Stillen bei Zwillingen?

Hallo zusammen,

wahrscheinlich gibt es das Thema schon irgendwo aber ich hab es auf die Schnelle nicht gefunden...
Ich bräuchte mal euren Rat und eure Erfahrung:

Unsere Zwillinge sind jetzt fast 6 Wochen alt. Wir hatten einen etwas holprigen Start im Krankenhaus was das Stillen angeht, so dass wir nach 7 Tagen super gestresst das Krankenhaus verlassen haben und nach 15 Hebammen mit 35 verschiedenen Meinungen und diversen Fütterungsmethoden (Spritze, größere Spritze, Becher, Fläschen, Brusternährungsset mit Spritze, Tandemstillen, ...) das Ergebnis war, dass beide Kinder gar nicht mehr an die Brust gingen und nur noch das Fläschen (HA Pre) nahmen...

Jetzt - 5 Wochen später - sieht unsere Situation so aus:
Unsere Kinder bekommen eine Mischung aus Stillen (der Junge so, das Mädchen mit Stillhütchen), abgepumpter Muttermilch aus dem Fläschen und HA Pre aus dem Fläschen.
Ich pumpe alle 3-6 Std ab (versuche alle 3, aber oft schaffe ich nur 4-5, weil eben auch mal Besuch da ist, wir unterwegs sind oder einfach ein Kind nicht abgelegt werden will..) und sammle die Muttermilch. Meistens kommen so 60 - 70 ml zusammen, wenn ich vorher ein Kind angelegt habe, dann sind es oft nur 20 ml (sehr frustrierend).
Das Stillen funktioniert nur so semi-gut. Der Junge hat nach 30-45 Min Brustnuckeln auf jeden Fall noch so viel Hunger, dass er locker ein 80ml Fläschen ext. Das Mädchen tut sich mit dem Stillhütchen schwer, so dass Tandemstillen max 1-2 Minuten funktioniert und sie auf jeden Fall danach auch noch gefüttert werden muss.

Zu meinen Fragen:
Ist das normal? Ist das bisschen Muttermilch den ganzen Stress eigentlich wert? Gibt es zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch eine Chance die Milchproduktion zu steigern?
Vollstillen ist nicht mein Ziel - ich finde es gut, dass mein Mann mit dem Fläschen ebenfalls füttern kann. Aber jeder sagt mir, dass Muttermilch total wichtig sei und daher möchte ich sie meinen Kids natürlich auch nicht vorenthalten.

Wie war das bei euch? Ist es den Aufwand wert?

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Hallo.
Das musst du im Endeffekt ganz alleine entscheiden. Wichtig ist, dass du und deine Kinder mit der Situation zufrieden sind. Bei uns war das stillen auch eine Katastrophe und ich habe mich nach langem Kampf fürs pumpstillen entschieden, weil es mir wichtig war, dass meine beiden Muttermilch bekommen. Ich hab das dann 6 Monate durchgezogen und bin dann auf Pre umgestiegen.
Wir haben auch eine ganze Weile diese furchtbare Mischung aus Stillen, Pumpen und zu füttern betrieben. Das hat mich entsetzlich gestresst! Du solltest auf jeden Fall versuchen, eine Lösung zu finden, mit der du entspannt und glücklich sein kannst. Da haben die Babys meiner Meinung nach mehr von, als davon, dass man ihnen auf Krampf Muttermilch geben will. Stillen ist schön, wenn es funktioniert und natürlich hat Muttermilch ihre Vorteile, aber auch mit Pre bekommt man die Kinder groß.
Wünsch euch alles gute 😊

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Hallo!
Ich habe meine Zwillinge nicht gestillt, nur Pre Nahrung von Anfang an.
Ich kann dir also nichts zum Thema stillen raten oder sagen, nur soviel : das hört sich mega anstrengend an.
Ich hatte/habe total entspannte und zufriedene Kinder, die von Anfang an auch gute Schläfer waren.
Höre auf dein Bauchgefühl und du wirst das Richtige tun ❤, du selber darfst halt auch nicht auf der Strecke bleiben finde ich!
Lg

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Hallo
Bei uns war es ähnlich. Meine Tochter habe ich 11 Monate ohne Probleme gestillt. Bei den Zwillinge war es ein riesen Drama. Im Krankenhaus wurde angelegt, ausgestrichen, wieder angelegt, nebenbei hat mindestens eine der Kleinen geschrien. Es war nur stressig für mich. Die Kleinere war dann unterzuckert und hätte fast verlegt werden müssen. Das war für mich der Punkt auf Pre zu wechseln. Ab dem Moment war es für mich viel entspannter.
Für mich war es den Stress nicht wert. Ich bin eigentlich sehr fürs Stillen, aber nicht um jeden Preis. Die Kraft und Zeit habe ich an anderen Stellen gut brauchen können und war froh es so lösen zu können. Es ist für mich, bis jetzt zumindest, auch kein Unterschied spürbar zwischen meinem gestillten Kind und den nicht gestillten.
Liebe Grüsse

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Ich war um ehrlich zu sein auch sehr froh, als wir aus dem Krankenhaus raus waren und unsere Hebammen fürs Wochenbett da auch auf meine Gefühle geachtet hat. Er hat die ersten beiden Monate genau wie bei dir zzgl zur PRE Muttermilch bekommen, aber da die MuMa dann abgenommen hat und ich pro Abpumpen auch nur noch 30-40 ml hatte, hab ich es dann nach dem zweiten Monat eingestellt. Jetzt bekommt er nur noch PRE. Und ich bin jedesmal davon überrascht, wie sehr das manche Menschen schockiert. "Sie stillen doch bestimmt. Dann brauchen sie Jod." "Ich Stille nicht." "Wie sie stillen nicht?!?!" Ich konnte nicht anlegen, Flachwarzen, aus dem Krankenhaus kam ich mit blutigen und verkrusteten Brustwarzen und hatte, bevor mir meine Mutter ne Milchpumpe mitten in der Nacht vorbei gebracht hat echt immer Bammel davor, dass er gleich aufwacht und wieder Hunger hat. Musste mich beim Anlegen im Stillkissen Festkrallen und hab teilweise gezappelt sie ein Schwein bei der unsachgemäßen Schlachtung. Stillhütchen wollte er nicht. Und im KH haben die auch alles drei und vier Mal ausprobiert. Hab irgendwann nur noch geweint beim stillen. Mit der PRE und der Pumpe konnte ich mich endlich darauf freuen, wenn er wach wird und ich auch Zeit mit ihm verbringen kann.

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Also, bei uns lief es am Anfang auch sehr holprig. Im Krankenhaus ist einfach vieles schlecht gelaufen und das Chaos zu Hause wurde dort vorprogrammiert.

Anfangs haben wir über Wochen beide gestillt und zusätzlich abgepumpt und über Finger feeding Mumi verabreicht, da beide nicht effektiv an der Brust waren.

Dann haben wir PRE mit ins Boot geholt und das via Finger feeding gegeben.

Irgendwann konnte mein Sohn mit Stillhütchen gut an der Brust trinken und seit dem wird er vollgestillt. Meine Tochter nahm weiter kaum zu und schweren Herzens sind wir auf PRE mit Fläschchen umgestiegen. Damals hatte ich irgendwie ein Brett vorm Kopf und bin nicht auf die Idee gekommen, Mumi via Fläschchen zu geben.

Rückblickend bereue ich es sehr, meine Tochter abgestillt zu haben. Ich habe das Gefühl, dass damit unsere Bindung einen kleinen Knacks erlitten hat. Es hat lange Zeit ausschließlich der Papa die Fläschchen gegeben. Mein Sohn hat viel geclustert zu der Zeit, deshalb. Heute ist meine Tochter ein kompliziertes Schreikind und kann mit Nähe wenig anfangen. Die Ursache kann sonst wo liegen. Es ist nur mein Bauchgefühl, das mir sagt, dass die wenige Nähe mangels Stillen ihr zugesetzt und sie geprägt hat. Vermutlich hat es nicht mal ansatzweise etwas miteinander zu tun. Aber Bauchgefühle sind ja auch recht starke Gefühle.

Wenn ich zurück könnte, würde ich jedenfalls weiter versuchen, beide zu stillen.

Aber das muss jeder für sich entscheiden. Mein Rat ist lediglich, die Entscheidung mit Weitblick zu treffen.

Alles Gute euch! 🍀💪😊

Liebe Grüße
Miezii (💙💗 4 Monate)

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Oh du Arme, dass du solche Schuldgefühle hast. Ich kenne das ähnlich, weil ich meine Tochter die ersten Nächte im Krankenhaus alleine gelassen habe, da ich zu schwach war um auf die Intensivstation zu kommen. Ich hatte eine Influenza und eine sehr lange Geburt, die im Kaiserschnitt endete. Lange dachte ich, ich hätte mich mehr anstrengend müssen zu ihr zu kommen. Sie ist eine schlechte Schläferin und ich habe lange gedacht sie hat ein Trauma davon, weil sie nachts geweint hat und Mama nicht da war. Die Schwestern haben sich natürlich um sie gekümmert.

Nach meinem zweiten Kaiserschnitt mit Komplikationen weiß ich wieder, dass es wirklich damals nicht anders ging und diesmal habe ich mich bewusst dazu entschieden, mich um mich zu kümmern und den Ärzten und Schwestern zu vertrauen. Meine Zwillingsjungs waren wieder auf der Intensivstation. Das hat mir geholfen das Geschehen damals mit anderen Augen zu sehen. Ich konnte wirklich nicht!

Ich hoffe, dass dir vllt auch irgendwas hilft, die Entscheidung zu verarbeiten oder mit anderen Augen zu sehen. Vllt konntest du auch einfach nicht anders. Dieses ganze Abpumpen nimmt so viel Raum im Alltag ein, das macht einen doch fertig ....

Irgendwann rücken andere Themen in den Vordergrund und die Stillprobleme und das Drumherum sind Vergangenheit!

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Ich hatte ähnliche Schwierigkeiten am Anfang, deswegen teile ich meine Erfahrung.

Ich hatte am Anfang auch nicht genug Milch für beide und musste Maßnahmen ergreifen. Wir haben auch Muttermilch und pre kombiniert, aber irgendwann merkte ich, dass das Verhältnis Richtung pre kippte. Allerdings kamen bei mir mal 200 ml zusammen, aber es reichte nicht. Ich habe anfangs auch versucht, alle 3-4 zu stillen (wir haben immer stillen und anschließend pre gemacht), aber es reichte nicht, um die milchmenge für beide ausreichend aufzubauen. auf Rat meiner Hebamme habe ich eine Woche 30 min stillen jede Stunde (!) eingelegt. Es gab nicht sofort einen Effekt, aber paar Wochen später ist zuerst der eine und etwas danach der andere auf vollstillen umgestiegen. Ich habe die ‚Intervention‘ Auch so um 6 Wochen rum gemacht. Also leider geht es nur die milchmenge zu erhöhen, indem man mega oft (nicht unbedingt lang) stillt.

Das zu der milchproduktion. ganz wichtig ist aber das gesamt Paket. D.h. Wenn das bei euch nicht geht oder es dich zu sehr belastet, steigt auf pre um. Muttermilch ist wichtig, aber wichtiger ist eine entspannte und glückliche Mutter. Es hat mich sehr belastet, wenn meine Mutter sagte: „aber stillen MUSS man.“. Man muss nämlich gar nix. Also ist es eure Entscheidung, wie es in eure Familie passt. Es ist schon schwer genug, Zwillinge zu haben. Da hat schlechtes Gewissen nichts zu suchen.

Von meiner Seite: Vollstillen war auch nie mein Ziel, aber schlussendlich fand ich es entspannter, besonders in der Nacht.

Jetzt hat sich einer mit 7 Monaten abgestillt und ich stille nur einen und Pumpe für den anderen noch etwas ab.

Ich wünsche euch viel Geduld und Freude!

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Hallo! Meine Hebamme hat mir damals so schön gesagt: natürlich ist Muttermilch das Beste für das Baby. ABER: auch von Pulvermilch werden Babys gesund groß UND vor allem: Babys profitieren mehr von einer entspannten Mutter als von Muttermilch. Sprich: es ist es nicht um jeden Preis wert, zu stillen. Ich habe es am Anfang auch versucht (Stillen, abpumpen, Milch zufüttern) und bin dann ziemlich schnell nur auf Flasche umgestiegen. Das hat für mich wesentlich den Druck rausgenommen und wir sind damit gut gefahren! :)
Alles Gute für Euch!

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Das war genau unsere Situation vor 6 Wochen. Dann habe ich mich gefragt- ist es richtig? meine Kinder sind mittlerweile 6 Wochen alt und ich habe alle 6 Wochen nur daran gedacht, wie ich stille, abpumpe, Bockshornklee nehme, Fencheltee trinke, warm esse und nur wenig an Kinder selber. Dann habe ich Entscheidung getroffen, abzustillen und seitdem sind wir alle in der Familie viel ruhiger ins glücklicher geworden. Ich habe natürlich nachts oft gedacht, ob ich nicht zu früh nachgegeben habe, die ganze Zeit online recherchiert wie mach relaktation beginnt, hatte ganz schlechtes Gewissen... aber jetzt, nachdem sich Hormone beruhigt haben, kann ich sagen das war richtig so:) ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du den richtigen Weg für dich findest. VG

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Hallo,

also bei uns war der Start auch sehr holprig. Stillen, abpumpen und Pre zufüttern. Ich habe mein Bestes gegeben und die ersten 6 Wochen nach jedem Stillvorgang abgepumpt. Jedoch hat die Muttermilch einfach nie gereicht. Ich habe also mit dem pumpen aufgehört, weil es mich wahnsinnig gemacht hat. Ich lege die beiden an und fütter im Anschluss Pre zu. Damit geht es mir wesentlich besser! Ich möchte die ersten 6 Monate stillen durchhalten und dann so schnell es geht auf Brei umsteigen, weil es für mich echt eine extreme Herausforderung ist. Am 1. Juni hab ich es dann schon ein viertel Jahr mit dem stillen geschafft :)
Ja. Muttermilch ist das wichtigste- aber wirklich nur du musst entscheiden, was für dich der richtige Weg ist. Da sollte dir niemand reinreden :)

Alles Gute wünsche ich dir