Ich weiß (fast) nicht weiter

    • (1) 19.04.17 - 10:52

      Hallo zusammen,

      ich war lange alleinerziehend mit meinen Söhnen. Vor fünf Jahren lernte ich einem Mann kennen, mit dem wir inzwischen zusammen leben. Was meine Jungs betrifft: Alles prima so weit; neben viel Respekt und Wertschätzung auch Alltagsreibereien; alles im Normbereich.
      Mein Lebensgefährte hat eine Tochter (inzwischen 18), die mich von Anfang an abgelehnt, offen beschimpft und beleidigt hat. Sie erfuhr in Ihrem Tun keinerlei Grenzen, sondern wurde stets mit den Worten beschützt: "...sie kann nichts dafür; wird von ihrer Mutter beeinflusst... ". Ich selbst fühle mich mit meinen Verletzungen allein gelassen und habe in den letzten Jahren irgendwie versucht, mich mit der Situation zu arrangieren. Das sah anfangs so aus, dass ich mich um sie bemüht habe, als sie mir aber vorgeworfen hat, mich "..nur einschleimen zu wollen...dumme Tussi..." habe ich es gelassen. Dies gestaltet sich inzwischen so, dass sich mein Lebensgefährte in regelmäßigen Abständen mit seiner Tochter zu verschiedenen events trifft und mich dabei komplett ausschließt. Das an sich kann ich noch tolerieren, obwohl ich eigentlich ein absolutes "Rudeltier" bin. Will heißen: Ich hatte immer ein großes Interesse daran, alle Menschen/Kinder in eine Beziehung einzubeziehen. Was mich verletzt ist folgender Aspekt: In der Beziehung zu seiner Tochter existiere ich einfach nicht. Weder werde ich im Gespräch erwähnt, noch werden meine Einladungen zu (klärenden) Gesprächen zu dritt entsprechend honoriert o.Ä. Ich wünsche mir lediglich, den entsprechenden Respekt als "neue Partnerin" - und das sowohl von Vater und Tochter. Kann das jemand nachvollziehen oder ist es schlicht "mein job" mich da rauszuhalten und mit meinen eigenen Gefühlen alleine klarzukommen?

      • Hallo,

        warum tust du dir das an? Wer nicht will, hat schon.

        Sie ist ja nun auch kein Kleinkind mehr, sondern volljährig. Halt dich raus. Wenn sie ankommt, kannst du ja mit ihr reden, sonst nicht.

        Genieß dein Leben und sei froh, dass dein Partner gut mit deinen Kindern klarkommt.

        Ich würde diese Lösung sogar präferieren. Er macht was mit dem Jungdrachen alleine und stört mit ihr nicht den Familienfrieden. Wer nicht will, der hat schon. Was willst du für Gesprächsangebote machen, wenn sie partout nicht will?

        Übrigens neige ich dazu, Kritik meinem Kind gegenüber auch unter 4 Augen zu üben. Einfach, damit es das Gesicht wahren kann. Genau so mache ich es auch bei meinem Partner, wenn es Patch-Konflikte gibt. Reden kann man dann gemeinsam, wenn jeder sich in die Schuhe des Anderen gestellt hat. Zumal es in einer Dreierkonstellation immer so ist, dass einer dann doof da steht.

        Du weißt ja nicht, wie die Gespräche aussehen, wenn du nicht dabei bist.

        LG

        In erster Linie geht es doch um das Vater-Tochter-Verhältnis und das scheint gut zu sein.
        Du musst da nicht 'existieren'. Die Tochter kann Dich nicht leiden (warum auch immer) und Du kannst Respekt nicht erzwingen.

        Grüsse
        BiDi

      • Es ist nachvollziehbar, dass du dich zurück gewiesen fühlst, wenn du so komplett ausgeschlossen wirst. Ablehnung erzeugt einen Schmerz, der die gleichen Hirnareale aktiviert wie körperlicher Schmerz, habe ich kürzlich gelesen. Du erlebst da also etwas sehr schmerzhaftes.

        Allerdings wird es dir nichts bringen ausser noch mehr Ablehnung, wenn du ein Einbeziehen erzwingst. Es ist also für dich das beste, wenn du die beiden einfach alleine lässt. Auch würde ich keine Gespräche mehr suchen - die junge Frau will einfach nicht. Zieh dich zurück in deine Welt, die ohne sie statt findet. Manchmal muss man resignieren.

        Worauf ich jedoch bestehen würde: dass bei seltenen Zusammentreffen, wie etwa Weihnachten oder so, gewisse Höflichkeitsformen gewahrt werden. Bedeutet: es wird gegrüsst, es gibt keine Beleidigungen und ihr respektiert euch gegenseitig.

        Sei froh, dass Dein Mann es so gut trennt, das entspannt die Lage für alle Beteiligten. Wenn MIR (als gestandene, erwachsene Frau) irgendjemand vor die Nase gesetzt wird, den ich partout nicht leiden können will oder leiden kann, dann übe ich mich auch in Ignoranz. Mein bester Freund hat da vor Jahren was angeschleppt.... nach ein paar grauseligen Versuchen des tolerierens haben wir Einladungen auch nur für ihn ausgesprochen und wenn er irgendwas partnerschaftliches besprechen wollte, bin ich es nicht leid geworden zu erwähnen, dass mich das nicht die Bohne interessiert. Letztlich ist die Freundschaft daran zerbrochen - und wenn ich mich so umschaue ist es in der Tat oft so, dass bei solchen schwerwiegenden Antipathien am Ende eine Verbindung ganz gekappt wird. Klappen kann es nur, wenn nicht immer irgendeiner versucht (das wärst dann Du) doch noch irgendwie Leben in diese ungewollte Beziehung zu stecken. Wenn die Tochter deines Mannes was von Dir will, wird sie ankommen - wenn nicht bleibt Dir nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren.

      • Ich glaube es geht ihr eher darum, das der Mann mehr auch zu ihrer Seite hält und steht.

        Es ist ja schön das er es trennen kann, die Frage ist aber, ob dies Sinnvoll ist. Denn letztlich führt er damit ja zwei Leben.
        Eins mit der Tochter extern und eins mit der Frau und den Kids ihrerseits.

        Ich glaube darum geht es oder???

        Solche Kinder kann ich ja leiden. Vor allem, weil sie ja eigentlich kein Kind mehr ist und es besser wissen sollte.

        Ich würde mich ehrlich gesagt auch raus halten. Du hast nichts davon, dich mit der zu arrangieren. Wäre sie nicht zufällig mit deinem Mann verwandt, würdest du sie auch links liegen lassen.

        Wenn ihr es so hin kriegt, dass sich dein Mann alleine mit dem Mädchen trifft, dann belass es dabei. Interpretier da bloß nicht rein, dass er dich als Partnerin nicht voll anerkennt oder sowas. Wenn du das machst, setzt du nur euch beide unter Druck. Eltern können sich von ihren Kindern halt nicht einfach los sagen. Egal wie sch** sie sich verhalten.

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