Wie geht ihr mit euren pubertierenden Jungs um?

    • (1) 06.08.17 - 22:25

      Hallo ihr Lieben!

      Mein Sohn, fast 18 J. alt, verfällt wieder Mal in die Pubertät zurück. Dachte wir wären durch, aber jetzt ist er wieder mürrisch, redet kaum und ist manchmal frech. Ich versuche sein Verhalten zu ignorieren und wenn er mal redet, dann bin ich auch ganz normal mit ihm.

      Nun frag ich mich, ob das ok ist. Sollte ich mehr das Gespräch suchen? Oder ihn einfach machen lassen.

      Ich finde es schade so wie es momentan ist. Er nimmt nicht mehr am Familienleben Teil:(.

      • Hallo
        Ganz sind wir wohl noch nicht drin, bei unserem 10 jährigen merkt man aber aktuell sehr dass er gerade in vielerlei Hinsichten einen Sprung macht. Dachte ja eigentlich Jungs fangen später an #gruebel
        Wirklich helfen kann ich dir also nicht. Aber ich war ja auch mal jung. Ich empfand die Zeit um den 18 Geburtstag rum als recht schwer. Auf der einen Seite zwar quasi erwachsen, mit allen Rechten, auf der anderen aber doch erst gerade 18.

        Liebe Grüße

        Wir haben so ein Exemplar, der inzwischen 19 ist. Er ist im Grunde sehr sozialverträglich und auch gesprächig.....war er immer schon. Trotzdem gibt es manchmal Aussetzer oder er ist sofort auf 180, wenn er sich kritisiert fühlt. Wir reden dann später ruhig drüber und gut is. Dann gibt es meist auch eine Erklärung, weil er Stress mit der Freundin hatte oder sich über sein Auto geärgert hat oder oder. Eigentlich nichts anderes als bei uns auch.

        In welcher Art soll euer Sohn denn am Familienleben teilnehmen?
        DAS funktioniert bei uns nur selten. Seit er 18 ist, können wir ihm nicht mehr vorschreiben, wann und ob er zuhause sein soll. Wir haben vereinbart, dass er sich kurz meldet, wenn er bei Freunden übernachtet und nicht nach hause kommt. Da hält er sich auch dran, aber mehr ist nicht drin. Wir treffen mehr zufällig in der Küche zusammen, weil das auch unser zentraler Raum ist, aber nicht zu den "üblichen" Essenszeiten. Wenn er am WE lange unterwegs war, dann steht er erst mittags auf und isst dann. Da leiste ich ihm häufig Gesellschaft und wir quatschen. Abends ist er meist noch nicht da, wenn wir essen usw. Und an gemeinsamen Aktivitäten hat er schon lange kein Interesse mehr. Seit einigen Jahren fährt er nicht mehr mit uns in den Urlaub. 2 x im Jahr schaffen wir es, alle zusammen mal essen zu gehen. Ansonsten hat er seine Aktivitäten mit Freunden, die auch ständig bei uns sind. Die Hütte ist hier meist voll und sie kochen sich dann alle zusammen was und ich geselle mich manchmal dazu.

        Was ich mir aber verbitten würde, wäre das freche Verhalten. Wieso reagiert er so? Fühlt er sich von euch nicht ernst genommen als praktisch Erwachsener? Fragst du ihn aus wie zu Kinderzeiten und er ist genervt? Stellt ihr zu viele Regeln auf und er fühlt sich gegängelt?

        hi,

        mein Großer ist 14 und zieht sich oft zurück, auch um den nervigen Brüdern zu entwischen. Er ist weder laut noch frech, nur manchmal rechthaberisch. Wenn er redet, dann will er auch die volle Aufmerksamkeit und reagiert dann total genervt, wenn mal einer dazwischen quatscht.

        Er ist egoistisch, aber das muss in der Pubertät auch sein finde ich.

        Der Mittlere ist 12 und eine Dramaqueen--mal rotzfrech und laut, dann wieder weinerlich und anhänglich. Ich steh da inzwischen drüber und reg mich nicht auf, nur muss ich meinen Mann manchmal bremsen, dass er ihn nicht zu sehr zusammen faltet #augen

        lg

      • Hallo,

        Ich hab hier zwei Jungs, 19 und 21 J.

        Am Familienleben nehmen sie insofern teil, daß wir es etwa zwei- drei Mal wöchentlich schaffen, alle gemeinsam zum Abendessen am Tisch zu sitzen.

        Ein gemeinsames Frühstück am Wochenende, ein Familienausflug zu viert ... das gibt es hier kaum noch. Selbst wenn einer der beiden urlaubsbedingt zuhause ist, wird das nix mit gemeinsamen Frühstück.

        Teilweise kann ich mich mit ihnen gut unterhalten, da muss man sich halt ein bisschen auf die aktuelle "Tagesform" einstellen. Ich merke es, wenn sie gesprächsbereit bzw. gesprächsfreudig sind und da geh ich dann auch meist drauf ein, bzw. "nutze" dies oftmals "aus". Wenn sie sich nach dem Nach-Hause-Kommen in ihr Zimmer verziehen und kaum blicken lassen, dann akzeptiere ich das meist, also da würde ich ihnen nicht auf die Pelle rücken und ein Gespräch führen wollen...! Klar manchmal steht etwas an, was geregelt, geklärt oder ausdiskutiert werden muss, da besteh ich dann manchmal schon drauf, daß sie ausharren, bis eine Lösung gefunden ist.

        Im Großen und Ganzen würde ich dir nicht raten, mehr das Gespräch zu suchen, wenn er keine Lust darauf hat.

        Oder machst du dir über i-ein Verhalten seinerseits ernsthafte Sorgen?

        MIt 17/18 hatte einer der beiden ein Stück weit einen Weg eingeschlagen, der absolut besorgniserregend für mich als Mutter war. Das war eine schwere, anstrengende Zeit, aber auch da mussten wir als Eltern leider oftmals mit "zusehen und auflaufen" lassen daneben stehen. Das ist alles andere als einfach.

        LG

        • Das daneben stehen ist hart. Manchmal weiß ich nicht ob ich übertreibe oder ob es tatsächlich schon zu weit ist. Ich bin so oft unschlüssig!
          Was habt ihr gemacht ? Hat sich das von alleine erledigt ? Wie geht's weiter?

      Na ja er ist 18 und ich denke er hat es langsam "satt", dass Mama immer alles gleich bequatschen will. Er hat seine eigene Interessen und versucht seinen eigenen Weg zu gehen und sieht seine Prioritäten in seiner "eigenen" Familie ;).

      Lass ihn einfach mal machen, wenn er Lust dazu hat sich wieder mit euch "abzugeben", dann kommt er von ganz alleine.

      LG Claudia

      Meine beiden Jungs sind aktuell 18 und 16 - Der "Kleine" besucht die 12. Klasse, der "Große" hat gerade seine Ausbildung angefangen. Während der Jüngere noch sehr rege am Familienleben teilnimmt, nabelt sich unser Älterer immer mehr ab. Der Freundeskreis spielt für ihn momentan eine zentralere, wichtigere Rolle als die Familie.

      Für Eltern mag das schwierig zu handlen sein, aber es ist nunmal ein notwendiger Prozess, der in die Selbständigkeit führt. Man nennt das "Zu sich selbst finden". Da können Eltern unter Umständen als störend empfunden werden.

      An deiner Stelle würde ich mir nicht allzu große Sorgen machen. Gib deinem Sohn einfach nur Halt, damit er weiß, dass die Familie -egal was kommt- hinter ihm steht.

      Gängele ihn nicht, dann wird er schon bald wieder gerne mit euch zusammen am Tisch sitzen. Das braucht halt einfach eine Weile und gibt sich mit der Zeit sicher wieder.

      Sag deinem Sohn, dass es dir viel bedeutet, weiterhin ein gutes Verhältnis zueinander zu haben. Dränge ihn aber zu nichts - es sei denn, du willst dein Kind vergraulen.

      Was spricht dagegen, sich mit ihm bei einer Pizza hinzusetzen und es ihm so zu sagen wie du es siehst?
      Nur wer fragt, bekommt antworten.
      Sag ihm, du willst ihm nicht auf den Keks gehen aber fragst dich, ob alles okay ist bei ihm. Dir sei deine schlechte Laune aufgefallen. Wenn er sagt ja dann ist das so!
      Du hast ihm dann angeboten, sich zu öffnen und bist ehrlich auf ihn zugegangen.
      Aus meiner Arbeit mit Jugendlichen weiß ich, dass es manchmal auch dauert bis sich jemand öffnet.
      Es kann also sein, dass er ein paar Tage später von sich aus nochmal das Gespräch sucht. Das muss aber nicht sein.
      Bedrängen solltest du ihn da nicht aber die Möglichkeit bieten, indem du einen Gesprächsraum anbietest.
      Nach meiner Erfahrung ist es auch wichtig das nicht zwischen Tür und Angel zu versuchen sondern wirklich eine Termin dafür zu vereinbaren. Er stellt sich dann darauf ein, dass es wohl etwas ist, was dir wichtig ist und ist vermutlich gesprächsbereiter. Behandle ihn so gut es geht wie einen Erwachsenen mit dem du etwas Essen gehst.

      Liebe Grüße

      Ich war genau so, die Zeit ist schwer und man ist einfach unzufrieden und lässt das seine Mitmenschen auch spüren. Spätestens wenn er auszieht, wird euer Verhältnis wieder besser wenn nicht sogar so gut wie nie.

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