Hilfe bei Mehrlingen

Hallo,

ich habe nur eine hypothetische Frage...

Eben sah ich in einer Reportage eine Frau, die Drillinge bekommen hat und bereits schon eine Tochter hatte. Also haben sie und ihr Mann plötzlich 4 (!) Kinder zu betreuen.#schwitz

Ihr Mann ist Vollzeit arbeiten gegangen und konnte erst am Abend bei der Kinderbetreuung mitwirken. Tagsüber kamen abwechselnd die Großeltern vorbei, um zu helfen.

Meine Frage:
Wenn man in so einer Situation keine Familie und Freunde hat, die helfen können, was dann? Wendet man sich dann ans Jugendamt und bekommt eine tägl. Betreuungs- bzw. Haushaltshilfe gestellt? Und falls ja, wie wird das finanziert? Von der KK?

Sorry, dass ich so blöd frage, aber ich kenne mich da gar nicht aus.

Wie ist es denn bei euch?
Bekommt ihr auf irgendeine Weise auch Unterstützung von Außen, oder seid ihr völlig auf euch allein gestellt. (Zwillingseltern sind da ebenfalls angesprochen. Denn wenn man z. B. zwei Schreibabys hat, stelle ich mir das ohne Hilfe ganz schön schwierig vor...)

Liebe Grüße,
Laurentia

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Es gibt die Frühen Hilfen, zumindest in NRW, da kommt eine Familienhebamme ins Haus und vermittelt bei Bedarf weitere Hilfen (welche genau - keine Ahnung).

Die KK finanziert längstens 26 Wochen eine Haushaltshilfe. Darauf hab ich gezählt, sie aber nicht bekommen, weil die Gynäkologin den Antrag nicht stellen wollte ("Ich weiß doch nicht, wann Sie entbinden!").

Ich bin mit den Kindern (heute 12 Wochen) alleinerziehend. Es gibt bestimmt Mütter, die das alleine wuppen und dazu fällt mir nur ein: Respekt!! Wie?! Wie macht ihr das??

Ich kann das nicht, die Kinder allein versorgen. Das hab ich versucht. Ein paar gepflegte Nervenzusammenbrüche später bin ich erstmal wieder bei meiner Mutter und ihrem Partner eingezogen, die zum Glück genug Platz für uns drei haben und Zeit, Lust und Nerven, sich tatkräftig um die Kinder zu kümmern. Und es sind keine Schreibabys! Die beiden sind ausgesprochen entspannt, hat sogar die Kinderärztin angemerkt. Alleine kriech ich trotzdem auf dem Zahnfleisch.

Eine Freundin hat erzählt, dass bei ihren Freunden die ersten 6 Monate jeden Tag abwechselnd die Omas kamen, um bei der Versorgung der Zwillinge zu helfen. Das scheint recht verbreitet zu sein.

Ich muss immer wieder an die Frau denken, die Ü60 und alleinerziehend noch Siebenlinge (?) bekommen hat. Oder Octomum damals. Keine Ahnung, wie man sowas schafft.

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Hallo sneakypie,

ohje, es tut mir leid, dass das bei dir so ungut gelaufen ist...
Hast du dich denn auch selbst bei der KK um eine Haushaltshilfe bemüht, ober muss dieser Antrag zwingend von einem Arzt gestellt werden? Vielleicht geht ja auch der Hausarzt, wenn du angibst, dass deine Kräfte ein Ende haben.

Und was ist mit dieser "Frühen Hilfe"?
Hast du dich dort gemeldet und konkret um Hilfe gebeten?

Na ja, jetzt hast du erfreulicherweise Unterstützung bei deiner Mutter und ihrem Partner gefunden. wie schön, dass sie sich mit Freude um die Kinder kümmern können.#herzlich

Ja, diese Octomom. Ich denke schon, dass sie verschiedene Hilfsangebote wahrgenommen hat. Sie hatte ja auch Einnahmen durch die Vermarktung ihrer Großfamilie...vielleicht hat sie sich davon ein paar Nannys leisten können.
Außerdem hatte sie bereits schon ein paar ältere Kinder...die wurden beim füttern, beruhigen, spielen etc. sicherlich mit eingespannt.

Also Danke, für deine ausführliche Antwort und ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute! #blume

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Danke dir! :)

Die Frühen Hilfen sind ein Programm des Landes, das übers Jugendamt läuft. Meine Gynäkologin hat noch in der Schwangerschaft den Kontakt zu Donum Vitae hergestellt und die Beraterin von Donum Vitae wiederum hat mich auf die Frühen Hilfen aufmerksam gemacht. Ich habe beim Jugendamt angerufen, meine Situation geschildert und um Unterstützung gebeten.
Allerdings empfinde ich die Familienhebamme als, äh, so mittelmäßig hilfreich. Sie wiegt die Kinder und plaudert gern. Hm.

Den Antrag für die Haushaltshilfe muss tatsächlich die Ärztin stellen. Sie wollte nicht, weil sie da im Vorherein einen Entbindungstermin angeben sollte. Im Antrag wurde Bettlägrigkeit/Unfähigkeit zur Haushaltsführung als Grund vorausgesetzt. Ich war allerdings vor den Kindern (Frühchen) wieder zuhause und als sie dann bei mir waren, war ich nicht mehr bettlägrig. Von daher hatte sich das erledigt. Gute Frage, ob die Hausärztin da noch was machen könnte. Erfordert halt Schriftkram und einem Arzttermin und beides fällt derzeit ganz weit hinten rüber.

Gerade fällt mir ein, es gibt auch noch Wellcome als Unterstützung. Die vermitteln wohl praktische Hilfe. Hier gibt es keine Zweigstelle, aber andernorts sollen die wirklich tolle Arbeit machen.

Mein persönliches Fazit ist, dass es theoretisch schon Hilfe gibt, man praktisch aber doch auf das eigene soziale Netz angewiesen ist. Vielleicht melden sich ja noch andere Mehrlingsmütter, würde mich auch interessieren. 😊

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Hallo :) wir hatten Kontakt zu wellcome aufgenommen, das klang alles sehr gut und wir hätten auch jemanden gehabt der im ersten halben Jahr ca. 2x die Woche für ein paar Stunden gekommen wäre! Unsere ältere Tochter war, als die Zwillinge kamen, 4 Jahre alt. Leider kam dann Corona dazwischen, aber das ist ja nochmal ein anderes Thema;) Andere Unterstützungssysteme (außerfamiliär) kenne ich leider nicht...LG

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Hallo, Danke für die Info.:-)

Ich hoffe, bei euch läuft es, auch ohne Hilfe von Außen, trotzdem ganz gut.
Liebe Grüße und alles Gute für euch! #blume

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Hallo,
unsere Zwillinge sind jetzt 3,5 Monate alt. Die ersten 3 Monate war der Papa mit zu Hause, seit 2 Wochen mehr oder weniger alleine mit den 2 Kleinen von 7 bis 17 Uhr. Die erste Zeit war ja mit der Unterstützung recht entspannt. Alleine ist es schon sehr stressig. Einer ist gechillt und der andere eher ungechillt- lässt sich schwer beruhigen und möchte nur getragen werden, schlechtes Gewissen dem anderen gegenüber habe ich schon. Meist sind 4-5 stressige Tage, gefolgt von 1-2 ruhigeren. Die älteren Geschwister helfen schon mit beim Wickeln/Füttern/Bespaßen. Aber in der Alleinzeit bin ich am Rotieren, zumal ich mehrmals täglich abpumpe, hatte schon mehrmals aus Verzweiflung ans Abstillen gedacht. Ansonsten greife ich auf Hilfe von Großeltern zu (Wäsche, Essen etc.), Wohnung sieht aus wie nach einem Tornado, weil ich zu absolut gar nichts komme 🤷🏻‍♀️. Während der Kinderwagenrunde schlafen sie, sobald der Wagen steht, sind die äuglein auf.
Ehrlich gesagt, war ich schon mehrmals kurz vorm Heulkrampf, wenn ich gar niemanden hätte, würde ich mich ans Jugendamt wenden.
Zwillinge sind eine echte Herausforderung, ein Baby macht schon Arbeit, aber 2 ist wirklich eine ganz andere Hausnummer #schrei
Viele Grüße

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Wir haben Zwillinge (jetzt 9 Monate) und eine Tochter, die 2 Jahre alt ist. Wir hatten die ersten 6 Wochen eine Haushaltshilfe, danach gab es keine Hilfe, die wir nicht selbst zahlen müssen. Wir zahlen jetzt eine Putzfee und bekommen nun noch ein Au-pair Mädchen. Meine Schwiegereltern helfen auch soweit sie können. Sie nehmen zum Beispiel einen Tag die Woche die Große und kommen auch mal so, wenn ich sonst ein bestimmtes Projekt (Zimmer umräumen oder so) nicht umsetzen könnte. Alle anderen Verwandte helfen unregelmäßig, weil sie weiter weg wohnen. Wenn mein Mann mal noch später als sonst (normal 18:45 Uhr) von der Arbeit nach Hause kommt, dann kommt manchmal meine Schwester. Unsere Freunde bieten auch immer Hilfe an, da bin ich aber schlecht drin die anzunehmen.