Schulwechsel in der 9. Klasse

Tochterkind (14) besucht aktuell die 9. Klasse am Gymnasium (G8, BW). Aus verschiedensten Gründen fühlt sie sich an ihrer aktuellen Schule aber nicht mehr wohl, findet nur schwer Anschluss und auch ihre Noten haben sich deutlich verschlechtert.
Über Social Media hat sie ein paar Freunde von anderen Schulen kennengelernt, mit denen sie sich auch in ihrer Freizeit ab und zu trifft. Natürlich tauschen sich die Kids auch über ihre Schulen aus, die eine Freundin hat sie an deren Gymnasium auch mal besucht und hat beim Weihnachtsbazar auch ein paar Klassenkameraden kennengelernt. Außerdem glaubt sie - anhand der Erzählungen ihrer Freunde - dass das Lernpensum an einem anderen Gymnasium nicht ganz so hoch ist (was ich für eine Illusion halte, aber das sehen wir dann ja ...).

Kurz: Sie möchte unbedingt die Schule wechseln. Sie hat schon in der 8. davon geredet, seit diesem Jahr aber steht für sie fest, dass es ihr letztes Jahr am Mädchengymnasium sein wird. Da sie nach Möglichkeit die gleiche Fächerfolge behalten sollte, kommen hier im Umkreis nur zwei andere Gymnasien in Frage, die die gleichen Profile anbieten. Können oder sollen wir uns bei beiden Schulen bewerben? Und falls beide Schulen noch Kapazitäten hätten, könnten wir dann frei wählen, auf welche Schule unsere Tochter kommen soll? Könnte sie vielleicht sogar mal an einem Schnupperunterricht teilnehmen, um die neue Schule und die neue Klasse kennenzulernen, bevor sie sich entscheidet? Oder wie gehen wir hier am besten vor?
Auch stellt sich die Frage, ob ein Schulwechsel mitten im Schuljahr sinnvoll ist oder lieber erst zum Schuljahreswechsel.

Welche Erfahrungen habt ihr mit einem Schulwechsel in der Mittel- bzw. Oberstufe gemacht? Welche Gründe und Voraussetzungen würden unsere Chancen auf einen Platz ggf. erhöhen?

Ich freue mich über Tipps und Erfahrungsberichte.

1

Wie wäre es mit etwas anstrengendem Pensum von 9 auf die 11 im Soz.Gym oder Techn.Gym. oder Wirtschafts-Gym. zu wechseln? bei uns gab es erst diese Woche dazu Info-Veranstaltungen, da man sich mit dem HalbjahresZeugnis dort bewerben muss. (einige machen das aus "Gründen" schon nach 9 (die fast versetzungsgefährdeten, denen Latein oder Mathe das Genick bricht z.B.). - einfacher wird es nach 10)
Oder noch ein Jahr durchhalten und nach der 10 in die 11 der o.g. Spezialgyms wechseln?

einfach so, nur weil einem die Lehrer nicht passen und wo anders irgendwelche Freunde sind wäre jetzt kein Grund für mich, mein Kind wechseln zu lassen. - Das ist ja schon schwer genug durchzusetzen, wenn Mobbing etc... im Spiel ist. - und Freunde wechseln dauernd. Was macht sie, wenn diese neuen lockeren Freundschaften auseinandergehen? -- wieder wechseln? -- Freunde sollten nicht der Wechselgrund sein. Aber generell: wein Wechsel einfach so muss immer in Absprache mit dem DIrektor und dem anderne Direktor und dem Schulamt passieren. -- also wenn ihr das wollt, wäre das erste Gespräch mit den beiden Rektoren der beiden Gyms. dann sieht du ja, ob es möglich ist.

2

Stuttgart?

3

Hey!

Ruft bei den beiden Gymnasien an und fragt nach, ob sie sie annehmen würden. Bietet ein Kennenlernen über Probeunterricht an, falls Interesse besteht.
Ich würde dort sofort anrufen, bevor zum Schuljahresende noch mehr auf dieselbe Idee kommen.

Ja, es kann sein, dass der Anspruch woanders niedriger ist oder die Kinder mehr Hilfe erhalten, um die Erwartungen zu erfüllen.

Liebe Grüße
Schoko

Bearbeitet von schokofrosch
4

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass so ein Wechsel grundsätzlich problemlos machbar ist. Sowohl unser Sohn hat vor ein paar Jahren zur 9. Klasse die Schule gewechselt (er wollte einen Neuanfang, nachdem er eine Zeit lang „Mist“ gebaut hat und war nach dem Wechsel plötzlich Klassenbester), als auch eine unserer Töchter - sie ist vorletztes Jahr zur 11. gewechselt, um ihr Fachabi woanders zu machen. Sie war schon immer gut in der Schule, ist aktuell aber sogar die Beste aus ihrem Jahrgang. Ich weiß nicht, ob es jeweils am Wechsel generell oder einfach an der Schule gelegen hat, aber bei uns war es eine super Entscheidung, die von den Kindern ausging.
Dadurch inspiriert, wechselt unsere 13 Jährige jetzt zum Halbjahr ebenfalls auf diese Schule und ich hoffe auch hier entwickelt sich das zum Positiven 🙂🙏🏼

Generell also nicht die schlechteste Idee - Lernen müssen die Kinder sowieso, dann doch am liebsten dort, wo sie sich wohl fühlen ☺️

5

Ich finde generell auch einen Wechsel nicht schlecht. Erstmal haben die meisten Schulen heute ausgeprägte Profile. Und dabei meine ich jetzt nicht, ob sprachlich oder mathematisch, sonden auch die Unterrichtsformen. Wir nicht viel Frontalunterricht gemacht, findet alles im Kernhaus statt, wird Wert auf freies Lernen gelegt. Ich sehe das ab der Schule meiner Kinder ,das Gymnasium spricht völlig andere Kinder ab als das sechs Kilometer weiter (Bayern). Und genauso wie nicht jeder Lehrer mit jedem Lernkonzept zurecht kommt, kommt es nicht jeder Schüler. Da könnt halt ur aber ja ein Beratungsgespräch machen oder wirklich schnuppern.
Aus eigener Erfahrung würde ich auch sagen, dass es einfach wichtig sich ab einer Schule wohl zu fühlen ...ich musste damals ab ein entferntes Gymnasium, weil meinen Eltern (mein Vater war selbst in der Schulberatung tätig) die Richtung gefiel. Ich habe mich da vom ersten Tag an nicht wohl gefühlt, vom Stadtrand ins Zentrum, jeden Tag zwei Stunden Fahrt und hätte ich Mitschüler besuchen wollen vielleicht sogar 4 Stunden, weil die ja eben wegen des großen Einzugsgebiets möglicherweise aus der ganz anderen Richtung kamen. Ich hätte dann eine gute Freundin, aber letztendlich würde ich uns beide aus heutiger Sicht als Mobbing Opfer bezeichnen...den Begriff nahm damals niemand in den Mund. Notenmäßig lief es gut. Ich habe dann in der achten Klasse in einem Sportverein bei uns im Nachbarort abgefangen und hatte endlich viele Freunde und habe mich endlich wohlgefühlt. Und so wollte ich eigentlich von da ab immer Schule wechseln. Meine Eltern haben s aber verboten, vor allem weil meine Noten ja OK waren ...es hieß immer, dann siehst du deine Freunde eben in der Freizeit, reicht ja. Ja, klar, gibt Konstellation wo es es nicht anders geht, aber bei mir wäre es eben anders gegangen....ich bin soooo ungern in die Schule gegangen und habe aus dieser Zeit auch nur die eine Freundin behalten.... Ich habe das meinen Eltern ehrlich gesagt nie ganz verziehen....