Klammer und Misstraue ich zu sehr?

Hallo, bin neu hier, da ich im Moment etwas ratlos bin,will ich kurz schildern was mich verunsichert.

Ich will mich kurz vorstellen, mein Name ist Lilli, bin 43, mein Mann 51 und wir haben zwei Kinder 9 und 15.

Als ich gestern nachhause kam, ich bin mindestens von Montag bis Freitag auf Dienstreisen bzw. verschiedenen Firmenstandorten, informierte mich mein 15-jähriger, dass er am 2. Januar zum Skifahren gehen wird. Er hat mit vier weiteren Schulkameraden dies bis zum 5. Januar geplant. Sie wollten ursprünglich nach Garmisch nun auf Emopfehlung meines Mannes gehts nach Seefeld.

Irgendwie hat mich das doch etwas vor den Kopg geschlagen, da ich ertsens nicht dazu gefragt wurde und zweitens er erst 15 ist.

Ja ok, wir reisen sehr viel und es ist für ihn nichts ungewöhnliches, aber irgendwie habe ich doch so eine diffuse Unsicherheit. Mein Mann sieht das ganz locker, "och du, er ist alt genug, er hat ein passendes Hotel gebucht und im Notfall wäre er ja auch in 2-3 Stunden vor Ort". Naja, beruhigt hat mich das nicht wirklich und mein Sohn meinte das er alt genug sei auch mal alleine zu verreisen.

Ich will wirklich kein Spielverderber sein, weiss aber meine Gefühle nicht ganz einzusortieren.

Wie würdet ihr mit der Situation umgehen?

Lilli

Ich finde schon erstaunlich dass ein 15 Jähriger "mal eben" einen Urlaub bucht ohne dass das in irgendeiner Form besprochen wird.

Prinzipiell wenn er sonst zuverlässig ist usw spricht meiner Meinung nach tatsächlich nichts dagegen.
Aber der Spruch "Ich bin alt genug bla bla Blubb" stößt mir persönlich sauer auf.
Skiurlaub ist bekanntlich sehr kostenintensiv.
Ich geh mal davon aus, dass er nicht selbst arbeitet sondern noch Schüler ist. Das ganze also nicht selbst finanziert sondern sich finanzieren lässt ?!
Da würde ich mir derart großkotzige Sprüche doch verbitten muss ich sagen.

Sollte er das ganze doch selbst finanzieren, habe ich nichts gesagt ...

Ich finde schon erstaunlich dass ein 15 Jähriger "mal eben" einen Urlaub bucht ohne dass das in irgendeiner Form besprochen wird.

Der Vater hat es doch mitentschieden?

Ginge es jetzt darum bei einem Kumpel über Silvester zu bleiben wäre ich der selben Meinung.

Die Buchung eines Urlaubes ist schon ne Nummer größer. Wir urlauben nur 1-2x im Jahr als Familie und da bespreche ich mit meinem Partner grundsätzlich genau wann und wohin.

Ich finde prinzipiell aber auch in Ordnung das jugendliche allein Urlauben. Das scheint bei der TE aber (noch) kein Selbstverständnis zu sein und daher gehört das für mich gemeinsam besprochen.

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Hallo!

Ich denke schon, dass ein 15-Jähriger alleine verreisen kann, wenn er auch ansonsten vernünftig ist. In diesem Alter waren meine Kinder schon alleine unterwegs, aber eher mit organisierten Jugendreisen oder im Ferienlager.

Mich würde stören, vor vollendete Tatsachen gesetzt zu werden. Die Reise soll ja in gut 10 Tagen schon los gehen. Habt ihr im Vorfeld denn nie darüber gesprochen? Oder hat er das alles mit seinem Vater geklärt (einer muss ja vermutlich auch für die Unkosten und die Hotelreservierung aufkommen). Bist du wirklich so wenig zu hause, dass du nicht weisst, dass so etwas geplant ist? Das finde ich ein bisschen seltsam. Solche Pläne sollten gemeinsam besprochen werden und dann hättest du vermutlich auch die Gelegenheit gehabt, deine Bedenken zum Ausdruck zu bringen.

Wenn die anderen Freunde auch vernünftig sind und du es ihnen zutraust, auch in "Krisen" (beim Skifahren ist ein Unfall schnell passiert) besonnen zu reagieren und dein Mann auch kein Problem dabei sieht (er scheint ja etwas näher am Geschehen zu sein), dann würde ich ihn fahren lassen.

LG
Fontaine

Hast du in diesem Zeitraum Urlaub?

Ja, ich fange am 7.1. wieder an.

Ich denke du möchtest die wenige Zeit, die du mit deiner Familie hast , auch mit ihnen verbringen. Das kann ich gut verstehen. Aber es bleibt dir leider nichts anderes übrig, als im viel Spaß zu wünschen. Versetz dich in sie hinein, sie sind ja immer da und du immer fort. Jetzt ist es mal umgekehrt. Vertrau deinem Mann und deinem Sohn.
Alles Liebe

Sei stolz auf diese Selbstständigkeit, alles richtig gemacht 🙂

Ja das bin ich auch, das die „Skiurlauber“ zunächst alles selbst planten. Vergünstigtes Bahnticket, preiswerte Unterkunft, Fussstrecke von Unterkunft zum Lift, Kostenvergleich Halbpension zu Frühstück in Bäckerei und Abends zur Dönerbude. Mittags auf der Alm bezahlt mein Mann bzw. gibt dafür extra Handgeld. Oma steuert 100,- zu Weihnachten zu und 100,- er selbst. Naja den Rest zahlen wir.

Irgendwie gehört das ja auch zum Erwachsenwerden und Eigenverantwortung, zumindest erleichtert mir das diese Reise.

Es ist nie leicht wenn man erkennen muss, dass sein Baby langsam erwachsen wird. Also deine Gefühle und deine Unsicherheit sind ganz Normal.

Ansonsten überlege dir ob dein Mann dir Grund zum Mißtrauen gibt. Falls nicht und er sich immer gut um die Kinder gekümmert hat, vertraue seiner Einschätzung. Und wenn du das nächste mal gefragt werden möchtest, sage das deinem Mann und deinem Sohn.

Nein da gibt es kein Misstrauen, er sieht, erlebt und handelt in dieser Welt nur anders als ich. Was mir niemals geschadet hat, das Gegenteil ist der Fall. Er macht eben nur das Gleiche mit unseren Kindern und ich bin da etwas „vorsichtiger“. Ich meine ich selbst wäre nicht auf die Idee gekommen mit 15 zu vereisen.

so wie es aussieht, war es ja mit dem Papa abgesprochen und Papa hat wohl "ja" gesagt.

Das ist ja ein übersichtlicher Weg - und klare Rahmenbedingungen.
Warum also nicht?

Ist er Anfang oder Ende 15?
Ich war damals mit meinem Freund mit 16,5 Jahren Last-Minute in Ägypten. und das war vor 20 Jahren.
Ich denke, wenn er sonst viel mit den Jungs unterwegs ist und auch sonst vernünftig ist: warum nicht?

Entschuldige bitte, da bin ich wieder. Er hat es mit meinem Mann besprochen. Unser Sohn wird kommenden März 16. Zu meinem Mann muss ich sagen, dass er schon immer situationsbedingt alleine und ohne Abstimmung entscheidet. Hier war es das Thema kurzfristige Buchung für diesen Zeitraum. Danach ist ein solches Thema für ihn „vergessen“ und ich erfahre oft erst dann wenn es kurz ansteht oder irgendwelche Bauarbeiter an der Tür klingeln. Also mich stört das auch gar nicht, eher das mein Sohn flügge wird.

Spitze so soll es sein!
Selbständiges Kind UND mitdenkender Mann!

Danke dafür, es ist nur immer wieder überraschend. Ich glaube ich fürchte mich eher, dass unser Sohn flügge wird.

Ich finde auch, dass die Kommunikation suboptimal gelaufen ist, aber wenn Du Dich für einen Job entschieden hast, bei dem Du die meite Zeit weg bist, dann hast Du auch viele Entscheidungen an Deinen Mann delegiert, dann ist es nicht unlogisch, dass diese da auch drin sieht.

Guten Morgen, mein Mann ist schon primär dafür zuständig was auch in Ordnung ist, nur manchmal kratzt das vielleicht auch unbewusst an meinem Ego.

Ja, ich denke, das ist das Hauptproblem. Du bist oft nicht da, Vieles passiert ohne Dich, Vieles kannst du nicht beobachten und jetzt wird diese Skireise (naja, sind ja nur ein paar Tage) zu so einem Kristallationspunkt dieses Gefühls.
Aber da musst Du jetzt Mann (für die Entscheidung) und Sohnemann (für die Umsetzung) vertrauen, wie Du es ja sonst auch tust.
Was Du in den weiteren Antworten schreibst ist das ja auch alles prima geplant und er ist ja auch schon fast 16. Ich gehe davon aus, dass er dann auch ausgestattet mit den enstprechenden Zetteln (er ist ja noch minderjährig) unterwegs ist.

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Hallo,

ich hab ja eigentlich extrem starke Nerven, aber eine Horde 15jähriger würde ich nicht ohne erwachsene Begleitperson in den Skiurlaub lassen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das Hotel dies genehmigt. Was ist, wenn vor Ort was passiert. Kann ja beim Skifahren immer mal vorkommen. Da ist keiner da, der die Verantwortung hat und im Ernstfall entscheidet. Wer trägt die Verantwortung, wenn die Herrschaften auf den Geschmack des Aprés Ski kommen? Die Kids allein würde ich nicht erlauben, mit mind. einem vernünftigen Erwachsenen schon.

LG

Also soviel Vertrauen habe ich schon. Natürlich gibt es ein Restrisiko, letztendlich ist mach aber auch nur einen Anruf weit entfernt und die vier Jungs wissen das man dich vertrauen verdienen muss sonst warmes eben der letzte Ausflug.

Vertrauen ist gut, mir wäre es zu heiß. Mein Mittlerer ist so alt wie deiner und ein sehr vernünftiges und verlässliches Kind. Vor 3 Wochen waren sie mit ein paar Freunden auf dem Weihnachtsmarkt. Alle Jungs vernünftig und verlässlich. Ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass sie außer Kinderpunsch nichts trinken. Er hatte bis dato noch nie Alkohol probiert, die anderen ebenfalls nicht. Nach 2 Stunden kam ein lallender Anruf und ich musste sie holen. Alle 4 waren hackdicht. Einer der Jungs war 16 und hat den Glühwein gekauft. Aus der Idee: "Wir teilen uns einen und probieren mal." folgte dann einer für jeden, da die Hemmschwelle sank kam ein Zweiter und ein Dritter.... Am nächsten Tag saßen dann alle fassungslos bei uns in der Küche und kamen nicht darüber hinweg, welches Wirkung Glühwein hat. Sie wollten doch nur mal probieren. Mein 15jähriger erzählte mir dann auch, dass sie ihn problemlos verkauft bekommen haben. Ich war in dem Fall binnen 5 Minuten vor Ort und konnte sie abholen. Ihr seid keinen Katzensprung entfernt. Und 15jährige können noch so vernünftig sein, sie kommen trotzdem auf saudumme Ideen. Ich lasse meinen Kindern auch viel Freiraum, aber nur so weit, dass ich im Notfall schnell eingreifen kann.

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Was belastet dich mehr: die Situation, dass euer Sohn mit 15 jahren alleine fährt
oder dass dein Mann dich auf Elternebene nicht vorher gefragt hat?

Wie sind eure Absprachen "internen Selbstverständlichkeiten" bisher?

Bei welchen Entscheidungen informiert dich dein Mann/zweites Elternteil?
Wann beratschlagt ihr?
Wann informiert ihr euch gegenseitig
- mit dem Hinweis: du, entscheide du das mal alleine, du bist näher dran
- beratschlagt ihr gemeinsam

Wann reicht die Info, wann möchtet ihr jeweils mit einbezogen werden?

Sich da übergangen zu fühlen, kann manchmal schon verletzen, sich seltsam anfühlen.

Wo da die familieninternen Grenzen liegen, ist es unterschiedlich.



Hier wäre es vielleicht sinnvoll, euch als Eltern zusammen zu setzen und zu überlegen, was unter Alltag fällt und ohne den anderen entschieden werden kann.

Was zwar entschieden werden kann, aber bitte die Information zeitnah mitgeteilt wird.

Und eben, wo ihr gerne beide mitreden möchtet.

Das kann sich im Laufe des Alters der Kinder immer wieder neu verschieben, verändern.



Das andere würde ich dann separat betrachten.

Wie hättest du entschieden, wie würdest du entscheiden, wenn dein Mann dir das direkt mitgeteilt hätte, euer Sohn dich direkt gefragt hätte.

Würdest du ihm dann zu hören?
Direkt auf Grund von Faktoren ablehnen?
Welche Bedenken hättest du?

Könntest du ihn guten Gewissens fahren lassen, wenn er es dir direkt offen gesagt hätte?


Ist die Entscheidung die gleiche, liegt es an der Situation und dem Vorhaben und dem Standpunkt dazu.

Wäre die Entscheidung eine andere, liegt doch einiges (verständliches) auch mit dabei, wie es dazu kam.

Sowohl den eigenen Gefühlen übergangen worden zu sein,
aber auch bei der Fragestellung der Reife, ob er schon bereit dazu ist.

Meine weiß z.B. dass ich Entscheidungen auf den letzten Drücker oder mit vollendeten Tatsachen gar nicht mag. Reife heißt für mich auch, im Vorfeld zu seinem Vorhaben zu stehen und nicht aus Angst auf den letztmöglichen Moment zu warten.
Als Beispiel.
Sagt sie es mir, auch wenn sie Angst hat, dass ich nein sage und ist auch bereit, das Nein zu akzeptieren, dann weiß ich, dass es von ihr keine Impulsidee ist, sondern, dass sie da durchaus durchdachter ran geht und wieder ein Stück mehr Verantwortung übernehmen kann.

Nur das er erwachsen wird.

Blöde Frage:
Bekommt man da im Fall der Fälle nicht Probleme mit der Aufsichtspflicht? Bei Minderjährigen steht man doch als Erziehungsberechtigter in der Pflicht, oder nicht?

Grüße