Austesten Alkohol und Rauchen

    • (1) 06.12.16 - 13:31

      Mein fast 15 jähriger Sohn mitten in der Pubertät fängt zur Zeit glaube ich an sich auszutesten.
      Er war am we extrem komisch vom Verhalten als er vom Kumpel kam. Äffte rum und war plötzlich aggressiv. Hab mir zuerst nichts dabei gedacht da er das Aspergersyndrom sowie ADHS hat und "Gefühlsschwankungen" zur Tagesordnung gehören.
      Seine 12 j. Schwester sagte mir heute jedoch das er wohl heimlich schon geraucht hat sowie Alkohol konsumiert hat.
      Mache mir jetzt Gedanken wie ich damit umgehen soll. Wie habt ihr das gehandhabt?
      Großer Sorge bereitet mir natürlich der Konsum da er Medikamente einnimmt wo Alkohol sicher nicht gut mit ist und bei seinem Krankheitsbild ja auch das Suchtpotential enorm hoch ist.

      • Wenn meine in dem Alter sind, werde ich ihnen bei passender Gelegenheit ein Bier anbieten ;)
        Rauchen sehen moechte ich sie nicht, sie haben meine Mutter an Lungenkrebs sterben sehen, da hoffe ich, dass das sie etwas abschreckt!

        ....das sind die grossen Themen, vor denen man sich als Eltern fürchtet. Mist.

        ABER du weisst ja noch nicht, ob es so ist. Die kleine Schwester hat es doch erst mal nur gesagt.

        Mach es wie bisher auch: Sag, dass dir sein Verhalten aufgefallen ist. Dass du verstehst, dass er älter wird und auch mal cool sein will. Erklär, dass in seiner Situation das Ausprobieren von Drogen, Rauchen und Alkohol besonders gefährlich ist. Zeig ihm nicht nur die Gefahren auf, sondern auch, wie es sich schützen kann. Wie man "nein" sagt. Was er machen kann, wenns doch passiert und er in eine Notlage gerät. Es ist vielleicht etwas beruhigend wenn du weisst, dass er sich getraut dich anzurufen...

        Hallo,

        Ich würde ihn einer ruhigen Minute das Gespräch mit ihm suchen. Durch die Medikamente hast du doch eigentlich einen guten Aufhänger. Einfach ganz allgemein halten so nach dem Motto "ich weiß ja, das Jungs in deinem Alter mal heimlich Alkohol probierten, aber falls deine Kumpels mal mit sowas anfangen, denk bitte dran, dass sich das mit deinen Medis nicht gut verträgt". Also keines Vorwürfe, sondern an die Vernunft appellieren und die (in seinen Fall besonderen) Risiken aufzeigen.

        Alles Gute

        Kat

      • So wie Kat es unten schreibt, würde ich es auch machen - bzw. mache ich es auch.
        Bei uns ist es ähnlich, abgesehen vom Krankheitsbild. Ist er (14 J.) "schlecht gelaunt", brauche ich gar nicht mit ihm reden und warte auf gute Momente. Die können dann auch durchaus erst abends gegen 23 Uhr auftreten - aber die Zeit nehme ich mir dann auch und er geht ohnehin erst so um diese Zeit ins Bett. In diesen Momenten ist er sehr offen und erzählt mir auch, dass seine neuen Freunde (15-16 J.) auch schon mal ein Bier trinken, manche auch kiffen und rauchen sowieso. Bislang streitet er ab selbst zu rauchen, stinkt aber zu auffällig nach Rauch. Ich mache ihm deutlich, dass ich es nachvollziehen kann, wenn es ihn reizt, ich aber hoffe, dass er stark bleibt und sich zu nichts überreden lässt.
        Dass sie sich ausprobieren um sich vielleicht erwachsener zu fühlen, vielleicht auch um sich stärker zu fühlen, um sich von zu Hause zu lösen, ist in dem Alter normal. Hatte aber ehrlich gesagt ein 2-wöchiges Tief, weil ich erstmal gar nicht damit klar kam (Sorgen etc....). Jetzt muss ich mich zwingen und es mir deutlich machen, dass ich nicht anders war und dass es (gerade bei Jungs) auch normal ist.

        Bleibe im Gespräch mit ihm - er sollte schon wissen, warum du dir sorgen machst, aber du musst ihm dann auch dein Vertrauen schenken, wenn er dir sagt, er trinkt nicht etc.

        • Hallo,

          ich rate such mit ihm ein Gespräch vielleicht während oder nach dem Essen. Erwähne nicht die kleine Schwester, die dir etwas darüber erzählt hat und sorge dafür ihn nicht unter Druck zu setzen ansonsten sucht er ganz schnell das Weite. Falls er dir sagt, dass er tatsächlich raucht und trinkt, dann mach ihm klar, dass er zu jung dafür ist und sich seinen Körper nur damit verdirbt. Mein Sohn (15) kam eines Tages nach Hause und war völlig neben der Spur. Er hatte keine Ahnung von nichts, deswegen habe ich ihn erst mal schlafen gelassen. Am nächsten Tag hab ich ihn dann vorsichtig darauf angesprochen und ihn gebeten mir die Wahrheit zu sagen, was er dann auch tat. Ich erklärte ihm ein- 2 Bier sind ok, aber er ist für sich verantwortlich, da er schon 15 ist. Seit dem ist er total unkompliziert bezüglich diesem Thema. Was ich dir aber sagen will achte auf deine Worte und sei nicht allzu erschreckt, wenn er dir die Wahrheit sagt.

      Wir haben unserem Sohn keck und frei gesagt, dass wir nichts dagegen haben, wenn er das Rauchen ausprobieren will. Wir selbst sind Nichtraucher und haben nie geraucht, auch nicht ausprobiert.

      Als wir das unserem Sohn so sagten, hat er gesagt: Nöööö, also, da habe ich echt keinen Bedarf :-)

      Mein Mann und ich trinken am Abend gern mal ein Glas Wein. Ab und zu setzt sich unser Sohn dann zu uns - und dann bekommt er auch ein Gläschen, wenn er mag. Mehr als ein Glas mag er aber nicht. Ich selbst trinke auch immer nur ein einziges kleines Glas Wein. Beim Bier ist das ähnlich. Mein Mann trinkt zum Abendessen gern mal ein Glas Bier, also tatsächlich nur ein einziges. Meistens teilen mein Mann und unser Sohn sich dann die Flasche Bier.

      Also, alles in Maßen.

      Wir haben auch noch nie erlebt, dass unser Sohn bei Partys über die Stränge schlägt. Ganz im Gegenteil. Er erzählt uns öfters, dass er es als abstoßend empfindet, wenn jemand zu viel getrunken hat und dann komplett "neben der Mütze" ist.

      Für Euch ist das durch die Medikamente schon echt schwieriger. Da kann ich Deine Sorge sehr gut nachempfinden. Ich würde wahrscheinlich auch mit meinem Sohn darüber sprechen und ihn dafür sensibilisieren, dass Alkohol und Medikamente sich zusammen nicht vertragen.

      (Ich kenn' mich bei Medikamenten selbst jedoch nicht aus - ich vermute nur, dass das beides zusammen gefährlich werden kann.)

      Übrigens, mein Bruder ist auch Asperger. Ich erinnere mich noch sehr lebhaft daran, wie er damals bei unserer Schulabschlussfeier (1984) mit Klassenkameraden komplett einen über den Durst getrunken hat. Danach war sein Bedarf gedeckt - für's ganze restliche Leben bis heute. Er ist mittlerweile 50 Jahre jung und Alkohol ist für ihn nie wieder ein Thema gewesen.

      Aber das ist halt schwierig. Unnötige Risikos eingehen würde ich auch nicht wollen ...

      Ich wünsche Euch gute Gedanken und einen guten Draht zu Eurem Sohn, dass Ihr gemeinsam einen guten Weg findet.

      Liebe Grüße
      Daniela

      "briefe68"

      Hallo,

      ich finde diese Diskussion sehr interessant und habe mir zu dem Thema auch schon so meine Gedanken gemacht.

      Bisher habe ich zu meinem Sohn (fast 15) immer gesagt: wer raucht, hört auf zu wachsen, das hat früher mächtigen Eindruck hinterlassen #rofl Ob das jetzt noch so ist...keine Ahnung. Ich konnte bisher noch keinen Rauchgeruch an ihm feststellen, würde aber meine Hand nicht ins Feuer legen, ob er es nicht doch schon einmal ausprobiert hat. Anders als in meiner Jugend ist Rauchen in seinem direkten Umfeld nicht Gang und Gebe, ich kenne in den Familien seiner Freunde niemanden, der raucht. Auch ich bin seit vor meiner ersten Schwangerschaft Nichtraucher und mein Mann raucht ganz selten mal auf einer Feier eine Zigarette. SIcher reicht es nicht allein, ein gutes Vorbild zu geben, aber vielleicht hilft es ja ein bisschen.

      Was den Alkoholkonsum betrifft, so weiss ich gar nicht, ob sie schon öfter mal etwas trinken. Ich weiss, dass einige seiner Klassenkameraden "unter Aufsicht" mal ein Glas trinken dürfen. Das ist bei uns bisher noch nicht so, wir bieten ihm von uns aus nichts an. Würde er konkret fragen, könnte er mal ein Glas Bier/Wein haben, aber so lange er nichts sagt, thematisiere ich das nicht. Die Kinder machen auch noch keine grösseren Partys, sondern treffen sich eher zu zweit oder zu dritt zum Zocken, da ist die Versuchung vielleicht noch geringer. ...oder es ist nur eine fromme Hoffnung meinerseits. Jedenfalls habe ich ihn bisher noch nicht empfangen abends und musste das Gefühl haben, sie hätten mehr als ein Glas getrunken.

      Ich gebe zu, im Moment vertraue ich auf die Vernunft und die mangelnde Gelegenheit. Aber deine Frage bringt mich dazu, doch mal darüber nachzudenken, wie wir diese Themen handhaben wollen. Danke für den Denkanstoss!

      LG
      Kikou

      Ich bin auch gerade mal 15.
      Und ich habe auch schon getrunken, habe schonmal geraucht und habe auch schonmal was illegales ausprobiert.
      Und ich glaube das was ich hier aufgezählt habe hat jeder schonmal gemacht vielleicht noch nicht so früh aber man hat es schonmal gemacht.
      Vielleicht war dein Sohn als er da so aggressiv war auch nur aufgedreht, weil er vor seinem Kumpel cool seien wollte.
      Ich würde ihn drauf ansprechen und ihm sagen das er nicht rauchen soll aber das er ab und zu vielleicht ein zwei Bier trinken darf aber er darf es nicht übertreiben.

      Damit sollte er sich auch zurechtfinden.

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