Einschulung, alleiniges Sorgerecht- wie läuft/lief das bei Euch ab?

    • (1) 15.06.16 - 16:58

      Hallo,
      meine Tochter wird nach den Ferien eingeschult. Ich habe alleiniges Sorgerecht, der Vater sieht sein Kind aber regelmäßig und auch jetzt in den Ferien fährt sie mit ihm und seiner Freundin in Urlaub.
      Bei der Einschulung möchte er dabei sein, auch seine Freundin, seine Mutter, seine Geschwister mit Familien. Das möchte ich nicht, das ist zu viel von seiner Seite.
      In der Schule selbst dürfen eh nur die Eltern mit und Geschwister des Kindes, weil die Aula so klein ist (Beschränkung von der Schule).
      Danach wollen wir essen gehen ins Restaurant zu Mittag und ich habe ihm gesagt, dass er mit Freundin und seiner Mutter gern dabei sein kann. Von meiner Seite sind auch nur mein Sohn und meine Eltern dabei.
      Meine Tochter mag keine Riesenfeste und hat kaum Kontakt zu Onkel/Tante und sie ist doch der Mittelpunkt an diesem Tag.
      Ich habe auch keine Lust, seine ganze Sippschaft je im Leben wieder zu sehen.
      Nach dem Mittagessen wollte ich bei uns zu Hause Kuchen machen und sogar dazu noch ihn mit Freundin und Mutter einladen.
      Aber jetzt ist er beleidigt, weil ich keine Riesenparty zulasse.
      Ich sehe das so, dass er damit in meine Privatsphäre eindringt mit seiner Familie, wir wohnen 60km entfernt von denen auf dem Land und sie sind bei mir echt nicht erwünscht, kämen sonst nie hier in die Gegend.
      Sie können ja mit der Kleinen ein WE später bei sich nachfeiern am regulären Besuchs-WE, dann kann er das für seine Geschwister organisieren...
      Ich finde es reicht, wenn ich mit IHM auskomme bis unser Kind erwachsen ist, das ist mehr als viele es können.
      Was meint ihr? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?

      • Ich kenne es so, dass auch Tanten/Onkel dabei waren. Sie gehören ja auch zur Familie. Hast du keine Geschwister? Oder wieso kommen sie nicht ? Auch wenn sie nicht deine Familie sind, sind sie Teil von deiner Tochter ihrer Familie. Kannst du dich nicht ein Tag "zusammen reißen" ? Für mich war es als Kind immer ganz schlimm, zu wissen das mein Papa & seine Familie bei uns zu Hause nicht erwünscht waren.

        • Danke für Deine Antwort!
          Mein Bruder mit Familie wohnt weit weg und hier in Niedersachsen sind zum Schulanfang riesige Feiern nicht üblich.
          Außerdem ist der Onkel kokainabhängig und sehr komisch und die Tante mit Mann beide Alkoholiker- meine Tochter zählt sie nicht zu der Verwandtschaft, auf die sie Wert legt- und nur des Friedens willen mit meinem Ex?

          • Ok das ist natürlich eine ganz andere Situation. Ich bin von "normalen" Familien ausgegangen. Nach den Infos bin ich ganz auf deiner Seite. Solche Menschen würde ich auch nicht einladen. Und wenn deine Tochter sie sowieso nicht zur Familie zählt, dann erst recht nicht.

      (5) 15.06.16 - 19:17

      Erstmal finde ich hat das Sorgerecht nichts mit dem Thema zu tun. Es geht ja darum, dass das Kind einen schönen ersten Schultag hat und nicht darum, dass die Eltern irgendwelche Rechte durchdrücken.

      Insofern würde ich vorschlagen, dass er das Mittagessen organisiert und da dann kommen kann, wer eben möchte. Wenn er darauf schon keine Lust hat, also sich um ein passendes Restaurant zu kümmern, dann muss er damit klarkommen, was Du planst.
      Wen Du zu Dir nach Hause einlädst ist natürlich Dir überlassen, ich finde nicht, dass Du verpflichtet bist, seine ganze Verwandtschaft zu bewirten.

      Was nur irgendwie gar nicht geht ist, dass Du bestimmst, wen er wann einlädt und seine Meinung und Wünsche so unter Deine stellst, wie Du es oben beschreibst. Deswegen ist ein Kompromiss nötig und wenn Du ihm die Planung des Mittagessens überträgst, hast Du diesen ja angeboten. Ich verstehe schon, dass Du mit seiner Verwandtschaft so wenig wie möglich zu tun haben willst, aber Du wirst ja nicht viele Einschulungen über Dich ergehen lassen müssen. ;-)

      • (6) 15.06.16 - 19:48

        Danke für Deine Meinung!
        Alleiniges Sorgerecht hat sehr wohl damit zu tun.
        Sein Umgang steht fest und alles darüber hinaus bestimme ich alleine.
        Das wollte er so, denn er möchte keine Verpflichtungen und möchte nur organisieren was er möchte, möchte keine Termine rund ums Kind.
        Er wollte aus diesem Grund bei der Geburt kein Sorgerecht.
        Die öffentliche Feierstunde in der Schule kann er natürlich besuchen (weitere Verwandtschaft passt ja wie geschrieben von der Schule aus nicht rein),
        alles andere ist mein Entgegenkommen.
        Er hat seine Tochter das WE nach der Einschulung und dann kann er Restaurants auswählen und feiern mnit wem er möchte- allerdings würde er das nie machen, zu viel eigener Aufwand.

        • (7) 15.06.16 - 20:21

          Ich verstehe Deine Erklärung zum Umgang und dem alleinigen Sorgerecht, ich habe ja selbst zwei Kinder und die alleinige Sorge. Mir entgeht nur der Zusammenhang zur Einschulung und der ist mir auch nach Deiner Erläuterung nach wie vor nicht klar. #kratz

          (8) 19.06.16 - 19:18

          Jep, glaube mir, mit dieser Meinung fällst du irgendwann sehr heftig auf die Nase.
          Da hat dann mal dein Sohn/deine Mutter/dein Vater irgendein großes Fest und er gerade seinen Umgang. Und dann?
          Sorgerecht hat absolut nichts damit zu tun. Das sollten Eltern unter sich vernünftig klären - können sie das nicht, kommt die Retourkutsche mit 100%iger Sicherheit. Notfalls heißt das eben, das er vielleicht das Sorgerecht will.

    Ich würde ihm sagen, dass, wenn er das Restaurant organisiert und bezahlt für seine Verwandten, natürlich alle einladen kann. Für dein Kind ist es doch positiv, wenn es eine schöne Feier mit der gesamten Familie hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie, weil sie generell keine "Riesenfeste" mag, sich nicht freuen wird, wenn sie als Mittelpunkt gefeiert wird.

    Sollte der Vater allerdings weder organisieren und bezahlen, darf er natürlich nicht die Gäste bestimmen.

    Ich finde es sehr großzügig von dir, dass du ihn, seine Mutter und seine Freundin dann zum Kaffee zu dir nach Hause einladen willst. Und hier würde ich hart bleiben: keine Onkel etc. Du kannst es damit begründen, dass es dir zu eng und zu viel wird.

    (10) 16.06.16 - 13:18

    Wat für ein Gedöns um die Einschulung gemacht wird, habe ich eh nie verstanden.

    Wenn bei euch in Niedersachsen von vornherein kein Spektakel initiiert wird, würde ich auch keine Verwandtschaft zur Einschulung einladen.
    Ich weiß,dass das in den "neuen" Bundesländern anders gehandhabt wird, doch ich kenne in NRW und BW auch nur die Lightversion, was auch meines Erachtens völlig ausreicht.
    Familie (Großeltern ) ja ,
    Verwandtschaft Onkel,Tanten Cousinen ) nein.

    Wenn dein Ex so vehement darauf besteht, wäre für mich der Kompromiss: Er lädt ein und bezahlt die ganze Veranstaltung mittags im Restaurant für alle. Und Kaffeetrinken im kleinen Rahmen bei dir zu Hause.

    Wetten,wenn der Herr das bezahlen soll,wird er dankend abwinken?

    Bei uns waren Großeltern und Paten eingeladen.
    Und heute hatte mein Großer letzten Schultag ever…auf die Frage, ob er sich noch an die Einschulung erinnern kann….nicht wirklich ….
    Also brauchst du kein schlechtes Gewissen haben.

    (11) 16.06.16 - 14:46

    Ja, Patchwork ist und bleibt ne Herausforderung#winke
    Klar seid Ihr als Eltern immer wieder gefragt, Eure persönlichen Befindlichkeiten und Querelen im Interesse der Kleinen hinten anzustellen, denn den Konflikt hattet/habt Ihr und nicht Euer Kind!
    Aber: "Zusammenreißen" funktioniert halt nicht immer und ist auch kein hilfreicher Rat . Im Zweifel wird das Deine Tochter spüren und keinen schönen Tag haben, weil sie sich fragt, was mit Mama los ist. Du bist doch auch ein Mensch mit Gefühlen und kannst das nicht mal eben abschalten. Gerade mit der Vorgeschichte mit Deinem Ex finde ich - meine ganz persönliche Meinung - brauchst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn DU die Spielregeln für den Tag vorgibst. Wenn Deine Tochter neben dem Papa auch gerne mit der Freundin und der anderen Oma ihre Einschulung feiern will - super, dass Du die mit einplanst! (Ehrlich gesagt, ich hätte die Neue meines Ex da nicht sehen wollen, als unsere Tochter eingeschult wurde, obwohl ich die auch sehr nett finde und wir alle bestens miteinander auskommen...)
    Aber wenn Dir seine gesamte Verwandtschaft zuviel ist, ist es Dein gutes Recht zu sagen: Nein, das möchte ich nicht, weil ich mich damit nicht wohl fühle! Dann gilt es eben, einen Kompromiss zu finden und eine Variante hast Du ihm ja aufgezeigt. Vielleicht splittet Ihr auch den Tag mit Mittagessen und Nachmittagskuchen?
    Wie auch immer: hab kein schlechtes Gewissen, auf keinen Fall!
    Wenn er beleidigt ist, dann ist das eben so, er wird's überleben und das wird sicher nicht der erste oder letzte Konflikt gewesen sein, den Ihr als getrennte Eltern eben ausfechten müsst...
    Alles Gute und geniess den Tag!;-)

    (12) 17.06.16 - 10:04

    Ich kann dir nur berichten, wie es bei UNS war. Mein Sohn hat ein ziemlich schlechtes Verhältnis zu seinem leiblichen Vater. Dennoch wollte der natürlich bei der Einschulung dabei sein. Dafür hatte ich auch Verständnis und überzeugte meinen Sohn, ihn zumindest bei den offiziellen Feierlichkeiten zu dulden. Er kam auch ,setzte sich in die letzte Reihe und war total enttäuscht, dass sein Kind ihn völlig ignorierte (was allerdings nicht anders zu erwarten war, nachdem der von vornherein gesagt hat, er will seinen Vater nicht dabei haben). Er ist dann gar nicht mehr ins KLassenzimmer mitgekommen, sondern wort- und grußlos verschwunden, mein Sohn war anschließend noch mit mir, seinem Stiefvater und der Oma im kleinen Kreis Essen. Im Nachhinein tat es mir leid, dass ich meinen Sohn so bedrängt habe, seinen Vater an diesem besonderen Tag dabei haben zu müssen, auch wenn ich weiß, dass wenn ichs nicht getan hätte, ich bei meinem Ex die Böse gewesen wäre.

    Mein Vorschlag wäre: Befrag dein Kind, was es möchte, es ist sein Tag. Dass der Vater die Möglichkeit bekommen sollte dabei zu sein (auch mit der neuen Partnerin) sollte selbstverständlich sein, solang das Kind nicht wirklich ein katastrophales Verhältnis zu ihm hat - hier müssen deine Gefühle bzgl. der kaputten Partnerschaft zurückstecken. Dass Großeltern/Tanten/etc NICHT dabei sind, wenn die Schule den Raum begrenzt, ist allerdings auch selbstverständlich - wenn es eine Anweisung der Schule ist, hast du hier bestimmt etwas schriftliches, was du deinem Ex vorzeigen kannst.

    Und was die "Party" betrifft: Wenn deine Tochter das nicht will, dann reicht das völlig als Grund, sie nicht stattfinden zu lassen - völlig unabhängig davon, ob du seine "Sippschaft" sehen willst oder nicht. Erkläre ihm sachlich den Wunsch deiner Tochter nach einem beschaulichen, kleinen Kreis - als liebender Vater wird er das verstehen. Dazu kommt, dass du als Gastgeberin durchaus entscheiden kannst, wie viele Gäste du zu bewirten in der Lage bist. Aber wichtig dabei: Achte auf die Wünsche eures Kindes - Vater und Mutter sind beide wichtig und wnen es ihr Wunsch ist, sollten auch beide an diesem besonderen Tag teilhaben können. Lass dich nicht von eigenen negativen Gefühlen überrumpeln, auch wenns schwer fällt. #liebdrueck

    Irgendwie lese ich hier nur "ich" und "er". Was ist aber überhaupt nicht klar herauslesen kann, ist die Meinung des Kindes! Bei der Einschulung geht es um das Kind, also würde ich wertungsfrei (!) mit dem Kind reden, fragen, wie was gemacht werden soll und das dann genau so umsetzen. Wenn das Kind mit der ganzen Familie im Restaurant feiern möchte, dann ist das ok, wenn das Kind aber mit dem besten Freund in den Zoo oder ins Spaßbad möchte, dann ist das genauso in Ordnung.

    lg

    (14) 19.06.16 - 07:36

    Hallöchen...

    Ich verstehe dich total.

    Warum müssen Einschulungen heut zu Tage so aus dem Ruder geraten?
    Ich kann mich nicht entsinnen, das früher so ein Aufriss drum gemacht wurde#schock

    Bei der Einschulung meiner Großen , sind ihr getrennt lebender Papa und ich ich der Aula gewesen! Und seine Mutter hat sich noch hin zu gesellt...

    Ich fand es schrecklich, die Aula war völlig überfüllt von entfernter Verwandschaft Freunde etc., so dass nicht mal die Eltern oder enge Großeeltern Platz hatten. Das gehört sich einfach nicht!!!

    Meine Ex Schwiegermutter hat über unsere Köpfe hin weg noch enschieden, dass wir ja unbedingt grillen müssen! Ich habe mich dann gebeugt aber auch klar gestellt, dass ich nicht für die Organisation zu ständig bin, da wir klar abgesprochen hatten nicht zu feiern!

    Ich finde es total ok das du deinen EX + Lebensgefährtin einlädst. Seine Mutter find ich auch noch ok aber ansonsten soll er doch ne riesen Familienfeier planen wenn er unbedingt will....

    LG

    schnubbi83

    • (15) 19.06.16 - 19:20

      Also "früher" zu meiner Einschulung, wurde da auch schon so ein Aufriss gemacht - die war 1984. Es gibt keinen Unterschied zu "früher" und "heute", sondern zwischen Ost und West.

(16) 19.06.16 - 19:14

Bei uns gab es diese Regelung von der Schule auch. Hatten sich natürlich mal wieder nicht alle daran gehalten und so war noch nicht mal für die Eltern Platz - der Schulleiterin platzte dann der Kragen und die "Sippschaft" durfte draußen warten.
Zu dir zu Hause darfst du einladen, wen du willst. Der Papa darf das Fest gern nachfeiern - samt seiner Familie bei sich. Ich weiß nicht, wann bei euch gefeiert wird, wenn es auf ein Wochenende fällt, könnte er direkt den Sonntag feiern. Oder dann eben das Wochenende danach.

Ein schlechtes Gewissen würde ich mir hier nicht imTraum einreden lassen.

(17) 20.06.16 - 06:32

Hallo.

Was möchte denn die Kleine. Wenn sie möchte, dass alle dabei sind, dann würde ich ihr sagen, dass es dann nicht zuhause stattfindet. Dann musst du es mit dem Vater des Kindes zusammen organisieren und jeder darf dann einladen, wen er möchte. Sollte der Vater nicht mitmachen (weil er nichts dazusteuern will), würde ich der Tochter sagen, dass der Vater das aber so nicht möchte und du nicht gewillt bist, alles alleine zu machen. Also wird gefeiert, wie du es planst und wie der Vater es dann macht, soll dir egal sein.

Alleinige Sorgerecht hat damit nichts zu tun. Es ist eine einmalige Feier, da hat das geregelte Besuchsrecht nicht mit zu tun.

Alles Gute.

LG

  • (18) 21.06.16 - 14:20

    Nach so viel "ich" und "er" und "ich bestimme" würde es mich wundern, wenn das Kind eine unbeeinflusste eigene Meinung hierzu hat.

    Kinder bekommen deutlich mehr mit als man meint. Und gerade Kinder aus Patchwork-Familien, die ja ohnehin ständig zwischen den Stühlen sitzen, neigen dazu ihre wahre Meinung nicht preiszugeben. Sie wollen niemandem in den Rücken fallen.

    Fragt man sie was sie möchten, dann werden sie einem die Antwort geben, von der die Kinder selbst glauben, dass man sie hören möchte.

    Hier stellen beide Seiten ihre eigenen Befindlichkeiten über die des Kindes. Die Thread-Erstellerin möchte aus meiner Sicht nur ein "Du hast alles richtig gemacht, brauchst kein schlechtes Gewissen haben!" hören.

    Bei uns waren damals die Großeltern, Eltern und Paten mit in der Schule. Am Mittag waren wir alle Essen in einem Restaurant und am Nachmittag hat mein Stiefsohn mit seiner Mutter deren Verwandschaft etwas unternommen.

    Wir haben so etwas immer akzeptiert. Es war aber nie der Wille vom Kind, sondern der der Mutter. Wir versuchen Konflikte daher nicht aufleben zu lassen und halten uns zurück. Bei meinen Neffen und Nichten waren wir immer alle mit bei den Einschulungen dabei.

    Mein Stiefsohn findet aber bis heute noch die Feste und Tage am schönsten, wo alle mit dabei sein dürfen. Beide Verwandten von beiden Seiten.

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