Gemeinsame Wohnung, Streit um Zimmerverteilung

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei mit meinem Partner das Projekt "Patchwork" zu vertiefen.
Wir haben beide zwei Jungs im Alter von 4 Jahren und wollen uns nun in einer gemeinsamen Wohnung zusammenraufen.

Bis hierhin ist alles super, wir haben auch bereits das passende Objekt gefunden und müssen nur noch den Mietvertrag unterschreiben.

Die Wohnung hat 4 Zimmer - also für jedes Kind ein Kinderzimmer. Das eine ist quadratisch und hat ca. 15 qm, das andere ist eher rechteckig und hat ca. 12 qm.

Mein Sohn wird seinen Lebensmittelpunkt fest bei uns haben. Sein Sohn lebt bei der Mama, ist aber auch oft in der Woche bei uns und auch mal oft über Nacht. Aber eben nicht jeden Tag.

Nun gibt es ja bei "normalen" Familien schon oft das leidige Thema Zimmerverteilung - wobei das in dem Fall wohl meist eher ein Thema unter den Kindern ist.
Bei uns ist das ein wenig anders. Das Thema führt nämlich bei uns Erwachsenen zu hitzigen Diskussionen. So weit, das ich das Gefühl habe das ganze Unternehmen steht auf wackligen Beinen.

Meist wird die Entscheidung wer das größere Zimmer bekommt (wobei das in diesem Fall wirklich relativ ist) ja nach Alter entschieden. Für mich war aber relativ klar das mein Sohn, da er ja 7 Tage die Woche (ausser alle 2 Wochen Sa/So) in der Wohnung übernachtet, das etwas größere Zimmer bekommt.
Großer Fehler. #schwitz

Mein Freund ist aktiv dabei seinen Sohn irgendwann (wenn alles gut läuft nächstes Jahr zum Schulanfang) fest zu uns zu holen. Kann aber natürlich auch auf einen relativ langen Rechtsstreit hinauslaufen... es ist eben ungewiss (wovon er aber nichts hören will, weil das einfach inakzeptabel für ihn ist).
Jetzt fühlt er sich umgangen und meint ich hätte diese Entscheidung einfach ohne ihn getroffen. Hab ich aber eigentlich nicht, für mich lag es einfach aufgrund der Fakten auf der Hand - wieso sollte mein Sohn im kleinen Zimmer sitzen während das andere Zimmer zum Großteil unbewohnt ist?!? Fakt ist nun mal das wir nicht wissen wann und ob sein Sohn zu uns kommt.

Ich bin fest davon überzeugt das sein Sohn sich über das eigene Zimmer freuen würde. Im Moment hat er nämlich bei seinem Papa gar keins. Also gewinnt er nur dazu...

Der Papa meint aber ich hätte ihn davon positiv überzeugen sollen (wieso mein Sohn das große Zimmer bekommt) - er selbst hat aber keine Argumente die dagegen sprechen, noch welche die dafür sprechen seinem Sohn das Zimmer zu geben.

Ich bin momentan von diesem Thema echt nur noch genervt. Ist meine Herangehensweise denn SO unnormal?! :-(

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Sie sind beide noch klein und genau im gleichen Alter. Da hätte ich es ganz anders geregelt. Sie hätten das 12 qm Zimmer gemeinsam als Schlafzimmer bekommen und das größere Zimmer hätte ich als Spiel- und Tobe-Zimmer eingerichtet.

Wenn es klappt, dass das Kind deines Freundes ganz zu euch kommt, dann können sie sich mit der Zeit, wenn sie wirklich in ein Alter kommen, wo sie mehr privatsphäre brauchen, doch dann untereinander einigen.

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Hallo!

Danke für Deine Antwort und den Vorschlag.

Leider wird das wohl nicht wirklich funktionieren und nur zu Stress führen. Die Idee wurde bereits von uns durchdacht und schnell abgetan.

Sie sind zwar "erst" vier, aber beide gewohnt ihr eigenes Reich zu haben. Und da es zwei Jungs sind wird das Territorium auch hartnäckig verteidigt ;-)

Insbesondere mein Sohn bringt ja ein komplett eingerichtetes Zimmer mit, inkl. Spielzeug...

Sein Leben ändert sich sowieso schon komplett. Ortswechsel, KiTa Wechsel und dann soll er plötzlich noch sein ganzes Hab und Gut teilen? ;-)

Finde ich persönlich ein wenig viel verlangt...

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ich kenne diese lösung aus keine-patchwork familien und sie funktionieren sehr gut. vor allem wenn eure Kinder untereinander sich gut verstehen, wäre das eine ideale lösung.

Wenn die Kinder dagegen nicht klar miteinander kommen, ist es logisch, dass jeder ein Zimmer bekommt.

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Hallo,

ich würde es genauso machen wie Du. Alles andere macht doch keinen Sinn.
Es ist ja nicht so, daß der Sohn Deines Freundes bei der Mutter im Keller herrscht, oder?

Mein Ex-Mann hat sogar unserem gemeinsamen Sohn das Zimmer "aufgelöst" und das dem Sohn seiner Freundin gegeben. Fand ich nur aus dem Grunde grenzwertig, weil seine Schwester wiederum das Zimmer behalten hat.
Ich hatte ihm empfohlen, daß die Geschwister dann eben ein Zimmer haben und der Sohn der Freundin, der ja nunmal dort wohnt, eben ein eigenes für sich...

Was ich aber viel schwieriger finde, daß ihr Euch da schon nicht einig seid....

LG cinna

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Hallo.
Bei uns hat auch jeder Kinder mit in die Ehe gebracht. Ich eins, mein Mann zwei. Mein Sohn lebt bei uns und seine Kinder kommen zu Besuch.
Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer und mein Sohn hat das größte, wobei die Zimmer 16, 15 und 10 qm haben. Da waren wir uns beim Hauskauf sofort einig.
Ich glaub dein Mann hat ein schlechtes Gewissen seinem Sohn gegenüber.

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Hallo,

ich hätte jetzt auch das größere Zimmer dem Kind gegeben, welches immer bei Euch lebt.

Bei uns sind die Kinderzimmer auch unterschiedlich groß (2x 12 qm und 1x 18 qm). Bei uns ist es allerdings so geregelt worden, dass die beiden Kids, die die kleineren Zimmer haben, dafür auch die praktischeren Möbel bekommen haben. Um die kleineren Zimmer praktisch zu gestalten, waren einige Neuanschaffungen nötig, auf welche dann die Große, die das größte Kinderzimmer bekommen hat, verzichten mußte.

So hat es sich beimund irgendwie ausgeglichen, jeder hatte seine Vorteile und seine Nahcteile bei der Sache. Und wenn sich erst mal jeder an sein Zimmer gewöhnt und es selber gestaltet hat, dann kommt diese Frage mit der Zimmergröße gar nicht mehr so auf. So war es jedenfalls hier.

LG
klaxx

PS: Bei uns werden Sachen, wenn sich die Kinder untereinander so gar nicht einige werden können, manchmal auch ausgelost. Und ehrlich gesagt hätte ich das bei den Kinderzimmern ebenso gemacht, wenn es nur Streß untereinander gegeben hätte. Dann muß man sich später jedenfalls nicht vorwerfen lassen, dass jemand bevorzugt worden sei. Für mich wäre sowas ggf. eben auch ein Option. ;-)

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Sorry, aber auf lange Sicht wird das Projekt Patchwork scheitern wenn er sich schon über sowas dermaßen aufregt und sich übergangen fühlt.

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Hallo,

njein.

Die Familie steht noch ganz am Anfang. Da muss sicher jeder was dazu lernen, mal zurück stecken, etc.

Klar, es kann scheitern. Aber das muss es auch nicht. Das wird sowieso nur die Zeit zeigen.

Man sollte auch nicht von Anfang an gleich beim ersten Problem alles so negativ sehen ala "klappt sowieso nicht". Schließlich besteht gerade jetzt noch die Möglichkeit, sich zusammenzuraufen und Probleme zu klären. Lieber jetzt als in ein paar Jahren! ;-)

LG
klaxx

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Hallo klaxx,

danke für Deine Einschätzung, ich (bzw. mein Partner und ich) sehen das gsd ganz genauso.

Patchwork bedeutet Arbeit und immer wieder ein aufeinander - zugehen. Da sind wir uns absolut einig.

Würden alle Patchwork - Paare bei der kleinsten Unstimmigkeit direkt das Handtuch werfen, würde es wohl kaum Patchwork Familien geben.

Vielleicht ist es auch einfach eine Art Lampenfieber bei ihm. Ich habe nach der Vertragsunterzeichnung für die neue Wohnung regelrechte Panikattacken bekommen. Nach 2 Tagen ging es dann aber (er war die Ruhe selbst bis dahin).

Nun hat er sich an diesem Thema halt ein wenig aufgerieben.

Inzwischen haben wir aber glaube ich das Thema im Griff. Mein Argument das wir für seinen Sohn dafür neue Möbel kaufen die dann zur optimalen Zimmernutzung beitragen, hat ihn dann doch positiv überzeugt. :-)

Da wir zum Glück beide einen Mund zum reden haben und ihn auch benutzen räume ich uns eigentlich ganz gute Chancen ein. ;-)

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Welche Größe hat eigentlich das 4. Zimmer? Theoretisch besteht doch auch die Möglichkeit, dass ihr das kleinste Zimmer als Schlafzimmer nehmt? Im Regelfall stehen da doch nur Betten und ein-zwei Kleiderschränke, das ist ja kein Raum, in dem man noch tanzen können muss.

Die Diskussion um Zimmergröße kann man auch in ungepatchten Familien haben. Grundsätzlich denke ich mir, dass Kinder da vermutlich viel weniger Probleme mit haben (besonders in dem Alter), wenn man keine daraus macht.

Problematisch finde ich, dass er versuchen will, das Kind zu sich zu bekommen. Wenn die Mutter sich nicht gerade kindeswohlgefährdend verhält, ist das wohl eher Wunschdenken als realistisch. Die Frage ist dann, wie eure Beziehung das packt, wenn er dann Kriege beginnt, die quasi nicht zu gewinnen sind.

Ich glaube, ich würde vor dem Zusammenziehen noch verdammt viel reden.....

LG

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Das vierte Zimmer liegt allein unterm Dach und hat noch ein eigenes Badezimmer angeschlossen.

Dort oben wird sicher kein Kind untergebracht. Zumal es von allen der größte Raum ist und es letztendlich wieder die Diskussion ums "kleinere" Zimmer gäbe ;-)

Aber, es hat sich ja jetzt auch in Wohlgefallen aufgelöst und das ist Thema gegessen. Seinem Sohn ist nur wichtig das er ein Hochbett bekommt wie mein Sohn ;-) der Rest ist ihm egal... so hat es jetzt auch der Papa für sich erkannt.

Wunschdenken das das Kind beim Papa wohnt. Ja, das ist leider die Arroganz von uns Müttern (ich nehme mich da nicht aus).
Klar, wir haben immerhin das Kind geboren. Da ist die Mutterliebe doch direkt mehr wert als die Vaterliebe ;-)
Väter müssen sich bei einer Trennung (auch wenn die Frau sich ohne ersichtlichen Grund und aus freien Stücken getrennt hat) erstmal als Väter beweisen. Da gilt der Leitspruch "Unschuldig bis das Gegenteil bewiesen ist" leider nicht. Nein, ein Vater ist erstmal schuldig und unfähig bis er das Gegenteil bewiesen hat.

Es muss keine Kindeswohlgefährung vorliegen nur weil z.B. das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei ihm liegt. Kann er dem Kind ein besseres Umfeld, soziale Struktur und gesichertes Leben bieten, wieso sollte es dann nicht beim Vater leben? Weil wir Mütter mehr wert sind?

Er hatte den Jungen jetzt die letzten 4 Tage/Nächte - die Mutter ruft nicht einmal an oder fragt nach ihrem Kind... das Kind auch nicht nach der Mutter... bezeichnend.

Aber das ist auch ein ganz anderes Thema ;-)

Ich danke allen Beitragenden für ihre Meinung! :-)

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Ich bin überhaupt nicht der Meinung, dass Mütter die wertvolleren Elternteile sind. Wenn er um ein Wechselmodell kämpfen würde, könnte ich das verstehen und befürworten.
Aber zu sich holen, wenn der Junge kontinuierlich bei der Mutter lebt ist einfach nicht realistisch.

Schön, dass ihr eine Lösung gefunden habt!

LG