Menschen ohne Emapthie?

    • (1) 26.09.16 - 14:07

      Hallo,
      gibt es solche Menschen, die sich nicht in Andere hinein versetzen können? Die nicht merken, wie sie ihre Mitmenschen verletzen mit ihrem Verhalten. Gar nicht beabsichtigt. Sonst würde ich einfach sagen der Mensch ist böse und gemein. Der Mensch versteht es wirklich nicht, dass das Umfeld verletzt ist, sich von dem Menschen zurück zieht und der Mensch dann einsam und unglücklich ist.
      Ich habe schon oft mit dem Menschen gesprochen über das Verhalten. Mensch sagt, es tut ihm leid und im nächsten Augenblick ist alles wieder vergessen und der Mensch ist gefühlsmäßig wieder rücksichtslos.
      Bittet man den Menschen um Hilfe, reißt er sich ein Bein aus um zu helfen (Bildlich gesprochen). Der Mensch würde aber nie auf die Idee kommen von sich aus zu fragen, ob er helfen kann.
      Hat das etwas mit dem Geschlecht oder Alter zu tun? Sind Pubertierende Menschen so?
      Ich bin immer wieder erschrocken über diese Rücksichtslosigkeit und den Egoismus.
      Ist es eine Charaktersache?
      Wenn man diesen Menschen kennen lernt, ist die Sympathie sofort da, aber beim näheren Hinsehen, merkt man, dass die Emathie fehlt.
      Sehr traurig das Alles.
      Gruß

      • Mmh, Dein Posting klingt jetzt auch nicht gerade so empathisch - warum schreibst Du nicht konkret (das ist jetzt nur ein Beispiel): Mein 15-Jähriger Sohn zeigt in seinem Verhalten keine Empathie - das macht mir Sorgen, kennt ihr das?

        Ich kann nur davon schreiben, was ich an unserem Sohn (13) wahrnehme und auch an anderen Jugendlichen zum Teil.

        Egoismus: Ja, der ist da, und nicht zu knapp: Ich will dies und jenes, ich mache dies und jenes, auch wenn es andere stört, ich grenze mich ab. In einem gewissen Rahmen halte ich das für normal, aber wenn es uns zuviel wird, dann äußern wir das auch deutlich: Ich mache gern etwas für Dich, aber ich bin nicht Dein Dienstleister.

        Empathie: Meinem Sohn fällt es schwer, über seine Gefühle zu sprechen, vor allem über positive - natürlich merke ich, wenn er sauer ist oder wütend. Man muss halt den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch erwischen und auch akzeptieren, dass er vieles mit sich ausmacht. Und oft weiß er selbst nicht, was mit ihm los ist - in guten Momenten kann er das aber sagen.

        Hilfsbereitschaft: Von sich aus macht mein Sohn wenig, aber wenn es klare Regeln und Absprachen gibt, dann hält er sich entweder dran oder trägt eben auch die Konsequenzen. Ich freue mich, wenn dann überraschend was von selbst kommt (Samstag hat er für die Oma knapp drei Stunden an einer Torte gewerkelt.)

        Traurig bin ich nur dann, wenn wir gar nicht miteinander reden können - da braucht es viel Geduld. Aber dann liegt er doch mit mir friedlich auf dem Sofa, spricht zusammenhängende Sätze und wir sind einander nah.

        Ich war in meiner Pubertät ziemlich ruppig zu meiner Mutter, faul, abweisend und immer ausweichend: Weil sie mir einfach keine Luft zum Atmen gegeben hat! Manches tat mir später leid, aber vieles hat sich gelöst, als die Pubertät vorbei war.

        VG
        Anja

        Je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten. Empathie ist nicht angeboren, man muss sie erlernen.

        In der Pubertät gibt es oft andere Baustellen im Körper, die hinderlich sich, empathisch zu sein. Bedeutet aber nicht, dass der Pubi ein gefühlsloser Rohling ist. Gefühle zu zeigen ist nicht so einfach, weil man sich verletzlich und angreifbar macht. Und das will niemand sein - schon gar nicht in der Findungsphase Pubertät.

        Und ja, es gibt Menschen ohne Empathie. Das ist sicherlich teils eine Charakterfrage, teils aber auch Erziehung und Prägung. Bist Du mit viel Liebe, Fürsorge, Verständnis und Förderung aufgewachsen, hast geistige Impulse wahrnehmen dürfen, bist Du i. d. R. auch ein empathischer Mensch.

        Hast Du das nicht erleben dürfen, sieht es nicht so gut aus.

        LG

        Die Definition von Menschen ohne Empathie ist Psychopath.

        Die können sich nicht in andere Menschen hineinversetzten, lernen aber, den Mitmenschen zu gefallen oder sich unter gewöhnlichen Menschen zu bewegen. Sie erfüllen Wünsche, liefern die erwartete Mimik...

        ... aber wenn du nun einfach von deinem Ehemann sprechen solltest - nein, das ist mit 99.99% Wahrscheinlichkeit kein Psychopath sondern einfach ein Mann. Der gerne klar definierte Wünsche erfüllt, aber selber halt nicht merkt, wenn es dich nervt, wenn er abends ein Bier trinken geht.

      Wenn es sich um einen pubertierenden Teenager handelt: Ja, normal. Bei manchen stärker ausgeprägt als bei anderen. Gehirn wegen Umbau geschlossen......die merken das echt nicht, die können nicht anders.

      Hi,

      ich habe mir deine VK angesehen.

      Darf ich fragen: Von wem sprichst du? Von deinem Partner, deinem 30 jährigen Kind oder deinem 14-jährigen.

      Also bei einem dieser Drei würde ich sagen: Alles im grünen Bereich. #cool
      LG

      • Na ja, die Frage im Ausgangstext "Sind pubertierende Menschen so?" deutet doch auf den 14-Jährigen, und steht in der Rubrik "Jugendliche" - aber wer weiß, vielleicht meint sie doch ihr erwachsenes Kind oder ihren Mann #cool

        LG

        Anja

    Ja, solche Menschen gibt es. Leider. Oft sind sie in einem empathiearmen(freien?) Elternhaus aufgewachsen, wurden oft vernachlässigt. Um ihre seelischen, geistigen oder körperlichen Sorgen wurde sich nicht gekümmert. Evtl. waren die Eltern während der Erziehung sehr mit sich selbst beschäftigt oder mit jemand anderem ( evtl. gibt es Suchterkrankungen im Elternhaus oder darüber hinaus).

    Oft leiden diese Menschen selbst darunter so zu sein, wie sie sind und dass sie selten verstanden werden. Der Empathieverlust könnte ein Schutzmechanismus sein um sich selbst vor weiteren Enttäuschungen zu schützen geht man keine engeren Bindungen zu anderen Menschen ein.

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