Patchwork, fehlende Bindung zum Patch-Kind

    • (1) 08.08.17 - 10:11

      Hallo,

      ich brauche mal euren ernst gemeinten Rat.

      Mein Freund hat aus erster Beziehung einen Sohn (10 Jahre), wir haben zwei gemeinsame Töchter (3 Jahre und 1 Jahr) und sind jetzt 7 Jahre zusammen.
      Leider kann ich zum Sohn meines Freundes keine festere Bindung aufbauen als man sich es vielleicht wünscht. Er ist allerdings auch nur alle 2 Wochen übers WE bei uns, außer es sind Ferien oder Urlaub, dann kann es auch mal länger sein.

      Irgendwie bekomme ich es nicht hin bzw. lässt der kleine Mann es auch nicht so einfach zu, dass ich mit ihm irgendwie inniger werde wie zum Beispiel zu meinen Töchtern (mal zusammen spielen, quatschen, mal drücken oder sonstiges). Vielleicht bin ich da auch etwas der ausschlaggebende Punkt... ich tu mich in der Hinsicht irgendwie schwer, da es eben auch nicht mein eigenes Kind ist. Und so überlasse ich auch die Erziehung in dieser Zeit fast komplett meinem Freund. Aber das schuldet auch dem, dass die Kindsmutter sich bei vielen Sachen sehr quer stellt und ich nicht noch zwischen Mutter und Vater stehen will... Ich weiß auch nicht was und wie viel richtig ist!!!

      Eventuell hättet ihr ein paar Tipps für mich!?!

      LG

      • Hallo,

        ich finde deine Situation weder ungewöhnlich noch verkehrt. Dass dein Freund "erzieht" ist doch genau richtig. Er hat ja Eltern, die dafür zuständig sind, so dass für dich nur die normalen Hinweise übrig bleiben, die im Alltag notwendig werden.

        Ich finde einen freundschaftlich-herzlichen aber eben nicht zweitmütterlichen Zugang völlig in Ordnung. Du kannst dem Jungen auch durch Gesten oder verbal zeigen, dass du ihn magst und klasse findest.

        Gerade wenn sich die Eltern schon manchmal zoffen, kannst du mit der Zeit als Erwachsene, die präsent ist, aber keine eigenen Anforderungen stellt, zwischen denen er sich aufreibt oder gar entscheiden muss, vielleicht noch mal eine wertvolle Stütze sein.

        LG Küstenkönigin

        Ich kann dich verstehen. Ich habe auch eine 10-jährige Stieftochter, die ich kenne seit sie 4 ist. Sie ist ein süßes Mädel und ich habe sie auch gern. Wir kuscheln auch und sie erzählt mir viel, aber so eine enge Bindung wie mit meiner eigenen Tochter werde ich auch nie aufbauen. Ich kann es ehrlich gesagt auch nie nachvollziehen, wenn ich hier lese, dass es Frauen gibt, die schreiben, dass sie das Kind des Partners lieben, wie ihr eigenes und sogar eine Adoption anstreben oder das Kind zu sich holen wollen. Das ist ja bewundernswert, aber ich kann das nicht. Aber ich finde auch, dass man das nicht muss. Erzwingen kann man Gefühle eh nicht. Und es ist nun mal nicht mein Kind. Es ist nicht mein Fleisch und Blut, ich habe es nicht in mir getragen und zur Welt gebracht. Das kann auch echt nicht der Anspruch sein. Man verbringt ja in der Regel auch nicht so viel Zeit mit dem Stiefkind wie mit dem eigenen, das bei einem lebt.

        Ich finde das okay so, so lange man ein StiefKinde nicht unverhältnismäßig anders behandelt. Bzw. halt schlecht behandelt. Also dem einen was verbieten, was das andere eigene aber darf. Oder halt kalt und abweisend zu sein. Das andere offensichtlich bevorzugen. Das geht nicht.

        Dennoch finde ich, kannst du dich schon einmischen. Erziehen ist da vielleicht zu viel gesagt, aber ich sage meiner Stieftochter schon, wenn mir was nicht passt oder wenn sie was sein lassen soll. Ich finde, das muss einem schon zustehen, da man eine Zeit zusammen verbringt und da gelten halt nun mal Regeln. Anders geht es in der Gemeinschaft ja auch nicht.

Top Diskussionen anzeigen