Medien und warum es wichtig ist, diese im Blick zu haben!

    • (1) 17.08.18 - 10:17

      Hallo,

      das Thema Medien kommt ja hier recht oft auf und ich möchte eine kleine Geschichte erzählen, wie sie uns gester widerfahren ist.
      Unsere Tochter, 14, unter der Woche im Internat seit letztem Schuljahr, hat schon WhatsApp, seit sie 9 ist, glaube ich. Hinzu kamen später Musicelly und Instagram.
      Ein Handy hat sie, seit sie 7 ist.
      Ich habe schon oft geschrieben, daß wir es von Anfang an so handhaben, daß wir für die Apps das Passwort haben, sie nicht. Das Passwort zum Entsperren muss uns vorliegen und wir kontrollieren regelmäßig. Auch können wir, wie gestern geschehen, bspw. Instagram sehen, obwohl wir blockiert waren, was ein NoGo ist und eine Regel, gegen die gestern verstoßen wurde.
      Momentan gehen viele Internet-Trends und Mutproben um. Wir reden seit Jahren mit dem Kind und bisher auch sehr erfolgreich. Ich hätte fast meine Hand dafür ins Feuer gelegt, daß sie niemals bei einem solchen Trend mit macht, wir haben ja auch schon gesehen, was andere probiert haben und meine Tochter als Weichei betitelt wurde. Diesmal nicht. Sie war sogar so hirnpubertiert, daß sie diese Mutprobe, Halsschlagader abdrücken lassen, umfallen und widerherstellen, auf Instagram postete. Gestern Abend um 22:00 Uhr, die Nacht war gelaufen. Natürlich gab es gleich eine Standpauke, aber sie meinte immer wieder, sie wollte es probieren, macht es nicht mehr, weiß daß es dumm war, sie hat es ja überlebt #augen. Sie begreift gar nicht, was sie da getan hat, mit dem Video andere Kinder dazu auffordern könnte, dies auch zu probieren.
      Allerdings hätten wir es ohne diese Medien nicht mitbekommen. Also Fluch oder Segen?
      Wir haben jetzt die Lehrerin angeschrieben, die Trainer und das Internat und um Aufklärungsarbeit gebeten. Sie ist wütend, kommt ja auf sie zurück, ich habe ihr vorgeschlagen, selbst mit der Lehrerin zu sprechen und mit ihren Freunden und von der Tat zu erzählen. Wenn sie heut Nachmittag nach Hause kommt, gibt es nochmal ein Gespräch.
      Was sie auch noch meinte, daß unserer Erziehungsmethoden lächerlich sind, alle lachen über sie, weil sie so konsequente Strafen bekommt. Sie meinte, andere Kinder bekommen ne Ansage und das Handy weggenommen, das reicht doch #aerger Anscheinend nicht.
      Was ich damit sagen möchte, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das von Anfang an. Kinder machen immer mal Mist, gerade in der Pubertät, aber dank der Medien kommen die Eltern dahinter, oder doch leider wegen der Medien? Keine Ahnung.

      LG

      • Kann ich nur unterstreichen. Ich verstehe die Mütter hier auch nicht, die tatsächlich schreiben, sie vertrauen ihrem Kind absolut - und nichts prüfen.
        In meinem erweiterten Bekanntenkreis hatte eine 13jährige einen Instagram-Account, um ihrer Musikgruppe zu folgen - und da wohl auch "Freundinnen" gefunden. Als vor den Ferien die Zeugnisse akut wurden, schaukelten sich die Mädels hoch mit dramatischen Erzählungen, was sie nicht alles anstellen würden bei schlechten Noten - bis hin zu Suizidphantasien. Nie und nimmer hätte ihre Familie sowas geglaubt, da sie nicht mal schlechte Noten hatte und es überhaupt keine Probleme gab, wollte nur mitspinnen.
        Gottseidank fand das eine Mutter und ging der Sache gleich nach. Diese dummen Nudeln fanden ihre Spinnereien "cool". Weniger cool fand es die Familie eines Mädchens, bei denen die Polizei vor der Türe stand und die Suizidabsicht ihrer Tochter prüfen wollte. Gottseidank war die Mutter schon informiert gewesen und zusammen konnten sie alles klären. Eine andere Mutter hatte wohl die Polizei informiert und - der Polizist muss wohl wörtlich gesagt haben, beim geringsten Verdacht hätte er das Mädel gleich mitgenommen zu ihrem eigenen Schutz. Aber so blieb es bei einer eindringlichen Verwarnung, so einen Mist nicht mehr zu machen. Das Mädel verstand auch nicht, warum der Instagram-Account nun gelöscht ist - und eine tägliche Handykontrolle erfolgt.
        In dem Alter schaltet das Hirn wohl wirklich immer wieder mal komplett ab.
        Man MUSS kontrollieren, geht garnicht anders - macht meine Tochter bei ihrer Elfjährigen auch. Wäre sie dagegen, wäre das Handy weg - ohne weitere Diskussion.
        LG Moni

        • Ich halte es ebenso für elterliche Pflicht, das Kind zu begleiten, solange das notwendig ist. Das tut man in anderen Bereichen (z.B. Schulweg) ja auch. Begleitung heißt für mich, zu wissen, was mein Kind im Netz treibt, sich mit ihm zusammen ans Handy zu setzen und über "Momo", Kettenbriefe, Challenges und dergleichen zu sprechen - immer und immer wieder.
          Wer meint, sich bei 8-13Jährigen faul mit "aber das ist doch Privatsphäre" herausreden zu wollen, handelt in meinen Augen grob fahrlässig. Es kommt der Punkt, an dem die notwendige Reife da ist, sich komplett alleine um Whatsapp, Instagram, FB & Co. zu kümmern - aber bis das soweit ist, vergeht bei uns (13 & 11 Jahre, den 4Jährigen mal außen vor gelassen) sicher noch eine ganze Weile.
          Schönes Wochenende

          • Oh jaaaaa, über Momo und Konsorten gabs bei uns auch schon Endlosdiskussionen; mittlerweile hat sie es begriffen#schwitz und "belehrt" nun auch fleißig die andere Oma, die nicht so handyversiert ist #rofl
            Dir auch schönes Wochenende.

    Hallo
    Wichtig ist es nicht nur die Sache "im Blick zu haben", ich finde es noch wichtiger mit dem Kind im Gespräch bleiben. Das Maß an Kontrolle was teilweise an den Tag gelegt wird finde ich bedenklich. Wer so viel Kontrolle als nötig empfindet, hat vielleicht ein Kind das noch nicht bereit ist für Medien in dem Umfang.Auch mit Auge der Eltern.
    Damit meine ich jetzt nicht dich, das ist nur mein Eindruck nach ein paar Themen über Medien hier. Kinder sind nicht dumm und lernen schnell.
    Im Freundeskreis meines Sohnes gab es im vergangenen Jahr einen Vorfall. Übeltäter war in unserem Fall ein Kind das strengstens über- bzw. bewacht wird. Konto eingerichtet, feste Zeiten,... und tja. Von dieser Sache war nichts auf dem Handy zu finden. Es ist raus gekommen weil mein Sohn und ein anderer Freund zu uns gekommen sind in dem Moment als sie es gesehen haben.
    Kontrolle ist gut und wichtig, keine Frage. Aber bei einem begleiteten Umgang mit Medien darf es nicht der einige Ansatz sein.

    Liebe Grüße

Zuviel Kontrolle bringt den Kids nur dazu, das sie sich mehrere Insta-Profile anlegen und gewisse Sachen sofort wieder löschen.....kenne ich von einer Freundin (bzw. inzw. ehem.Freundin) meiner Tochter, da ihre Mutter (wir sind seit Jahren befreundet)darauf bestand, das sie bei Insta und Musical.ly unbedingt von ihr abonniert sein musste, da wird selten und nur belangloses gepostet. Frag nicht, wie es auf den anderen Profil abgeht, zwecks Umgangssprache mit heftigen Kraftausdrücken.
Letztes Jahr ging das mit dem blauen Wal im Internet herum, davor wurde dann stets gewarnt, meine Tochter war empört darüber und zeigte es mir , dass es Teenager gibt, die wirklich blind und dumm darauf einsteigen oder es cool fanden. Warum man sowas macht. Ich erklärte ihr, das es Jugendliche sind, die darin Aufmerksamkeit suchen oder eine unzufriedene Kindheit haben oder im Mitläufermodus sind, um aus Dummheit zu denken, damit wäre man cool.

...aber ich denke mal, wenn sich eure Tochter zu Mutproben aufsticheln läßt, liegt das Problem woanders.....falscher Freundeskreis? Nicht selbstbewußt genug, um lieber als Mitläufer, dazu zugehören , als ein Außenseiter zu werden oder um auch dieselbe Aufmerksamkeit zu erlangen.

  • Wir sind ja nicht nur am kontrollieren, wir reden auch viel. Wir bekommen auch oft Dinge gezeigt und unsere Meinung wird gefragt. Na klar ist das ein Problem, ein Außenseiter wird sie niemals sein, denn die konnte auch oft nein sagen. Wie gesagt, die Trainer haben sofort reagiert, es wird einen Elternabend gegeben, Gespräche gab es heute und auch Sanktionen werden folgen. Zum Glück hatte meine Tochter den Geistesblitz, mit den Freunden uu sprechen. Sie haben sich dann den Lehrern, wie von mir empfohlen, gestellt und es wird ein Aufklärungsgespräch zum Thema Mutproben geben. Und klar, ein Zweitprofil wurde schon probiert, erfolglos und bisher nicht wieder. Wir sind auch nicht die einzigen Eltern, die so handeln im Bezug auf öffentliche Medien, von daher klappt das mit dem Austausch auch sehr gut. Wir waren wirklich davon überzeugt, dass unsere Tochter so etwas nie tun würde. Siw ist kein Engel, aber sehr aufgeklärt... dachten wir zumindest. Wir wurden eines Besseren belehrt.

    Guten Morgen, ich sehe es ähnlich wie du. Grundsätzlich finde ich diese Beschriebenen Situationen schlimm. Jedoch sind dies keine neuen Erscheinungen die durch „Medien“ erzeugt werden. Es gab dies schon immer und zu jeder Zeit, nur die Form der Kommunikation war eine andere. Heute Filmt man diese Dummheiten und stellt sie online, während früher es im Kreise der Clique blieb, bis die Eigene Mutter beim Einkaufen wiederum von einer Mutter einer Freundin angesprochen wurde und alles aufflog.

    Egal wie und wann, eine gesunde Kontrolle schadet nicht. Gleichgültigkeit wird oft mit „ich vertraue meinem Kind“ verwechselt.

    Meine zwei fahren heute mit dem Motorboot und ich habe Ihnen schon gesagt, das Schwimmweste oberste Pflicht ist. Ich werde mit Fernglas kontrollieren, sollten diese nicht getragen werden ist Feierabend und es gibt heiße Ohren.

    • Gewisse, gesunde Kontrolle wird immer von Eltern vorhanden sein, eine sogenanntes Verantwortungspflichtgefühl. Jeder kennt sein Kind am Besten, sei es im Vertrauen, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit oder Offenheit...
      Aber Eltern die stets Kontrollen machen, gewisse Sperren und Apps auf deren Handys verursachen, trauen es ihren Kind aus Gefühl schon gar nicht zu, den vernünftigen Umgang, haben aus Erfahrung schon kein Vertrauen zu ihren Kindern, warum würden sie sonst das alles veranstalten.Nach dem Motto: "ich kenne mein Früchtchen"

      Im Umgang mit dem Handy sind Kinder genauso unterschiedlich , wie mit den Umgang der Schule. Die einen sind pflichtbewußt, verantwortungsbewußt und reif dafür, andere scheitern ohne Eltern´s Kontrolle und andere arten durch zuviel unnötigen Kontrolldruck irgendwann aus.

      • Ich stimme dir zu. Ich werfe gerne einen Blick in das Handy meiner zwei. PIN und Apps zur Kontrolle finde ich seltsam. Wenn das bei mir jemanden machen würde - Ende der Fahnenstange

        • Du bist erwachsen, Deine Kinder nicht, finde den Fehler! Ich habe Euch ein Beispiel genannt. Wer jetzt noch sagt, Kontrollen sibd unnötig, der hat einfach keinen Bock. Ich kenne mein Kind und hätte dieses Verhalten niemals erwart. Soviel dazu... jeder kennt sein Kind am Besten.

          • (15) 19.08.18 - 17:19

            Ärger dich nicht über diese Dame, sie wollte auch eigentlich nur schreiben, dass die so viel Geld haben, dass die Kinder Motorboot fahren können.

            Und weil sie gerne aufmischt.

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