Tochter, Vater und der neue FreundđŸ„Ž

Ihr Lieben,

meine 15jÀhrige Tochter hat den ersten Freund. Er ist auch 15, darf deutlich mehr als unsere Tochter. In den letzten Wochen habe ich so manches angepasst und erlaubt. Er war oft hier und sie gemeinsam nur wenig unterwegs. Das ist mir sehr recht gewesen, da die Eltern des Jungen in Scheidung leben und da so manches gerade ungut lÀuft. Er ist wenig kontrolliert. Alles in allem macht er einen netten Eindruck. Soweit so gut.
Leider ist es seit dem Wochenende anders. Mein Mann, der normalerweise beruflich unterwegs ist, ist Zuhause und verhĂ€lt sich echt doof. Erst wollte er grundsĂ€tzlich alles mal verbieten und da gab's dann den ersten Ärger. Schliesslich durfte sie am WE weg. Als sie dann um 11 gebracht wurde, hat er versucht, den beiden aufzulauern. Da konnte ich ihn dann gerade so abhalten. Aber irgendwie lĂ€uft es nicht gut seit er hier ist. Jetzt geht sie weg und den Freund hab ich seit Samstag nicht mehr gesehen. Mir geht es nicht gut damit. Meine Tochter ist megagenervt von den SprĂŒchen.
Ich habe tÀglich mit meinem Mann geredet, dass ich sie lieber hier habe als sonst irgendwo. Gestern meinte er dann, dass es doch gut wÀre, dass er den Jungen "vertrieben" habe. Sonst hÀtte der sich noch zwei Wochen (Osterferien) bei uns eingenistet. Irgendwie versteht er nicht, dass mir total wichtig ist, mit meiner Tochter ein gutes VerhÀltnis zu behalten. Und dass ich lieber die Freunde hier habe als die Tochter auf der Strasse. Und dass sie bei ihm schon anfÀngt, die Wahrheit "zu dehnen", damit er sich die Bemerkungen spart und sie mehr raus darf.

Ich kenne das aus meiner Jugend: Alles dĂ€mliche Elternverhalten hat dazu gefĂŒhrt, dass ich gelogen habe wie ein Weltmeister. Meine Mutter hatte keine Ahnung was bei mir los ist. Das will ich vermeiden.

Ich habe mit meiner Tochter sehr offen gesprochen, sie war auch schon beim FA.

Momentan fĂŒhle ich mich echt schlecht. Ich bin hin und her gerissen, letztlich kann ich das Verhalten meines Mannes nicht akzeptieren. Das fĂŒhrt dann dazu, dass ICH ihm eben Sachen nicht erzĂ€hle, die mir die Tochter sagt. Und dass ich es am liebsten hĂ€tte, wenn er wieder weg ist. Und das ist doch total schade...

Meint ihr, dass es mit der Zeit besser wird? Oder hab ich einen falschen Ansatz? Wie ist das bei Euch?

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Bleib bei deinem Ansatz und wasche dem Vater den Kopf. Diese Sache kann niemand aufhalten. Sie wird bloß alles heimlich machen und LĂŒgen was das Zeug hĂ€lt. Wo ein Wille ist, ist halt auch ein GebĂŒsch. Und du hast völlig Recht damit, dass sie ihre Beziehung besser in eurem Dunstkreis ausleben sollten, als dann auf der Straße rumzulungern und sonstwas zu tun. Er muss Mal mit seinem Kopf im 21. Jahrhundert ankommen. Das was er macht, bringt echt gar nix.

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Ohje, die lieben VĂ€ter.

Wenn es der erste Freund ist, dann kann es natĂŒrlich schön sein, dass der Papa noch lernt damit umzugehen und es dann bald gelassener nimmt.

Ich habe keine Tochter und wenn dann wÀre sie auch noch zu klein. - kann also aus der Perspektive nicht mitreden sondern ebenfalls nur als Tochter.

Bei meinem Vater war es auch tatsĂ€chlich immer die Sympathie. Wenn er meinen Freund mochte, dann war es okay. Wenn nicht, dann musste er sich ordentlich zusammen reißen.
Das hat er aber gelernt... Am Anfang ist es glaube ich schwer die Töchter groß werden zu lassen mit dem Freund und so - Grade fĂŒr die Papas.

Aber ich wĂŒrde auch ganz klar sagen an deiner Stelle, dass das alles gar nicht geht. Und das du die Regeln machst, da du die meiste Zeit da bist und der Freund herzlich zu ist. đŸ™†đŸŒâ€â™€ïžđŸ€·đŸŒâ€â™€ïž

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Hast du mit deinem Mann so gesprochen wie du hier kommuniziert hast?

Sprich von deinen Erfahrungen frĂŒher, deine Ängste usw.

Meine Tochter hatte den ersten Freund mit 13. erstmal ungewöhnlich fĂŒr uns, aber okay. Wir kannten den Jungen schon lĂ€nger und auch die Eltern.

Jetzt ist sie 17 und der Freund ist ein anderer (sind jetzt ĂŒber 1,5 Jahre zusammen). Das zu den Eckdaten. Wir mögen den Jungen auch nicht besonders, aber er darf hier immer ein- und ausgehen, besser als wĂŒrden sie irgendwo rumlungern.

Versuch bitte deinem Mann klar zu machen, dass er /ihr bei einem solchen Verhalten eure Tochter verlieren könntet.
Bitte bleib standhaft und hab immer ein offenes Ohr fĂŒr deine Tochter.

VG

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Ich befĂŒrchte, dass ist so typisch Vater... mein Vater war immer der lockerer, bei ihm durfte ich meist mehr. Meine Freundinnen und Kumpels hatten immer ein nettes lockeres VerhĂ€ltnis zu meinen Eltern. Und dann wurde ich 17 und brachte den ersten Freund mit nach Hause.. er 27 und Soldat... ich erkannte meinen Vater nicht wieder... mĂŒrrisch, wortkarg, blöde SprĂŒche.. meine Mutter, meine Oma und meine Tante sind fĂŒr mich in die Bresche gesprungen, dennoch hat er 4 Monate gebraucht, oberflĂ€chlich wieder normal zu werden. Wir sind noch immer zusammen bzw verheiratet. Und nun mögen sie sich. Laden sich zum Kaffee oder grillen ein, fahren zusammen in den Urlaub etc pp... es kann also durchaus besser werden...

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Ich hĂ€tte meinen Mann vor die TĂŒr gesetzt. Sein verhalten finde ich nicht gut fĂŒr eure Tochter und deren Freund. Ich finde das Verhalten des Vaters pervers und KindeswohlgefĂ€hrdend.

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ErgÀnzung:
Letzte Nacht hat es jetzt richtig zwischen uns gekracht. Er wirft mir vor, dass ja alles anders war.

Nun hat er heute morgen die Tochter ins Verhör genommen, die sich fast nichts sagen traute ausser "es ist mir unangenehm wenn du da bist und mein Freund auch. Aber macht ja nichts, dann gehen wir halt raus..." Und nun fĂŒhlt er sich im Recht. Ich bin echt fertig. FĂŒr mich ist mir das ja eigentlich egal. Ich bin durchaus konfliktfĂ€hig. Aber meine Tochter zieht sich hier raus und geht weg. Das will ich einfach gar nicht.

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Hallo,
Ich finde es gut, dass du die beiden lieber zu Hause hast, als sonst wo.
Das muss irgendwie auch dein Mann verstehen.

Meine Cousine ist 18. mit 16 hat sie jeden Typen mit nach Hause geschleppt, das sah es meine Tante auch so. „Hier sehe ich wenigstens, was sie macht.“
Sie durfte sogar zu Hause eine Riesen Party schmeißen.
Das alles hat sich ausgezahlt. Sie erzÀhlt alles der Mutter, sie gehen mit allen Sachen sehr offen rum.
Ich werde es mit meiner Tochter auch so machen.
Bleib dran

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Hallo, kann es vielleicht sein, dass dein Mann nur einfach nicht solange einen "fremden" Menschen im Haus haben will? Wie groß ist eure Wohnung /Haus?
Weißt du, das könnte ich irgendwie verstehen. Der Freund der Tochter ist ja (noch) kein richtiges Familienmitglied, es ist also so, als wenn stĂ€ndig ein Gast da ist. Man flĂ€zt sich dann nicht in der Ă€ltesten Hose vorm Fernseher herum sondern "reißt sich zusammen", also nichts mit gemĂŒtlich daheim sein sondern ein gutes Bild vorm Gast abgeben. Vielleicht nervt ihn das?
Sprich ihn mal darauf an. NatĂŒrlich ist es jetzt schwierig, die Teenies können nicht fortgehen, auch nicht wirklich Freunde treffen, es bleibt ihnen nur das Daheim. Aber wenn es dein Mann als störend empfindet, sollten sie das auch berĂŒcksichtigen, der Freund muss ja nicht die ganze Woche bei euch sein.

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Nein, das glaub ich nicht. Bei uns ist sehr oft viel los mit den verschiedenen Freundinnen und Freunden unserer Kinder. Und wir nehmen uns da auch nicht zurĂŒck. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer im Obergeschoss, da kann man sich gut aus dem Weg gehen. Die wollen ja gar nicht bei uns sitzen.
Es geht darum, die Tochter "abzugeben", da habt ihr schon recht. Die "3Takte" mit Aufpassen und so hab ICH mit dem Jungen gesprochen. Und er ist da auch voll zuverlÀssig.
Ein bisschen hat mein Druck beim Mann schon gefruchtet. Momentan hĂ€lt er sich zurĂŒck...

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Hallo,

es ist gut dass Du hinter Deiner Tochter stehst.

Ich denke Deinem Mann geht es bei alledem auch mehr ums Prinzip, was aber defintiv der falsche Weg ist. Mit seiner Bockerei und Kontrolle verbaut er sich nur die Beziehung und das VertrauensverhÀltnis zu seiner eigenen Tochter und aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich diese Risse sich nicht mehr so schnell kitten lassen.

Er muss sich ĂŒber kurz oder lang mit dem Gedanken anfreunden, dass Euer MĂ€del nun auch eigene Entscheidungen trifft und Erfahrungen machen wird.

Und by the way:

Kein Vater will dass seine Tochter das tut, was die Töchter anderer VÀter tun sollen als er selber ein junger Kerl war!:-p;-)

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Hey, habt ihr inzwischen noch mal geredet? Ich habe zwar nur einen kleinen Sohn, möchte aber mal von mir berichten :)
Meine Eltern waren immer recht locker und ich hatte viele Freiheiten...soweit ich mich erinnere, durfte ich mit 15/16 bis 22 Uhr oder sogar noch lÀnger raus, wenn mich ein Kumpel nach Hause begleitet hat.
Ich hatte zwar erst mit knapp 18 meinen ersten Freund, aber meine Eltern haben sich weniger Sorgen gemacht, wenn sie wussten, dass ich nach Hause gebracht werde und meine Eltern kannte auch meine Kumpels/Freunde sodass das Vertrauen auch sehr gut war...ich weiß natĂŒrlich nicht, ob die Gegend bei euch "gefĂ€hrlich" ist oder eher ein Dorf, wo jeder jeden kennt, aber vllt nimmt es ja die Kontrolle deines Mannes etwas raus, wenn er weiß, dass sie nicht alleine ist und sich der Freund eurer Tochter gut um sie kĂŒmmert oder eher gesagt er gut auf sie aufpasst...ich glaube es ist schwer fĂŒr deinen Mann eure "kleine" Tochter in die Hand eines anderen Jungen zu geben und nicht mehr der beschĂŒtzende Papa fĂŒr seine Tochter zu sein, aber ich denke das ist alles ein Prozess...selbst bei meinem ersten Freund hat mein Vater ihm ein paar Takte erzĂ€hlt, dass er ja auf mich aufpassen soll etc. Und ich glaube das Wichtigste ist einfach, dass ihr euch auch auf eure Tochter verlassen könnt...wenn sie generell mit euch oder auch nur mit dir ĂŒber alles redet, wenn sie Probleme hat, dann nimmt es auch die "Angst" von deinem Mann evtl. :)

Alles Gute🍀