Wächst man in Patchwork rein?

Für viele Frauen, die einen Mann lieben, der schon Kinder hat, ist das eine hochspannende Frage. Wie kann ich mich in diese Familie integrieren? Wie wird die Zukunft aussehen? Hier werden persönliche Erfahrungen sehr offen erzählt:
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 29.08.16 - 10:59

      Hallo in die Runde,

      ich würde gerne wissen, ob ihr der Meinung seid, dass man in Patchwork rein wächst? Es heißt ja immer so schön: Man wächst an seinen Aufgaben. Und ich denke, dass Patchwork schon eine ziemlich große Aufgabe ist/sein kann.

      Wie waren bei euch die Anfänge? War alles leicht oder hab ihr euch mit verschiedenen Dingen schwer getan? Wenn ja, mit welchen?

      Viele Grüße,
      patchoulie

      • Hallo, naja, ich würde mal sagen zum Teil...
        Ich habe die Kinder mit 6 und fast 10 kennengelernt. Die ersten paar Wochen war es wohl spannend- eine neue Frau usw. Als ich zu meinem Freund gezogen bin, war ich am WE (kommen jedes zweite WE und die Hälfte der Ferien) oft auch zumindest zum Teil unterwegs- weil wir uns viel Zeit lassen wollten und die Kinder ja sicher auch mal ihren Papa alleine haben wollten. Nach und nach bin ich dann aber auch mal komplett am WE dabei gewesen- und das wurde dann wohl zuviel. Für die Große. Plötzlich war ich eben immer da, etwas festes, und hatte hier eben auch meinen Platz. Mein Zuhause. Das hat ihr dann nicht mehr gefallen. Ich habe von Anfang an immer schön meinen Mund gehalten, weil ich immer Panik hatte (hört man ja auch manchmal), dass die Kinder sagen: Nö, das ist uns zu anstrengend mit dir, dann bleiben wir halt bei Mama. Ich war in den vergangenen Jahren so oft wütend und verzweifelt, weil ich soviel in mich reingefressen habe, immer freundlich war (auch wenn es echt einfach auch mal nicht angebracht gewesen wäre). Brav alles immer weggeputzt, patzige Antworten "überhört" usw.

        Nun ja, gab schon Gespräche mit der Mutter, in welchen ich mir dann echt komische Sachen (nicht von der Mutter, sondern von der größeren Tochter) anhören musste- zum Wegrennen, Aber nööö, freundlich und bemüht geblieben.
        Und hinterher die Wut rausgeheult.

        Die Mutter ist nett und meint, es wäre Eifersucht- von damals immer mehr gewachsen und inzwischen eine generelle Abneigung, egal wie ich mich bemühe.

        Die kleinere Schwester kommt gern und hat keine Probleme. Ich denke es ist oft sehr gut, die Kinder in ganz jungen Jahren kennenzulernen.

        Also wir haben uns inzwischen arrangiert. Die Große kommt und übernachtet bei uns, wenn sie Lust hat, hat also keinen Zwang mehr. Die Kleine kommt ja sowieso. Auch hier habe ich einfach manchmal echt Schwierigkeiten nicht die Mutter zu sein, nichts sagen zu dürfen usw. Aber sie ist ein sehr freundlicher Mensch und dann putze ich ihr eben

        hinterher. Es sind ja nur alle zwei Wochen das WE und die Hälfte der Ferien.

        Ich glaube es ist ein großer Fehler gewesen nie etwas zu sagen und auch jetzt nicht. Aber die Angst, dass die Kleine dann auch umschwenkt und dann eben bei ihrer Mutter bleibt, ist zu groß. Mein Freund liebt seine Kinder sehr und ich möchte nicht diejenige sein, die das zerstört.

        Wie ist das denn bei Dir?

        • Wir stehen momentan noch ganz am Anfang. Unsere Kinder sind beide im gleichen Alter. Auf der einen Seite sehr schön, da sie so viel miteinander anfangen können und die Interessen ähnlich sind und vielleicht auch noch eine Weile ähnlich bleiben werden. Auf der anderen Seite aber auch manchmal ziemlich anstrengend, wenn beide sich gegenseitig zu irgendwelchem Schabernack anstiften und auf einmal zwei Kinder da sind, auf die man aufpassen muss.

          An guten Tagen denke ich: das wird schon. Kinder werden ja auch größer und eigenständiger. An schlechten Tagen frage ich mich, ob ich das wirklich schaffen werde. Zum Glück überwiegen die guten Tage :-D

      Am Anfang hatte ich mir ausgemalt wie es sei eine Stiefmutter zu sein. Habe mich unheimlich bemüht was schönes mit ihm zu machen und versucht mich rauszuhalten, wenn es um die erzieherischen Dinge ging. Bin ja schließlich nicht die Mutter!

      Big Misstake!

      Erwachsene sollten stets Respektspersonen sein und im Zweifel auch Erziehungspersonen.

      Nach dem dritten "Dein Sohn hat XYZ, bitte regel das!", dachte dieser ich sei auf seiner Ebene. Auge auf Auge.

      Danach versuchte er mir auf der Nase rum zu tanzen.

      Es hat dann zwei erzieherische Anläufe in denen ich die angedrohte Konsequenz durchgezogen habe gebraucht, bis er verstanden hat, dass ich auch eine Erwachsene bin und ebenso erziehen kann wie Papa oder zu Hause eben Mama.

      Noch heute habe ich folgende Situation vor Augen:

      Wir sitzen alle (gesamte Familie, nach einem Geburtstagsbrunch) abends am Tisch und essen eine Brotzeit. Mein Stiefsohn und sein Cousin (auch heute immer noch eine explosive Mischung) waren schon fertig und sollten noch warten, aus Langeweile tippten sie abwechselnd immer auf den Deckel vom Gurkenglas. Ich sagte, weil es mich kolossal genervt hat und das Glas zu kippen drohte: "Lasst das bitte sein! Ich will keinen Finger mehr auf dem Gurkenglas sehen!"

      Herr Sohn guckte mich an hob die Hand und ehe er den Finger auf dem Glas hatte, hatte ich sein Handgelenk fest im Griff! "Ich hatte Nein gesagt!" (mit ziemlich starker lauter Stimme)

      Alle haben mich und ihn angestarrt. Er hat dann seine Hand zurück gezogen und nichts mehr gesagt. Das Gurkenglas wurde in Ruhe gelassen, von beiden.

      Ab da habe ich mich getraut immer direkt zu sagen, wenn mir etwas nicht passte. Und trotzdem fand er mich danach nicht doof oder mochte mich nicht mehr. Wenn er kuscheln wollte, kam er seit dem zu mir.

      Es gab seit dem viele Situationen, wo mich sein Verhalten tierisch nervte und ich ihn am liebsten fort gewünscht hätte, aber ebenso viele wo ich dachte, was ein cooler Typ, was ein netter Junge, schön so einen Stiefsohn zu haben.

      So lange die "guten" Momente überwiegen ist alles im Lot!

      • Kenn ich, wobei bei uns mein Mann der war der meinte ich darf nichts sagen.

        Er meinte immer er sei der Vater und regle das. Davon mal ab dass er natürlich nur geregelt hat wenn er Lust hatte ging das gar nicht.

        Mein Mann geht auf Schicht, heißt er arbeitet auch am WE. Sie ist 3 WEs im Monat bei uns, das eine WE arbeitet er alle Tage von mittags bis abends. Das WE war sie auch immer da bis ich irgendwann sagte das ist ja Blödsinn da sieht sie ihren Vater ja gar nicht. Ein WE im MOnat wir die Mutter ja wohl für ihre Tochter opfern können.

        Also ich passe halt immer auf sie auf wenn mein Mann arbeitet. Das kam irgendwann von mir als Idee als die Situation mit der Mutter gar nicht mehr ging.

        Früher war die Tochter alle 14 Tage am WE bei uns (ab Schulkind, davor immer die ganze Freiwoche meines Mannes). Dann hatte die Mutter nen neuen Stecher und fing an das Kind an den Wochenenden wo sie nicht bei uns war bei der 78 jährigen Ur Oma abzuliefern. Die war natürlich überfordert und schlug das Kind mit dem Kleiderbügel. Mein Mann bekam das raus und hat dann da mal mit der Faust auf den Tisch geschlagen und mit dem Jugendamt gedroht. Er hat es auch eingeschaltet, aber da regte sich nichts obwohl die Mutter da schon bekannt war!
        Nun ja, ich meinte dann ok bevor das Kind irgendwann tot gekloppt wird kommt sie halt jedes WE zu uns.

        So ist es bis jetzt (4 Jahre her), außer 1 WE im Monat halt. So lange Rede, langer Sinn ;-)
        Ich passe immer auf, aber je älter das Kind um so rebellischer und ich meinte irgendwann so geht das nicht. Mein Mann meinte immer ich habe dem Kind nichts zu sagen. Darauf meinte ich, ok dann such dir jemand anderes der am WE aufpasst. Ich bin doch nicht der Heiopei!!!
        Wir sind dann zur Beratung gegangen. Und die meinte auch zu meinem Mann dass ich sehr wohl was zu sagen habe. Vor allem wenn er gar nichts sagt. Irgendwer muss dem Kind ja was sagen.

        Und wenn er nicht da ist hat sie auch auf mich zu hören. Sie erklärte es so:
        1. Wir sind verheiratet, leben in einem Haus. Sie hat dort ein eigenes Zimmer. Ich opfere immer meine Zeit um mich ihrer anzunehmen. Alleine aus Respekt muss sie mich auch als "Bestimmer" akzeptieren. Ich stehe auf gleicher Ebene wie mein Mann. Es ist nicht nur das Haus meines Mannes, sondern auch MEINS! Und sie muss sich da einfügen.
        2. Wir haben ein gemeinsames Kind, da muss man ja nichts zu sagen. Der lässt sich ja dann von mit auch nichts sagen!
        Mein Mann hat es dann begriffen und hat sich auch geändert. Seitdem sind wir auch wieder ein Team und ziehen an einem Strang was Patchwork angeht.

        Patchwork ist immer Arbeit. Man wächst rein, aber dieser Bonuskinder-Zucker-heile-Welt-alle-lieben-sich-Kram ist sehr, sehr, sehr, selten. Es kommen immer Hoch und Tiefs, das ändert sich wohl erst wenn die Stiefkinder erwachsen sind.

        • Danke für deine Antwort.

          Ich glaube, mein "Problem" ist (wie du es so schön geschrieben hast) dieser Bonuskinder-Zucker-heile-Welt-alle-lieben-sich-Kram. In meiner Vorstellung backen wir alle zusammen im Advent friedlich Plätzchen. Die Realität wird wahrscheinlich eher so sein, dass einer mit Absicht die Mehltüte auf den Boden schmeißt, obwohl schon zig-mal gesagt wurde: lass die Tüte in Ruhe. Wahrscheinlich wird einer dem anderen den Kochlöffel über den Kopf zimmern, was (natürlich) mit Gebrüll enden wird und nach 10 Minuten haben beide Kinder keine Lust mehr zum backen und ich steh in einer verwüsteten Küche.

          Leider bekommt mein "Stiefkind" von der Mutter keinerlei Zuneigung. Sie nimmt ihn nicht in den Arm, umarmt ihn nicht, gibt ihm keine Küsschen. Ich bin sogar der Meinung, dass sie froh ist um jede Stunde und jede Minute, in der sie ihr Kind nicht um sich hat.

    Hallo patchoulie,

    also bei mir waren die Phasen durchwachsen und sehr verschieden. Am Anfang (rosarote Brille) alles Eitel Wonne Sonnenschein, hab mich total (über)bemüht, versucht die Superstiefmutter zu sein, kochte, betreute, bespaßte, putze, etc. was sich dann schnell für mich als Fehler herausstellte, da ich viel Energie investierte und meiner Ansicht nach wenig zurückbekam, es war irgendwie alles selbstverständlich, ich bekam nur die Verbalangriffe, wenn etwas nicht passte von der Mutter im Nachhinein retour, von den Kindern direkt kam nie etwas.

    Ich lernte die Kids kennen als sie 10 und 12 waren, also schon relativ "groß". Es waren schon feste Verhaltensmuster vorhanden, die ich nicht durchbrechen konnte/wollte, ich fühlte mich eigentlich oft als Außenseiter. Papa mutierte anfangs zum Spaßdaddy und die Kids tanzten ihm teilweise auf der Nase herum, ich stand daneben und konnte nur zusehen. Wenn ich Tipps gab oder was sagte, war ich die Böse und sollte mich nicht einmischen.

    Auch kam ich in eine Phase hinein, wo es noch nicht diese 14-tägige Regelung gab (nach 2 Jahren nach der Scheidung). Das Papa jetzt eine Freundin hat und nicht mehr 24/7 zur Verfügung stand, ließ auch die Mutter uns spüren. Oft wurden Termine verschoben, verlängert und unsere Pläne wurden umgeworfen. Das war die anstrengendste Zeit.

    Ich zog noch dazu 125 km aus meinem Heimatort weg, verließ meinen Freundeskreis, meine Arbeit, meine Eltern und hockte anfangs ohne Arbeit zu viel zu Hause. Wenn mein Freund dann da war und die Kids auch, wurde ich 72 Stunden so gut wie ignoriert, man konnte sich nicht 5 Minuten mit ihm unterhalten, ohne dass er sofort sprang, wenn jemand nach ihm rief. Das und meine falsche Einstellung führte über kurz oder lang zu meiner ersten und hoffentlich einzigen Depression. Das war meine schlimmste Zeit, mein absoluter Tiefpunkt. Ich war in der totalen Opferrolle, alle anderen waren die Bösen, ich war das arme Ding, das alles über sich ergehen lassen musste.

    Ich fing in dieser Zeit an, viele (Selbsthilfe)-Bücher zu lesen, mich mit meinen (negativen) Gedanken zu befassen und zog mich selbst aus diesem Teufelskreis raus. Ich änderte meine Einstellung zu dem Ganzen, konzentrierte mich mehr auf mich, hörte mir zu und ging achtsamer mit mir um. Ich zog mich aus der Patchworksache halbwegs raus. An den Wochenende wo die Kids da waren machte ich mein eigenes Ding, fing wieder an Freunde zu besuchen, fuhr vermehrt zu meinen Eltern, auch wenn es kein Katzensprung war und ist. Ich ließ die Kids mit dem Vater vermehrt alleine Zeit verbringen, war aber trotzdem präsent. Ich flüchtete nicht, wenn sie da waren, es war schließlich auch mein zu Hause.

    Heute sind sie 14 und 16 und werden schon langsam flügge. Das Verhältnis ist oberflächlich, aber dennoch nicht schlecht. Man lacht und redet gemeinsam, sitzt an einem Tisch beim Essen, führt Gespräche über alle möglichen Themen. Nur mit Problemen kommen sie nicht wirklich zu mir, ihre intimsten Geheimnisse weiß ich auch nicht und was sich bei der Mutter so tut (wir haben keinen Kontakt, außer wenn sie die Kinder bringt oder holt), erfahre ich selten, aber damit kann ich sehr gut leben. Ich bin kein Mutterersatz, sie haben Gott sei Dank eine Mutter, ich bin die Freundin von Papa, die ihre eigenes Leben lebt.

    Mag für manche nicht ideal sein, aber ich habe so meinen Weg gefunden und bin in diese Patchworksache nach 4 Jahren gut reingewachsen.

    Hoffe ich konnte helfen,
    liebe Grüße
    Bärbel

    • Hallo Bärbel,
      vielen Dank für deine Antwort.

      Zum Teil erkenne ich mich da wider. Ich glaube, im Moment bin ich auch noch in dieser Superstiefmutterphase: ich koche, bespaße, tue und mache.

      Die Mutter hat leider auch einen diebischen Gefallen daran, Termine zu verschieben. Gerne genommen ist: das Kind muss schon einen Abend früher geholt werden oder drei Wochenenden hintereinander anstatt jedes zweite Wochenende. Leider bin ich ein Mensch mit viel Kopfkino und male mir jetzt schon aus, was ihr noch alles für Bösartigkeiten einfallen werden (z. B. dass mein Freund und ich nicht gemeinsam in Urlaub fahren können, weil die Kindergärten nicht zur gleichen Zeit Ferien haben und sie ihr Kind nicht vor den eigentlichen Ferien aus dem Kindergarten holen möchte).

      Auch das ignoriert werden kenne ich leider. Es kam sogar schon vor, dass ich am Frühstückstisch ein Gespräch mit meinem Freund anfangen wollte, was er nach den ersten Worten unterbrochen hatte, weil er sein Kind fragen musste, ob es noch was essen möchte. Ich kann ja verstehen, dass er die wenige Zeit, die er mit seinem Kind verbringen kann, auch auskosten möchte. Aber trotz allem sind mein Kind und ich dann auch noch da und möchten Ansprache von ihm haben.

      Ich glaube, ich werde es ein wenig so wie du versuchen: wenn sein Kind da ist, werde ich etwas für mich tun. Und sei es nur ein ausgedehnter Spaziergang :-)

      Liebe Grüße.
      patchoulie

Also ich finde, JA, man wächst in Patchwork "rein".
Genauso wie sich eine Partnerschaft entwickelt oder die Beziehung zu Freunden, entwickelt sich die Beziehung zu den Stiefkindern.

Anfangs fühlte sich alles unsicher und wackelig an, das hat sich mit der Zeit geändert.
Wichtig war für mich immer, dass die Rollen klar verteilt sind.

Ich bin nicht ihre Mama - und diese Rolle will und kann ich gar nicht einnehmen.

Ich bin ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen und mit mehr Lebenserfahrung als die Kinder.

Wenn mich etwas stört, sage ich es ihnen direkt, genauso direkt sage ich ihnen aber auch was toll ist.

Wir haben ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis. Nicht so wie zu eigenen Kindern, das erwarte ich auch weder von den Kindern noch von mir, eher wie zu Nichten oder Neffen.
Einfach eine weitere erwachsene Person, die dazu gehört und auf die man sich verlassen kann (und die im Gegensatz zu Papa auch gern mal einen Disney-Film schaut :-))

Der Alltag hat sich ganz langsam entwickelt.
Anfangs habe ich alles übernommen und viel hinterher geräumt - da musste ich lernen meine Grenzen zu setzen.
Jetzt ist es ganz selbstverständlich, dass sie kleine Aufgaben im Haushalt mit übernehmen!

Ich denke es ist einfach ein Lernprozess für alle Beteiligten!

Alles Gute!!!

  • Hallo beerle,
    vielen Dank für deine Antwort. Das hat mich sehr motiviert.

    Unsere Kinder sind beide noch recht klein. Was mich da am meisten "stört" ist, dass es öfters sehr laut ist. Ich selber bin ein eher ruhiger Mensch, der auch gerne einfach nur die Stille mag. An Papa-Wochenenden ist noch nicht einmal für 5 Minuten Ruhe, weil einer dem anderen das Spielzeug wegnimmt, schubst oder haut. So haben auch mein Freund und ich keine Möglichkeit auch nur ein kurzes Gespräch zu führen. Ich denke, dass ich versuchen werde mir in solchen Momenten, wenn es mir zuviel wird, eine Auszeit zu nehmen. In den Garten gehen, spazieren oder bei meinen Eltern vorbei schauen.

    An sich freue ich mich schon immer ein kleines bisschen auf die Papa-Wochenenden. Wenn die zwei kleinen dann (friedlich) miteinander spielen oder wir einen schönen Ausflug unternehmen oder auf den Spielplatz gehen oder die Familie besuchen. Aber trotzdem bin ich dann auch jedes Mal wieder froh, wenn das Wochenende rum ist und ich wieder meine Ruhe habe #hicks

    • Das mit den Auszeiten ist eine gute Idee!
      Nimm Sie dir, auch deine Familie wird davon profitieren, wenn du entspannt und gut gelaunt zurück kommst!

      Vielleicht kannst du dir ja auch in der eigenen Wohnung Freiräume schaffen z. B. mit deinem Freund ausmachen, dass du jetzt für 30 min nicht ansprechbar im Schlafzimmer bist.

      Klar hörst du den "Lärm" der Kids, aber 100% nicht zuständig zu sein tut auch schonmal gut!

      Gib euch einfach Zeit und versuch gar nicht erst alles perfekt zu machen!

      Wenn man schwanger ist, hat man fast 10 Monate Zeit sich darauf vorzubereiten und dann braucht es oft noch mehrere Monate bis alles "läuft". Und selbst da ist dann noch oft genug der Wurm drin - warum sollte es in einer Patchwork-Familie schneller und anders ablaufen?

      Alles Gute!!!

      Das ist wichtig. Stiefmutter sein ist auch Luxus. Du musst für dein Stiefkind nicht Gewehr bei Fuß stehen, dein Mann ja.

      Du kannst dich, wenn sie da ist mit Freundinnen treffen oder shoppen gehen. Er MUSS sich mit ihr beschäftigen. Natürlich ist es schöner als heile Familie alles zusammen zu machen. Aber das Kind ist ein zerrissenes Wesen was 2 unterschiedliche Leben in der Woche führt. Das ist so schwer für kleine Kinder und auch die müssen hineinwachsen. Das dauert, aber gib dem Prozess Zeit und wenn es nicht mehr geht nimm dir eine Auszeit.

      Ich bin auch ehrlich und freu mich wenn sie wieder weg ist. Sie ist jetzt in einem schwierigen Alter und immer auf Knopfdruck 2 Kinder zu haben (wovon eins ganz anders erzogen ist worauf du keinen Einfluss hast) ist echt anstrengend.
      Aber mach nicht den Fehler und versuche es allen Recht zu machen. Mach keinen auf Super-Stiefmama die alles auffängt. Das klappt nicht und du wirst auf der Strecke bleiben. Das Kind hat eine Mama und die wird immer Nr. 1. sein, egal was du machst.

      Sei eine gute Freundin, auch das ist Luxus. Eine Mama muss eine Mama sein, du kannst eine Freundin sein. Das ist einfacher. ;-)

      Hallo Patchoulie,

      das mit dem Lärm kenn ich und mag ich auch nicht. Die Kids sind ja Gott sei Dank jetzt schon größer, aber am Anfang war es ein lauter Wirbelwind von 3 Kids, der da von Freitag - Sonntag durch das Haus zog. Zu lautes TV gucken (so, dass man es bis ins übernächste Zimmer hört), streiten, schreien... war alles in einer nicht erträglichen Lautstärke vorhanden. Ich selbst mag es auch gerne ruhig und hab auch die TV-Lautstärke in einem normalen Maße.

      Momentan nervt es mich leider tierisch, wenn der Jüngste Playstation spielt. Versteh mich nicht falsch, nicht das Spielen an sich nervt mich, sondern das Gebrülle dabei. Auuu, auuuu AUUUUUUUUUU- AUUUUUU. in einer Lautstärke, dass ich im Nebenzimmer nicht mehr fernsehen kann... #aerger

      Habe ihn aber schon drauf hingewiesen, seitdem ist es ein bisschen besser. Wird komischerweise nur dann immer lauter, wenn jemand anwesend ist... #kratz

      Liebe Grüße
      Bärbel

Zu Beginn habe ich mich wahnsinnig bemüht um die beiden. Da waren sie 9 und 12. Ich habe mit ihnen gebacken, gemalt, gekocht, sie abgeholt, zum Arzt gefahren, ihnen schöne und teure Geschenke gemacht etc. Aber anders als bei meinen eigenen Kindern kam nie etwas zurück. Waren wir unterwegs und ich sagte: "kommt, hier lang", sind sie in die andere Richtung gegangen.

Sie haben von ihrer Mutter eingetrichtert bekommen, dass ich eine persona non grata bin. Dabei fand deren Trennung lange vor meiner Zeit statt. Hat der Sohn ein Fussballspiel, darf ich nicht mit. Er hat seiner Mutter gesagt, dass er es nicht will. Ein Geburtstags-oder Weihnachtsgeschenk habe ich bis heue nie erhalten, nur selten wird überhaupt gratuliert.

Jetzt bin ich zwar nett und freundlich, manchmal gelingt es mir, herzlich zu sein und empfinde es dabei auch, aber oft halte ich mich einfach zurück und unternehme lieber etwas anderes. Was meinem Partner überhaupt nicht gefällt, da er gerne eine heile Familie hätte mit mir.

  • So lange es dir so gut damit wie du das für dich regelst mach es. Heile Welt ist immer schön aber dein Partner hat dann schlicht weg Pech. Du hättest es ja auch gerne anders. Er sollte schon sehen dass es von seiner Ex so gewollt ist und hinter dir stehen. Er könnte ja was dagegen tun. Wenn er das anders sieht hat er Pech. Sind ja seine Kinder.

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