Medien von früh bis spät

    • (1) 15.08.18 - 07:19

      Hallo,

      manchmal ist mir völlig schleierhaft, wieso ich mich als Kind nicht zu tode gelangweilt habe....

      Meine Kids (12, 10) stehn auf und sind zack am Handy.
      Sie haben beide eine App drauf, die Zeiten begrenzt und ungeeignete Inhalte sperrt . Was ihnen gar nicht gefällt.

      Ohne Handy und TV sind sie nicht mehr in der Lage, sich zu beschäftigen.

      Es gibt dann ständig Geheule und Gemotze XXL wenn ich den Medienkonsum einschränke.

      Was ich einfach nur anstrengend finde; diesen täglichen lautstarken Alarm. Denn nach dem Gemotze kommt die Langeweile und dann der Geschwisterstreit :-( :-(

      Durch die Großen hat auch der Kleine (4) schon viel zu viel Kontakt zum Handy. Und auch zunehmend Probleme, alleine zu spielen .

      Der Vater der Kinder (getrennt) sieht das ganz locker, da hat der Kleine schon eigene Spiele auf seinem Tablett...

      Es nervt einfach nur.... und 2 Wochen Ferien liegen noch vor uns.

      Eigentlich hatte ich mich drauf gefreut, dass wir alle Zeit zusammen haben, aber jetzt bin ich nur fertig weil es hier jeden Tag von früh bis spät Streit gibt.... :-(

      Müde Grüße
      Marienkäfer

      • Hallo!

        Ich kann dich verstehen...
        Kannst du nicht "Medien Zeiten" einführen?
        Also, zum Beispiel eine oder 1,5 Stunden am Tag?

        Das ist bei uns zumindest bei meinem Sohn (9) ähnlich. Ebenfalls mit App zur Zeitbegrenzung. Ist die Zeit alle, geht es los, darf ich Fernsehen, darf ich Nintendo, kann ich dein Tablet nehmen? "Nein" ist auch nicht seine präferierte Antwort...

        Trotzdem muss er da durch und der Rest von uns auch... manchmal passiertdann tatsächlich das Wunder, gestern hat er irgendwann tatsächlichfriedlich mit seiner Schwester Karten gespielt... heute geht es bei uns noch eine Woche in den Urlaub nach Kreta, da gibt es hoffentlich genug andere Beschäftigungsmöglichkeiten...

        LG
        Frauke

        Hallo,

        die Apps nur über W-LAN laufen lassen, Passwörter vergeben, die nur ihr kennt und Zeiten für das Handy einführen. Bei Gemotze ist mal ne Woche Handypause angesagt, dann legt sich das auf Dauer ganz schnell. Wie die Kinder mit den öffentlichen Medien aufwachsen und wie sie damit umgehen, liegt nunmal in der Hand der Eltern.

        LG

      • Gott sei Dank, machen bei uns die Vereine in den Sommerferien auch mit den Training uneingeschränkt weiter.....wie wäre es mit Alternativen, schicke sie ins Bad mit Freunden, Kino oder Spielparks. Meine Tochter ist stets bei Freunden, mit Freunden unterwegs oder sie sitzen bei uns.Haben deine Kids keine Hobbys, skaten oder anderes?

        Lösung wäre , mehr mit Freunden unternehmen. Es scheint, dass sie ausser Medien keinen Ausgleich durch fehlende Interessen haben.

        Warum änderst du dann nichts? Zieh die Teile rigoros ein und dann mal gucken, ob die 3 nicht doch etwas mit ihrer Zeit anfangen können. Wenn sie nicht mehr abhängig von Handy und Co. sind, können sie es zeitlich limitiert bei dir abholen. Meine Großen (13 & 11) hatten z.B. im Urlaub 3 Wochen gar kein Wlan (mobile Daten sowieso nicht), da wurde dann wie wild gekniffelt, Karten gespielt, viiiiel gelesen usw.usf.
        Hast du allgemein Angst vor Konfrontation? Die würde ich gaaaanz fix ablegen, da wird noch eine Menge Diskussionen auf dich/euch zukommen! Lass sie sich doch einfach mal langweilen, was soll schon Schlimmes passieren? Du bist die Mutter und verantwortlich für deine Kids - auch wenn es mal Unfrieden gibt.
        VG & starke Nerven

      • Was gibt es an Alternativen?

        Klar ist Langeweile wichtig und lernen sich selbst etwas zu suchen.
        Andererseits wird das oft verlernt.

        In Vollstresszeiten war ich nur noch am Routieren.
        Als der Stress nachgelassen hat und ich wieder Zeit für mich hatte: wusste ich nicht mehr, was ich tun kann, was nicht usw.
        Das musste ich mühsam wieder lernen.

        Freunde (ebenfalls Erwachsen) haben mir dabei geholfen.

        Bei meinem Kind in den Ferien merke ich es auch oft.
        Nicht so sehr mit Medien, da steht mein Kind nicht soo drauf. Aber mit dem Beschäftigung finden.

        Zu Beginn der Ferien braucht sie noch Unterstützung beim Koordinieren der Zeit, beim Strukturieren, beim wieder ein Gefühl für Zeit HABEN zu bekommen.

        Im Laufe der Ferien kommt sie dann selbst auf Ideen.
        Am Anfang braucht sie jedoch Ideen, Anleitungen, Anstupsen, gerne auch gemeinsame Dinge, die sie dann selbst für sich weitergestaltet.


        Bei Medien braucht man nicht viel denken. es geht viel Zeit verloren, aber man muss nicht nachdenken, was man tun könnte oder muss oder würde.
        Wenn das wegfällt, setzt das Denken wieder ein.

        Nur was..... Gewohnheiten ändern ist immer schwierig.

        Welche Vorschläge für gemeinsame Zeit gibt es denn?
        Wie werden diese umgesetzt?

        Was bedeutet bei euch "Wir haben Zeit?"

        Unsere Kinder lieben es auch ihre Zeit mit Medien zu verbringen.
        Aber... ein gemeinsames Frühstück genießen sie, gemeinsame Radtouren auch, gemeinsame Spiele, gemeinsam was reparieren, bauen auch, gemeinsam schwimmen gehen.... damit bekommen wir unsere Kinder problemlos von den Medien weg.

        Schwieriger wird es mit Sachen wie :
        "Wir wollen .... Museeum besuchen"
        "Wir wollen Tante.... besuchen"
        "Wir fahren einkaufen"

        Da wollen sie gern zu Hause bleiben :-D
        Letztlich finden sie die meisten kulturellen Unternehmungen dann doch klasse und wir verbringen da mehr Zeit als geplant.
        Der Besuch bei Verwandschaft oder Freunden ist dann meist doch interessanter und toller als angenommen.
        Lediglich Einkaufstouren sind und bleiben doof :-D

        Allerdings lassen wir unsere Kinder auch mal mit ihrer Langeweile allein.
        Es gibt Medienzeiten, dazwischen müssen sie sich durchaus allein beschäftigen.
        Was meinst du wie schnell sie was finden, wenn wir ihnen vorschlagen, sie könnten ja mal ihr Zimmer besonders sauber machen#rofl

        LG

        Ich würde alles einziehen. Wenn man nicht damit umgehen kann... weg. Mein Bonuskind (11 Jahre) hat zum Ferienstart täglich ihr Handy bekommen und es war eine Katastrophe. Morgens aus dem Zimmer gekommen, zack vor das Handy, auswärts essen mit dwe Familie, Handy am Tisch. Jetzt haben wir eine App installiert, sie kann 2 Stunden am Tag dran. Nach den 2 Stunden haben wir alles gesperrt außer Goggle Maps, SMS und anrufen (falls unterwegs was ist) Apps wie Facebook, instagram... Haben wir grundsätzlich gesperrt das sie sich da garnicht erst registrieren kann. Auxh der Fernseh wird unter der Woche erst um 18.45 Uhr eingeschaltet.
        Sie kann sich absolut nicht selbst beschäftigen ist von der Glotze wie hypnotisiert. Würde niemals von sich aus was basteln, was lesen oder nicht einmal zu einer Freundin gehen.
        Wenn aber der Fernseh aus ist, ist ihr so langweilig das sie zumindest ein bisschen was macht

        (10) 17.08.18 - 15:56

        Hallo

        Davon hatten wir es heute früh im Büro auch. Und der Ton war klar:
        Bis ca. 14 hat man das schlicht selbstverschuldet wenn man Zocker-Zombies hat und muss einfach durch die Sache durch.

        Ich finde das auch. Meine Kids sind 10 und 12... und haben Handys seit sie ca. 7 sind. Internetfähig und Flatrate. Und klar nutzen sie das in den Ferien mehr als sonst. Da sind wir grosszügig. Aber Handy am Morgen? Da kämen meine gar nicht drauf. Handy auf dem Campingplatz. Nö. Und ja da kommt die Langeweile und das Gezanke. Aber ich bin die Erwachsene, da muss ich durch. Und aus der Langeweile wachsen dann (wenn man durchgehalten hat) auch Ideen. Und plötzlich sind sie auf dem Spielplatz, bauen eine Schlammrutsche in den Rhein oder kommen auf die Idee, ein kleines Floss zu bauen. Auf die Idee kämen sie nie, wenn sie - zack - das Handy bekommen hätten. Abends dann noch kurz ein Game - warum nicht...
        Aber wenn das Handy immer griffbereit ist und nicht auch mal die Launen der Kids durchgehalten werden - dann wundert mich das nicht. Ich bin nicht die Bespasserin. Aber wenns gar nicht ohne Launen und Zanken geht - dann kommt sicher nicht das Handy als digitaler Babysitter zum Zug. Dann bin eben ich als Erwachsene gefragt: Dann beginne ich halt mal ein Spiel, eine Schnitzerei, einen Pfeilbogen zu basten, baue das Brettspiel auf...
        Morgens Handy? Nö. Am Sonntag ahne ich, dass die Kinder vor mir wach sind. Da stelle ich abends ein nettes Solitär-Spiel auf den Küchentisch. Rush-Hour, Club 2%, ein Puzzle, ein Ausmalbuch und Farbstifte, Mahlen nach Zahlen... und wer sich langweilt, bleibt da stehen und beginnt mit basteln. Meine Tochter ist sonntags oft schon eine Stunde vor uns wach und bastelt dann fröhlich was vor sich hin.

        Mein Chef auf Reise in den USA.. .klar, wenn die Kids bei 45 Grad das Death Vally besucht haben, dürfen sie auf der Rückreise gamen. Im Hotel dann aber nicht mehr - sie sollen ja was ansehen und Pool und Rutschen etc. auch nutzen. Den inneren Schweinehund überwinden.

        Also bis zu einem gewissen Altern hat man das einfach als Erwachsener im Griff zu haben. Ich mache keine Stunden-Reglen oder sonst was. Tue ich mir nicht an. Ich lerne den Kids, situationsbezogenes Nutzen: Regentag daheim -> okay. Nach dem Fussballtraining -> okay. Abends wenn die Familie draussen sitzt / in den Ferien ist / man abmachen könnte -> nein.
        Morgens aus langeweile -> ganz, ganz sicher nicht. Da ist ja vorprogrammiert, dass NICHTS dann witziger wäre als das. Lego verblasst daneben natürlich, wenn man nur noch konsumieren muss. Ich finde das sehr selbstgemachte Probleme.

        Ich verteufle neue Medien nicht. Meine Kids haben Laptops, Handys, iPads mit Netflix usw, usw. Aber ich lerne ihnen, dass alles andere Vorrang hat.

        Ich denke, ab 15 wirds dann schwerer. Aber wenn da Hausaufgaben gemacht sind, ein Instrument gespielt und ein Hobby ausgeführt wird... dann kann man auch nicht mehr so viel verlangen...

      naja, hätten wir Handys gehabt, wer weiß, ob wir uns nicht ähnlich als Kinder verhalten hätten. Spiele konnte man nur mit mehreren machen usw.
      Heute erreicht man seine Freunde sofort per Handy....alles einfacher.
      Mal ehrlich....wieviele Mütter sehe ich mit Handy und Kinderwagen.....ein Wunder das nicht mehr Unfälle passieren und was lernt das Kind dann wohl....und wieviele Kinder erhalten das Tablett auch mal so beim Essengehen weils dann schön ruhig ist etc und da sind sie noch kleiner und ja, dann wird es natürlich schwieriger später zu erklären, dass das zuviel Konsum ist.

      Unser Sohn hat hier Handy, Tablett, PC, PS und ja, das Handy liegt mal wieder auf dem Schreibtisch. PS ist interessant, um mit Freunden zu spielen und warum nicht.
      Trotz allem hier gibt es Regeln. Zuerst Hausaufgaben und Dinge, die so zu erledigen sind.
      Sport darf nicht darunter leiden. Er geht 3 x die Woche zum Training und hat dann auch noch Spiele....alles in allem hält es sich in Grenzen. Alles im Rahmen für mich in Ordnung und im Rahmen heißt für mich, dass nicht den ganzen Tag Medienkonsum stattfinden kann.

      • ach und dann gibt es noch die Spaßvögel die die Dinger schnell ausmachen, bevor Mama nach Hause kommt.....und dann ganz unschuldig 1 Stunde später wieder anmachen. Ich arbeite von zu Hause aus....und bekomme oft Sachen mit, die es angeblich bei anderen nicht gibt und dann wundert man sich über die schulischen Leistungen oder aber warum die Kinder an Körpergewicht zunehmen....sorry.....mir ist klar, warum manche Sachen so sind, wie sie sind. Augen aufmachen und sich nicht beklagen und einfach mal tätig werden.

    (14) 21.08.18 - 07:55

    Ja, hier auch. Habe 2 Tage nach Urlaubsbeginn das Tablet eingezogen, hing nur dran, Handy war schon länger weg.

    Fernseher hatten wir auch keinen, der Wohnwagenvermieter hat die Steuereinheit der Satelittenschüssel vergessen, einzupacken.

    Mein lieber Schwan, war das zuerst eine Stimmung!

    Ich habe das Gefühl, die Kinder verpassen ihr ganzes Leben vor dem Bildschirm!

    Hey, geht zusammen raus und verbringt Zeit miteinander. Es gibt so viel zu erleben. Vielleicht schaffen sie das alleine nicht, weil es einfach In ist sich mit den Medien zu beschäftigen...

    (16) 26.08.18 - 11:43

    Hmm, was hatte ich als Kind an Medien? Ne Glotze mit wahnsinnigen 4 Programmen ARD, ZDF, SDR und BR3, einen Radio und natürlich einen C64 mit mindestens 20 Spielen, später dann ein NES, SNES und nen Gameboy. Wie oft hab ich das genutzt, immer mal so zwischendurch ein paar Minuten. Hauptsächlich war ich mit meinem Bike unterwegs, den ganzen Tag unterwegs, wandern, zelten oder auch mal nur im Freibad/Hallenbad. Selten mal im Kino, kam aber auch mal vor. Mittwochs Pfadfinder, Freitags Jugendgruppe. In den Ferien auch mal mehrere Tage/Woche unterwegs mit dem Rad, allein oder mit Freunden. Bei Regen wars schlimm, da las man ein Buch oder hörte eben Musik, ärgerte seine Geschwister, sah fern und zockte oder was am übelsten war, spielte mit dem Bruder Lego, aber ganz schlimm waren die Teepartys bei der Schwester ;-).

    Nun eine Frage, wer lässt denn heutzutage sein elfjähriges (+ x Jahre) Kind 1 Woche allein oder mit nem Freund zusammen durch die Wildnis radeln oder auch nur einen Tag, wer will den haargenau wissen was die Kids den ganzen Tag gemacht haben bzw wer wäre am liebsten jede Sekunde dabei und vorallem wer kauft den Kids den ganzen Technikschrott wie Handys, Tablets und Computer oder Konsolen und wer parkt seine Kids genau hinter diesen Medien?

    Soviel Unterschied zwischen meiner Kindheit in den '80ern und Heute ist da eigentlich nicht, die Technik ist etwas moderner geworden, aber alles andere gibts immer noch, vielleicht liegts an der Motivation oder der Angst der Gesellschaft, keine Ahnung.

    Mein Sohn ist seit 2 Wochen mit nem Kumpel und ner Kumpeline beim Zelten iwo in der Pampa BaWü's, laut letzter SMS gehts ihnen supergut.

    Grüße Schubart

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