Jugendliche Mobilität wenn man auf dem Lande wohnt

    • (1) 25.05.19 - 13:05

      Liebe Forengemeinde,

      wir wohnen auf dem Land sag ich mal mit recht wenig Nahverkehrsstruktur (Bus fährt im Durchschnitt alle zwei Stunden, außer morgens und abends da etwas häufiger, Schulbusse sind aber vorhanden, Wochenende weniger Taktung)

      Mein Großer fuhr bis ungefähr bis zum Ende der neunten Klasse mit Schulbus. Problem häufig war entweder das die Schulbusse übervoll waren, keiner nachkam oder verspätet). Das hat die Schule leider auch nicht so richtig in Griff bekommen. Deswegen mit genau 15 Jahren Umstieg aufs Mofa. Bei schlechten Wetter meistens Bus fahren. Hinbringen zur Schule oder Abholen eher ein Ausnahmefall von uns. Da mussten wir aber halt durch.


      In der Ausbildung fuhr mein Großer mit dem Mofa zur Arbeit bis er 17 Jahre alt war, da stieg er auf 125ccm Maschine um. Autoführerschein hat beim Großen irre lange gedauert, weil er teilweise Arbeitzeiten bis 20 Uhr hatte, die immer kurzfristig angesetzt wurden. Aber dann hatte er ihn endlich und war so froh drüber. Den hatte er kurz vor dem 19. Geburtstag. Übrigens war begleitetes Fahren keine Option für uns. Wir wussten auch nie genau wann unser Großer nach Hause von der Arbeit kam. Mein Mann arbeitete Schichten mit Wochenenden und ich bis teilweise Nachmittags und hatte viele Therapietermine mit dem Jüngsten. Und der Große hatte auch keine Lust dazu mit Mama oder Papa zu fahren. Dann muss man eben damit leben dann noch kein Auto zu fahren.

      Meine Schwägerin fand es übrigens gar nicht gut, dass unser Großer Mofa und später 125ccm gefahren war. Da sagte ich, meine Kind wäre alt genug und auch verantwortungsvoll und ich sehe nicht ein ihn jeden Tag zur Schule/Arbeit und zurück zu fahren (mit Ausnahmen, wenn hoch Schnee lag, da waren vielleicht mal in der ganzen Ausbildungszeit drei oder vier Tage und zur Berufschule gab ich Fahrgeld für den Bus mit). Hier auf dem Lande muss man eben halt mobil sein auch Jugendlicher.
      Klar einige werden wohl auch sagen hier, selber schuld wenn man auf dem Lande lebt.
      Aber wir hatten uns vor Jahrzehnten entschieden aufs Land zu ziehen, weil Immobilien in der Stadt unerschwinglich waren und auch noch sind. Aber komplett in ein Dorf zu ziehen, wo es überhaupt keine Infrastruktur gibt, kam für uns nicht in Frage. Sondern wählten den goldenen Mittelweg.

      Wie mobil sind eure Jugendlichen, wenn es um Schule und Berufsausbildung geht?

      LG Hinzwife

      • Ich versteh jetzt ehrlich gesagt grad das Problem nicht. Ärgert Dich die Ansicht Deiner Schwägerin?

        Also wir wohnen auch auf dem Land und die Große ist 11 und fast ausschließlich alleine mit dem Fahrrad unterwegs (ca. 3 km zur Schule, zur Nachhilfe, zum Freundinnen etc.). Ich bin um jede Fahrt froh, die ich mir spare.

      (4) 25.05.19 - 15:06

      Hallo,
      wir wohnen zwar ländlich, aber wochentags fährt alle halbe Stunde ein Bus in die nächste Stadt. Morgens und mittags gibt es zusätzliche Schulbusse.
      Mein Sohn ist 15, seine Hobbies hat er am Ort. Da geht er zu Fuss hin oder fährt mit dem Rad. Wenn es Hunde und Katzen regnet oder die Zeit zu knapp geworden ist, fahre ich ihn auch.
      Auch wenn er nachmittags noch mal in die Stadt will, fahre ich ihn. Der Nahverkehr ist unverschämt teuer bei uns, die Buskarte gilt nur für Schulfahrten und das Freizeitticket lohnt sich nicht.
      Er wird mit 16 den Führerschein für den Traktor machen (mein Mann ist im Nebenerwerb im forstwirtschaftlichen Bereich tätig und unser Sohn geht häufig mit und hilft ihm). Mit 17 will er den Schein dann für begleitetes Fahren machen. Da er seine Ausbildung, wenn er denn eine macht, sowieso erst mit 18 anfängt, werde ich ihn dann auch nicht mehr fahren müssen.
      Wenn er irgendwo unterwegs ist und weiss nicht, wie er nach Hause kommt, darf er jederzeit anrufen, damit wir ihn abholen.
      LG
      Elsa01

      • (5) 27.05.19 - 10:01

        "Der Nahverkehr ist unverschämt teuer bei uns, die Buskarte gilt nur für Schulfahrten und das Freizeitticket lohnt sich nicht. "

        Wohnt ihr nicht in NRW? Ich dachte, hier gäbe es überall das Schokoticket. Ich wusste nicht, dass es solche Unterscheide gibt. Wir zahlen 35 € im Monat und er darf überall und zu jeder Zeit fahren.

        VG

        • (6) 27.05.19 - 12:43

          Hallo,
          für die Schulfahrten bekommt er das Ticket gestellt. Das Freizeitticket kostet um die 20 € soweit ich weiss.
          Da mein Sohn max. 1 bis 2mal im Monat ausser der Reihe in die Stadt muss, lohnt auch das nicht.
          Eine Einzelfahrt kostet allerdings schlappe 4 € für ca. 5 km.....Da kann ich ihn auch fahren und er ist wesentlich schneller am Ziel..... Wenn er allerdings wirklich mal den Bus nimmt, holen wir diese 4er Karten, da spart man wenigstens etwas.
          LG
          Elsa01

          • (7) 27.05.19 - 13:15

            OK. Hier ist das Schokoticket alles in allem und das ist sehr praktisch. Er hat sein Saxophonunterrricht in der Stadt und kann damit hinfahren und auch zum Training oder Musikschule zum Klavierunterricht. Oder sich mal nachmittags mit Freunden treffen.

            Auch in den Ferien gibt ihm das viel Freiheit

            Nur für die Schule würdet sich das bei uns auch nicht lohnen die 35 € zu zahlen, aber so ist das wirklich günstig.

    Wir wohnen auch auf dem Land, aber die Busse fahren hier 2 mal pro Stunde und die Schulbusse sind auch sehr zuverlässig. Meine Ältesten (14+16) haben ihre Schulen und ihren Freundeskreis im Nachbarort, ca. 5 km weg. Entweder fahren sie Bus oder Rad. Mofa will der Mittlere, aber da bin ich strikt gegen. Ist mir zu gefährlich, außerdem lohnt sich das nicht, da wir begleitetes Fahren machen werden. Da wird auch nicht groß gefragt, ich kann kein Auto mehr fahren und brauchen daher zusätzliche Fahrer, die meinen Mann entlasten.

    (9) 25.05.19 - 17:10

    Wir wohnen ländlich, Busverkehr entspricht dem von dir geschilderten, eher noch etwas weniger, Bahn gar nicht vor Ort, nächste 14 km Entfernung.
    Zur Schule kommen unsere Kinder glücklicherweise mit dem Rad, da es eine Großgemeinde ist und wir dort relativ zentral wohnen. In die nächste Stadt, jetzt bei der Großen zur Uni usw. geht teilweise nur per Auto. In der Schulzeit habe ich unsere Große, wenn es irgendwohin weiter ging immer mit dem Auto gebracht und abgeholt, Shopping, Kino, Feiern...zur Uni fährt sie jetzt mit ihrem eigenen Auto.
    Die Kleine wird ebenso bei schlecht erreichbaren Zielen chauffiert, nähere Ziele wie Schule, Freunde etc. erreicht sie mit dem Fahrrad.
    LG

    (10) 25.05.19 - 23:54

    Unsere Kids sind noch jünger. Aber genauso kenne ich es aus dem Umfeld. Bus & Rad, dann Mofa/Roller, dann 125er und/oder begleitetes Fahren. Sie Infrastruktur ist hier ähnlich. Was soll man denn auch sonst machen? Man arbeitet selbst. Hat mitunter mehrere Kinder....

Goldener Mittelweg ?
Ich denke den gibt es nicht.
Entweder fährst du dein Kind, oder es fährt (womit auch immer) alleine.

Und mit 16 Jahren ist auch sicherlich okay ein Fahrzeug zu "führen", da gibt es ja doch durchaus Varianten, es muß ja kein Zweirad sein....

  • "Und mit 16 Jahren ist auch sicherlich okay ein Fahrzeug zu "führen", da gibt es ja doch durchaus Varianten, es muß ja kein Zweirad sein...."
    An was für ein Fahrzeug dachtest du denn?

    • (14) 26.05.19 - 13:28

      "Und mit 16 Jahren ist auch sicherlich okay ein Fahrzeug zu "führen", da gibt es ja doch durchaus Varianten, es muß ja kein Zweirad sein...."
      An was für ein Fahrzeug dachtest du denn? "

      Habe mal gegooglt, gibt es tatsächlich, nur sind dort die Hürden extrem hoch, wenn ein unter 18 jähriger ohne Begleitung fährt:

      https://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verkehr-teenager-allein-am-steuersondergenehmigung-mit-hohen-huerden-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140509-99-05644
      Wollen Jugendliche schon vor ihrem 18. Geburtstag alleine Auto fahren, brauchen sie triftige Gründe für diese Ausnahme. "Das ist zwar möglich, wird von den Fahrerlaubnisbehörden aber sehr restriktiv gehandhabt", sagt Jost Kärger vom ADAC. Macht zum Beispiel ein 16-Jähriger vom Land eine Berufsausbildung in einem Ort, den er partout nicht anders als mit einem Auto erreichen kann, gibt die Behörde dem Antrag womöglich statt, bestimmte Strecken zu bestimmten Zeiten selbst fahren zu dürfen. "Aber da muss man schon sehr überzeugend argumentieren", sagt der Rechtsexperte.
      Zudem müssen Minderjährige, die auf die Sondergenehmigung abzielen, laut Kärger mit besonderen Kosten rechnen: "Neben dem Budget für den regulären Erwerb des Pkw-Führerscheins benötigen sie in der Regel das Geld für eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die mehrere Hundert Euro kostet und bei der geprüft wird, ob sie psychisch und physisch reif fürs Autofahren sind." Wer hier nicht besteht, braucht es gar nicht weiter zu versuchen.
      Ebenso entscheidend wie die Fahreignung ist die persönliche Situation für den Erfolg des Antrags auf eine vorgezogene Pkw-Fahrerlaubnis. "Sie muss sich wesentlich von der Situation anderer Gleichaltriger unterscheiden", erklärt Kärger. "Es müssen dem Jugendlichen, der den Antrag stellt, ohne die Sondergenehmigung schwere Nachteile entstehen, die bei der Abwägung das erhöhte Risiko für die Sicherheit des Straßenverkehrs durch den jungen Fahrer aufwiegen."
      Im Fall eines minderjährigen Azubis aus ländlicher Region bedeutet das bei weitem nicht nur, dass es keine direkte Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte gibt, wenn diese mit Fahrrad oder Moped allein nicht erreichbar ist. "Die Behörde könnte es zum Beispiel für zumutbar halten, dass der Antragsteller eine Teiletappe zum nächsten Bahnhof radelt oder mit dem Moped fährt - auch im Winter", so der ADAC-Jurist. Eine Übernachtungsmöglichkeit nahe der Ausbildungsstätte stünde der Sondergenehmigung unter Umständen ebenfalls im Weg."

      LG Hinzwife

      Frag mal Google: 3 rädrige Kleinkrafträder und 4 rädrige Leichtkraftfahrzeuge

(16) 26.05.19 - 13:50

Naja, wir wohnen in einer Kleinstadt und da kann alles mit dem Rad oder zufuß erreicht werden. Allerdings fängt mein Sohn eine Ausbildung in einem Klärwerk an. Das ist ziemlich schlecht zu erreichen. Er macht grade seinen Führerschein für fahren ab 17. . Ich habe schon an einen Trekker gedacht. Ich bin froh das mein Sohn nicht Motorrad fährt. Ich selber word von einem LKW gerammt als ich 17 Jahre war und meine Ausbildung beginnen wollte. Mein anderer Sohn fährt Bus. Morgens um 5:45 aus dem Haus und abends um 20 Uhr ist er wieder da. Obwohl der Bus alle 30 Minuten fährt , braucht er doch seine Z
eit.

  • (17) 26.05.19 - 20:52

    Du weisst aber, dass man mit dem Autoführerschein von heute (ist das Klasse B?) keine Traktoren fahren Darf, oder? In der alten Klasse 3 war das mit drin, heute musst Du den Schein dafür extra machen.
    LG
    Elsa01

    • (18) 27.05.19 - 23:02

      Kleine Trecker darf man doch auch mit Klasse B fahren?

      VG Isa

      • (19) 28.05.19 - 11:07

        Soweit ich weiß, ist das aus der Klasse B raus, aber da würde ich mich beim Straßenverkehrsamt nach erkundigen. Denn als mein Mann und ich unsere rosa Führerscheine in Plastikarten geändert haben, wurde wir beim Amt gefragt, ob die die Klasse T mit eingetragen werden soll (ja, bitte..;-)..). Demnach dürfte das genausowenig in B enthalten sein wie Fahren mit Anhänger bzw. Fahren mit Fahrzeugen über 3,5 t Gesamtgewicht. Das war ja früher alles in der alten Klasse 3 mit drin. Heute muss man ja alles extra machen und darf noch nichtmals gleichzeitig mit dem Schein für PKW den Schein für PKW mit Anhänger machen. Meiner Meinung nach ist das Geldmacherei, dass man dann noch mal extra für den Anhänger in die Fahrschule muss.
        Unser Sohn wird im nächsten Jahr die Klasse T machen, dann ist er 16. Aber die ganz großen Traktoren darf er erst mit 18 fahren (aber muss dafür nicht nochmal in die Fahrschule, ist wohl nur eine reine Atlersbeschränkung).
        LG
        Elsa

        • (20) 29.05.19 - 01:43

          Wenn der Trekker mit Betriebserlaubnis nicht schneller als 25 Km/H fährt, darf man ihn mit Klasse B fahren, genauso wie Mofa oder motorbetriebene Krankenfahrstühle.

          • (21) 29.05.19 - 08:42

            Hallo,
            jetzt habe ich mich auch mal schlauer gemacht. Du hast Recht, man darf tatsächlich mit der Klasse B Traktoren fahren, ohne Anhänger sogar bis 40km/h.
            Warum man uns dann allerdings extra danach gefragt hat #kratz ... keine Ahnung. Daher waren wir eben auch davon ausgegangen, dass das nicht mehr inkludiert ist. Und da unser Sohn im nächsten Jahr mit 16 den Schein dafür machen will aufgrund unseres Forstbetriebes, wo er jetzt schon öfter mal aushilft, haben wir uns damit auch nicht weiter befasst. Fahren kann er das Ding sowieso schon #schein ...
            LG
            Elsa01

(22) 27.05.19 - 08:12

Bei unserem Sohn war es genauso wie bei deinem. Mit 15 Mofaführerschein gemacht und auf Roller umgestiegen. nach dem Abitur zu Beginn der Ausbildung dann von uns ein Kleines altes Auto bekommen. Letzteres ging aber auch nur,,weil wir eine kleine Erbschaf gemacht haben, wo wir das finazieren und für usnere Tocheter genauso viel zurücklegen konnten.
Unsere Tochetr ist auch schcn 18, aber geht noch zum Berufskolleg und fährt mit Bus. Sie wollte keinen Mofafürherschein machen und da sie zum Unterhalt des Autos noch nichts zugeben kann, hat sie noch keins. erst nächstes JAahr,wenn sie die Ausbildung beginnt.

Was möchtest du uns sagen ?!

Du sagst doch selbst dass man in der Hand hat ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt.
Entsprechend muss man sich ausrichten und dafür Sorge tragen dass man seinen Alltag bewältigen kann.

Mehr gibts da nicht zu sagen!
Oder ärgerst du dich über deine Schwägerin und ihre Ansichten ?!

(25) 27.05.19 - 16:21

Na, passt doch für euch. Dann lasst es so.

Ich bin auch kein Fan von Mofas / Motorrädern. Ich habe aber auch zu akzeptieren, dass mein Mann das nun mal liebt und die Kids mitnimmt. Ich besteht nur auf Top-Schutz-Ausrüstung. Mehr liegt nicht drin.

Der Grosse wird auch bald sein Maxi Puch haben...

Top Diskussionen anzeigen