12 jÀhriger treibt mich in den Wahnsinn

Hallo đŸ‘‹đŸŒ

Ich möchte nicht viel drum reden aber brauche wirklich gute Tipps von erfahrenen MĂŒttern!

-Sohn will nicht fĂŒr die Schule lernen
-Weigert sich seine Aufgaben im Haus zu erledigen
- Sohn kommt oft nach der Schule nicht nach Hause, chillt in der Stadt rum
-Sohn will rauchen wie die anderen Kids
- Sohn ist respektlos gegen jeden Erwachsenen inklusive uns Eltern
- Sohn lĂŒgt rum, erfindet Geschichten
- Lehrer rufen beinahe tÀglich an
- Legt sich auch fast mit jedem an, Eltern von den Kindern rufen auch stĂ€ndig bei uns an đŸ˜©


Nun, ich weiß, PubertĂ€t usw, alles gehört mal zum Leben dazu aber soo schlimm ??? So respektlos?

Es gab und gibt keine VerĂ€nderungen im Leben, keine neue belastende Situation mit denen er umgehen mĂŒsste zurzeit.

Er sagt einfach ihm sei alles egal und das Leben wenn man nichts tun muss ist halt viel chilliger.


Bitte sagt mir, welche logischen Konsequenzen könnten wir ziehen auf das oben genannte Verhalten ?

Welche Konsequenzen sind die richtigen đŸ˜©

Ich weiß einfach nicht mehr weiter

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Hi,

meiner Erfahrung, vom zusehen bei anderen Familien, nach helfen Konsequenzen da gar nichts. Letztlich wird er dadurch nur noch weiter weg getrieben. Habt ihr eher autoritÀr erzogen? Hast Du oder hat der Vater eine enge persönliche Bindung zu Eurem Sohn auf die man aufbauen könnte?

Liebe GrĂŒĂŸe
die Landmaus

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Unsere Zwillingsjungs sind auch 12 Jahre, der eine ist seit ca 1 Jahr in der PubertÀt, der andere noch nicht.
Als Konsequenz aus dem Verhalten eures Sohnes wĂŒrde ich wie folgt handeln :

Setzt euch zusammen an einen Tisch. Besprecht, was euch wichtig ist und warum. Schlagt Regeln vor, diskutiert diese ruhig, hört ihn an und bei den Sachen die dir vielleicht nicht ganz so wichtig, macht ruhig einen Kompromiss.
Dann bespreche die Konsequenzen, die Folgen, wenn er sich an die Abmachung nicht hÀlt, hört ihn gerne dazu an, vielleicht hat er auch VorschlÀge.
Haltet das ganze schriftlich fest und unterschreibt alle.

Und dann heißt es durchziehen.
Nach 1- 2 Wochen setzt euch nochmal zusammen, besprecht, was gut lief und was nicht und verhalten ggf nach.

Viel GlĂŒck und Erfolg

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Puh....wie die anderen Kids...rauchen die tatsĂ€chlich mit 12? Mir scheint, er will so sein wie anderen. Hört sich nach Gruppenzwang an. Solche Dinge hatten wir auch allerdings nicht mit rauchen aber schon mit Ausgehzeit und da war ich schon erstaunt, was andere so dĂŒrfen. Ich bin da gesprĂ€chsbereit auf unseren Jungen zugegangen habe allerdings auch zu meiner Ansicht gestanden und habe mich nicht verunsichern lassen. Das kommt jetzt immer mehr und ja, sie versuchen sich dann vehement durchzusetzen. Meiner wird jetzt 15 und es gibt mal mehr und mal weniger was einer Diskussion bedarf. Im Moment ĂŒbt unser Sohn mehr Kritik an seinem Vater. Der sieht das gelassen aber es gibt Tage, da ist der Tag verkorkst und man muss schon sehr ruhig bleiben. Schule erwarte ich kein 1er und 2er Zeugnis aber Leistungen so, dass keine LdhrergesprĂ€che notwendig sind und er mitschimmt.

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Puh....wie die anderen Kids...rauchen die tatsĂ€chlich mit 12? Mir scheint, er will so sein wie anderen. Hört sich nach Gruppenzwang an. Solche Dinge hatten wir auch allerdings nicht mit rauchen aber schon mit Ausgehzeit und da war ich schon erstaunt, was andere so dĂŒrfen. Ich bin da gesprĂ€chsbereit auf unseren Jungen zugegangen habe allerdings auch zu meiner Ansicht gestanden und habe mich nicht verunsichern lassen. Das kommt jetzt immer mehr und ja, sie versuchen sich dann vehement durchzusetzen. Meiner wird jetzt 15 und es gibt mal mehr und mal weniger was einer Diskussion bedarf. Im Moment ĂŒbt unser Sohn mehr Kritik an seinem Vater. Der sieht das gelassen aber es gibt Tage, da ist der Tag verkorkst und man muss schon sehr ruhig bleiben. Schule erwarte ich kein 1er und 2er Zeugnis aber Leistungen so, dass keine LehrergesprĂ€che notwendig sind und er mitschimmt.

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Ob ich erfahren bin, keine Ahnung, aber ich find es schon ziemlich krass wie sich dein Sohn verhÀlt!
Meine sind 13 und 15, sind mal bockig und pampig, der grosse hat sich mal am rauchen versucht (gab Riesen Ärger), aber sonst benehmen die beiden sich.
Wo und wie lebt ihr denn?
Vielleicht hab ich auch einfach nur GlĂŒck?!

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So etwas kann ĂŒberall passieren, wenn die Kinder in die falschen Kreise geraten.

Ich kenne das sowohl von einer Freundin von mir, als auch von der kleinen Schwester einer anderen Freundin. Die Schwester ist total abgestĂŒrzt, richtig mit harten Drogen und allem. :-(
Die Freundin fing mit 12, 13 am Gymnasium an, sich an die, hĂ€ufig Ă€lteren, rauchenden SchĂŒler zu hĂ€ngen, spĂ€ter sogar an Ă€ltere, zwielichtige Figuren am Busbahnhof, blieb sitzen und verließ dann die Schule.
Ich hatte noch versucht, zu erreichen, dass sie sich wieder einkriegt, aber das war chancenlos. Ich weiß nicht, wie das ausgegangen ist. Was ihre Eltern versucht haben, weiß ich auch nicht. Seit sie sitzen geblieben war, hatten wir keinen Kontakt mehr.

Die beiden kamen aus normalen Mittelstandsfamilien, wie ich auch.

Woran es lag, dass sie sich so entwickelt haben?

Hm, die kleine Schwester war schon immer schwierig. Ich kannte sie schon als Kleinkind. Sie hatte als Kind kaum Anschluss, weil keine Gleichaltrigen in der NĂ€he wohnten, und sie uns auf den Wecker ging, weswegen wir sie selten dabei haben wollten. Sie war aber auch ein ziemlich anstrengendes Kind, weil sie sehr verwöhnt war. In der Familie war immer meine Freundin an allem schuld und nie die sĂŒĂŸe Kleine, was die sĂŒĂŸe Kleine ganz genau wusste...
Vielleicht hat sie in diesen Kreisen endlich den Anschluss gefunden, den sie immer gesucht hatte?

Die andere Freundin war im Grundschulalter immer gut gelaunt und lustig, so ein Kind, das jeder mochte. Sie hatte aber hĂ€ufig Ärger mit ihren Eltern, weil sie etwas angestellt oder kaputt gemacht hatte (was nicht selten meine Schuld war. Ich hatte damals öfter so Ideen... #schein)
Ich weiß, dass ihre Eltern sie auch geschlagen haben. Das gab es in meiner Familie nicht.
Vielleicht waren da die schlechten Kreise interessant, weil sie so frei wirkten, zu tun und zu lassen, was sie wollten?
FĂŒr mich waren die ĂŒberhaupt nicht attraktiv. Ich hĂ€tte keinerlei Lust, mich mit denen abzugeben, auch nicht, wenn meine Freundin dort war.

Ich war als Teenagerin eher, wie Deine Söhne.

Meine Theorie dazu ist, dass diese Gruppierungen besonders fĂŒr Jugendliche attraktiv sind, denen vorher etwas gefehlt hat, also die Außenseiter waren oder sehr angepasst oder die ĂŒbermĂ€ĂŸig strenge Eltern haben und jetzt Freiheit wittern.

Aber was man machen kann, wenn eine Jugendliche oder ein Jugendlicher auf diesem Weg ist...
Keine Ahnung. Ich wusste es damals bei der Freundin nicht und bin immer noch nicht schlauer, was das angeht.

LG

Heike

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Ich war auch recht erstaunt ĂŒber die Beschreibung und diese trifft hier in der Tat Null zu.

Meine sind 16 und 11 und ich erkenne weder sie noch ihre Freunde in dem was die TE beschreibt.

Ich denke nicht, dass du nur GlĂŒck hast und sehe eher an unsere Erfahrung die NormalitĂ€t und die Ausnahme an die der TE :-)

LG

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Hallo,

ich finde das Verhalten deines Sohnes schon recht extrem fĂŒr dieses Alter! Mein Sohn ist zwar erst 11, hat aber viele 12-jĂ€hrige Freunde.

-Sohn will nicht fĂŒr die Schule lernen

Das ist noch relativ normal und kommt bei sehr vielen vor, was aber nicht gleich bedeutet, dass man als Eltern diesen Zustand akzeptieren muss. Wir sind da sehr konsequent, erst kommt Schule und wenn das erledigt wird, kommt die "Hausarbeit". Allerdings hier nur, wenn der Umfang der Schularbeiten nicht sehr groß war und es sind wenige Dinge, die in seinem Aufgabenbereich fallen: SpĂŒlmaschine, MĂŒll wegbringen, Zimmer aufrĂ€umen, manchmal WĂ€sche zusammenlegen, (eigene) BettwĂ€sche wechseln.

-Weigert sich seine Aufgaben im Haus zu erledigen

Das ist auch ein relativ normales Verhalten, wer macht das schon gerne und freiwillig?

Freizeit kommt nach den Schularbeiten und gegebenenfalls den Hausarbeiten. Wenn Schularbeiten verweigert werden, muss er eben mehr im Haushalt helfen. Zumindest machen wir das so. Es ist immer ein entweder, oder. Wer seinen Hauptjob nicht erledigt, bekommt eben andere Aufgaben zugewiesen, das Leben besteht auch fĂŒr meinen 11-jĂ€hrigen Sohn nicht ausschließlich aus Freizeit, dafĂŒr aber hat er sehr viele Freiheiten, wenn Schule ordentlich funktioniert.

- Sohn kommt oft nach der Schule nicht nach Hause, chillt in der Stadt rum

Das kann auch schon mal passieren, wĂŒrde es allerdings hier wiederholt und ohne Absprache mit uns passieren, wĂŒrden wir ihn in die Schule bringen und wieder abholen. Er mĂŒsste somit solange in der Schule auf mich warten, bis ich nach meinem Feierabend ihn abholen kann. Zumindest fĂŒr mein Kind wĂ€re das eine sehr große Strafe, da er sehr gerne alleine, bzw. mit seinen Freunden den Schulweg bestreitet.


Diese restlichen Punkte, finde ich allerdings schon recht heftig fĂŒr einen 12-jĂ€hrigen, zumindest kenne ich das hier aus der Umgebung meines Sohnes ĂŒberhaupt nicht, noch nicht einmal von den Jungs, die schon immer etwas "wilder" in ihrem Wesen waren.

-Sohn will rauchen wie die anderen Kids

Mit 12, sehr heftig, hier in der Umgebung gibt es insgesamt kaum mehr Raucher und unter den Jugendlichen noch viel weniger.

- Sohn ist respektlos gegen jeden Erwachsenen inklusive uns Eltern

Das finde ich ehrlich gesagt auch sehr heftig in diesem Alter. Dass es mit den Eltern kracht, okay, aber anderen Erwachsenen gegenĂŒber?

- Sohn lĂŒgt rum, erfindet Geschichten

LĂŒgen kann immer mal passieren, die Frage ist was das fĂŒr LĂŒgen sind und was fĂŒr eine Tragweite das hat! Wenn mein Sohn heimlich am Tablet war, bin ich zwar verĂ€rgert, kann aber insgeheim seine LĂŒge verstehen und hĂ€tte wahrscheinlich in seinem Alter auch gemacht. Aber wenn er dich anlĂŒgt wo er war oder wohin er geht, er sich mit Leuten trifft, die ihr ihm nicht erlaubt oder wenn seine LĂŒgen sich auf die Schule auswirken. Sind das insgesamt LĂŒgen, wo er sich selbst in Gefahr bringt, oder andere Leute mit reinreitet. Da wĂŒrde ich dringend versuchen herauszufinden, warum er das macht.

- Lehrer rufen beinahe tÀglich an
- Legt sich auch fast mit jedem an, Eltern von den Kindern rufen auch stĂ€ndig bei uns an đŸ˜©

WIe gesagt, die letzten Punkte empfinde ich nicht unbedingt als normales pubertĂ€res Verhalten, erstrecht nicht in diesem Ausmaß schon gar nicht in diesem Alter. An eurer Stelle wĂŒrde ich mal schauen, wo ihr euch Hilfe von außerhalb holen könnt um das in den Griff zu bekommen. Vielleicht mal mit dem Vertrauenslehrer reden?

NatĂŒrlich prĂ€gt das Umfeld mit, allerdings bin ich jemand der der Meinung ist, dass man fĂŒr den "Mist" den man baut auch selbst verantwortlich ist. Das kommuniziere ich immer auch genauso mit meinem Kind. Er weiß schon seit jeher, baut er Mist muss er es ausbaden, die Ausreden er wurde dazu ĂŒberredet, alle anderen haben das auch gemacht und Ă€hnliches, zĂ€hlen bei uns nicht. Wir reden natĂŒrlich auch viel miteinander, zeigen auch VerstĂ€ndnis fĂŒr falsch getroffene Entscheidungen, geben ihm Strategien an die Hand, wie er am Besten handeln soll und erklĂ€ren ihm natĂŒrlich immer wieder, warum wir manchmal so "streng" sind. Das ist natĂŒrlich auch sehr wichtig, immerhin mĂŒssen sie auch erstmal selbst herausfinden, was okay ist und was nicht.
Was wir auch machen, ist ihm insgesamt mehr Freiraum geben wenn alles lĂ€uft wie es laufen soll, im Gegenzug wird vieles sehr schnell eingeschrĂ€nkt, sobald ich merke, es lĂ€uft gerade garnicht. Bei uns ist das sehr wichtig, da mein Kind sehr viel Freiraum braucht, das war schon immer so, schon als Kleinkind, je mehr Eigenverantwortung er bekommt, desto mehr funktioniert es bei uns zu Hause, aber durch den großen Freiraum, sind die Regeln dafĂŒr strenger und die Konsequenzen bei "Verstoß" auch sehr viel grĂ¶ĂŸer.

Wir haben mit unserem 11-jĂ€hrigen Sohn auch unsere Höhen und Tiefen, aber ein Mindestmaß an Respekt fĂŒr einander ist IMMER vorhanden, Fremden gegenĂŒber sowieso, sonst wĂ€re hier wirklich was los! Allein schon diesen Punkt von dir fand ich persönlich sehr heftig in Kombi mit dem Alter deines Kindes.#schwitz

Ich hoffe, ihr bekommt das schnell in den Griff und findet heraus, warum das Verhalten deines Sohnes so extrem ist, ich denke in diesem Alter könnt ihr noch eingreifen, je Àlter er wird desto schwieriger wird es und euer Einfluss wird geringer.

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12 Jahre ist frĂŒh fĂŒr dieses Verhalten.
Wende dich ruhig an eine Erziehungsberatungsstelle, oft hilft es schon ein wenig weiter, wenn jemand die Lage von außen beleuchtet.

Bitte nicht böse und ohne Ironie verstehen, sondern als gaaaanz vorsichtigen Stupser: Habt ihr schonmal ĂŒber ein Internat nachgedacht? Etwas Abstand von schlechten EinflĂŒssen kann gut tun und etwas Abstand kann auch dem Familienleben gut tun.

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"Etwas Abstand von schlechten EinflĂŒssen kann gut tun"

GrundsÀtzlich ist das kein verkehrter Gedanke, allerdings glaube ich auch, dass es auf Dauer nicht hilfreich ist den "Problemen" stÀndig aus dem Weg zu gehen. Sinnvoller ist es zu lernen, was richtig und was falsch ist und zu lernen, wie man sich auch in einer wilderen Gruppe durchsetzt und nicht jeden Mist mitmacht.
Diesen Weg versuchen wir zumindest bei unserem Sohn zu gehen, das erfordert allerdings sehr viele GesprĂ€che und bis jetzt fahren wir recht gut damit. Im Freundeskreis meines Sohnes sind die unterschiedlichsten Charaktare und auch sehr unterschiedliche "Schichten", damit verbunden auch sehr unterschiedliche Erziehungsstile, es lĂ€uft natĂŒrlich nicht immer alles Rund aber im Großen und Ganzen kann er sehr gut unterscheiden und auch entscheiden, welcher Unsinn gerade noch okay ist und welcher nicht mehr. Manchmal kann es auch vorkommen, dass er erst im Nachhinein merkt, dass er sich anders hĂ€tte entscheiden sollen. DafĂŒr gibt es dann die GesprĂ€che mit uns Eltern, wir reden dann sehr viel darĂŒber, was "schief" gelaufen ist und wie er hĂ€tte besser reagieren, bzw. entscheiden sollen.
Kommt man nie in solche Situationen, kann man auch nicht lernen damit um zu gehen.
Ähnlich wie bei kleinen Kindern, sorgt man stĂ€ndig dafĂŒr, dass sie nicht hinfallen oder rĂ€umt man alle Hinternisse aus dem Weg können sie nicht lernen wieder aufzustehen oder wie sie Hinternisse umgehen. ;-)

Ich denke bei einem 12-jĂ€hrigen kann man noch Einfluss nehmen, auch wenn es langsam schwieriger wird, da halte ich ein Internat fĂŒr etwas ĂŒberzogen. ;-)

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Hallo,

mit Konsequenzen kommst du ab PubertĂ€t nicht mehr sehr weit. Viel mehr musst du zunĂ€chst erst mal Ursachenforschung betreiben. Mit PubertĂ€t hat das Verhalten nichts zu tun. Jedenfalls nicht alles. Dass Schule schleifen gelassen wird ist in der PubertĂ€t normal. Aber ein komplett Absturz der Leistung nicht. Mal ne Note schlechter durch Faulheit ist ok, solange es sich noch im Rahmen befindet. Kein Bock zu nichts und chillen ist ebenfalls normal und auch biologisch erklĂ€rbar. Das Gehirn verbringt in der PubertĂ€t Höchstleistung und braucht dementsprechend Pause. Die Kinder mĂŒssen ihre IdentitĂ€t suchen, wissen teilweise nicht ob sie Fisch oder Fleisch sind. Auf dieser Suche nach ihrer IdentitĂ€t probieren sie sich aus und orientieren sich an Freunden. Auch das ist völlig normal. Sie nabeln sich von den Eltern ab und manche fangen an, gegen die Eltern und Lehrer zu rebellieren. Auch das ist IdentitĂ€tsfindung und normal. Allerdings zeigt sich jetzt, ob deine Erziehung FrĂŒchte getragen hat. Wie fest ist das Band zwischen euch und wie groß das Vertrauen? Ein pubertĂ€res Kind erzieht man nicht mehr mit Konsequenzen. Bis zur PubertĂ€t mĂŒssen gewisse Verhaltensregeln in Fleisch und Blut ĂŒbergegangen sein. Respekt steht da bei mir an erster Stelle. Nicht nur mir gegenĂŒber, auch dem Kind gegenĂŒber. Respekt erzieht man nicht an, Respekt lebt man vor. Freiheiten gab es hier entsprechend der VerlĂ€sslichkeit. Hielten die Kinder sich an Abmachungen, konnte ich die Leine lĂ€nger lassen. Dein Sohn kommt nach der Schule nicht nach Hause. Rede mit ihm, warum es ihm wichtig ist, noch in der Stadt anzuhĂ€ngen und findet einen Kompromiss. Bsp.: Du hast nichts dagegen, wenn er nach der Schule noch mit Kumpels in die Stadt geht, vorausgesetzt, er ist zur verabredeten Zeit Zuhause und erledigt dann seine Aufgaben. Klappt dies nicht, ist die Leine wieder kurz und er hat nach der Schule wieder daheim zu sein, notfalls holst du ihn ab. Nur allein der Faktor Peinlichkeit wird ihn dazu bringen, ĂŒber PĂŒnktlichkeit nachzudenken.
Das Rauchen ist ein anderer Punkt. Warum tut er es? In welchen Kreisen verkehrt er? Rauchen ist bei den heutigen Jugendlichen eher out und asozial. Was bei uns damals noch als cool galt, wird heute eigentlich abgelehnt. Kennst du seinen Freundeskreis? Hinterfrage wie seine Stellung in der Gruppe ist. Muss er sich Aufmerksamkeit suchen, will er zwingend irgendwo dazu gehören? So etwas kannst du nicht verbieten, da hilft nur reden. Sein Verhalten gegenĂŒber seinen Mitmenschen wird er zu spĂŒren bekommen. Halte ihm einen Spiegel vor, zwinge ihn zur Selbstreflexion. Jugendliche wollen gemocht werden und sind auf der Suche nach Anerkennung. ErklĂ€re ihm in einem ruhigen GesprĂ€ch, was seine MitschĂŒler von ihm halten, wenn er respektlos ist und sich mit jedem anlegt. Frage ihn, was er von jemandem hĂ€lt, der sich so ihm gegenĂŒber verhĂ€lt und erklĂ€re ihm dann, dass dies genau die Wirkung ist, die er auf andere hat. Das Verhalten euch gegenĂŒber ist nicht normal. Ich habe 2 Jungs im Alter von fast 16 und fast 18. Schlechte Laune ist normal, aber Respektlosigkeit nicht. Mit mir hat keiner respektlos zu reden. Das ist aber etwas, dass man Kindern nicht ab PubertĂ€t beibringen kann, sondern das muss von Anfang an klar sein. Wenn das alles nicht fruchtet, holt euch Hilfe von außen. Erziehungsberatung, Jugendamt etc. Noch ist er erst 12. Mit 15 erreichst du dann gar nichts mehr, wenn sich jetzt nichts Ă€ndert.

LG
Lotta

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Du Liebe,

wie ist es denn bisher bei euch gelaufen? Gibt es Geschwister? Sind Regeln ĂŒberhaupt selbstverstĂ€ndlich oder habt ihr da nicht so großen Wert drauf gelegt?

Ich will jetzt nix kritisieren, das hilft dir nicht und du kannst die Zeit eh nicht zurĂŒck drehen.

PubertĂ€t bringt viel Aufruhr, aber so extrem und frĂŒh ist schon ungewöhnlich.
Scheu dich nicht und such dir profesionelle Hilfe, Erziehungsberatung, Familienhilfe, was immer du in eurer Gegend zeitnah findest.
Such Kontakt zur Schule, Vertrauenslehrer, damit ihr an einem Strang zieht. Vielleicht wĂ€re es wirklich fĂŒr eine Zeit gut, wenn dein Sohn persönlich abgeholt wird und bis dahin halt sein Schulzeug nacharbeitet? Macht er seine Sachen besser, darf er wieder selbstĂ€ndig gehen.

Hat euer Sohn Hobbies, wo ihr evtl. drauf eingehen könnt - z.B. im Fitti anmelden zum Kindertrainig, Parkour oder ein Jugendcamp? Wenn die Anleiter coole Typen sind, kann so ein Vorbild ganz viel bewirken. Mach dich mal auf die Suche.

Letztlich: Seid starke Eltern! Euer Haus, euer Geld, eure Regeln - das hört sich böse an, ist es aber nicht. Zu Konsequenzen hab ich keine Ideen, das war bei unseren 4 Kindern nicht in der Form nötig. Es gab viele kleine "Belohnungen" und Aufmerksamkeiten, die unsere Kinder sehr geschĂ€tzt haben (wie mal ausnahmsweise FrĂŒhstĂŒck ans Bett oder wĂŒnsch-dir-was-Tag). Und unsere Kinder sind jetzt keine devoten Kriecher geworden, sondern aufrechte Erwachsene, die mit beiden Beinen im Leben stehen.

Ich wĂŒnsch dir alles Gute! Verlier nicht den Mut, du kannst viel tun!
liebe GrĂŒĂŸe