Jugendlohn - eure Erfahrungen

    • (1) 11.06.19 - 09:17

      Liebe Urbia-Leser,

      meine Tochter wechselt nach den Sommerferien auf die weiterführende Schule, hier in der Schweiz passiert das nach der 6. Klasse, sie ist 12 Jahre.

      Bisher erhielt sie ihr Taschengeld monatlich in bar, umgerechnet 50 EUR. Davon zahlt sie ihre Mobilkosten (Prepaid), ÖV-Tickets (wenn sie zu faul ist, zum Schwimmtraining 2 x wöchentlich das Rad zu nehmen), Mitgliedschaft im Tierclub, Freizeitaktivitäten.

      Mit dem Schulwechsel überlegen wir, auf den Jugendlohn umzusteigen (www.jugendlohn.ch). Hier soll sie wesentlich mehr Posten verantworten:

      - Kleidung (mit 1,76m wächst sie hoffentlich nicht mehr viel, eine gute Ausstattung hat sie, es geht also um "Ersatz")
      - Schuhe
      - ÖV Ticket
      - Mobilkosten
      - Schulbedarf
      - Taschengeld für Freizeitaktivitäten (keine Kosten für Hobbys)
      - Geschenke
      - Tierclub
      - Kosmetikartikel
      - Friseur

      Bisher hat sie keine ec-Karte. Sie hat ein Sparkonto, auf welches wir monatlich einzahlen. Ich möchte mit ihr zur Bank gehen, ein Girokonto eröffnen und zukünftig den Jugendlohn überweisen, sie soll eine ec-Karte erhalten.

      Gründe:
      Von sämtlichen Bankaktivitäten hat sie keine Ahnung, das sollte sich ändern.
      Sie muss lernen zu haushalten, Mehrbedarf an Geld muss begründet werden. Mit dem Rechner auf der Website haben wir einen Bedarf ausgerechnet.

      Wie haltet ihr so etwas? Habt ihr Erfahrungen mit dem Modell?

      Danke für eure Tipps und guten Endspurt bis zu den Sommerferien,

      Lill #winke

      • (2) 11.06.19 - 11:24

        grundsätzlich ein nettes KOnzept, - aber für 12 Jahre zu krass.

        ich würde die Hälfte genau definieren und dafür den Betrag ausrechnen. (die Häfte, die für euch machbar und organisierbar scheint).

        Mit 14 oder so kann man dann ja auf das Volle umsteigen.

        (Schulbedarf finde ich allerdings bis Ende ein Ding, was ich mir echt überlegen würde, komplett mit reinzunehmen. -- Je nach Schule kostet das sauviel Geld..... --- ) -- die Grund-Schuhe z.B. auch (ich würde ein Winter + ein Sommerpaar und ein Übergangspaar sponsorn)
        . -- Aber jedes weitere "schicke" Paar kann sie selbst bezahlen.

        (3) 11.06.19 - 11:58

        Hi,

        ich finde das in der Form für 12 Jahre zu umfangreich.

        Unser Sohn (Ende März 16 geworden) hat seit er 10 ist ein eigenes Girokonto mit Bankkarte / EC-Karte, auf welches sein monatliches Taschengeld und seit zwei Jahren auch sein Gehalt vom Ferienjob bzw. jetzt Nebenjob überwiesen wird.

        Damit hat er gelernt, sich sein Geld einzuteilen. Wobei die klare Maßgabe bestand: es wird ausschließlich bar bezahlt - keine Kartenzahlung im Geschäft, keine Lastschrift im Internet ohne Rücksprache mit mir.

        Letztes Jahr habe ich angefangen, ihm die Überweisung am Automaten zu erklären, was eine Lastschrift ist etc. Nächste Woche haben wir einen Termin bei der Bank, um Onlinebanking für ihn frei zu schalten. Dann begeben wir uns auch intensiver an dieses Thema.

        Bis Anfang des Jahres musste er von seinem Einkommen (Taschengeld + Jobs: ca 280-300€) nur Sonderwünsche, Schwimmbad etc. (also ähnlich wie eure Tochter) davon bezahlen. Seit Januar bekommt er zusätzlich zum Taschengeld auch Kleidergeld von uns und muss jetzt "alles" selbst bezahlen.

        Dadurch, dass sich die Verantwortung so nach und nach erweitert hat, kann er sehr gut mit seinem Geld umgehen. Auch bezahlt er bis heute ausschließlich bar in den Geschäften, obwohl sein Konto natürlich nicht ins Minus gehen kann. Der Überblick über sein Geld ist einfach besser. Ausnahmen (in meinem Beisein, da minderjährig) bestätigen diese Regel. Auch sowas muss er lernen.

        Die nächste "Steigerung" ist bei uns, dass er mir bei der Steuerklärung "hilft".

        Ich würde bei eurer Tochter auch schrittweise vorgehen und vielleicht jedes Jahr ein bisschen mehr Verantwortung übertragen. Anfangs hatte unser Sohn gut damit zu kämpfen, dass er sein Taschengeld monatlich bekam - einen Nachschlag gab es nämlich nicht ;-). Nach drei Monaten konnte er es gut einteilen, obwohl er es eben nicht mehr Zuhause im Portemonnaie hatte sondern auf dem Konto.

        Gruß
        Kim

        (4) 11.06.19 - 12:03

        vergessen:

        Schulbücher bzw. die Kosten für die Schulbuchausleihe und alles, was mit der Schule zu tun hat, zahlen wir.

        Ebenfalls bekommt er zu seinen Handballschuhen und zur Winterjacke einen Zuschuss.

        Ab und zu Sponsoren wir auch einen Schwimmbadbesuch o.ä.

      • (5) 11.06.19 - 16:34

        Hallo!
        Auch aus der Schweiz. Bei beiden Grossen habe ich mit dem Übertritt in die Oberstufe (7. Klasse) eingeführt (sie waren damals 12). und ich finde es genial: kein Gstürm mehr wegen neuen Kleidern etc, sie können das alles selber einteilen und es funktioniert wirklich gut. Was schon beim Taschengeld zu sehen war: eine ist sparsam, die andere gar nicht und die Prioritäten setzen sie komplett anders aber es ist ihr Geld und sie müssen damit Haushalten.
        Ich habe mich damals auch an diesem Spreadsheet orientiert und unsere Berechnung ist wie folgt (in Franken):
        70.00 Kleider
        10.00 Telefonie (brauchen sie nie)
        10.00 Schulmaterial & Geschenke (Stifte, Hefte, keine Bücher, die werden von der Schule gestellt)
        30.00 Taschengeld (7. Klasse, 40.00 in der 8., 50.00 in der 9.)

        Was nicht dazu gehört sind Dinge, die sie nicht beeinflussen können (Klassenlager, Schulreisen etc) und im Dezember bezahle ich den Taschengeldanteil doppelt.

        Ich kann es nur empfehlen!

        • (6) 11.06.19 - 16:44

          Nachtrag: wie sie das Geld genau ausgeben, ist natürlich ihre Sache, Tochter 1 hat viel weniger für Kleider ausgegeben, könnte sich dafür eine Nähmaschine kaufen; Tochter 2 gibt bedeutend mehr für Schreibzeug Kosmetik und Kleider ausser vorgesehen (dh, sie zahlt vom Taschengeld drauf oder wünschte sich dann auch Winterschuhe auf Weihnachten). Meine einzige Bedingung ist, dass die "anständig " angezogen sind, dh nicht, um Geld zu sparen keine richtigen Schuhe oder Winterjacke kaufen, falls das notwendig ist, aber ich rede ihnen nicht im Detail rein, was sie zu kaufen haben.

      Bei meinen Eltern damals wurde es mit 14 gemacht. Mit 12 finde ich auch etwas zu früh.
      Wobei ich sagen muss, deine Tochter zahlt jetzt ihr Ticket zur schule selbst vom Taschengeld oder ist damit gemeint wenn sie Fahrten zur Freundin etc hat?
      Denn Tickets sollten die Kinder falls es für den Schulweg ist nicht selbst bezahlen müssen.
      Dann bleibt doch auch von den 50 euro nicht viel übrig.lg

      Hallo,
      ich finde es mit 12 zu früh! Die meisten, die ich in dem Alter kenne, kaufen lieber das x-te coole Shirt und gehen lieber 2x zu Mäcces als die notwendigen Schuhe z.B.
      Meine Älteste ist gerade 14 geworden und sehr vernünftig im Umgang mit Geld. Wir haben jetzt 1/2 Jahr alle Extra-Ausgaben wie Kleidung, Drogerie, Schulbedarf usw. aufgeschrieben und wir fangen an mit Kleidergeld, das 1/4jährlich ausgezahlt wird und in einen separaten Umschlag kommt. Davon bezahlt sie selbst dann alles an Kleidung.
      Klappt das gut, kommt Geld für Drogerieartikel und Schulmaterialien hinzu.
      Handykosten hat sie derzeit keine (nutzt nur Wlan), das Handy hat sie sich vor 1 Jahr selbst gekauft.
      VG

      (9) 11.06.19 - 23:14

      Hallo,
      also eine 12-jährige wächst schon noch. Ich kaufe derzeit halbjährlich alles neu für meinen 13-jährigen. Schulbedarf...wenn ihr nicht so eine dermaßen teure Schule habt, wie wir.
      Ja, ich kann mir das gut vorstellen. Allerdings würde ich den Start irg ndwie „begleiten“.

      (10) 12.06.19 - 08:03

      Noch ein Nachtrag zum Alter:
      https://jugendlohn.ch/was-ist-jugendlohn/warum-ab-12-jahren.html diese Argumente haben mich überzeugt, es bei meinen Kindern ab 12 einzuführen, ich selbst hatte auch Jugendlohn, aber erst ab ca 15.
      @Lill: Ev findest du im Schweizer Umfeld mehr Erfahrungen, scheint hier mehr verbreitet zu sein.

      (11) 12.06.19 - 20:30

      Jugendlohn haben wir hier (NRW, Deutschland) nicht so als Modell, hier herrscht vorrangig das Taschengeld-Prinzip.
      Ich finde es sehr interessant und auch förderlich und hatte daher bei unserer Großen mehrmals den Vorschlag gemacht, dies in ähnlicher Form einzuführen, allerdings auch erst, als sie älter war, ich glaube das erste Mal mit 15 oder 16, sie fand es allerdings sehr blöd und hat es rundheraus abgelehnt, sich schlichtweg geweigert. Ok, habe ich akzeptiert, habe ihre Gründe teils verstanden, teils eher nicht, aber so wars eben.
      Jetzt ist sie 19, letztes Jahr mit dem Studium gestartet, wohnt noch zuhause und fährt. Da habe ich nicht mehr gefragt, sondern "angeordnet";-).
      Bei uns läuft es jetzt so, dass sie einen festen Betrag bekommt, von dem sie Kleidung, Büromaterial (ausgenommen größere Anschaffungen wie z.B. Drucker oder teure Bücher), Freizeitaktivitäten etc. bezahlt.
      Wir bezahlen weiterhin direkt (da dies zumeist über Daueraufträge läuft) die Mobilfunkkosten, Autokosten inkl. Benzin, Studiengebühren und Mensa-Karte.
      Funktioniert auch gut, obwohl sie erst spät damit gestartet ist, allerdings hat sie seit sie 15 ist auch gejobbt, ist sich daher bewusst, wie lange es dauert, bis man so 100,- erjobbt hat!

      Die Kleine ist jetzt 12, bei ihr wird es durch lange Schulzeiten und intensiv betriebene Sporthobbys mit dem Jobben eher schwierig werden, daher werde ich auch bei ihr versuchen, sie früher, evtl. mit 14 zu so einem Modell zu überreden, ich glaube, sie wird auch eher darauf eingehen, anderer Typ.
      LG

      (12) 15.06.19 - 09:00

      Hallo,

      ich finde das für 12jährige zu umfangreich. Klar, die Kinder müssen lernen mit Geld umzugehen. Aber nicht mal mein 14jähriger könnte abschätzen wie viel man ausgeben kann und wie viel nicht um die Kosten abdecken zu können, die dringend sein müssen. Bsp. Anfang des Monats stehen Schwimmbad, Kino etc. an. Mein Sohn könnte z.B. noch nicht wirklich abschätzen was er eventuell am Ende des Monats noch an Schulsachen braucht und was noch kommt. Er würde dann aus lauter Panik, dass er das dann nicht mehr zahlen könnte, auf alles verzichten. Und das ist dann auch nicht Sinn der Sache. Meinem 16jährigen würde ich es durchaus zutrauen. Er hat mehr er Erfahrung und kann besser abschätzen was noch anstehen könnte und wie viel was kostet.
      Unsere Kinder bekommen die Grundausstattung an Klamotten bis zu einem bestimmten Budget von uns bezahlt. Ebenso alles was mit Schule zu tun hat. Schulmaterialien, Schulausflüge etc. Die Mobilfunkkosten übernehmen wir ebenfalls. Möchten sie Klamotten oder Schuhe außer der Reihe bzw. bestimmte Marken, die über dem Budget liegen, müssen sie diese selbst finanzieren. So verhält es sich auch mit dem Datenvolumen fürs Handy. Brauchen sie mehr und wollen was dazu buchen, zahlen sie das selbst. Der Große macht seit er 14 ist Ferienjobs. Er zieht ausschließlich teure Marken an und muss sich diese selbst finanzieren. Ebenso ist er am Wochenende öfters unterwegs. Auch das finanzieren wir nicht extra. Der Mittlere fängt diesen Sommer auch an Ferienjob zu machen. Dieses Geld steht meinen Kindern aber zur freien Verfügung. Sie müssen damit keine Dinge kaufen, für die ich zuständig bin.

      LG
      Michaela

      Finde ich ebenfalls für 12 schon sehr umfangreich. Ich meine da ist natürlich jedes Kind anders, vielleicht ist es für euch ein lohnendes Prinzip. Was sagt denn deine Tochter dazu? Traut sie sich das selbst ebenfalls zu? Oder würde sie die Version vielleicht gerne abspecken? Würde sowas nicht im Alleingang machen sondern mit ihr ansprechen. Steigern kann man sich immer noch. Meine persönliche beste Erfahrung ist alles in zwei Kategorien zu behalten. Bekleidungsgeld und Taschengeld. Bekleidungsgeld ist das was zusätzlich gekauft werden möchte zur Kleidung die notwendig ist. Taschengeld ist dann wie schon klar zu sehen alles was mit Freizeit zu tun hat (Handy, Zeitschriften, Kino etc) mit Ausnahme von festen Hobbys wie reiten oder schwimmen etc. Verpasste Stunden müssen aber selbst gezahlt werden.

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