Unterhaltserhöhung und neues Kind?

Hallo Ihr Lieben,

ich habe gerade einen nicht wirklich aussagekräftiges Telefonat mit dem Jugendamt hinter mir und jetzt weiß ich genauso viel wie vorher.

Folgende Situation. Mein Partner hat 2 Kinder aus erster Ehe (10 und bald 13) und zahlt für die Kinder Unterhalt.

Vor zwei Tagen schrieb seine Ex, das sich der Unterhalt für die Große seit letztem Jahr erhöht hat und er ohne Rückzahlungen ab nächstem Monat mehr bezahlen soll.

Nun bin ich schwanger und jetzt tut sich die Frage auf, muss er wenn das Kind da ist weniger Unterhalt an seine beiden großen Kinder bezahlen?

Erhöht sich dann der Selbstbehalt oder wie läuft das?

Das Nettoeinkommen liegt etwa bei 1600 Euro + Gewinnbeteiligung + Weihnachtsgeld.

Der vom Jugendamt meinte, das müsste über nen Anwalt geklärt werden, ich dachte, dafür ist das Jugendamt da?
Und dann meinte er noch, das mein Partner da eh nix machen kann, wenn dann muss seine Ex da handeln. Oder er zahlt einfach weniger und wartet bis sie mit Rechtsanwalt anfängt, kein guter Tip in meinen Augen.

Leute bitte helft mir.

LG Sina

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Na da hast du ja nen tollen Vertreter vom Jugendamt erwischt "einfach mal weniger zahlen"...

Also erstmal ist richtig: ab 12 Jahre bekommt die Große mehr Unterhalt. Das hätte er von sich selbst aus eigentlich machen müssen, die Ex ist nett, wenn sie keine Nachzahlung verlangt. Er soll einfach ab jetzt mehr zahlen.

Wenn euer gemeinsames Kind da ist, müsste dein Mann sich eigentlich den Unterhalt neu berechnen lassen, da er dann ja für 3 Kinder unterhaltspflichtig ist. Und DAS kann er auch beim Jugendamt machen lassen!

Falls er allerdings einen Unterhaltstitel damals unterschrieben hat muss er diesen erst abändern lassen. --> Anwalt.

lg, verena

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Danke fuer deine Antwort.

Daa heisst also, der Unterhalt wuerde sich mit dem neuen Kind anders regeln.
Und das kann auch mein Partner beantragen?

Was den Titel angeht, den musste er unterschreiben denn es ging gerichtlivh vonstatten.

Heisst das er muesste per Anwalt den Titel dann anfechten oder wie laeuft das per Anwalt?

Lg

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Wie wäre es, direkt den Anwalt zu fragen? Der sollte wissen, wie es funktioniert, der macht sowas beruflich ;-)

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Hallo, ich habe das gerade mal gelesen :) und da ich erst vor kurzem in einer ähnlichen Situation war, möchte ich kurz berichten, wie es bei uns ablief.

Mein Partner hat eine Tochter (7) und hat dieser immer nach Stufe 3 Unterhalt gezahlt.

Nun kam dieses Jahr die Forderung der Neuberechnung (die Kindsmutter hat alle 2 Jahre das Recht darauf zu erfahren, was der Ex verdient. Die Jugendämter machen dies aber an sich automatisch, wenn ein Titel vorliegt. jedenfalls bei uns)

Da mein Mann einiges mehr verdient, fällt er nun in die Stufe 4 (2301-2700e glaube ich)

Da mein Sohn schon geboren war, haben wir Ihn und auch Mich mit angegeben. Denn an sich hat eine Mutter ja auch das Recht, mind. 3 Jahre mit zu den Unterhaltspflichtigen zu zählen! Natürlich muss erst gewährleistet sein, dass die Kinder alle ihren Unterhalt haben.
Mein Mann hat auch einen Titel, aber das Jugendamt hat alles geregelt.
Alle Unterlagen wurden eingereicht und statt Stufe 4, muss er dennoch nur Stufe 3 zahlen, da ja eben nicht nur seine beiden Kinder nun zählen, sondern auch ich!

Dein Mann verdient ja 1600 sagst du, ich glaube man kann da gewisse Kosten usw. abziehen, sodass er denke ich laut deiner Aussage auch Stufe 2 zahlen wird (1501-1900€)

wenn das so ist, dann läge ja der Unterhalt für beide Kinder bei. 647€ , wenn man nun die richtigen Altersstufen berücksichtigt.

Aber evtl. fällt dein Mann dann unter den Selbstbehalt von 1100€ (da weiß ich ja nun nicht, wie das tatsächliche Netto aussieht, bei Gewinnbeteiligung usw.)

Kommt nun euer Kind auf die Welt, dann zählt es ja nun auch dazu und dann würde dein Mann an sich eine Unterhaltsstufe runterrutschen. --> Stufe 1 und zwar für alle Kinder.
Denn alle sind ja gleichberechtigt.

Also an eurer Stelle würde ich alle Unterlagen an das Jugendamt schicken, zu der zuständigen Mitarbeiterin.
Wir brauchten auch keinen Anwalt.
Die berechnen alles wie es sein muss und dann bekommt ihr Bescheid.

Das einzige was ich mal gelesen habe ist, dass nur die Mutter alle 2 Jahre ein Recht auf Neuberechnung hat... liegt die Geburt dazwischen hat der Vater wohl kein Recht darauf...außer die Mutter stimmt der Neuberechnung zu.

Sollte das tatsächlich so sein, dann wird das ja nicht jede Frau mitmachen, denn dann kann sie sich ja denken, dass es dann evtl. weniger Unterhalt gibt...

aber diese Dinge wisst ihr ja am besten... wann das letzte mal berechnet wurde, was genau an Netto als Berechnungsgrundlage dient usw.

Jedenfalls :) lange Rede, kurzer Sinn... das Jugendamt errechnet eigentlich alles selber und man benötigt nicht immer einen Anwalt. Wir jedenfalls haben nichts machen müssen, außer Lohnzettel , Geburtsurkunde usw. abgeben :)

Alles Gute

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Danke fuer deine nette und ausfuehrliche Erklaerung.

Ich dachte mir doch das das JA diese Unterhaltsdinge regelt.

Das mit den aktuellem Unterhalt von 647 euro ist richtig und wenn das Baby dann geboren ist, lassen wir das dann neu berechnen stimmts?

Hat dein Mann fuers erste Kind auch nen Unterhaltstitel?

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Die Geburt eines neuen Kindes oder eine Veränderung der Einkommensituation rechtfertigt auch eine Neuberechnung.

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Hallo,

das Jugendamt vertritt nur den Elternteil, bei dem die Kinder leben, dein Partner muss sich einen Anwalt nehmen. So war das wohl gemeint.

Mit 12 gibt es tatsächlich eine höhere Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle.

Gibt es einen Unterhaltstitel? Dann steht das normalerweise da drin und er muss mehr zahlen.

Dieser Titel kann durch eine Herabsetzungsklage (er muss zum Anwalt) nach der Geburt des neuen Kindes geändert werden.

Wenn es keinen Titel gibt, sollte die Ex beim Jugendamt eine Beistandschaft einrichten lassen, die berechnen das dann und ein Titel wird erstellt.

Ihr könnt das auch selber ausrechnen: Jahresbruttogehalt minus Abzüge minus 5 % durch 12 Monate und dann in der Zahlbetragstabelle der Düsseldorfer Tabelle nachschauen.

Der Unterhalt für alle Kinder muss dann einen Selbstbehalt von 1000 € übrig lassen, ansonsten wird alles was über 1000 € übrig bleibt, im Verhältnis aufgeteilt.

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Hallo Sina,

ich kann dir nur kurz sagen, wie es bei uns (ähnliche Konstellation) gelaufen ist.

Der Kindesvater verlangte Herabsetzung des Unterhaltes (Änderung des Titels), da er mit seiner neuen Lebensgefährtin ein Kind bekam. Da bei uns "leider" vieles nur über die Anwälte läuft, wurde ihm durch meine Anwältin folgendes mitgeteilt:

Ein weiteres Kind bedeutet nicht zwangsläufig, dass einfach der Unterhalt für die Kinder reduziert werden kann. Sondern der Kindesvater nach seinen Möglichkeiten versuchen muss, ggf. durch einen Nebenjob, die bisherige Unterhaltszahlung beizubehalten.

Lass dich am besten vom einem Fachanwalt für Familienrecht beraten.

LG Nickis