Sorgerecht

    • (1) 11.10.16 - 20:08

      Hallo zusammen,
      Ich habe eine Frage...

      Mein Ex-Partner und ich haben ein gemeinsames Kind und auch das geteilte Sorgerecht. Ich war immer der Überzeugung ich kann mich betreffend unseres Kindes immer zu 100 % auf ihn verlassen - leider ist war das nach der Trennung nicht immer der Fall und noch weniger seit er wieder in einer Beziehung ist. Wir sind nun seit 6 Jahren getrennt und ich habe ihn darum gebeten mir das alleinige Sorgerecht zu übertragen da er sich mittlerweile nicht mal mehr um das regelmäßige Umgangswochenende bemüht. Im Falle eines Sorgerechtstreits müsste ich dies ja beim Familiengericht beantragen - wenn er dem jedoch einvernehmlich zustimmt, gibt es da vielleicht die Möglichkeit dies beim Standesamt oder Jugendamt zu klären?

      • Nein das geht nicht. Und wenn er das nicht möchte, wirst du das mit den von dir aufgeführten Gründen auch verlieren. Das GSR wird nur entzogen, wenn es dem Kindeswohl absolut abträglich ist.

        Entscheidungen, die das Sorgerecht betreffen, sund idR Namenswahl, Anmeldung Kita/ Schule / weiterführende Schule, Entscheidungen mit erheblichem Gewicht im Rahmen der Gesundheit, Konfession und später mal ein Ausbildungsvertrag.

        Alltagsunzuverlässigkeit berührt diese Punkte eher nicht. Wenn er Entscheidungen verzögert, kann man diese punktuell gerichtlich ersetzen lassen.

        Betreffen deine Probleme diese Faktoren? Was glaubst du, würde das ASR vereinfachen? Ich könnte mir vorstellen, dass du vom ASR zu viel bzw das Falsche erwartest.

        LG Küstenkönigin

        • Das ist mir bewusst und daher habe ich ja auch gebeten das er mir dies überträgt. Leider gab es schon 3 OP Termine wobei ich wochenlang wegen nötigen Unterschriften hinterher laufen musste um das diese stattfinden konnten. Auch was Kita/Schule/Hort betrifft - er ist nicht da! Eine Kontoeröffnung ist mir nicht möglich weil er nicht die Zeit dazu findet bei der Bank eine Unterschrift zu leisten. Sein Interesse ist quasi = Null!
          All die Dinge wo ich seine Zusage "benötige" sind einfach viel zu kompliziert obwohl er nur 20 min entfernt wohnt.

          Wenn er die Unterschrift nicht leistet, kannst Du diese beim Familiengericht beantragen und ersetzen lassen. Fällt das häufiger vor, dann kannst Du beantragen, dass der entsprechende Teil des Sorgerechts - bspw. in medizinischen Belangen - auf Dich übertragen wird. Kommen weitere Bereiche dazu, kannst Du auch die gesamte Übertragung veranlassen.

          Er kann es Dir freiwillig übertragen oder dazu gezwungen werden, wenn es Nachweise gibt, dass er dem Kindeswohl schadet. Was durch die Ersetzungen der Unterschriften bewiesen wäre. Das Standesamt hat damit gar nichts zu tun und das Jugendamt hat nur beratende Funktion.

          Wenn du es erstmal mit einer Vollmacht versuchst, gerade für den medizinischen Bereich. Bei meinem Mann war es so, dass er sich hat überreden lassen, was die Vollmacht anbelangt, zwar mit Bauchschmerzen, aber mittlerweile kommen er und die Mutter des Kindes wieder gut miteinander aus und sie hat im Falle einer notwendigen OP nicht noch Rennerei, zumal wir recht weit weg wohnen...

          Vielleicht wäre das eine Option, ohne Gericht. Erkundige dich mal, was für solch eine Vollmacht alles benötigt wird, dass sie dann auch gültig ist. Dann muss er nicht auf das Sorgerecht verzichten und du hast trotzdem freie Hand.

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