Wie geht es euch dabei, eure Kinder erwachsen werden zu sehen?

Hallo ihr Lieben,

nein, das hier wird kein Problemstrang - vielmehr suche ich einen kleinen Erfahrungsaustausch mit euch :-)

Eigentlich habe ich mich nie als Glucken-Mama gesehen, aber ich spüre selbst mehr und mehr Wehmut, wenn ich mir meine 16-jährige Tochter und meinen 14-jährigen Sohn so betrachte.

Ja, sie haben sich entschieden auf ihren Weg gemacht. Momentan sind beide in einem Betriebspraktikum für zwei Wochen. Dieses endet morgen. Beide sind völlig begeistert! Mein Sohn wollte ohnehin schon immer Koch werden und meine Tochter hat - gottlob! - wohl auch endlich den richtigen Beruf für sich finden können (Mediengestalterin). Wenn sie mir von ihrer Arbeit berichten, ist für mich deutlich spürbar, WIE groß & reif die beiden schon geworden sind und am liebsten nächste Woche schon ihre Ausbildung beginnen würden...

Nur noch wenige Jahre und sie werden ihr eigenes Leben leben. Darauf bin ich einerseits natürlich sehr stolz. Zumal es nicht immer sonderlich einfach war mit den beiden. Herrje ... WAS für Kämpfe wir z.T. hatten. Ob Schule, Zimmer oder sonstwas und wie sehr ich mir manches Mal einen abgebrochen und mich im Forum ausgeheult habe #rofl ... Andererseits werde ich dann doch manchmal ein bisschen traurig ... sooooo schnell verging die Zeit, vieles habe ich falsch gemacht, manches bestimmt auch richtig und immer muss ich daran denken, wie es war, als sie noch klein waren. Manchmal würde ich gern die Zeit zurückdrehen, um es noch einmal zu erleben und einiges zu verändern (was hätte ich damals dafür gegeben, nicht schon sooooo früh wieder arbeiten zu müssen, ging aber nicht anders) .... Aber ... ob es dann anders, besser geworden wäre? Keine Ahnung. Ist auch egal, denn es ist gut so wie es ist :-) ... So IST halt der Weg des Lebens.

Wie geht es euch, als Teen-Mütter/Väter als Wegbegleiter:innen eurer Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenwerden?

VLG von Deichbrise #winke

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Hey Deichbrise,

oh ja, die Gefühlslage kenne ich. Unser Sohn ist 15 Jahre alt und in der 10. Klasse Realschule - also Abschlussjahrgang.

Lange wusste er nicht was er danach machen möchte. Zur Schule gehen definitiv nicht mehr. Für eine Ausbildung fehlt im die richtige Richtung und unserer Meinung auch noch etwas an Reife.

Durch ein Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter hat sich das Blatt sehr schnell gewendet. Seit dieser Woche hat er ein FSJ/Bundesfreiwilligendienst sicher ab August nächstes Jahr. Dies wird er in einem Kindergarten im Nachbarort machen. Er liebt es mit Kindern umzugehen und Kinder finden ihn super. Selbst bei fremden Kindern dauert es nur wenige Minuten und sie hängen an ihm dran. Auch im Fußballverein hilft er hin und wieder beim Training der Kleinen und bekommt viel positives Feedback.
Vielleicht wird das ja sein Weg.
Seitdem er weiß wie es nächstes Jahr weitergeht, konnte man richtig merken das es ihm viel besser geht.

Ansonsten war und ist er immer umgänglich gewesen. Klar gab es pubertätsbedingte Zickereien, aber nie so schlimm wie wir es bei Anderen sehen.

Langsam kommen die Mädels ins Spiel und die Freunde werden immer wichtiger. Trotzdem ist er immer da, wenn der Opa ihn z.B. mal braucht um Holz zu machen.

Was ich richtig schräg finde, das er inzwischen so groß ist wie ich #zitter und bei den 1,80 m noch lange nicht Schluss ist....

Tatsächlich freue ich mich auf die nächsten Jahre und wie er sich weiterentwickelt. Ich hoffe wir können ihm alles mitgeben was man für ein eigenständiges Leben braucht.

LG
Tanja

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Moin!

Wenn es gut läuft währt das Leben ca. 90 Jahre. Davon ist man in den ersten 15 Jahren vollkommen abhängig von den Eltern. Danach die nächsten 15 Jahre steht man in in der Blütezeit seiner Jugend. Die folgenden 30 Jahre sind geprägt von Reifung und man kommt im Endzustand seiner Entwicklung an. Die restlichen 30 Jahre sind dann Genuss- und Leidenszeit zugleich. Am Ende ist man ähnlich hilflos wie am Anfang.

Was ich damit sagen will:
15 Jahre sind echt kurz wenn man die gesamte Lebenszeit betrachtet. Und doch steckt so viel darin. Geburt und Entwicklung eines Menschen sind Höchstleistungen für den, der es erlebt und auch für den, der begleitet.

Machen wir das beste draus, das Leben ist so kurz.
Seid nett zu euren Kindern

Nchdenklichen Gruß
vom Klos

3

Hallo
Ich bin bei weitem keine Glucke, mittlerweile glaube ich aber voll und ganz was mir meine Mutter immer sagte. Egal wie alt, sie bleiben für immer unser Kind. Es ist natürlich anders und man ist weniger aktiv, aber es ist nicht so dass sich das Gefühl mit dem 18 Geburtstag einfach abstellt. Gedanklich ist man mehr oder weniger trotzdem noch dabei.
Das Verhältnis wandelt sich natürlich auch, aber auch das ist etwas schönes. So auf einem Level zu sein ist echt toll. Ich hatte beim ersten Kind quasi auch keine Pause und kenne den Gedanken „hättest du doch“. Ändern kann man das aber nicht mehr, wichtiger ist das hier und jetzt. Unsere älteste ist nun schon über 20 und wir haben in den letzten Jahren etliche tolle Erlebnisse, Gespräche, Reisen,.. erlebt. Sie sind ja nicht aus der Welt und ich bin wirklich stolz auf unser tolles großes Kind :-)

LG