BMI 15!!!

    • (1) 14.03.16 - 08:54

      Hallo,

      ich hab einen 17jährigen Burschen. 186 groß und 56 Kilo.
      Er schläft viel, kann sich beim Lernen schwer konzentrieren und ist jetzt nicht der Superschüler....
      Ich war letzten Mo mit ihm beim Hausarzt, um einmal eine komplette Blutanalyse zu machen, um zu schauen welche Mängel er hat.
      Er ist auch Veganer seit letzten Sommer!! Und isst allgemein sehr wenig.
      Jetzt hat mich die HÄ angerufen und gemeint, die Werte sind zwar alle ok (an der unteren Grenze aber in der Norm) ABER er ist "schwerst krank" - Zitat!
      Sie meint, er wäre depressiv und Anorexie-gefährdet!!!
      Aber er meidet keine fetten Sachen, er liebt (vegane) Schoki, nascht, isst Bananen, Griesbrei, .....halt wenig aber von allem...

      Sie meint, dass er in Kürze zusammenbrechen wird und dann ist alles verloren!!??

      Wie soll ich damit umgehen? Bzw wie erkenne ich, ob mein Kind wirklich depressiv ist?

      Er hat ein gutes soziales Umfeld, viele Freunde in der Schule, machen auch privat viel miteinander, er geht in die Tanzschule, er geht auf Bälle, Kino, Schitag mit der Schule....

      Was soll ich jetzt eurer Meinung machen?

      Danke!!
      Moni

      • (2) 14.03.16 - 09:03

        Hallo,

        Zu einer typischen Magersucht gehört eine Körperschemastörung, das heißt, die Patienten fühlen sich zu dick! Wenn er das nicht tut, sondern selber weiß, dass er recht dürr ist, passt das eigentlich nicht.

        Ich würde vorschlagen, einfach mit ihm zu reden, ob er sich so wohl fühlt oder es ihm schlecht geht. Ich denke, wenn er depressiv wäre, hättest du eigentlich was mitbekommen (wie seine Launen so sind, freut er sich über Dinge oder ist ihm alles egal), eine richtige Depression kann man nicht so gut verstecken.

        Ich vermute, er ist einfach nur extrem schlank (und sollte eigentlich schon etwas zunehmen), so wie du das schilderst.

        Geh am besten nochmal zur Ärztin und lass dir erklären, wie sie darauf kommt.

        Liebe Grüße,
        Natascha

        • (3) 14.03.16 - 09:11

          Hallo Natascha,

          ja so denke ich auch.
          Er weiß, dass er mehr essen muss und wir haben auch schon darüber gesprochen Essensrituale einzuführen oder feste Zeiten.
          Er hat gute Laune und freut sich auch immer, wenn er was plant :)
          Ich backe jetzt auch Brot und Kuchen selbst (vegan und bio), damit er das in die Schule mitnimmt...

          Er kann keine Tbl schlucken, somit kommen Nahrungsergänzungsmittel nicht in Frage.
          Gibt es einen Saft, den ihr mir empfehlen könnt?

      (4) 14.03.16 - 09:18

      Ach Moni, das tut mir Leid.
      Aber selbst wenn er keine Essstörung hat, muss man trotzdem etwas gegen sein extremes Untergewicht tun. Ich würde vielleicht nochmal eine Zweitmeinung einholen lassen, damit er die richtige Behandlung bekommt. Jedoch würde ich meinem Sohn auch ehrlich die Karten auf den Tisch legen. Er ist zu leicht und egal was das Problem ist, er muss zunehmen. PUNKT.

      Was deine Einschätzung angeht, klingt es jedoch wirklich gar nicht so schlecht, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass wir Eltern unsere Kinder oft ganz anders einschätzen als das beispielsweise Lehrer oder eine Ärztin tut. Ich will nicht sagen, dass deine Einschätzung falsch ist, aber wir Mütter sind durch die Liebe zu unseren Kindern manchmal vielleicht etwas blind. Frag doch mal seinen Klassenlehrer, wie er deinen Sohn wahrnimmt.
      Liebe Grüße und ganz viel Kraft.

      • (5) 14.03.16 - 09:30

        Danke :)
        Das mach ich sicher.
        ich hab auch schon einen Termin bei der Schulärztin, weil er laut Turnlehrer nicht mitfahren darf am Schikurs....#zitter

        Das Problem ist, dass ich eine Essstörung in die "andere Richtung habe" - also Fressattacken und somit auch keine Regelmäßigkeit bei den Mahlzeiten.

        Eine psychische Therapie will er nicht, das sagt er ganz deutlich

        • (6) 14.03.16 - 09:40

          Kann ich verstehen! Psychische Erkrankungen sind leider immer noch ein Tabuthema. Es gibt neben Magersucht und Bulimie, aber auch noch andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome haben.
          Ich mach mir ehrlich gesagt ein bisschen Sorgen wegen seiner Veganen Ernährung. Es ist schon ziemlich schwierig sich ausgewogen zu ernähren, wenn man so vieles nicht isst und sowas kann schnell auch zwanghaft werden. Ohne das ich sagen will, dass Veganer zwanghaft sind, aber man muss es wohl bei deinem Sohn kontrollieren lassen. Um einen Therapeuten werdet ihr wohl nicht drum rum kommen.

          • (7) 14.03.16 - 10:06

            Seine vegane Ernährung ist wahrlich eine Herausforderung.
            Zuhause koche und backe ich alles selbst, aber beim Schulbuffet gibt es nichts, das er isst :( - und er ist jeden Tag bis 16:00 in der Schule!!

            Sein "Schlecht Essen" war immer schon Thema und er hascht damit natürlich auch um Aufmerksamkeit (Scheidung als er 8 war)
            Ab der HAK dachte ich mir, er ist alt genug und habe keine Jausenbrote mehr vorbereitet und auch nicht mehr gefragt, wann er was gegessen hat bzw ob er Hunger hat, weil ich dachte, dass er alt genug ist....

            Nachdem ich aber jetzt erfahren habe, dass er an manchen Tagen gar nix gegessen hat bis er Heim kommt (17:00!!), haben bei mir dann doch die Alarmglocken geschrillt!#zitter

            Er ist sehr umweltbewusst, nimmt kein Plastik und eben alles nur bio und fairtrade...
            Er will auch nach Canada oder Neuseeland auswandern, weil er dort mehr Bezug zur Natur hat...
            Das unterstütze ich auch, auch weil es seinem Berufswunsch entspricht....
            aber bis dahin sind es 3,5 Jahre....bis dahin wird er zunehmen müssen :)

    (8) 14.03.16 - 10:21

    Nun ja...
    Ernst nehmen wäre schon mal ein guter Anfang. Wie kann man eigentlich "übersehen" dass das Kind so untergewichtig ist? Eigentlich ist es an dieser Stelle schon ziemlich weit.
    Die Ärztin hat Recht. Wenn sich nicht umgehend etwas ändert, bricht er zusammen. Eigentlich benennst du die Zeichen ja schon selbst. Die Ärztin kann Probleme übrigens am Blutbild erkennen. Ich kann es nicht wirklich beschreiben, denn mir fehlen die entsprechenden medizinischen Kenntnisse. Mir wurde damals gesagt, dass Bestandteile des Blutes (keine Ahnung mehr welche genau das waren) sich verformen und einfach anders aussehen. Sie können daher ihrer eigentlichen Aufgabe nur noch bedingt nachgehen.
    Wenn man eine Essstörung äußerlich sehen kann, gibt es diese schon Jahre bei der Person.
    In Deutschland würde ich ihn an deiner Stelle stationär einweisen lassen in die Psychosomatik zur Esstherapie. Solange da kein Platz frei ist, eine Ernährungsberatung hinzuziehen, die mal genau (!) ausrechnet, was der Junge täglich braucht. Und das MUSS er ab jetzt auch irgendwie essen. Das darf ruhig auch weiterhin vegan sein.
    Ich weiß nicht, aber Banane und Grießbrei sind jetzt nicht gerade für ihren hohen Fettgehalt bekannt. Vielleicht solltest du dich auch unbedingt mal über dieses Thema informieren.
    Mein Sohn war damals 3 Wochen zur Esstherapie - aber er war nur 3 Jahre. Da gab es nicht so viele "schlechte Gewohnheiten" auszubügeln.

    • (9) 14.03.16 - 10:36

      Danke für deine Antwort.
      Sein Gewichtsproblem besteht schon seit Geburt an und "übersehen" habe ich es nicht, sondern erst einmal auf sein schnelles Wachstum geschoben und auf die Pubertät.
      Wir wohnen in Ö und er war damals wg der Scheidung in einer Mediationstherapie und sagt, dass er NIE WIEDER zu solch einem Psychozeug geht...

      Ich koche ihm natürlich auch Linsen, Bohnen, Tofu,....
      aber da macht ihn eine kleine Portion schon sehr satt....

      Er müsste so ca alle 2 Stunden eine Kleinigkeit essen (Fruchtriegel, Nüsse, Weckerl...) aber das kann ich in der Schule ja nicht beeinflussen.

      Er bekommt alles mit von mir, aber oft bringt er die Hälfte am Abend wieder retour :(

      Ich habe mich mit Büchern über vegane Ernährung, Untergewicht und Essstörungen eingedeckt und lese mich da jetzt durch!

      Eine komplette Blutuntersuchung wurde gemacht inkl BB, Chemie, Vitamine, Niere, Leber, Hormone, SD, Harnuntersuchung, Fe, Spurenelemente, etc...
      ich habe den medizinischen Hintergrund und soweit ist alles im (unteren) Normbereich.
      Auch ergab das Differentialblutbild keine Deformationen bei den Ery...

      Ich werd ihn jetzt ganz einfach aufpäppeln müssen.
      Wäre nur gut zu wissen, ob jemand so eine "Kur" bei seinem Kind schon mal erfolgreich durchgezogen hat und was dabei am meisten geholfen hat...

      • (10) 14.03.16 - 11:39

        Hallo,
        melde dich mal bei www.rehakids.de an. ;-)
        Alles Gute für deinen Sohn.
        Meinem Sohn hat diese Therapie geholfen, aber das dauert Wochen stationär (wobei wir wirklich schnell waren) und danach geht es noch Jahre weiter...
        Graz ist sehr berühmt dafür. Selbst deutsche Kids gehen dahin.

        • (11) 14.03.16 - 12:01

          Danke!
          Das Problem ist halt die Schule!!!
          Da kann er nicht so lange fehlen....und in den Sommerferien hat er schon einen Ferialjob für 6 Wochen in Zanzibar....hoffentlich isst er dort genug...#zitter#zitter

          • (12) 14.03.16 - 16:02

            Da würde ich knallhart sein. Entweder er sieht zu, dass er sich angewöhnt ORDENTLICH zu essen, oder sein bisheriges Leben wird sich drastisch ändern.
            Essstörungen sind keine "harmlosen" Krankheiten. Das ist ein riesiges Tabuthema in der Gesellschaft. Essstörungen können tödlich sein. Ich habe in der Klinik damals meinen Sohn begleiten dürfen (das ist normalerweise nicht üblich, aber mein Sohn war noch extrem jung). Das, was ich dort sehen konnte, hat mich ehrlich gesagt ziemlich geschockt. Hat dein Sohn denn wirklich noch das Gewicht, oder pusht er sein Gewicht schon mit Wasser? Macht er neben seinem "schlechten Essen" auch noch Sport und stresst so seinen Körper zusätzlich? Eines sollte dir klar sein: Das oberste Ziel des Körpers ist der Erhalt des Lebens. Gibt es nicht genügend Nahrung dafür, löst der Körper seine Reserven auf (es verschwinden die "Fettpölsterchen"), gibt es keine Reserven mehr, "isst" der Körper sich selbst.
            Klar, schlechte Leistung in der Schule...woher soll es denn kommen ohne Energie für den Körper? Nur wäre dann nicht eigentlich die Konsequenz einige Nachhilfestunden in den Ferien zu nehmen als das Taschengeld aufzubessern?
            Ich weiß nicht, ich würde hier an vielen Stellen ansetzen. Es ist wirklich eine ernstzunehmende Krankheit, deren Behandlung sich über Jahre hinweg zieht ... natürlich nur parallel unter Betreuung von Psychologen/Psychiatern. Ob er jetzt zusätzlich noch Depressionen hat oder nicht...wie kommt der Arzt darauf? Hat er allein mit ihm gesprochen? Eigentlich würde ich so eine Diagnose nicht von einem Kinderarzt stellen lassen.
            Melde dich wirklich mal bei Rehakids an. Dort gibt es einige Eltern, deren Kinder Essstörungen haben. So selten ist das nicht. Mein Jüngster hat es im Rahmen seines Autismus. Mein Ältester (auch Autist) hat wiederum eine ganz andere Art der "Essstörung" - er merkt einfach nicht, wann er satt ist. Er (fr)isst das Zeug einfach in sich hinein. Danach kann er nicht sagen, was er gegessen hat. Er kann auch 3 mal Mittagessen hintereinander - volle Teller jeweils mit Nachschlag und Vorspeise und Nachtisch. Und irgendwann kommt er "Mir ist so übel, ich glaube ich muss brechen....". Wir müssen ihn permanent stoppen. Geht nicht anders. Er hat kein Sättigungsgefühl.

            (13) 15.03.16 - 02:45

            Das würde ich ihm schlicht verbieten, wenn er dann noch 17 Jahre alt ist. Außer, sein Gewicht ist bis dahin deutlich höher.

      Hallo,

      hast Du schon mal was von Orthorexie gehört? Das ist zwar keine anerkannte Essstörung, aber dennoch eine.

      Ich habe einen bald 16-jährigen Jungen bei mir, der mir salopp gesprochen gerade die Haare vom Kopf isst - wie die meisten jungs seines Alters, die ich kenne. Deswegen finde ich schon, dass bei Deinem Sohn gerade was nicht in Ordnung ist.

      Grüße und alles Gute für Deinen Sohn

(15) 15.03.16 - 02:31

***Wenn man eine Essstörung äußerlich sehen kann, gibt es diese schon Jahre bei der Person. In Deutschland würde ich ihn an deiner Stelle stationär einweisen lassen in die Psychosomatik zur Esstherapie.***

Ich finde so eine Aussage immer bedenklich. Nicht jeder, der dünn ist, hat auch zwangsläufig eine Essstörung. Du glaubst gar nicht, wie oft ich mir das anhören durfte, weil ich so dünn bin. Aber ich habe weder gehungert noch kleine Portionen gegessen. Allein mein Süßigkeitenkonsum (zu den normalen Mahlzeiten) hätte andere Menschen aufgehen lassen wie Hefeteig.

Ob er stationär aufgenommen werden würde, ist so eine Frage. Es ist ja schon schwer für Leute, die wirklich deutlich an Magersucht oder einer anderen Essstörung erkrankt sind, einen Therapieplatz zu bekommen. Und es stellt sich die Frage, ob er überhaupt mitarbeiten würde.

  • (16) 15.03.16 - 09:48

    Lies dir nochmal in Ruhe meinen Satz durch. Ich habe nicht von schlanken, gesunden Menschen gesprochen, sondern von Menschen mit Essstörungen - 4. Wort, erster Satz: das war die Voraussetzung für meine Aussage. Und ja, es gibt auch sehr schlanke, gesunde Menschen - mein Bruder ist einer von ihnen.

    Ich weiß nicht, woher du deine Informationen beziehst über Essstörungen. Ich habe meine eigenen aus eigener Erfahrung und ich habe natürlich auch mit Menschen geredet, während ich mit meinem Sohn im KH war - bleibt nicht aus, wenn man ein paar Wochen mit den gleichen Menschen auf einer Station ist ;-).
    Mit einer Essstörung bekommt man eigentlich umgehend einen Therapieplatz im Krankenhaus. Bei meinem Sohn hat das nicht mal eine Woche gedauert. Die Anderen im KH hatten ähnliche Erfahrungen. Da liegt nicht das Problem. Therapieplätze sind genügend vorhanden. Wir reden hier immerhin um eine potentiell tödliche Erkrankung.
    Probleme gab es vorher.

    Zum einen müsste diese Diagnose erstmal irgendwo gestellt werden. Da können Jahre vergehen - ungenutzte Jahre, gefährlich fürs Kind. "Schlechte Angewohnheiten" werden so erstmal richtig verfestigt.
    Nachdem es eine Diagnose gibt, darf der Arzt erstmal ein Gutachten darüber schreiben, warum er denn glaubt, dass das Kind unbedingt eine stationäre Esstherapie benötigt, das KH muss natürlich das Gleiche machen. Die Kosten einer Esstherapie sind sehr hoch, die Kassen übernehmen die nicht sehr gern. Bei meinem Sohn hat es 12 Monate gedauert, bis wir die Kostenzusage hatten. Zu diesen Zeitpunkt ging bereits ein Gutachten an die Kasse, dass er, falls nicht eine erfolgreiche Esstherapie umgehend stattfindet, einen Button benötigt.
    Die Frage nach der Mitarbeit stellt sich nicht. Das ist ein Kind. Er kommt nur aus der Klinik wieder raus, wenn er mitarbeitet. Es gab in dieser Klinik Kinder, die waren über ein Jahr dort drin. Und ja, sehr, sehr Viele hatten eine Sonde zusätzlich. Die Nahrungsaufnahme ist überlebensnotwendig - da stellt sich nicht die Frage des Wollens.

    • (17) 21.03.16 - 22:54

      ***Ich weiß nicht, woher du deine Informationen beziehst über Essstörungen.***
      Eine Essgestörte im engeren Familienkreis und eine im Freundeskreis.

      ***Mit einer Essstörung bekommt man eigentlich umgehend einen Therapieplatz im Krankenhaus.***
      Du meinst vermutlich einem Akutplatz im Krankenhaus, um das Gewicht zu stabilisieren. Ich meine eine Therapie in einer Fachklinik. Und die haben in der Regel Wartezeiten. Da muss man schon sehr viel Glück haben, wenn man binnen weniger Tage aufgenommen wird.

      ***Die Frage nach der Mitarbeit stellt sich nicht. Das ist ein Kind. Er kommt nur aus der Klinik wieder raus, wenn er mitarbeitet. Es gab in dieser Klinik Kinder, die waren über ein Jahr dort drin. Und ja, sehr, sehr Viele hatten eine Sonde zusätzlich. Die Nahrungsaufnahme ist überlebensnotwendig - da stellt sich nicht die Frage des Wollens.***
      Wenn du selber betroffen bist oder warst, solltest du eigentlich wissen, dass für eine Therapie erstmal die Erkenntnis da sein muss, krank zu sein und Hilfe zu benötigen. Gewicht aufpäppeln ist ein Muss, bringt aber langfristig nichts, wenn der psychische Teil der Krankheit nicht angegangen wird. Dann kommt der Erkrankte mit gesundem Gewicht heim und alles beginnt von vorn.

      • (18) 22.03.16 - 09:20

        Und was ist der Unterschied zwischen einem Krankenhaus und einer Klinik? Schau mal im Wörterbuch nach!

        Das Gewicht stabilisieren? Bei einer Essstörung? Sag mal, weißt du eigentlich, wovon wir hier reden? Sorry, aber versuchst du dir das jetzt gerade irgendwie herzuleiten? Der menschliche Körper ist unheimlich lange in der Lage eine Esstörung zu kompensieren. Das kann er unter Umständen jahrelang machen, ohne dass selbst die allernächste Familie etwas davon mitbekommt. Das Gewicht ist übrigens bei einer ausgewachsenen Essstörung das unwichtigste überhaupt (denke bitte mal an den Ausgangspost der TE - wir reden von eher Untergewicht als Übergewicht).
        Nein, ich schreibe nicht, dass jeder schlanke Mensch eine Essstörung hat. Ich sage, dass jeder Mensch, der eine SICHTBARE Essstörung hat, diese auch schon sehr viel länger hat - also eben unter Umständen auch schon Jahre.
        In ein KH zur Essstherapie kommt man nur, wenn eine Essstörung nachgewiesen wurde. Wie gesagt, das liegt nicht an den Plätzen, sondern an der Krankenkasse, die die Behandlung nicht so gern zahlt. Es müssen also schon einige Faktoren vorliegen.

        Man kommt nach dem KH mit der Esstherapie in keine Klinik. Warum denn? Die Esstherapie dauert mindestens 3 Wochen...die kann auch 1 Jahr dauern. Im Krankenhaus gehört zu einer üblichen Esstherapie bei Kindern und Jugendlichen:
        - mehrfache tägliche Kontrolle des Gewichts (wegen dem "Wasserbetrugs")
        - Kontrolle des Stuhlgangs
        - tägliche 3x Logopädie (wieder Essen lernen)
        - tägliches Gespräch mit dem Psychiater
        - 1-2 Stunden wochentags in der Schule für Kranke
        - evtl. KG/Musiktherapie/Ergo/Schwimmen/Psychomotorik
        - durchgehende Betreuung in einer "Gruppe" (dort werden auch die 2 kleinen Mahlzeiten zusammen eingenommen)
        - und natürlich das permanente errechnen dessen, was das Kind nun gegessen hat und was eben noch so gegeben werden muss

        Ich bin nicht selbstbetroffen, sondern mein jüngster Sohn. Er hat seit Geburt eine Ess- und Fütterstörung. Da kann man nichts falsch angewöhnen und da gibt es auch keine Erkenntnis beim Kind. Aber ich habe das alles selbst durch, da ich den gesamten Papierkram machen musste. Und ich war als Begleitperson im KH dabei. Er war übrigens 4 Jahre, als er die Therapie genehmigt bekommen hat. Er war keineswegs untergewichtig - man hat ihm nichts angesehen. Nur das Blutbild war schon extrem auffällig. Erst an dem Punkt hat die Kasse eingelenkt - ich muss wohl nicht noch dazuschreiben, dass es über ein Jahr her war, als ich zuvor den Antrag gestellt hatte...

        • (19) 30.03.16 - 15:53

          Mir scheint, wir reden hier aneinander vorbei.

          Die meisten ganz normalen Krankenhäuser nehmen essgestörte und untergewichtige Patienten auf, um deren Gewicht zu stabilisieren. Die psychische Seite der Erkrankung bleibt dabei aber meistens außen vor. Dafür sind dann die Fachkliniken zuständig (z. B. die Schön-Kliniken).

          ***Ich sage, dass jeder Mensch, der eine SICHTBARE Essstörung hat, diese auch schon sehr viel länger hat - also eben unter Umständen auch schon Jahre.***
          Da hast du absolut Recht. Das habe ich auch bestritten.

          ***Die Frage nach der Mitarbeit stellt sich nicht. Das ist ein Kind. Er kommt nur aus der Klinik wieder raus, wenn er mitarbeitet. Es gab in dieser Klinik Kinder, die waren über ein Jahr dort drin. Und ja, sehr, sehr Viele hatten eine Sonde zusätzlich. Die Nahrungsaufnahme ist überlebensnotwendig - da stellt sich nicht die Frage des Wollens. ***
          An dieser Aussage stört mich, dass du meinst, ein Kranker muss einfach mitarbeiten und dann passt das schon. Wenn das so einfach wäre, wieso haben dann soviel Essgestörte nach einer Therapie dennoch einen Rückfall? Da läuft alles super solange sie in der Therapie sind. Und sobald sie entlassen sind, geht das Drama von vorne los.

          • (20) 30.03.16 - 15:53

            Es muss natürlich heißen:
            Das habe ich auch nicht bestritten.

            (21) 30.03.16 - 22:03

            Ich habe zu überhaupt gar keinem Zeitpunkt auch nur eine Sekunde lang von einer Akutbehandlung im Krankenhaus geredet. Lies doch mal richtig! Von der ersten Sekunde an ging es schon um eine ESSTHERAPIE. Eine Esstherapie beinhaltet schon immer als Hauptbestandteil die psychologische Betreuung im Rahmen einer täglichen Therapie. Schließlich ist eine Essstörung in den allermeisten Fällen eine psychische Erkrankung.

            Es läuft nicht "super", wenn die Erkrankten in Therapie sind. Wer hat dir das denn erzählt? Ich weiß nicht, aber kann es sein, dass du deine Infos von einer Erwachsenentherapie hast? Ein Kranker muss normalerweise nicht mitarbeiten (als Erwachsener ist es meine Entscheidung, was ich mit meinem Körper anstelle), aber ein Kind wird schlichtweg gezwungen (das entscheiden die Eltern in Zusammenarbeit mit den Ärzten - und sowas kann sich hinziehen, wenn das Kind nicht willig und einsichtig ist).

            • (22) 01.04.16 - 01:05

              Ich habe gelesen was du schreibst, du scheinst aber nicht zu verstehen, was ich meine.

              Ein Teenager IST kein Kind mehr. Das kannst du doch nicht mit der Behandlung eines Vierjährigen vergleichen. Natürlich kannst du einen Teenager zu einem Aufenthalt in einer Therapieeinrichtung zwingen und auch zum Essen. Notfalls mittels Sonde. Aber für eine erfolgreiche Therapie ist auch der Wille zum Gesundwerden notwendig. Und wenn der fehlt, dann wird das nichts.

              Meine Cousine (damals 16) war das erste Mal auch nicht freiwillig in der Therapie, hat aber dort alles gemacht, was von ihr verlangt wurde. Sie wurde mit Normalgewicht entlassen und ist zuhause wieder rückfällig geworden - obwohl sie weiterhin in Therapie gewesen ist. Sie war später ein weiters Mal in einer Klinik und dann hat auch sie begriffen, dass es ohne ihr zutun nichts wird mit der Therapie. Trotzdem gab es dennoch Rückschläge. Gesund geworden ist sie erst als Erwachsene.

              Und nun denke ich, wir beenden die Diskussion besser. Wir sind nicht einer Meinung und nähern uns scheinbar auch nicht an.

              LG und alles Gute für dein Kind
              Sassi

(23) 14.03.16 - 11:04

Hallo,
mein Bruder ist 1,82, wird in Mai 37 und hat (wenn ich mich nicht irre, so war es vor 2 Jahren und viel hat sich an ihm nicht geändert) noch nie die 60 Kilo Marke geknackt.

Allerdings isst er normal bis phasenweise viel (gerade in der Pubertät war er nicht satt zu kriegen)

Meine Mutter hat immer wieder die Kriese bekommen nach dem Motto, dass kann doch nicht normal sein und hat ihn regelmäßig auf dem Kopf stellen lassen. Ergebnis war immer: ihr Kind ist kerngesund!

Gerücht über ihm haben wir im Laufe der Zeit viele gehört: von er hat Krebs bis er ist schwer drogenabhängig. Aber er ist einfach so.

Bei deinem Sohn würde mir das wenig essen, aber schon Sorgen machen. Ich habe auch hier so ein dünner Hering (wird aber erst 12), der schon vom zugucken satt wird. Ich schaue aber, dass er regelmäßig was isst. Sorge dafür, dass er wieder Brote mitnimmt, wenn er bis 17 Uhr in der Schule ist. Alles andere ist eben nicht gesund.

LG,
Natalia

(24) 14.03.16 - 15:29

Nimm die Aussage deiner Hausärztin und das Problem deines Sohnes ernst. Ein allererster Schritt wäre, dass du dich auch selbst informierst und schlau machst.

Hier sind zwei BMI-Rechner, die auch das Alter einbeziehen:

http://de.smartbmicalculator.com/
http://www.labor-limbach.de/BMI-Perzentile-und.549.0.html

(25) 15.03.16 - 02:43

Hallo,

ich kenne mich mit Depressionen nicht aus. Für mich als Laie klingt es erstmal nicht so, als ob er welche hätte. Die Depressiven, die ich kenne, nehmen so gut wie gar nicht am gesellschaftlichen Leben teil. Aber das ist vermutlich auch nicht bei allen gleich.

Du solltest deinem Sohn versuchen klar zu machen, dass es wirklich sehr ernst ist mit dem Untergewicht und der Körper auch Schäden davon trägt, wenn er zu wenig ißt. Und damit meine ich nicht eine Unterversorgung mit Vitaminen, sondern Organschäden. Wichtig wäre halt auch, wie er sich denn sieht. Findet er sich zu dick? Stört es ihn nicht, weniger leistungsfähig zu sein?

Es gibt für Essgestörte einen Plan im Internet, in dem Portionsgrößen stehen (1x1 der Küchenfee). Dieser Plan ist aufgeteilt auf 3 Spalten. Die mit den größten Portionen ist zum Zunehmen gedacht. Vielleicht hilft es, wenn du ihm mal entsprechende Portionen vorsetzt und er sieht, dass seine deutlich zu klein sind.

Eine Ernährungsberatung ist sicher auch nicht verkehrt.

Alternativ gibt es Aufbaunahrung, die zum Zunehmen gedacht ist. Allerdings weiß ich da nicht, welche vegan sind. Mir fallen auf Anhieb Fresubin, Fortimel, Neocate und Dilsana ein. Es gibt aber sicher noch mehr.

LG
Sassi

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