Unterhalt bei Wechselmodelll

    • (1) 19.11.16 - 22:51

      Hallo ihr Lieben,
      ich habe mal eine Frage für einen Freund. Er lebt schon länger von der Mutter seiner Kinder getrennt, beide sind neu liiert, die gemeinsamen Kinder relativ groß (8 und 12). Die Kinder wechseln wöchentlich und verbringen im Prinzip exakt gleich viel Zeit bei Mutter und Vater. Bisher war es auch so, dass keiner der beiden Unterhalt bezahlt hat und sie sich das Kindergeld geteilt haben.

      Jetzt hat die Ex seit ein paar Monaten ein neues Kind mit ihrem neuen Partner und möchte nun Unterhalt bekommen, da sie natürlich in der Elternzeit wesentlich weniger verdient als er.

      Ist das so zulässig? Mir kommt es irgendwie komisch vor, dass er jetzt unter dem neuen Kinderglück mit neuem Partner "leiden" muss, andererseits müssen seine eigenen Kinder natürlich versorgt werden. Wie sieht denn die Rechtslage in so einem Fall aus? Beim googlen habe ich nichts zu dieser speziellen Konstellation gefunden.
      LG

      • Beide schulden Unterhalt für die Zeit, die die Kinder beim Anderen sind. D. h. auch sie ihm. Da die Kinder unter 18 sind, darf sie nichts tun, was den Unterhaltsanspruch gefährdet. Der Vater des neuen Kindes schuldet ihr auch Unterhalt, d. h., wenn die beiden nicht verheiratet sind, muss der Partner ihr die Differenz zwischen Elterngeld und letztem Netto ausgleichen. (Par. 1615l BGB)

        Unter dem Strich bedeutet das, dass sie dann eigentlich so viel hat wie vorher und er dann ebenfalls Unterhalt einfordern kann.

        So einfach, wie sie sich das denkt, ist es jedenfalls nicht. Wenn der Vater der beiden älteren Kinder mehr verdient als die Mutter kann es aber schon sein, dass er ihr einen Ausgleichsbetrag zahlen muss.

        Grüße Küstenkönigin

        • Danke!
          "Der Vater des neuen Kindes schuldet ihr auch Unterhalt, d. h., wenn die beiden nicht verheiratet sind, muss der Partner ihr die Differenz zwischen Elterngeld und letztem Netto ausgleichen. (Par. 1615l BGB)"
          Das war genau der Punkt der mir in ihrer Berechnung gefehlt hat. Ihr neuer Partner arbeitet voll und sie verdient jetzt eben weniger wegen dem gemeinsamen Kind mit dem neuen Partner.

          Hat mir sehr geholfen!

      (4) 20.11.16 - 11:19

      Wenn die Mutter Unterhalt möchte kann sie diesen berechnen lassen. Das Betreuungsmodell spielt für den Anspruch einer Berechnung grundsätzlich erst einmal keine Rolle - damit meine ich, dass jede Mutter und jeder Vater generell das Recht hat, sich unterhaltstechnisch etwas ausrechnen zu lassen. Der Ex einer Kollegin hat sich berechnen lassen, ob er vom Unterhalt etwas abziehen kann, weil er das Kind häufiger als alle zwei Wochen abholt. War aber nicht drin.

      Bei der Berechnung selbst wird natürlich geschaut, wer den Hauptanteil der Betreuung leistet bzw. wie die Betreuung aufgeteilt ist. Dann geht es natürlich auch um den Verdienst der Eltern. Und man sollte eine Berechnung, die von einem Expartner kommt, immer selbst noch einmal vom Fachmann prüfen lassen.

      Das heisst auf deutsch, die Rechtslage sieht so aus, dass es durchaus sein kann, dass er etwas zahlen muss, aber dazu müssen alle Fakten, die eine Rolle spielen auf den Tisch.

    • (5) 20.11.16 - 17:35

      Google mal nach 'unterhaltsanspruch wechselmodell'. Da bekommst Du jede Menge Treffer, die das ganz gut erklären.
      Es ist beim Wechselmodell keineswegs so, das keiner dem anderen Kindsunterhalt zahlt. Nur wenn beide Elternteile annähernd gleichviel verdienen, heben sich die Ansprüche quasi auf.
      Wenn einer mehr verdient als der andere, zahlt er trotz Wechselmodell Unterhalt an den geringer verdienenden Elternteil.

      Grüsse
      BiDi

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