine Tochter zu Hause. Meine Tochter ist gerade erst 15 Jahre alt geworden. Auch sie hat einen Freund, der 18 ist. Ihr Vater (wir sind seit jahren getrennt) und ich fanden das auch nicht gut. Allerdings konnten wir es ihr auch nicht verbieten, dann hätte sie es heimlich gemacht. Also habe ich ihr eine Packung Kondome gekauft und bin mit ihr zum Frauenarzt gegangen, um ihr die Pille verschreiben zu lassen.

    Meine Tochter war schon immer ein lautes Kind. Ich weis ja, das die Pubertät nie einfach ist,aber sie ist oft schon ziemlich krass, mir gegenüber. Dazu kommt, das sie im letzten Schuljahr oft die letzten Unterrichtsstunden geschwänzt hat. Nach dem Elternsprechtag hat sie das nicht mehr gemacht und versprochen, sich zu bessern...ihr zeugnis fiel sogar etwas besser aus, als die lehrer es erst gesagt hatten. jetzt habe ich aber erfahren, das sie bereits schon die ganze woche die schule geschwänzt hat. sie hat jetzt erstmal hausarrest und das handy habe ich ihr auch weggenommen. meine begründung dazu war << wer seinen Pflichten nicht nachkommt, braucht auch keine Freizeit >> . heute habe ich ihr nochmal zugesprochen, in die schule zu gehen und habe eben herausbekommen, das sie auch heute nicht dort war. ich weis manchmal nicht mehr weiter. ich kann ihr ja nicht ewig hausarrest geben. sie war schon immer ein "problemkind", aber sie ist eine der besten schülerinen in ihrer klasse und macht nichts daraus. ich habe natürlich angst, das es immer schlimmer wird.

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