Berufswunsch - unterstützen oder lenken?

    • (1) 11.11.18 - 12:26

      Ich wünsch euch allen einen schönen Sonntag!

      Unsere Große Tochter (13) besucht aktuell die 3. Mittelschule (in D wäre es die 8. Klasse).
      Sie muss sich bereits im Januar definitiv entscheiden, welche Berufsrichtung sie einschlagen möchte, da sie sich dann in die entsprechende Oberschule einschreiben muss.

      Sie würde gerne einmal Hebamme werden, hierzu müsste sie eine medizinische Oberschule besuchen und anschliessend eine 3-jährige Ausbildung zur Hebamme machen.
      Soweit, so gut ... das Problem was ich hier sehe, sind die Arbeitsplätze.
      Wir leben in Südtirol, es gibt im Umkreis von 50 km nur 2 Krankenhäuser und nur eines davon verfügt noch über eine Geburtenstation, da in den letzten Jahren landesweit viele geschlossen wurden.
      Leider gibt es hier auch keine Nachsorge-Hebammen wie in Deutschland, es sei denn, man organisiert sich eine der freiberuflichen Hebammen und muss diese dann komplett aus eigener Tasche bezahlen.

      Mein Mann und ich haben natürlich bereits über die Zukunft unserer Tochter gesprochen, wir sehen sie stark als Grafikerin, dieser Beruf ist hier auch sehr gesucht ... zu dem könnte sie später auch freiberuflich von zuhause aus arbeiten, wenn sie z.B. dann Kinder hat.
      Wir betreiben ein Hotel, auch hier könnte sie sich mit diesem Beruf entfalten und ggf. später auch noch Marketing usw. dazunehmen.
      Sie wäre auch nicht abgeneigt davon, jedoch hängt ihr Herz an den Babys.

      Nun sind wir etwas in der Zwickmühle.
      Wir möchten nur das Beste für unsere Tochter, aber was ist das?
      Sie in ihrem Berufswunsch zu unterstützen, auch wenn sie damit vielleicht schlechte Arbeitschancen hier hat ... oder sie mehr in eine Aussichtsreichere Richtung lenken?

      Ich selbst wollte damals auch Hebamme werden, meine Eltern fanden eine andere Berufsrichtung besser, da ich dann in ihrem Betrieb hätte arbeiten können.
      Ich habe auf meine Eltern gehört und sicherlich wäre das auch gut für meine Zukunft gewesen. Ich habe mich dann jedoch in meinen Mann hier in Südtirol verliebt und hier gibt es kaum Berufe für mich als gelernte Schneiderin.
      Ich arbeite seither mit meinem Mann im Hotel und es gefällt mir auch sehr.
      Früher habe ich oft bereut, nicht meinem Herzen gefolgt zu sein, mittlerweile bin ich aber froh darum.

      Welchen Ratschlag habt ihr für uns?

      Vielen Dank bereits im voraus für eure Hilfe.

      Liebe Grüsse,
      janinechen

      • (2) 11.11.18 - 12:51

        Es geht auch darum, was sie kann. Wo sind ihre Stärken?

        Ich kenne ehemalige Schüler, die gemacht haben, was ihre Eltern sagten.

        1. sie sind nicht glücklich
        2. sie neigen zum Burn Out. Das, was sie tun, müssen sie sich doppelt und dreifach erarbeiten. Ihre Stärken sind woanders.
        3. die ach so gesuchten Berufe von damals, gibt es heute kaum noch.

        Beispiel BWL oder Informatik. Zu meiner Zeit hieß es oft: studiere BWL oder Informatik, dann hast du ausgesorgt für dein Leben!

        Nun, ca. 10-20 Jahre später:
        es gibt sooooooooooooooo viele, die das studiert haben. Sehr viel mehr, als es Plätze gibt. Wer wirklich in der Informatikbranche arbeitet, braucht Leidenschaft, Stärken, Motivation, Interesse. Ständige Weiterbildungen.

        Die, die es mit Interesse und Leidenschaft gelernt haben, halten sich in dem Beruf. Auch zu anderen Arbeitsbedingungen, als sie früher dachten.

        Wer nichts mit Zahlen machen wollte, macht auch heute etwas anderes. Ok, das BWL Studium ist gute Voraussetzung, um einen 450 € Büro Job zu bekommen. Diese sind sehr gefragt, deswegen können die Anforderungen so hoch gesetzt werden. Aber wer sich wirklich in der Branche halten möchte, braucht oft noch mehr. Zusätzliche Studiengänge, Zweitsprachen oder anderes.


        So ähnlich könnte es auch mit den von euch gewählten Berufen sein.

        Einige Freunde von mir studieren mit 40+ zum zweiten Mal oder machen eine Ausbildung zusätzlich.
        Die einst goldenen Zeiten in ihrem gelernten Beruf sind vorbei. Es reicht kaum, um sich selbst zu ernähren. Deswegen studieren sie noch mal oder machen eine andere Ausbildung dazu.

        Wenn es passt, als Weiterbildung. Wenn es nicht passt, dann in einem völlig fremden Beruf. Dort, wo sie lange Zeit als Quereinsteiger gejobbt haben. Sei es aus Leidenschaft oder deswegen, weil sie in ihrem studierten/gelernten Beruf gar nicht untergekommen sind. Guter Verdienst, sehr gesucht. Genommen wurden aber nicht alle, weil es plötzlich mehr gab, als gesucht wurde.

        Dafür werden jetzt andere gesucht.

        Ich arbeite jetzt in einem Bereich, in dem es zu meiner Ausbildungszeit keine Chance gab. Überlaufen, kein Bedarf etc. Jetzt wird händeringend danach gesucht, weil die wenigen, die es noch können, in Rente gegangen sind.



        Wer weiß wie es bei deiner Tochter in 10-20-50 Jahren ist.
        Wer weiß, vielleicht ist Hebamme grade dann gefragt!
        Jetzt wird abgebaut, kaum Chancen etc. Wenn sie sich gut macht, kann sie später vielleicht eine der wenigen sein, die ein fast ausgestorbenes Handwerk noch kann. ;-)


        Als Grafiker würde sie hier in der Region nichts verdienen. Das ist eher Hobby nebenbei.
        Es sei denn man ist wirklich Hardcore in dem Beruf, bereit zu mehr Stunden als der Tag hat und mehr als nur Profi. Dann kann es sich lohnen. Sofern man keine Freizeit braucht.


        Welche Entwicklungschancen hat sie mit Hebamme?
        Weiter zur Kinderkrankenschwester? Zusätzlich Arzthelferin, die dann bei einem Frauenarzt arbeitet?

        Wenn ihr der Bereich Spaß macht und sie wirklich gut damit kann, ihr das so richtig liegt, würde ich sie dazu unterstützen. Aufbauende Ausbildungen kann sie zusätzlich machen, wo sie ihr Wissen einbringen kann.


        Bsp. von den ca. 20 (oder mehr) BWL Studenten meines Jahrgangs, arbeiten heute vielleicht 2-3 in dem Bereich. Die anderen sind woanders quereingestiegen, haben das Studienfach gewechselt oder bringen ihre Erfahrungen in kombinierten Berufszweigen ein.;-)


        Was bringt die beste Schule, wenn ein Kind durch nicht Interesse im 3-5er Bereich liegt?
        Dort wo ich mich nicht wohl fühle, bringe ich keine Leistung. Ich blockiere dann total. Dort wo es mir gut geht, blühe ich auf und bringe Höchstleistungen.

        Ok, Hebamme wäre so gar nicht passend zu mir. Für eine Freundin ist es fast perfekt. Perfekt ist ihr Beruf, der ähnlich ist.

        • "Bsp. von den ca. 20 (oder mehr) BWL Studenten meines Jahrgangs, arbeiten heute vielleicht 2-3 in dem Bereich. Die anderen sind woanders quereingestiegen, haben das Studienfach gewechselt oder bringen ihre Erfahrungen in kombinierten"

          Hi, darf ich dich Mal fragen ob du echt zu allen 20 noch Kontakt hast aus deinem Jahrgang? Ich kann mir das immer nicht vorstellen, so Antworten kommen öfter um etwas zu untermauern. Ich find es ja super wenn man noch Kontakt hat zu seinen ehemaligen, ich weiß persönlich nur von einer was sie so macht.

          Mona

          • Es gibt so alle 1-3 Jahre ein Treffen zu denen die meisten gekommen sind. Das ist durchaus interessant.

            Zwischendurch haben wir kaum/wenig/keinen Kontakt. Zu diesen Treffen ein paar intensive Stunden.
            Und weil wir sonst wenig Gesprächsthemen haben, ist der berufliche Werdegang das Interessanteste.
            Kinder fängt bei den meisten erst an, daher ist das Thema auch raus. #winke

        (5) 11.11.18 - 13:35

        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, deine Ratschläge und den Blick auf eine andere Sichtweise. ❤

        Bei uns in der Region gibt es wahnsinnig viele Hotels. Hier braucht man einen Grafiker ständig (für das Hotelprospekt, Visitenkarten, Broschüren,...) - meine Tochter könnte sich auch durchaus diesen Beruf vorstellen. Sie ist sehr kreativ und fotografiert zu dem sehr gerne (macht wirklich super Bilder).
        Fotografin möchte sie Hauptberuflich aber nicht werden, jedoch könnte sie das ja mit dem Grafischen kombinieren. 🤷‍♀️

        Mein Bruder hat damals IT-Kaufmann gelernt, er hatte daran schon immer Interesse und der Beruf war zu dieser Zeit (vor 20 Jahren) auch noch sehr gefragt ... kaum hatte er ausgelernt, gab es allerdings duzende davon.
        Mittlerweile betreibt er mit 2 Partnern ein Haustürengeschäft und geht drin völlig auf.
        Seine Erfahrung im IT-Bereich kann er da allerdings auch sehr gut einsetzten. 😉

        Unsere Tochter könnte sich auch sehr gut vorstellen, bei uns an der Rezeption zu arbeiten, jedoch habe ich dabei bedenken, ob sie darin wirklich aufgehen kann.
        Sie ist sehr schüchtern und schafft es meist kaum einem Fremden "Hallo" zu sagen.
        Unserer Meinung nach, braucht sie dazu auch keine spezielle Oberschule besuchen, da sie das alles ja direkt von uns lernen kann ... ist jetzt nicht so kompliziert.

        Ihre Stärken sind:
        - kann wirklich gut mit Babys und Kindern
        - sehr kreativ
        - geduldig
        - ruhig in ihrer Art und Weise zu sprechen
        - höflich
        - Ist gut in Kunst, Handwerken, Kochen und Co.

        Ihre "Schwächen" sind:
        - schüchtern
        - etwas lernauf (lernt meist erst auf den letzten Drücker auf Tests und ist nicht so zuverlässig in den Hausaufgaben)
        - ist kein Ass in Mathe und Co.

        Also im Bankwesen oder ähnlichem sehe ich sie absolut nicht, sowas mag sie aber auch überhaupt nicht machen.

        Was ihr gefallen würde:
        Hebamme, Säuglingsschwester, (Kindergärtnerin), Grafikerin, Friseurin,...

        • (6) 11.11.18 - 13:44

          Könnte sie evtl. Praktika machen?

          Eine Chance im Berufsalltag etwas auszuprobieren?

          Ich weiß, die Zeit drängt bei euch, aber vielleicht geht doch noch ein bisschen etwas?

          Mir haben div. Praktika geholfen um herauszufinden, was ich NICHT will. Was mir gut tut, erfuhr ich dann zwar später. Trotzdem hat es mir durchaus geholfen.

          Könnte sie mit der medizinischen Schule trotzdem Grafikerin werden?
          Ohne medizinische Schule Hebamme, stelle ich mir schwieriger vor. Dazu kenne ich mich mit euren Schulformen jedoch nicht aus, daher frage ich.

        • (7) 11.11.18 - 13:45

          Hi.
          Als Hebamme arbeitet sie aber vorrangig mit den werdenden Müttern und nur sehr kurz mit dem Säugling in der Nachsorge.
          Dann dich eher Kinderkrankenschwester....

          Und ich würde mich jetzt auch nicht darauf versteifen, dass sie immer in eurer Nähe bleibt und ins Hotelgewerbe einsteigt.

          Sie schließlich Deutschland/Europa-weit arbeiten oder sich verlieben. ... wenn es am Ende alles nicht läuft, kann sie immer noch in eurer Rezeption sitzen. ... lass sie doch ihren Wunschberuf lernen.

          Mir hat man das damals ausgeredet und heute werden Lehrer dringend gesucht. ...

          Gruß Ilka,
          die auch 250 km weg gezogen ist; der Arbeit hinterher....

          Hallo!

          Ich sehe es schon so, dass man möglichst seinen Beruf nach Wunsch-Beschäftigung, aber auch mit einer Dosis Realismus, was Vererinbarkeit mit Familie, Flexibilität, Mobilität und tatsächlich Einkommen ausgesucht weren sollte.
          Hier ist es so, dass eirnseits Säuglingsstationen dicht machen, weil das Personal fehlt (schlechte Bezahlung / fehlende Stallen), anderseits für die freiberuflichen Hebammen eine Haftpflichtversicherung abverlangt wird, die sie im Leben nicht erwirtschaften können. - Also eher unattraktiv! Auch wenn süße Babsies wirklich ganz toll sind!

          Grafik ist jetzt auch nciht so der Burner, wenn es nciht Medeingestlötung heißt oder so.

          Da Deine Tochter sagt, sie würde gerne mit Kinder arbeiten, vilelleihct muss es ja nciht Hebamme sein ... Kindergärtnerin (hier heißt es Erzieherin und ich glaube es ist mittlerweile ein Studium), Kinderpflege, Kinderkrankenschwester liegen jatzt nciht meilenweit voneneinder entfernt. Ich würde mal einen Beratzungstermin beim Arbeitsamt (Jobcenter) machen udn mal alle "sozialen Berufe mit Kindern" anschauen und die Chancen udn Einschränkungen anschauen udn dann entscheiden wollen.
          Grafik liegt meiner Menung nach meilenweit davon entfernt.

          LG, I.

          (9) 16.11.18 - 08:13

          Hallo,
          deine Tochter hat doch den perfekten Luxus. Euer Geschäft ist ja immer da, als Sicherheitsnetz. Wenn ihr Traum nicht klappt, was kann schlimmstens passieren?
          Sie arbeitet bei Euch!

          Wenn dies nicht wäre, würde ich ihr auch eher von einem seltenen Beruf wie Hebamme abraten, aber ich verstehe Euer Schulsystem nicht wirklich. Sie legt sich doch nur auf einen medizinischen Beruf (z.B. auch Krankenschwester und Arzthelferin) und nicht direkt schon auf den Beruf Hebamme.
          In Deutschland ist es so, da gibt es viele Hebammen, die die vor und nachbetreuung machen, aber bei der Geburt im Krankenhaus gar nicht dabei sind.
          Sowas ließe sich ja auch später noch mit einer Teilzeitarbeit in ihrerem Geschäft verbinden.
          Heutzutag muß man halt flexibel sein.

          Liebe Grüße:-)
          Martina

    (10) 11.11.18 - 19:25

    Hallo, wer weiß, ob sie im Umkreis von 50 km von euch leben möchte? Vielleicht zieht es sie in ein anderes Land oder auch nur eine völlig andere Region!
    Das mit eurem Hotel würde ich völlig außen vor lassen, das hat nichts mit ihr und ihrer Berufswahl zutun.
    Weiß eure Tochter Bescheid über Arbeitszeiten, Schichtdienst, regelmäßigen Überstunden, Schicksalsschlägen, mit denen sie umgehen lernen wird, wenig Gehalt, hohe Verantwortung als Hebamme? "Die Babys" sind etwas sehr mau für eine Berufsvorstellung, auch wenn sie erst 13 ist. Ich denke, sie sollte sich etwas intensiver informieren über ihren "Wunsch"beruf - und über 3-4 weitere.
    VG

    (11) 11.11.18 - 20:47

    Hallo!
    In Italien muss sich kein Mensch nach der 8. entscheiden, das ist das Tolle an dem System!
    Wie waere es mit Liceo Scientifico? Danach kann sie dann entscheiden, was Sie studiert, eignet sich fuer jede Fakultaet.
    Mach dir da keine Sorgen, ihr koennt das ganze in 5 Jahren besprechen.
    LG

    Okay, in Südtirol kenne ich mich jetzt nicht so aus....

    Ich denke, ihr solltet sie unterstützen. Nur wenn sie irgendwann mal Hebamme gelernt hat, heißt das ja nicht, dass es dabei bleibt. Sie wird sich weiter verändern, wenn es keine Möglichkeit der Beschäftigung gibt. Ich denke, dass sollte ihr klar sein...

    Wenn ich so an mich denke: Ich bin gelernte Bauschlosserin und arbeite jetzt an einer Grundschule. Da habe ich zwischendurch viel gemacht und das war auch gut so, ich wäre jetzt sicherlich ein anderer Mensch, wenn ich nathlos zur Grundschule gegangen wäre...

    Also von mir gibt es ein Votum für : unterstützen !

    Sprecht mit ihr über den Arbeitsmarkt der Hebammen. Dass sie sich im Klaren sein muss, dass sie dafür evtl ihre Heimat verlassen muss, weiträumiger suchen. Aber: Lasst ihr ihre Entscheidung. Sie kann sich ja irgendwann auch nochmal neu orientieren, wenn sie merkt, dass das doch nicht das Richtige ist.
    Zu irgendetwas zwingen würde ich sie nicht.

    Ich wollte unbedingt Mediengestalterin werden. Als ich mit der Schule fertig war, sehr überrannt. Mir war es - ehrlich gesagt - total egal, ob ich wegziehen muss usw - ich wollte das gerne machen.
    Meine Eltern haben mich IMMER unterstützt, egal, was sie sich vielleicht irgendwann mal für mich ausgemalt haben. Ich bin meinen Weg gegangen, habe meine Stärken und Schwächen allein herausgefunden und mich so weiter orientiert. Meine Eltern sind Stolz auf alles, was ich so allein erreicht habe.

    (14) 12.11.18 - 15:20

    Also nach langem überlegen bzgl. Deiner Frage würde ich meinem Kind den Rat geben nach dem Herzen zu folgen.
    Es ist ja kein ganz absurder Berufswunsch und nicht das Optimum für Euch Eltern, das kann ich schon verstehen. Ich würde auch zu einem Praktikum raten und alle Fakten genau zusammen erläutern. Würde mich persönlich aber nicht gegen einen eigenen Berufswunsch stellen. Berufliche Zufriedenheit (selbst wenn man so jung das nicht so sehr abschätzen kann) ist der Motor für Erfolg und Zufriedenheit. Unsere Kinder kommen in ein alter in dem sie selbst Verantwortung mit übernehmen müssen und und auch können sollten. Auch wenn wir "alten" andere Vorstellungen haben. Es gibt ja auch viele Wege im Leben und eine Berufsausbildung ist nichts endgültiges. Ein arbeiten im Hotel bei Euch ist ja deshalb nicht per se ausgeschlossen. Eine Ausbildung außerhalb Eurer Kontakte etc. lässt Sie reifen. Ich persönlich wäre froh wenn mein Sohn mit 14 Jahren bereits konkrete Vorstellungen hätte. Aber er hat keine ...
    Viele Erfolg bei der gemeinsamen Meinungsbildung

    Gruß Cayenne

    Wenn ihr Herz so an den Kindern hängt dann lass sie doch in die Richtung gehen.
    Sie könnte ja statt Hebamme auch Kinderkrankenschwester werden und auf einer entsprechenden Station arbeiten später.
    Oder eben als freiberufliche Hebamme. Denn die werden bei euch doch sicher auch gebraucht. Hier machen auch immer mehr Kliniken die Geburtenabteilungen zu. Aber die die bleiben sind dann um so größer.
    Die Klinik wo ich vor 12 und 9 Jahren entbunden hab hatte damals gute 1000 Geburten im Jahr. Jetzt sind es um die 2000. Entsprechend wurden die Kreissäle ausgebaut, die Stationen ausgebaut und auch mehr Personal eingestellt.

    (16) 13.11.18 - 00:46

    Vielleicht entscheidet sie sich auch, nach der Ausbildung weg zu ziehen, so dass sie als Hebamme arbeiten kann?
    Oder sie wird Kinderkrankenschwester oder Erzieherin?

    Insgesamt finde ich es noch viel zu früh für die "Kinder", sich in dem Alter beruflich schon festlegen zu müssen.
    Ich wußte sogar mit 18 noch nicht, was ich werden wollte.

    (17) 13.11.18 - 23:10

    Ich denke, sie sollte ihrem Herzen folgen. Als Hebamme kann sie sich ja später auch noch weiterbilden. Kann alle möglichen Kurse anbieten, wer weiß wie viel Geld später in sowas gesteckt wird, momentan ist doch Familienpolitik auf dem Vormarsch. Diese Kurse könnte sie z.B. auch in Räumlichkeiten eures Hotels halten, wenn es darum geht, dort einen Bogen zu schlagen.

    Auf der anderen Seite, wenn sie Kinder liebt, will sie sicher auch selbst welche. Ich als Mutter bin mittlerweile überrascht darüber, wie wenig Gedanken man sich als junger Mensch über Vereinbarkeit zwischen Familie und dem ausgewählten Beruf macht. So schulen zum Beispiel viele Krankenschwestern um, wenn sie Mutter geworden sind.

    Ich weiß nicht, wie das bei Hebammen im Allgemeinen ist, aber gerade die guten Hebammen, die wir so dringend brauchen, also für mich sind das die Beleghebammen und Hausgeburtshebammen, die haben zu 95% keine Kinder, weil das mit dem Job nicht vereinbar ist, also mit der 24h Rufbereitschaft. Meine eigene Hebamme sagte zu mir, der Antrieb für ihren Beruf liegt eher darin, dass sie gerne Menschen (in dem Fall Frauen) etwas Gutes tut. Dein Kontakt zu Babys ist als Hebamme ja doch recht begrenzt. Vor allem hast du mit der Mutter zu tun. Insbesondere in der Vorsorge und während der Geburt; wenn du sagst, Nachsorge gibt es bei euch gar nicht so recht. Vielleicht sollte sie sich mit den verschiedenen Berufen nochmal eingehend befassen, es käme ja auch Kindergärtnerin infrage, wenn sie Kinder so mag, oder eben doch Grafikerin, wenn sie später mit eigenen Kindern im Homeoffice arbeiten möchte.

    (18) 14.11.18 - 06:21

    Ich bin auch der Meinung, man sollte den favorisierten Wunsch unterstützen und nicht lenken. Zu meiner Zeit, vor 15 Jahren, war es so, das allen Jugendlichen eingeredet wurde, das es kaum Ausbildungsplätze gibt, man aber unbedingt einen braucht und das am besten im Büro. Ich hab mich damit so unwohl gefühlt, ich wollte mit Kindern arbeiten. Aber der Druck meiner Mutter war gigantisch! So hat sie zeitgleich meinen Bruder und mich auf die selben Plätze gedrängt, wir wären bei vielen eignungstests und sind beide immer bei der ersten Runde rausgeflogen. Das Ende vom lied: bei beiden zwei bis drei abgebrochene Ausbildungen, weil sie uns zu irgendwas gedrängt hat.
    Ich habe später dann endlich im sozialen Bereich angefangen und bin mega glücklich damit, mein Bruder hat es ebenso bis zu seinem Tode im compurerbereich gemacht und war endlich zufrieden.
    Man ist viel motivierter und hat einfach Spaß, es ist toll, wenn man in seinem wunschbereich tätig sein kann und man bleibt auch viel eher dabei.
    Mein Mann z.b. ist Maler. Er hätte damals auch weiter zur Schule gehen können, hatte aber keine Lust. Er wollte arbeiten. Seine Eltern haben ihn unterstützt und standen hinter seiner Entscheidung. Er ist mit 16 in die Lehre gegangen und seine Leistungen waren super. Er ist jetzt 30, hat nur für die Zeit der Bundeswehr im Job pausiert und arbeitet noch heute in der Firma, wo er ausgebildet wurde. Er ist einer der besten in der Firma und wird dementsprechend so auch bezahlt und von seinen Chefs behandelt. Er ist glücklich und ausgeglichen und hat eine gesunde Haltung zu sich selbst. Mir hingegen fehlt grade letzteres, denn ich hab ja das Gefühl eingetrichtert bekommen, mein Wunschberuf wäre unnütz und Mist, nach dem Motto, das ist kein vollwertiger Beruf, nichts, auf das man stolz sein kann. Kein tolles Gefühl, auchwenn Ic weiß, das dieses denken bullshit ist, es sitzt tief.
    Unterstützt eure Tochter lieber in ihrem Bestreben! Sie muss nicht supergut verdienen, um glücklich zu sein. Geld alleine macht niemanden glücklich. Die Arbeit muss Spaß machen!

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