auswegslose Situation - Tochter blockiert total

    • (1) 19.01.16 - 14:01

      Hallo,
      ich wende mich an dieses Forum, weil ich momentan leider nicht mehr weiter weiss. DAzu muss ich leider erst mal ein bisschen ausholen, sorry.
      Ich bin geschieden und habe eine 12 jährige Tochter aus erster Ehe und bin seit ca. 1,5 Jahre neu verheiratet. Mein zweiter Mann hat auch Kinder, die sind aber schon gross und leben nicht bei uns.

      Als meine Tochter 3 war, hat mich mein Ex-Mann wegen einer anderen Frau (die Frau seines besten Freundes, meine Freundin) verlassen. Es ging noch ein Jahr hin und her und dann konnte ich nicht mehr und er hat sich für die andere Frau entschieden. Meine Tochter und ich sind aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und er ist eingezogen mit neuer Frau und ihrem Kind.
      Danach waren meine Tochter (dort 4 Jahre alt) für ca. 2 Jahre alleine, bis ich meine jetzigen Mann kennengelernt habe. Wir waren 4 Jahre zusammen, bis wir geheiratet haben, in der Zeit haben wir viel erlebt, auch mit meinem Ex-Mann. Der hat ca. 2 Jahre überhaupt keinen Unterhalt bezahlt und sich kaum um seine Tochter gekümmert, hatte nie Zeit und alles andere war wichtiger. Mein jetziger Mann hat mich untersützt, um meine Interessen bei meinem Ex-Mann durchzusetzen und ich habe dann endlich durchgesetzt, dass ich Unterhalt bekommen habe. Mein erster Mann kann meinen jetzigen Mann nicht ausstehen (klar, der hat mich ja dazu gebracht, dass ich Druck wegen dem Unterhalt gemacht habe und seither konnte er auch nicht mehr mit mir machen, was er wollte) und mein jetziger Mann konnte meine Ex-Mann nie ausstehen, weil der sich am Anfang nicht um seine Tochter und auch nicht um seine finanziellen Verpflichtungen gekümmert hat.
      Die erste Zeit sind mein jetziger Mann und meine Tochter miteinander klargekommen - er hat mir langsam aufgezeigt, dass meine Tochter sehr auf mich fixiert ist (verständlich nach der Trennung) und dass sie mich voll im Griff hat, dass sie bestimmt, wo es lang geht. Das habe ich dann langsam versucht, zu ändern. Habe mehr Regeln eingeführt und bin im Umgang mit ihr konsequenter geworden, da sie wirklich sehr verwöhnt war. Ich habe halt nach der Trennung versucht, ihr alles zu geben und den Papa irgendwie zu ersetzen, da der sich nur wenig um sie gekümmert hat.
      Tja, anfangs ging das noch gut aber irgendwann hat sich wohl zu viel eingemischt und zu oft was zu ihr gesagt, war wohl auch oft schulmeisterisch. Ich habe sie in Schutz genommen, so oft es ging - wir hatten deswegen auch oft Stress miteinander. Es war eine schwierige Zeit, er hatte in der Zeit auch Burn Out und hatte seinen Job verloren, war lange krank und oft zu Hause, ich arbeite vollzeit. Dann hat mein Ex-Mann auch so langsam wieder Kontakt zu seiner Tochter gesucht (ich habe das nie unterbunden, immer gefördert) und über ihren Vater lässt sie nichts kommen. Mein jetziger Mann, meine Tochter und ich hatten schöne Zeiten zusammen, aber auch schwierige Zeiten. Wir waren in den letzten Jahren meist zweimal im Jahr zusammen im Urlaub und dort sind auch oft die Fetzen geflogen. Vor 1,5 Jahren habe ich dann zum zweiten Mal geheiratet - mein Mann hatte meine Tochter gefragt, ob sie damit einverstanden sei, dass er und ich heiraten und sie hat das damals befürwortet. Seit der Hochzeit ist leider alles nur noch schlimmer geworden - ich hatte so die Hoffnung, dass alles besser werden würde, dass auch ihr das ein Gefühl von Sicherheit geben würden, aber das war leider nicht der Fall. Es gab immer mehr Streitereien, ich stand immer zwischendrin, habe versucht es jedem recht zu machen und war für jeden der Prellbock. In der Zeit hat ihr Vater sich plötzlich mehr um sie gekümmert und sehr um sie bemüht. Sie ist immer gerne zu ihm gegangen an den Wochenenden und wohl ungerne wieder nach Hause gekommen - ich wollte das lange nicht wahrhaben.
      Letztes Jahr, ca. 4 Wochen vor Weihnachten kam es dann zum grossen Knall, nach einem heftigen Streit ist sie dann zu ihrem Vater und für 3 Wochen nicht mehr heimgekommen. Ich muss dazu sagen, ich weiss, dass ihr Vater und seine Frau meinen Partner dort immer schlecht gemacht haben, da hat sich meine Tochter oft verplappert und er hat ihr immer zugeredet, dass der "Neue" ihr nichts zu sagen habe und wenn es Stress gäbe, könne sie immer zu ihm kommen. Er hat ihr somit immer die Türe aufgelassen und sie hatte das GEfühl, dass immer, wenn es bei uns schwierig wird, sie zu ihrem Vater können und so hat sie langsam angefangen, uns gegeneinander auszuspielen. An Weihnachten ist sie dann nach Hause gekommen und mein Mann hat sich bei ihr entschuldigt und gemeint, er wolle sich in Zukunft mehr raushalten. Sie ist dann geblieben und es ist auch etwas besser geworden, aber nicht gut.
      Hinzu kommt jetzt die Pubertät und es gab immer wieder Reibereien - wir hatten immer Stress, weil sie nicht lernen wollte, keine Lust auf HA's hatte und auch sonst keinen Bock zu nichts. Wenn sie mich dann angeschrien hat oder ausfällig geworden ist, hat sich mein Mann schon mal eingemischt und dann ist es meistens eskaliert. Tja, nach den gemeinsamen Sommerferien ist sie dann zu ihrem Vater in die Ferien und dort habe ich schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt, sowas spürt man halt.
      eine Woche nach ihrer Rückkehr gab es wieder mal Stress, sie sagt zu mir, sie gehe zu ihrer Freundin - ist dann aber zu ihrem Vater und dort geblieben. Der hatte mir die Hölle heissgemacht, ich solle meine jetzigen Mann verlassen, weil unsere Tochter mit ihm nie klarkommen würde und ich endlich mal die Augen aufmache solle. WAr wirklich krass und ich war wie vor den Kopf gestossen - meine Tochter und ich hatten immer eine sehr innige Beziehung zueinander und jetzt das. Tja, sie ist seit Ende September bei ihrem Vater und nicht mehr heimgekommen, ich hatte 3 Monate überhaupt keinen Kontakt zu ihr, sie hat alles vollkommen abgeglockt und es war die Hölle für mich, für sie war es sicherlich auch nicht leicht. Zwei Wochen vor Weihnachten hat sie sich dann endlich gemeldet und mir am Telefon mitgeteilt, dass sie mich natürlich vermisse und liebe, aber dass "er" ihr ein Stück von ihrer Kindheit genommen hätte und sei einfach gehen musste.

      Ich hatte letzten Sommer eine Familientherapie begonnen, erst war ich alleine dort, dann ist mein Mann mitgekommen und dann wollten wir meine Tochter mitnehmen. Die hat sich aber geweigert, ihr Vater hätte ihr gesagt, sowas müsse sie nicht machen, sie brauche ja keinen Psychiater! Toll, oder? Er boykottiert alles, was ich in dieser Richtung unternehme und beeinflusst meine Tochter somit total, ich habe keine Chance, und mein Mann auch nicht.
      Mittlerweile habe ich zwar wieder Kontakt zu meiner Tochter, aber es ist alles sehr schwierig. Sie will nicht zu mir kommen, wenn mein Mann zu Hause ist, sie geht den ganzen Problemen total aus dem Weg und will auch nicht darüber reden. Wir hatten nach der Kontaktaufnahme kurz vor Weihnachten ein gemeinsames WE zusammen, mein Mann war weg. Es war sehr schön und innig und ich dachte, wir würden wieder einen Anfang finden aber mittlerweile hat sich alles wieder sehr abgekühlt, sie antwortet manchmal schon gar nicht mehr auf meine SMS - ich komme mir als Mutter wie eine Bittstellerin meiner Tochter gegenüber vor, als müsste ich um ihre Liebe betteln.

      Die Situation macht mich krank und natürlich mache ich mir auch schwere Vorwürfe. Natürlich führt das zu Spannungen in meiner Ehe, weil ich innerlich so zerrissen bin. Ich liebe meine Mann und ich liebe meine Tochter. Es ist klar, dass sie momentan nur zurückkommen würde, wenn er weg wäre. Aber soll ich mich von meinem Mann, den ich liebe und der alles für mich tut, trennen damit meine Tochter zurückkommt? ich weiss nicht einmal, ob sie wirklich zurückkommen würde, denn sie scheint sich bei ihrem Vater und seiner Frau und deren Kind wehr wohl zu fühlen. Dort wird ein anderes Leben geführt, sie legen Wert auf andere Dinge wie mein Mann und ich, wir sind nicht so konsumorientiert und das scheint ihr zu gefallen. Zudem sie das, was ihr Vater ihr sagt, besser anzunehmen scheint wie von mir. Dort scheint es mit den Hausaufgaben und dem Lernen zu funktionieren.
      Ich bin sehr verzweifelt, was würdet ihr an meiner Stelle tun?
      Meine Therapeutin rät mir, meiner Tochter nicht mehr hinterher zu laufen. Vielleicht müsste ich einfach für den Moment akzeptieren, das es ihr bei ihrem Vater gut geht und sie sich aktuell für dieses Leben entschieden hat. Das könnte ich schweren Herzens auch akzeptieren, aber nur, wenn ich auch regelmässig Kontakt zu ihr hätte.
      :-(

      • Ich würde meinem Kind sagen das meine Tür immer für sie offen steht , wenn es Stress bei Papa gibt.
        Dein Ex versucht (aus welchen Gründen auch immer) das Feuer am laufen zu halten. Er schürt offensichtlich die Abneigung gegen deinen Mann.

        Ich hätte den Ex gefragt , warum ihn deine Eheschließung so tangiert!
        Warum er jetzt auch noch eure Tochter benutzt um Unruhe zu stiften.
        Letztlich geht es zu Lasten eurer Tochter, denn er nimmt ihr Zeit mit dir und Zeit der Ruhe und Sicherheit. Kein Mensch fühlt sich in solcher Situation wohl auch ein Pubi nicht!

        Viele Kinder sind in dem Alter konsumorientiert.
        Wenn es ihr beim Vater gut geht und soweit alles schick ist, würde ich sie schweren Herzens da wohnen lassen.
        Ich würde sie wissen lassen, dass ich sie liebe, den Kontakt zu ihr jederzeit aufrechterhalten will.

        Mal ehrlich was würde es bringen , wenn du sie zwingen würdest?
        Dein Mann ist nicht voll belastbar, du arbeitest voll (dein Mann wird also viel aushalten müssen, denn er wird sie mehr um sich haben) und dein Kind will ihn nicht um sich haben. Das bedeutet Stress auf ganzer Linie, der euch allen nicht gut tut.
        Familientherapien werden von ihr nicht angenommen- was willst du tun?
        Du kannst nur eins - auf die Zeit vertrauen!

        mitfühlende Grüße
        Karna

        • Hallo Karna,

          vielen Dank für Deine Antwort und dass Du dir die Mühe gemacht hast, meinen ganzen Text zu lesen, war doch sehr lange, wie ich später gemerkt habe.

          Ja es stimmt, mein Ex-Mann schürt die Abneigung gegen meinen Mann - das macht er deshalb, weil mein jetziger Mann ihm mal deutlich gesagt hat, was er von ihm hält, weil er mir so lange keinen Unterhalt für unsere Tochter gezahlt hat und mich lange Zeit erpresst hat (er hat immer gemeint, er kann nicht zahlen, da er die Verpflichtung für unser damaliges gemeinsame Haus bezahlen musste - aber ist nach der Trennung dort prompt mit seiner neuen eingezogen und hat das Haus somit auch genutzt). Das hat mein Ex-Mann bis heute nicht verkraftet, sehr angekratztes Ego eben.

          Das schlimmste ist für mich wirklich, dass mir die Zeit mit meiner Tochter genommen wird - jahrelang war sie meinem Ex-Mann egal, er hat sich wenig um sie gekümmert und jetzt lebt sie bei ihm und seiner zweiten Frau (unser Trennungsgrund) und bin momentan kein Teil mehr im Leben meiner Tochter. Das ist so bitter, nach all dem, was passiert ist und was ich mit meinem Ex-Mann und seiner Frau schon mitgemacht habe.

          Natürlich kann ich meine Tochter nicht zwingen, dass sie zu uns zurück kommt, sie will ja nicht und natürlich will ich, dass es ihr gut geht (das tut es anscheinend). Ich lasse sie immer wissen, dass meine Türe für sie offen ist und sie immer kommen kann, schreibe ihr SMS oder WhatsApp, aber selten kommt eine Antwort. Letzte Woche hatte ich ihr angeboten, für sie freizunehmen und einen Nachmittag nur mit ihr zu verbringen, sie hat abgelehnt "Sorry Mama, morgen habe ich keine Lust".... das tut echt weh, sowas zu lesen, ich erkenne meine eigene Tochter nicht mehr.

          Mein Mann arbeitet wieder seit Anfang des Jahres, die beiden würden somit momentan gar keine Zeit alleine miteinander verbringen, aber sie mag trotzdem nicht kommen. Ich kann nicht verstehen, wie mal als Kind seine Mutter so aus dem Leben streichen kann, nachdem wir eine so innige Beziehung miteinander hatten und ich immer für sie da war und alles für sie getan habe.

          Es ist einfach schwer, das auszuhalten.

          Hat jemand sows schon mal mitgemacht? Wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?

          Die Situation ist auch für meine Ehe sehr belastend, da ich hin- und hergerissen bin.

          Gruss,
          identity2

      (4) 20.01.16 - 12:17

      Sage Deiner Tochter, dass Du sie liebst und Deine Tür jederzeit offen für sie ist und dann lass sie in Ruhe...sie soll sich melden, egal wie schwer es Dir fällt!

      Das ist für Euch beide das Beste. Manchmal führt Abstand dazu, dass man sich wieder näher kommt.

      Nur mal gemutmaßt: Dein Tochter könnte Deinen Mann unbewußt dafür verantwortlich machen, dass ihre Eltern nicht mehr zusammen sind/nicht mehr zusammen gekommen sind. Eventuell gibt sie sich auch selbst unbewußt die Schuld, projeziert das aber auf Deinen Mann. Dagegen kannst Du nichts tun, bis sie selbst die wahre Lage erkennt.

    • (5) 20.01.16 - 14:59

      Hallo,

      #sorry dass ich das sage: Aber ich hätte Deine Tochter unter keinen Umständen gehen lassen.

      Ich hätte versucht herauszufinden, was zwischen ihr und meinem Partner nicht stimmt.

      Und wenn es zwischen den beiden nicht funktioniert, dann gibt es nur eine Entscheidung, nämlich für das Kind.

      Das Problem ist, Dein Ex wird hier immer Zwietracht säen.

      Die Beziehung zu Deiner Tochter hat er schon kaputt gemacht. Sie leidet und Du kannst es nicht mehr rückgängig machen.

      GLG

      • (6) 21.01.16 - 08:27

        Hallo Clementi,

        ich wollte sie nicht gehen lassen - sie ist von alleine aus gegangen, ich konnte es leider nicht verhindern.

        Natürlich vermisse ich sie unendlich und mein Ex hat die Beziehung zu ihr momentan kaputt gemacht, indem er immer wieder Zwietracht säet. Ich verstehe das einfach nicht, er hat doch alles, was er wollte - seine neue Frau, unser gemeinsames Haus, in dem die beiden jetzt wohnen und jetzt auch noch meine Tochter, ich verzweifele fast an dieser Situation.

        Ich liebe meinen Mann, aber meine Tochter liebe ich noch mehr. Letzten Endes wird es darauf hinauslaufen, dass meine Ehe an dieser Situation kaputt geht und ich versuchen muss, meine Tochter zurück zu gewinnen. Aber wie wird es denn dann sein, wenn mal wieder ein andere Mann in mein Leben treten wird? Wiederholt sich das dann alles?

        • Hallo,

          also um ehrlich zu sein, würde ich eine Trennung von deinem mann derzeit nicht in Betracht ziehen, zum einen hast du keine Garantie, dass deine Tochter dann zurück kommt und es beim nächsten Partner nicht genauso läuft und zum anderen liebst du deinen Mann und dieser hat sich deiner Tochter gegenüber nichts zu Schulden kommen lassen. Das wäre ihm gegenüber auch unfair.

          Natürlich liebst du deine Tochter und möchtest dass sie zurück kommt, aber ich würde ihr dafür auch noch ein wenig Zeit geben.

          Er hat nicht deine Tochter, sondern eure Tochter! Wenn ihr das gemeinsame Sorgerecht habt und nicht geregelt ist, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat, kann sie auch bei ihm leben, ohne deine Zustimmung.

          Also bevor du dich von deinem Mann trennst, sollte das Verhältnis von dir und deiner Tochter erstmal besser werden. Ich würde sie auch nicht damit locken, dass du dich trennst, wenn sie doch nur wieder zurück kommt. Zum einen ist es unfair deinem Mann gegenüber und zum anderen glaube ich nicht, dass ihr dann gleich wieder ein super Verhältnis haben werdet.

          Wie wäre es mit einer Familientherapie? Gesetzlich gesehen hat auch du ein Umgangsrecht, wenn deiner Tochter also immer sagt ich hab keine Lust, kannst du sie theoretisch dazu zwingen sich mit dir zu treffen, inwieweit das Sinn macht, sei mal dahin gestellt.

          Ich drück dir die Daumen #klee

          • Hallo Prinzesschen,

            danke für Deine Nachricht.

            Ich denke mittlerweile auch, dass die Zeit zeigen wird, ob sie überhaupt noch einmal zurückkommen möchte oder Kontakt zu mir haben möchte. Momentan bin ich machtlos und wenn ich mich jetzt von meinem Mann trennen sollte, sind das wohl eher die falschen Signale für meine Tochter. Beim nächsten Mann, der ihr nicht passt, wird sie es vermutlich genauso machen und solange ihr Vater da noch mitspielt, kann es eh nicht besser werden.

            Mir ist schon klar, dass sie bei meinem Ex-Mann genauso leben kann wie bei mir - wir haben ja geteiltes Sorgerecht. Kurz nach der Trennung von meinem Ex-Mann hatte er mir mal angeboten, er können mir auch das alleinige Sorgerecht geben und das hatte ich damals abgelehnt - heute bereue ich es! ABer ich wollte halt, dass er sich auch kümmert und nicht alles an mir hängen bleibt.

            Die Familientherapie hatte ich Mitte letzten Jahres bereits angefangen, leider haben nur mein Mann und ich mitgemacht - meine Tochter hat sich geweigert, nachdem ihr Vater ihr eingeredet hatte, dass sie doch nicht "plem plem" sei und keine Psychiater brauche. Super, oder? Wir hatten keine Chance, mein Ex-Mann funkt immer dazwischen.

            Dann soll er sich jetzt um sie kümmern, in voller Konsequenz, auch wenn es unendlich schwer für mich ist, aber ich muss anfangen, nach vorne zu schauen, sonst macht mich die ganze Situation noch kaputt und meine Ehe auch - und das wäre sehr schade, denn mein Mann liebt mich über alles und würde alles für mich tun und es ist für ihn auch nicht schön, mich so zu sehen.

            LG
            I.

    (9) 22.01.16 - 16:25

    Du hast Post ;-).

Hallo,
ich habe das so ähnlich auch hinter mir. Glaube mir, die Zeit spielt da nur für dich. Irgendwann wird deine Tochter auch gegen deinen Ex rebellieren. Spätestens dann, wenn sie sich richtig eingelebt hat und er ihre pupertierende Launen ertragen muss. An deiner Stelle würde ich ihm, aber nicht am Telefon, am besten per Post mitteilen: Da unsere gemeinsame Tochter deinen Haushalt als ihren Lebensmittelpunkt gewählt hat, bist du ab sofort für alle alltäglichen Belange verantwortlich. Das beinhaltet: schulische Belange in die angemessen Bahnen zu lenken, also Hausaufgaben zu kontrollieren etc., sich um die Gesundheit und Körperpflege zu kümmern sowie einen regelmäßigen Kontakt zum anderen Elternteil zu fördern. So bekommt er auf einmal ganz viel Verantwortung übertragen. Mal sehen, wann er diese an seine jetzge Partnerin abgibt und die sich irgendwann bei ihm beschwert. So läuft es bei solchen Männern nämlich immer.
VIEL GLÜCK!

  • Hallo zurück ;-)

    schön, dass sich nochmals jemand auf meinen Beitrag hin meldet. Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Er kümmert sich ja momentan um alles - wie das klappt, weiss ich leider nicht, ich bekomme keinerlei Infos. Er hat sich mittlerweile seit 3 Wochen nicht mehr bei mir gemeldet, ansonsten kamm wenigstens jede Woch mal ein Anruf. Meine Tochter sehe ich sporadisch, wenn sie ihren Opa besucht (wir wohnen im gleichen Haus).
    Samstag vor 8 Tagen hatte sie Geburtstag, ich wollte ihr das Geschenk vorbeibringen - sie hatte keine Zeit für mich, meinte "vielleicht nächste Woche" - das war letzte Woche. Ich habe nichts von ihr gehört und werde ihr auch nicht mehr hinterher laufen, so schwer mir das auch fällt aber in dem Fall legt sie keinen Wert auf mein Geschenk.
    Meine Familientherapeuten will ihn jetzt mal anschreiben, da wir ohne ihn leider momentan keinen Schritt weiterkommen. Sie wird ihn zu einem Gespräch bitten (von wegen, ihre Exfrau macht sich aktuell Sorgen um die weitere Entwicklung ihrer gemeinsamen Tochter und um auch mal Ihre Seite der Geschichte zu hören, möchte ich Sie zu einem Gespräch einladen...") bin gespannt, ob und wie er reagieren wird. Ich möchte mir jedenfall später nie vorwerfen lassen, ich hätte nicht alles versucht. Aber ihm muss klar werden, dass er auch die Verantwortung trägt, den regelmässigen Kontakt zu mir zu fördern. Das ist ihm momentan wohl nicht so ganz klar oder schlichtweg egal.
    Jetzt sind es fast 5 Monate, seit sie bei ihm lebt und in der Zeit war sie nur einmal ein WE bei mir, eine Nacht.

    Es ist immer noch extrem schwer für mich, ich kann mit der Situation nicht umgehen, sie begleitet mich Tag für Tag und ich kann an nichts anderes mehr denken.
    Trotz Therapie finde ich den Weg aus dieser Spirale einfach nicht heraus, kann es kaum glauben, dass es so weit gekommen ist.

    LG

    • (13) 13.02.16 - 18:39

      Lass ihr die Zeit und kümmer dich um Dich. Dei e Tochter ist jetzt ein Pubsi und wird mit Sicherheit auch noch Stress mit dem lieben Papa bekommen ;-).

      Aber sich von deinem Mann trennn, um ihr es Recht zu machen ist sicher kein Weg, selbst wenn sie zurück käme würde sich immerMacht über dich haben und in 5 Jahren zieht sie aus und du bis allein.

(14) 12.04.16 - 09:29

Hallo :-) ich befinde ich mich in einer ähnlichen Situation und bin auch total verzweifelt. Meine Tochter, 12 Jahre, kommt auf einmal nach 1,5 Jahren nicht mehr mit meinem Partner aus, seitdem mein Ex-Mann nach 8 Jahren Single-Dasein wieder eine Beziehung hat, noch dazu mit der Mutter ihrer Freundin aus der Klasse. Jetzt fühlt sie sich dort natürlich wohler und möchte bei ihrem Vater wohnen. Es zerreißt einen wirklich und ich weiß auch nicht, wie ich damit umgehen soll. Es war immer alles super, bis es vor etwa 3 Monaten anfing.

  • (15) 26.04.16 - 07:43

    Hallo Jasper,

    tut mir sehr leid für Dich - ich kann genau nachempfinden, was Du gerade durchmachst. Lebt Deine Tochter jetzt schon dort oder ist sie noch bei Dir?

    Meine Tochter ist mittlerweile sogar schon umgemeldet und ich muss jetzt Unterhalt für sie bezahlen. Es ist alles so ungerecht - da war man jahrelang gut genug für alles und lange hat sich der Vater nicht wirklich um sie gekümmert und das ist jetzt die Quittung für alles und der Dank. Der Vater ist der Tollste und dort ist es sowieso schöner. Man kann echt daran verzweifeln, ich weiss das.

    Ich habe meine Tochter mittlerweile 8 Wochen nicht mehr gesehen, kaum was von ihr gehört und gestern kam endlich mal wieder eine WhatsApp von ihr, ich konnte es kaum fassen. Ich versuche aber, nicht zu euphorisch zu sein und nicht zu viel hinein zu interpretieren - es kann ja sein, dass ich jetzt wieder wochenlang nichts höre. Es macht mich total fertig, aber ich muss auch auf mich schauen und das solltest Du auch - ich weiss, das ist leichter gesagt als getan.

    Ganz liebe Grüsse und Kopf Hoch#winke

    Identity2

    • (16) 20.05.16 - 11:11

      Oje, das klingt ja grauenvoll bei dir!!!!!! Bei mir ist die Lage gerade etwas entspannter. Sie steht zwar abends, kurz nachdem ich zu meinem Partner ins Bett gehe weinend vor der Tür, weil sie Bauchschmerzen hat (ich denke, weil es sie innerlich wurmt), aber ansonsten hab ich lange nichts mehr gehört. Sie verhält sich gerade wieder einigermaßen normal, hat aber auch nicht sonderlich viel Kontakt gerade mit meinem Partner, da er immer spät auch erst aus dem Büro kommt. Mal sehen, wie es bei uns unserem Kinderwochenende jetzt so weitergeht, wenn wir wieder zu viert Dinge unternehmen . Ich drück dir ganz dolle die Daumen, dass es sich bei euch wieder entspannt. Ich habe das gleiche bei meiner Kollegin ihrem Enkel mitbekommen. Auch sie ist zum Vater gezogen, aber nach einem halben Jahr wieder zurück zur Mutter, weil sie gemerkt hat, dass es auch beim Vater Regeln gibt, an die man sich halten muss!!!!

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