Tochter, 12 Jahre alt, wurde in der Schule gemobbt, Schulwechsel,jetzt Mobberin im gleichen Sportverein

    • (1) 10.01.19 - 23:11

      Hallo,
      meine Tochter wurde in ihrer alten Schule von einigen Klassenkameradinnen gemobbt. Die Anführerin, ein süßes Mädchen, war von weitem betrachtet, nett zu meiner Tochter, blockierte sie aber in den Klassen whatsapp Gruppen ("hab ich nicht gemacht, mein Handy macht das, sogar mein Vater war schon blockiert, würde dich doch nie blockieren"), sie schloss sie bei Gruppenarbeiten aus, aber immer so, dass es aussah, als hätte sie nichts damit zu tun. Es sind viele Dinge passiert. Nachdem meine Tochter (12 Jahre alt) immer stiller und trauriger wurde und Ende der Sommerferien davon sprach, dass es vielleicht besser wäre, sie wäre nicht da, da die Mädchen sie nicht mögen und wir uns immer Sorgen um sie machen würden, reagierten wir sehr schnell... 4 Wochen nach Schulbeginn wechselte sie an eine andere Schule. Das war absolut der richtige Schritt. Sie versteht sich sehr gut mit den anderen Mädchen und ist wieder fast wie vorher.
      In der ganzen Zeit war der Turnverein ihr fester Anker, an dem sie sich immer angenommen und anerkannt fühlte. Und nun ist genau dieses Mobber Mädchen in ihre Turngruppe gekommen. Unsere Tochter hat Angst, dass das gleiche wieder passiert. In der Schule war sie beliebt, war Klassensprecherin bis die Sticheleien von dem Mädchen losgingen. Unsere Tochter möchte jetzt den Turnverein verlassen, der ihr so viel Freude machte. Den Verein wechseln, ist nicht so einfach. Sie ist in einer Leistungsgruppe, vergleichbares gibt es nicht bei uns.
      Wozu würdet ihr raten? Soll sie aus dem Turnverein austreten oder drinbleiben? Meine Befürchtung ist, dass sie etwas ihr Wichtiges aufgibt, wegen diesem Mädchen. Andererseits war sie gerade innerlich etwas gefestigter und gewinnt langsam ihr Selbstvertrauen zurück.

      • (2) 10.01.19 - 23:31

        Erstmal würde ich sie definitiv NICHT aus dem Verein nehmen! Ich würde mit den Eltern sprechen und ihnen sehr deutlich nahelegen, dass sie das mit ihrer Tochter zu klären haben. Wenn das nicht fruchtet, oder du auf taube Ohren stößt, würde ich es innerhalb des Vereins kommunizieren bzw mit dem Trainer! Auf gar keinen Fall würde ich mich bzw mein Kind dort auch noch „vertreiben“ lassen. Vorher würde ich aber auf die Barrikaden gehen! Für Mobbing sollte es keinen Raum geben!

        Hallo,

        Sie soll auf keinen Fall aus dem Verein austreten. Sie kann ruhig lernen, dass man nicht immer gleich abhaut, wenn Probleme auftreten.

        Will sie später alle paar Monate den Job wechseln, wenn es da Probleme gibt?

        • Nein, natürlich nicht, aber sie ist 12 und das ganze ist 3 Monate her und dauerte über 2 Jahre. Im Moment ist es wichtig, dass sie zur Ruhe kommt. Wir haben auch professionelle Hilfe, damit sie wieder Selbstvertrauen aufbauen kann.

          • Dann würde ich am ehesten versuchen mir bei der professionellen hilfe auch diesbezüglich rat zu holen. Die kann das vielleicht besser einschätzen.

            Vom bauchgefühl heraus würde ich auch sagen diesmal nicht vertreiben lassen! Das letzte wort sollte deine tochter haben. Ob sie kämpfen will oder nicht.

            Es könnte auch sein dass das ganze in der turngruppe eine andere Dynamik bekommt als damals in der schule. Ich kenn mich jetzt nicht super aus, aber ich habe gelesen dass mobber ja oft im gegenteil die aufmerksamkeit des gemobbten erreichen wollen. Ich weiss es klingt für dich verrückt, aber vielleicht sucht sie ja gerade die freundschaft mit deinem kind?? Rausgelöst vom alten klassenverband könnte sich so eine andere beziehung zwischen den beiden entwickeln?

            Hallo,

            dann ist es umso wichtiger das sie dem Mädchen die Stirn bietet....DAS baut das Selbstbewusstsein auf. Kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen.

            LG Sonja

          • Trotzdem würde ich das zum Anlass nehmen, sie an dieser Herausforderung wachsen zu lassen. Sie ist seit Jahren dort und die andere ist neu. Muss sich also erstmal in die "Herde" einfügen.

            Das würde ihrem Selbstwertgefühl einen riesen Push geben. Als Kompromiss würde ich mich darauf einlassen, dass sie erstmal hingeht und schaut, wie sich das Madel benimmt.

            (8) 12.01.19 - 08:07

            Dann würde ich diese Sache dem Therapeuten vortragen und auf seinen Rat hören, anstatt im
            Forum auf Menschen, die sie Situation nicht kennen

        Ernsthaft? Wir reden hier von einer zwölfjährigen! Sie wird gemobbt!
        Sowas endet immer wieder in Selbstverletzung und sogar im Selbstmord.
        Übrigens auch bei Erwachsenen!

        Es ist schon ein enormer Unterschied ob jemand nur geärgert oder gemobbt wird.

        Als Erwachsener kann man da durchaus den Job wechseln oder aber sich einen Anwalt nehmen und den Mobber anzeigen. Bei Kindern sieht das noch eine wenig anders aus.

        "Sie kann ruhig lernen dass man nicht immer abhaut wenn Probleme auftreten."

        Man hat nur dieses eine Leben. Klar kann das Mädchen sich nun hinstellen und alles ertragen, oder aber sie "haut ab" so wie beim Schulwechsel und geht mit normalen Kindern zur schule und nicht mit solchen Arxxxlochkindern die anderen das Leben zur Hölle machen.
        Wie du siehst geht sie ja jetzt gern wieder zur 🏫.
        Was den Verein angeht würde ich mit dem Trainer reden.

        • Die te schrieb, dass das Mädel sie zb bei WhatsApp geblockt hat....

          Es gibt überall alochkinder. Sie kann nicht ständig vor Problemen wegrennen und 12 ist auch keine 5 mehr. Wenn muddi das Kind aber sofort aus der Situation rausholt, dann kann es nicht lernen, sich zu behaupten. Jeder eckt mal an und wird ausgeschlossen, da muss man drüber stehen.

          Ich spreche aus Erfahrung. In meiner Kindheit wurde ich extrem gemobbt, aber damals waren die Kinder noch nicht aus Zuckerwatte...

          • Ich kenn auch Mobbing! Und ich bleibe dabei, sie ist nicht schön zwölf sondern erst zwölf! So manch Erwachsener leidet ohne Hilfe unter Mobbing und bräuchte Hilfe, da muss man nicht durch!
            Ich denke da war noch mehr als nur das mit der WhatsApp Gruppe weswegen das Mädel die Schule gewechselt hat.
            Ich kenne Kinder die gemobbt wurden und es endete in Schulangst, schlechten Noten, Aggressionen......

            Erwachsene holen sich nen Anwalt wenn sie gemobbt werden und da nicht ohne Hilfe rauskommen. Wir Eltern sind die Anwälte unserer Kinder in diesen Fällen und müssen sie vertreten!

          Das war nicht mal anecken und ausgeschlossenwerden. Sie war über 2 Jahre in der Klasse. Hier ein Auszug des Briefes an den neuen Schulleiter, mit der Bitte um Aufnahme in das neue Gymnasium:
          Der Grund für den Schulwechsel ist das Mobbing, dem unsere Tochter seit der 5. Klasse ausgesetzt ist. Sie ist im .....Gymnasium.In ihrer jetzigen Klasse überwiegt der Anteil der Jungen. Es gibt nur zehn Mädchen und unsere Tochter wurde von der sehr kohärenten Mädchengruppe mehr und mehr ausgegrenzt. Sie wird bei Gruppenarbeiten von den anderen ausgeschlossen, im Krankheitsfall erhält sie nicht bzw. unvollständig die Arbeitsmaterialien, wenn sie sich bei freier Platzwahl irgendwo hinsetzt, stehen die anderen Mädchen auf, in der Pause wird sie ausgegrenzt, es werden in ihrer Anwesenheit verletzende Bemerkungen gemacht, in WhatsApp Gruppen wird sie blockiert.

          Bereits vor einem Jahr haben wir das Gespräch mit A. Klassenlehrern gesucht. Beide kündigten an, sich um die Angelegenheit zu kümmern und ihrerseits mit unserer Tochter zu sprechen. Ein solches Gespräch fand aber niemals statt. Als sich die Situation im Frühjahr 2018 verschärfte, nahmen wir noch einmal (diesmal per E-Mail) Kontakt zu ihrem Klassenlehrer auf. Er versprach wiederrum aktiv zu werden, trug aber leider zur Verschlimmerung bei, da er - in Abwesenheit unserer Tochter – zwar mit der gesamten Klasse über sie sprach, aber A. weder im Vorfeld noch danach über das Gespräch informierte.

          Über diesen Vorgang setzte der Elternbeirat unserer Klasse auch die Schulleiterin in Kenntnis.

          Wir nahmen nun unsererseits Kontakt zu der Schulsozialarbeiterin des ...Gymnasiums auf. Diese führte zwei Gespräche mit A., und dachte mit ihr über das weitere Vorgehen nach. Dabei blieb es. Sie sprach wohl auch mit ein oder zwei Mädchen, aber das ganze verlief im Sand. In ihrer letzten Email vom 29.06.2018 kündigte sie an, die Gespräche demnächst wieder aufzunehmen. Seither hat A. nichts mehr von ihr gehört.

          Uns ist bewusst, dass Eltern die Klärung von Konflikten ihrer Kinder im schulischen Rahmen der Schule übertragen sollen. Dies taten wir vertrauensvoll und kommunizierten unserer Tochter, dass die Schule sich kümmert. Leider ist dies nicht passiert.

          Mittlerweile sind wir sehr besorgt um unsere Tochter. Sie wurde immer stiller, zog sich mehr und mehr zurück, weint vermehrt. Sie hat Schlafstörungen und Angst vor der Schule, das heißt sie geht mit Bauchschmerzen in die Schule und ruft öfters an, dass sie krank ist und nach Hause möchte. In den Sommerferien waren die Bauchschmerzen weg, eine Woche vor Schulbeginn wurde sie immer unruhiger, trauriger, die Schlafstörungen begannen wieder. Auch im neuen Schuljahr setzte sich die ausgrenzende Situation fort.

          Also bitte, sag nicht, dass sie einfach wegläuft

          • Das ist ja eine ganz andere Kiste als dein erster Beitrag. Leider hab ich keine Kristallkugel und kann wissen, was wirklich vorgefallen ist.

            Trotzdem würde ich erstmal abwarten, ob dieses Mädel weitermacht. Ich würde mir mein liebstes Hobby erstmal nicht nehmen lassen. Sonst hat das andere Mädel ja schon wieder gewonnen und hat das, was sie will. Rausnehmen könnt ihr eure Tochter immer noch, wenn was vorfällt.

            Nein ist ist es nicht. Sie schrieb ganz klar, das Mädchen wurde gemobbt und hatte in der Folge Selbstmordgedanken ("...immer stiller und trauriger wurde und Ende der Sommerferien davon sprach, dass es vielleicht besser wäre, sie wäre nicht da..."). Und alle anderen haben es ja auch verstanden.

    (21) 12.01.19 - 11:18

    Sehe ich auch so. Es ist völlig legitim - und sogar wichtig - sich als Eltern klar zu positionieren und dem Kind, was sie mit 12 ist, unter die Arme zu greifen. In welcher Form (Gespräch mit Trainer, Abmelden aus dem Verein, Freundinnen zur Unterstützung zusammenrufen...) das dann ist, muss individuell geguckt werden.
    "Da muss sie durch!" oder "Sie kann nicht immer weglaufen, wenn es mal schwierig wird" - fehl am Platz. Durch MOBBING muss niemand durch!

    • Die Frage ist, ob es wirklich Mobbing ist. Es gibt viele Menschen, die total überempfindlich sind und kleinere Auseinandersetzungen als Mobbing empfinden. Eben weil sie ständig von den Eltern „überbehütet“ wurden. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung und Meinung. Du kannst gern eine andere haben.

      • "Die Frage ist, ob es wirklich Mobbing ist"

        Nein, das ist nicht die Frage.
        Die TE schrieb Mobbing, warum sollte man das nun anzweifeln? Entscheidest du im Fall der TE, wo "Zicken-Überempfindlichkeit-Zuckwerwattenmama" aufhört und Mobbing anfängt?
        Warst du dabei?

        • Öhmmm, warst du denn dabei?

          • Öhmmm...
            ich maße mir zumindest nicht an, der TE zu unterstellen, sie würde maßlos übertreiben und sie oder ihre Tochter wären "nur ein bisschen überempfindlich". Es ging eben NICHT um die Frage, ob es Mobbing ist, da verkennst du leider etwas. Sie schrieb MOBBING - fertig - und da liegt es nicht an dir, zu beurteilen, ob das übertrieben ist oder stimmt ;-).

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