Englisch lernen

    • (1) 10.12.16 - 13:49

      Hallo,

      mein Sohn (7. Klasse Gymnasium) hat überhaupt keine Lust, auch nur im Geringsten was für Englisch zu tun. Er findet die Sprache doof und könnte er sie abwählen würde er es tun. Entsprechend sehen auch seine Noten in dem Fach aus. Jetzt steht die nächste Klassenarbeit an, aber er ist nicht dazu zu bewegen wenigstens Vokabeln zu lernen.

      Mein Mann und ich erklären ihm täglich, dass er ohne Englisch im Berufsleben einfach nicht weiterkommt - das wird heute schon als selbstverständlich vorausgesetzt. Ich habe ihm schon vorgeschlagen, dass ich ihm als Nachhilfe zur Seite stelle. Oder, dass er in den Ferien mal ein Englischcamp besucht, um dort spielerisch zu lernen.

      Aber mein Sohn lehnt jegliche Vorschläge/Ideen ab und es macht auch keinen Sinn ihn in irgendeiner Art zu "erpressen". Zudem steckt er eh mitten in der Pubertät und auf Schule und Lernen im Allgemeinen keinen Bock. Dabei ist er wirklich schlau und würde er sich nur ein BISSCHEN mehr Mühe geben, könnte er tolle Leistungen erbringen. Das kommende Zeugnis wird aber wahrscheinlich von 4ern nur so wimmeln ????

      Danke fürs Lesen und vielleicht habt ihr ja irgendeinen Rat für mich. Es ist so schade, bei ihm immer nur gegen die Wand zu laufen.

      Schönen 3. Advent für euch und eure Familien

      delfin03

      • Meine Eltern haben uns im Auslandsurlaub alles regeln lassen - meine Eltern können kein englisch, dafür aber russisch.

        So lernt man auch :-)

        Wie wäre es mit Urlaub in England? Oder ein internationales Ferienlager? Da muss er auch englisch sprechen, sonst versteht ihn keiner.

        • Hallo densu,

          das war mit meinem Vorschlag eines Englischcamps gemeint, der von meinem Sohn gleich abgelehnt wurde. Hinzu kommt, dass er sehr introvertiert ist und sich dann eher zurückziehen würde bevor er in einer verhassten Sprache kommunizieren müsste :-(

      Nachhilfe von Mama ist bei vielen in der Pubertät genau das, was sie gar nicht mögen. Bei meinem Sohn läuft Englisch gut, aber in Spanisch merkt er jetzt auch, dass Sprachbegabung bei Weigerung zum Vokabellernen eben nur zu einer sehr mittelprächtigen Note reicht.

      Er hat sich dann jetzt doch mal am Riemen gerissen - vorher konnte ich mir den Mund fusselig reden, dass von nix eben nix kommt.

      Wenn dein Sohn eher introvertiert ist, kann ihn ein Sprachcamp wahrscheinlich nicht locken. Eher denke ich, dass für begrenzte Zeit eine Nachhilfe was bringen könnte - wenn er da mal eine Lernsystematik entwickelt, kommt er vielleicht besser klar.

      Damit, dass man überall Englisch braucht, würde ich jetzt nicht argumentieren - es sei denn, dein Sohn hat jetzt schon einen Berufswunsch, bei dem klar ist, dass Englisch da wichtig ist.

      VG
      Anja

      • Hallo Anja,

        ich kann/will meinem Sohn auch gar keine Nachhilfe geben - eben aus dem von dir genannten Grund. Aber es gibt jemanden, der bereits zu zwei Familien in der Nachbarschaft kommt und Nachhilfe gibt. Die jeweiligen Kinder (im Alter meines Sohnes) sind von dem Herrn sehr angetan und auch die Eltern sind begeistert.

        Was den Berufswunsch betrifft, hat Marvin sich Mechatronik in den Kopf gesetzt. Ich kann nicht sagen, ob er da unbedingt Englisch benötigt. Aber selbst ich in meinem "nur" 450€-Job brauche es jeden Tag!

        Derzeit komme ich jedenfalls nicht weiter beim Junior und kann nur HOFFEN, dass es bei ihm irgendwann von selbst Klick macht und es dann noch nicht zu spät ist.

        Schönen 3. Advent für dich und deine Familie

        delfin03

        • Du kannst Dich darauf verlassen, dass er als Mechatroniker englisch brauchen wird. Du merkst doch schon bei vielen Elektrogeräten, dass es die Bedienungsanleitunf nur in englisch gibt, auch wenn das rechtlich nicht erlaubt ist.

          Es gibt auch abgespeckte KFZ-Mechatroniker Ausbildung in zwei Jahren, da könnte er eventuell unterkommen. Das sind aber nur bessere Hilfsarbeiterdienste. An interessante Arbeiten wird er da nicht kommen.
          Mit fehlenden Englischkenntnissen wird er in der Technik nur untergeordnete Aufgaben übernehmen können.

          Ich habe Bekannte in Frankreich. Da wollte der Sohn als Mechatroniker bei der Marine anfangen. Den haben sie ohne englisch gleich wieder nach Hause geschickt. Bei der Bundeswehr z.B. wird es nicht anders sein.
          Wenn er introvertiert ist würde ich ihn nicht in ein Feriencamp mit Deutschen stecken, da sollte er Urlaub auf dem Campingplatz in England machen. Wenn er trocken schlafen will und nicht verhungern, wird er wohl oder über englisch radebrechen müssen. Vielleicht hilft das.

          Gruß Bernd

        • Mein Sohn (9. Klasse) will auch Mechatroniker werden! Er beschäftigt sich in seiner Freizeit viel mit Autos, schaut massenweise englischsprachige YouTube-Videos und gibt auch auf English seine Kommentare dazu ab. Anfang nächsten Jahres macht er ein dreiwöchiges Praktikum, um mal zu schauen, ob die Realität denn auch mit seinen Vorstellungen vom Beruf Kfz-Mechatroniker übereinstimmt ... Eigentlich denke ich auch, dass nur die Arbeit nach einer Ausbildung ihm langfristig nicht genügen wird, aber letztlich muss er das selbst rausfinden, ob er noch weiter zur Schule gehen will nach der 10. Klasse (und für die Quali muss er noch einiges tun), oder ob er eben wirklich eine Ausbildung macht und ggfs. den längeren Weg geht. Bei ihm ist Englisch nicht das Thema, aber vor allem für Physik und Chemie macht er fast nichts und für Mathematik zu wenig - ein bisschen "Klick" hat es aber im letzten Jahr schon gemacht, nachdem die Noten in der 8. Klasse echt unterirdisch waren.

          Einen schönen dritten Advent ebenfalls,

          Anja

    (8) 10.12.16 - 22:25

    Hallo delfin03,

    wir haben auch einen Siebtklässler, bei dem die Schule nicht gerade ganz oben auf der Agenda steht und auch wir laufen gegen so manche Wand.

    Wenn es um das Lernen, insbesondere vor Klassenarbeiten, geht, ist es so, dass dies Priorität vor anderen Dingen, wie Besuch bei Kumpels oder dem Konsum von elektronischen Medien hat. Bei Fremdsprachen heißt das dann auch u.a. das ungeliebte Vokabellernen. Das ist, natürlich von Ausnahmen abgesehen, nicht verhandelbar und führt auch regelmäßig zu Disharmonien. Das ist auch keine „Erpressung“, sondern schlicht Notwendigkeit. Ist so und da müssen wir halt durch.

    Was die Motivation angeht, wäre das einzige, was mir einfällt, Euren Junior mit seinen Interessen zu packen, falls passend. Mag er Musik, kann man sich vielleicht gemeinsam Songtexte vornehmen und übersetzen. Mag er Fußball, bieten sich womöglich englischsprachige Berichte über die premier league an. Mag er Naturwissenschaften, sind evtl. entsprechende englischsprachige Seiten interessant. Mehr Tips habe ich leider nicht, aber ein Viererzeugnis in der 7. Klasse bedeutet auch nicht gleich den Untergang des Abendlandes ;-).

    Auch Dir einen schönen 3. Advent.

    Gruß

    Ralf

    • (9) 11.12.16 - 09:59

      Guten Morgen Ralf,

      den Entzug von Tablet und Handy haben wir bereits durchgezogen. Aber dann findet er andere Möglichkeiten sich zu beschäftigen. Ist natürlich positiv, aber nicht in diesem Fall #klatsch

      Marvin liest sehr viel, aber englisch-deutsche Bücher, die ich ihm besorgte, blieben unbeachtet liegen. Ansonsten spielt er Magic the Gathering, aber die Karten sind größtenteils auf deutsch und bei den wenigen englischen Karten kennt er eh deren Bedeutung #schmoll

      Natürlich erwarte ich auf dem Zeugnis keinen 1er-Durchschnitt, aber zu wissen, dass er viel mehr kann und nur zu faul ist - weil er einfach keine Lust hat -, ist halt irgendwie sehr schade.

      VG
      Anke

(10) 28.12.16 - 09:21

Hallo,

ich glaub, in dem Alter kann man da als Eltern nicht viel machen. Je mehr Du auf ihn einredest, desto eher macht er wahrscheinlich "dicht".

Aber denk mal an Dich in dem Alter zurück. Ich hatte auch so Fächer, die ich absolut nicht mochte... Irgendwann in der Oberstufe kam der Ehrgeiz wieder und dann habe ich auch ein gutes Abitur geschafft.

Meine Tochter ist in der 7. Klasse und mag Englisch zwar sehr gern, aber Französisch überhaupt nicht. Nix zu machen. Auf Englisch schaut sie auch Filme/Videos, liest Bücher oder Internetseiten, hört Musik, unterhält sich im Urlaub, hat in den Sommerferien schon zweimal Englisch-Camps besucht....

Nach Frankreich oder Belgien will sie nicht mehr (wir wohnen so, dass wir nach Belgien auch Tagesausflüge unternehmen können); frz. Bücher oder Zeitschriften werden nicht angerührt; schalte ich frz. Radio oder Fernsehen ein, verlässt sie den Raum.

Ich denke es bleibt nichts übrig, als das zu akzeptieren. Sie weiß, dass es ein Hauptfach ist, und sitzenbleiben will sie natürlich nicht, weil sie ja mit den Freundinnen zusammen bleiben will. Also bemüht sie sich gerade soviel, dass es reicht. Ich finde es auch sehr schade, wenn ich im Vergleich sehe, wie gut sie in Englisch ist, aber tja, so ist es halt.

TL; DR:
Tipps habe ich keine... aber Du bist nicht allein!

Viele Grüße
H.

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