Hilfe - mein Kind möchte nicht mehr zum Papa

    • (1) 12.11.17 - 21:33

      Hallo Leute.
      Ich weiß nicht mehr weiter...
      meine Tochter ( 4 ) möchte seit acht Wochen nicht mehr zum Papa. Er hat vor einem halben Jahr noch ein Baby bekommen mit seiner Freundin. Meine Tochter freute sich erst aufs Baby, aber nun sagte sie immer das sie nicht zum Papa möchte weil das Baby nervt und laut ist. Sie möchte unbedingt was mit ihrem Papa machen, nur eben nicht zu ihm nach Hause. Sie hat sonst alle zwei Wochen eine Nacht bei ihm geschlafen. Sie sagt sie ist sauer auf ihrem Papa weil das Baby nun da ist. Manchmal sagt sie auch weil Papa doof ist oder es ist zu langweilig usw. Ich hatte lange den Eindruck sie wüsste selbst nicht warum, aber nun sagt sie immer wieder das sie sauer auf ihn ist. Ich bin verwirrt und mag sie da auch nicht mit nerven. Meist will sie gar nichts davon hören. Kommen soll Papa auch nicht, findet es aber super wenn er hier ist und mit ihr spielt. Also die Vorfreude ist leider auch weg - bis er dann da ist. Ich habe ihm vorgeschlagen das er öfters kommen kann um sie abzuholen oder hier mit ihr was zu machen. Bisher kam keine Antwort. Wir wohnen auch 120 km weit auseinander. Da ist nicht eben schnell mal hallo sagen. Nun weiß ich nicht mehr was ich tun soll. Es tut mir für sie und ihrem Papa so leid. Soweit ich das weiß ist beim Papa zu Hause nichts vorgefallen. Hat jemand ähnliche Probleme gehabt und kann uns helfen?

      • Liebe Annewaffel,
        ich bin in so einer Situation nicht (direkt) gewesen aber stand/stehe "auf der anderen Seite".
        Ich bin die neue Frau meines Mannes und wir haben vor 2 Jahren eine kleine Tochter bekommen. Er hat zwei Söhne aus erster Ehe, die waren bei Geburt ihrer Halbschwester bzw bei Verkünden der Schwangerschaft 9 und 12.
        Wir leben das Wechselmodell, halbe Woche leben die Jungs bei uns und halbe Woche bei ihrer Mutter und deren Freund.

        Ich muss sagen, dass mein Mann und ich echt Bammel hatten vor der Verkündung der Schwangerschaft. Wir haben den Jungs auch angesehen, dass es ein riesiger Schock war und beide wussten nicht wirklich damit umzugehen. Es war eine Mischung aus Schreck/Unglauben/Unsicherheit und erst haben sie, so glaube ich, an einen Scherz gedacht.

        Mit Fortschreiten der Schwangerschaft haben sie öfter mal über "dein Baby" geredet und was ist, wenn "dein Baby dann da ist"...usw. Es war immer mein Baby und nicht Papas oder gar ihre (Halb)Schwester.
        Die erste Sorge galt Ihren Kinderzimmern..wir haben nämlich keinen weiteren Raum übrig gehabt und müssen demnächst den Kälberstallboden ausbauen.
        Selbstverständlich war von vornherein klar, dass deren Zimmer nicht angetastet werden.

        Als die Kleine dann da war, sind beide Jungs noch einmal sehr verunsichert gewesen. Wie würde ich mit allem umgehen..? Verändert sich mein Verhalten den Jungs gegenüber? Vor allem: wie reagiert der Papa nun?
        Es war mir (bei meinem Mann setze ich das sowieso voraus) absolut klar und ein vollkommenes Anliegen, dass die Jungs sich unter keinen Umständen zurückgesetzt fühlen dürfen. Einmal um ihrer selbst Willen. Dann weil ich in unserer zusammengewürfelter Familie das Höchstmaß an Harmonie erhalten/erstreben möchte.
        Aber vor allem: ich liebe meine beiden Schwestern über die Maßen und es gibt keine Personen auf der Welt, mit denen ich so schonungslos ehrlich sein kann und denen ich ausnahmslos alles anvertraue. Für meine Tochter wünsche ich mir daher auch das wunderbarste Verhältnis zu ihren Brüdern, das sie nur haben kann. Das ist meine oberste Priorität.
        Und sollten sich die zwei Jungs zurückgesetzt oder verdrängt fühlen, dann klappt das nicht.

        Es waren harte Monate. Mein Mann hat meine fehlende Arbeit auf unserem (Milchvieh)Betrieb mit aufgefangen und ich habe in den ersten Monaten die Kleine eigentlich komplett alleine versorgt. Nebenbei den Haushalt und so einige Hobbytiere.
        Es gab kein "Wochenbett" in dem Sinne, dass die Jungs ihren gewohnten halbwöchigen Rhythmus hätten aussetzen müssen. Sie sind auch über den KS Termin und direkt danach wie gehabt an ihren Tagen zu uns gekommen.
        Ich habe - damit die Jungs auch mal Kino usw mit Papa besuchen konnten - wirklich viel wuppen müssen mit dem Säugling.
        Wenn sie gebrüllt hat und wir saßen in der Stube bei einem Film oder wenn die Großen Hausaufgaben gemacht haben, dann habe ich mit ihr sofort den Raum verlassen. Es ist gar keine Situation aufgekommen, in der die beiden sich hätten zurückgesetzt fühlen können.
        Sie durften auch von Anfang an bei allem dabei sein...das Baby anfassen, hochnehmen, in normaler Lautstärke reden usw.

        Bei uns als Familie ist auch nicht immer alles vollkommen eitel Sonnenschein, wie in (fast) jeder Patchwork Familie hakt es mal hier und mal da. Aber eines weiß ich gewiss: die Jungs und ihre kleine Schwester lieben sich gegenseitig abgöttisch!
        Immer noch achte ich darauf, dass dem Mädchen ihr "Nesthäkchen-Status" nicht zu Kopfe steigt und verfestige das bald jeden Tag in diversen Situationen.
        Wenn die Großen einmal ihre Ruhe haben wollen, dann bleiben ihre Zimmertüren zu, egal wie sie manchmal wüten kann 🙈
        Und wenn sie T.'s Spielzeugauto nicht nehmen soll, dann bekommt sie es nicht. Ohne "Ach T., gib es ihr doch.." und dergleichen.
        Oder wenn Papa abends zuerst dabei gewesen ist, mit ihren Brüdern ein Brettspiel zu spielen, die Kleine aber plötzlich von Papa zu Bett gebracht werden will, dann muss sie zB mit mir Vorlieb nehmen weil der Papa beschäftigt ist. Ganz einfach.

        Selbstverständlich liebe ich meine kleine Tochter über alles, ich liebe sie auch mehr als ihre Brüder, die ja einfach nicht meine Kinder sind. Aber ich hinterfrage jeden Tag wieder ob ich auch 100 %ig gerecht bin. Jedes der 3 Kinder darf natürlich seine "Sternstunden" haben, in denen es für den Moment den anderen gegenüber den Vorzug hat. Aber diese Momente müssen ausgeglichen sein.

        Vielleicht ist das deinem Exmann und seiner Freundin nicht gelungen..?
        Es muss ja gar keinen "Vorfall" gegeben haben..es reicht ein schleichendes Verdrängen der Erstgeborenen oder ein (wahrscheinlich unbewusstes) Zurücksetzen. Weil ein Säugling halt einfach viel fordert. Und weil deine Tochter eben nicht die Tochter der neuen Lebensgefährtin deines Exmannes ist.
        Aber es nützt nichts.

        Durfte die Kleine ihr gewohntes Zimmer oder Bett behalten? Hat sie nach wie vor Papa-Solomomente? Hat sie die Möglichkeit, dem Baby-Geschrei hin und wieder zu entfliehen? Bleiben Unternehmungen bestehen oder ist alles momentan noch auf Sparflamme dort? Wenn sie sagt, sie langweilt sich bei ihrem Vater...vielleicht ist es ja tatsächlich so..? Nur noch Baby, nur noch babytaugliche Ausflüge und Unternehmungen, zu viel Rücksicht nehmen müssen..usw.

        Ich persönlich (du kennst die Situation und alle involvierten Personen besser, daher Vorschlag nur aus meiner Sicht) würde mich mit meinem Exmann zusammensetzen und diese Punkte abklären. Vielleicht kann man einiges davon aus der Welt schaffen, um dem Mädchen trotz Baby im Haus ihren Platz zu geben.
        Und ich glaube, ich würde die Besuche auch weiterhin bei ihrem Papa stattfinden lassen..dann natürlich aber zu den neuen "Konditionen".
        Mit 4 Jahren kann sie noch nicht vorausschauen, was das Beste für sie ist. Und das Beste für jeden Menschen ist ein schönes und gesundes Verhältnis zu möglichst allen Familienmitgliedern. Und das erlangt man nicht, in dem man einige Menschen aus dem Familiengeflecht meidet, schon gar nicht ein Geschwisterkind.

        Wahrscheinlich wehrt sie sich erstmal mit Hand und Fuß aber wenn ihr Papa ihr dann gleich von Anfang an zeigt, dass sie ihrem kleinen Halbgeschwisterchen in absolut nichts nachsteht (dazu muss seine Freundin natürlich unbedingt mitspielen und während der Besuchszeiten ihren Babydienst etwas aufstocken), dann müsste doch eine Chance da sein..
        Ich würde es den Kindern so wünschen!

        Ganz dolles Daumendrücken!

        • Nachtrag:
          Mein Mann erzählte mir aus der Zeit, als seine Trennung noch frisch war. Und wie die Jungs (damals 2 und 6) sich jedesmal, wenn die Mama sie zu ihrer halben Woche abholen wollte, irgendwo im Haus versteckt haben.
          Nicht weil sie ihre Mama nicht mögen, sondern weil die neue Wohnung eben nicht ihr Geburtshaus war. Und ihr neuer Freund eben nicht der Papa gewesen ist.
          Und sehr sehr oft mussten mein Mann und seine Exfrau die zappelnden Jungs aus ihrer Nische klauben und zum Auto tragen. Allein der Gedanke, es wäre meine Tochter gewesen und ich in der Situation, zerreißt mir das Herz.
          Aber hätten die Eltern dem nachgegeben, was wäre geworden..? Hätte die Mutter das halbe Sorgerecht abgeben sollen..? Oder beide trotz Schwidung in einer WG im Haus weiterhin zusammen wohnen..?
          Manchmal muss man glaube ich für das Kindeswohl auch zeitweise über dessen Wünsche hinwegsehen und versuchen, dass man ihm/ihr die neue Situation ganz einfach schmackhaft macht.
          Aber das geht ja nur, wenn diese Situation auch herbeigeführt wird und nicht gemieden.
          So denke ich, allerdings als Laie ohne sozialpädagogischem Hintergrund.
          Viel Glück euch

          • Auch auf die Gefahr hin, dass ich anfange zu langweilen:
            Ein Vergleich ist mir noch eingefallen!
            Bitte nicht übel nehmen, dass ich dafür meinen Hund nehme...

            Ich habe ein sehr großes (Hunde)Herz und gleich 4 große an der Zahl. Kurzhaarig und ständig fröstelnd.
            Da ich oft stundenlang draußen im Stall bin und sie mit mir, tragen sie im Winter Overalls. Andernfalls wären sie nach spätestens 2 Std erbärmlich zitternde Bündel.
            Einer von ihnen (habe ihn nicht als Welpen bekommen und somit nicht von klein auf dran gewöhnt) hatte furchtbare Angst vor seinem Overall. Sobald er ihn trug, schlich er nur noch hinter den anderen her, zitterte und war zu nichts zu begeistern.
            Ich hätte ihm die Situation ersparen können, mit dem Ergebnis aber, dass er dann natürlich nur die halbe Zeit mit hätte rauskommen können.
            Was für "das große Ganze" gesehen für ihn aber ein gewaltiger Nachteil gewesen wäre.

            Also habe ich ihm diesen Anzug "aufgezwungen", dabei aber klein angefangen. Erst gar nicht verschnürt, dann zwar Schnallen geschlossen aber sehr lose. Und mich bemüht, ihm besonders schöne Dinge zu bieten, während er den Anzug trug: Stöckchen werfen, viel Lob, mal ein Leckerli oder seine Lieblingsstrecken abspaziert.
            Und es hat zwar einen ganzen Winter gedauert aber seitdem trägt auch er seinen Overall wie eine zweite Haut☺️

        ich finde den Anspruch 100% gerecht sein zu wollen, so wie du es beschreibst absolut unrealistishc und übertrieben.

        So wie du es bewscheibst, sind da allerlei rgelen und Grenzen, die dein Kind einhalten muss, nur damit sich die Jungs nciht zurückgesetzt fühlen.

        In einer nicht Patchwork Familie würde neimand erwarten, dass mit der Geburt eines weiteren Kindes für die älteren Kinder alles bei alten bleibt.

        In meinen Augen tappst du ganz schön in eine Stiefmutter Falle. Dieses ständige Überprüfen und in Frage stellen kann sich zienlich rächen.

        • Nun ja..unrealistisch kann es ja nicht sein, denn ich existiere ja😉
          Und stelle dir einmal vor, es wäre nicht Patchwork sondern eine "ganz normale" Familie mit 3 Kindern..und ich die Mutter von allen dreien. Dann bin ich doch auch zu 100 % gerecht oder..? Mit "gerecht" meine ich nicht, dass ich in jeder Situation alles genau abzähle..dass ich, wenn ich einem Kind beim gemeinsamen Einkauf eine Hose kaufe, nun plötzlich den anderen auch eine kaufe, obwohl sie vielleicht gar keine brauchen..
          Ich meine mit 100 % gerecht, dass ich zwar vom Gefühl her meine Tochter über die Stiefsöhne stelle, das aber nie mein Verhalten bestimmen lasse.
          Bleibe ich beim Beispiel mit dem Spielzeugauto: Es gehört T und es ist neu. T ist 11 und möchte mit seinem neuen Auto spielen. Tochter F möchte dieses Auto in dem Moment auch. Nimmt es sich. T schnappt es sich zurück, Tochter weint bitterlich. Natürlich rühren mich die Tränen meiner Tochter und natürlich würde ich ihr gern das Auto geben. Aber mit welchem Recht..? Es gehört T. Sicher verleiht er es aber doch nicht gerade dann, wenn er es selber gerade erst neu hat. Er ist auch noch ein Kind.
          Das meine ich mit gerecht. Ich trete auch für die Stiefkinder ein, auch wenn mein Muttergefühl eigentlich lieber der Tochter "zugeflogen" wäre.

          Und weil es eben NICHT alles drei meine Kinder sind und ich daher NICHT "von Natur aus" alle gleich liebe und behandeln würde, muss ich mich hinterfragen.

          Es ist halt auch keine alltägliche Situation für Kinder. Und wenn Kinder jahrelang praktisch die "Prinzen/Prinzessinnen" ihrer Eltern waren und nun plötzlich all das mit einem neuen Kind teilen müssen, das eben KEIN Vollgeschwister ist und in dem Haushalt BEIDE Erwachsenen als Eltern hat und nicht - wie das "Umgangskind" nur einen von beiden - dann kann das stärker zur Eifersucht führen.
          Denn das "Umgangskind" fährt zum anderen Elternteil, während das Halbgeschwisterchen plötzlich freien Zugang zum Spielzeug, zu Papas Liebe usw hat.

          Wenn ich kurz davor bin, in die Stiefmutterfalle (was ist das eigentlich 🤔?) zu tappen, warum bin ich dann seit 5 Jahren in der Konstellation glücklich, seit Sommer verheiratet, seit 2 Jahren eine gemeinsame Tochter und drei Kinder im Haushalt, die sich lieben..?
          Klar haben wir auch manchmal kleine Reibereien, wie in jeder Familie. Aber das ist doch normal..oder?

          • Und nein, in einer Nicht-Patchwork-Familie würde niemand erwarten, dass nach der Geburt eines Kindes für die anderen Kinder alles beim Alten bleibt. Aber in einer Nicht-Patchwork-Familie müssen die anderen Kinder auch nicht nach kurzer Zeit wieder in einen anderen Haushalt wechseln und sich vorstellen, was Baby nun vielleicht alles gerade Tolles mit dem Papa erlebt..usw.
            Patchwork ist eben NICHT "normal", also kann man sein Verhalten dem auch etwas anpassen, finde ich.
            Und mir ist ein gutes Verhältnis unter Geschwistern eben Priorität.

            Und welche "Regeln" meinst du, die meine Tochter "befolgen" muss..?
            Sie ist 2. Das Einzige, was eine 2jährige durchaus schon lernen kann, ist, dass man a) nicht immer seinen Willen haben kann und b) dass sie nicht allein auf der Welt ist.
            Sie ist im Trotz-Alter. Wenn es den Willen nicht gibt, wird gebrüllt. Gebt ihr eurem Kind dann immer nach? Ich lächle das weg.
            Und da ich sie (gemäß meinem Beispiel) selber auch sehr liebevoll ins Bett bringen kann, warum sollte ich ihren Brüdern dann nicht das Brettspiel mit dem Papa gönnen und dafür einen Trotz-Anfall mehr in Kauf nehmen..?
            Das Ergebnis:
            Trotz und Gebrüll sind im eigenen Zimmer schnell vergessen und die Brüder haben gemerkt, dass der Papa sie nicht plötzlich links liegen lässt, nur weil "Baby" mal eben danach verlangt.
            Eigentlich ganz normale "Regeln" für jede andere 2jährige auch, die nun mal das Teilen erst erlernen muss

            • Wie oben schin egschrieben,m kannst du aber diese "Ungerechtigkeit", dass die Kinder halt zwei zuhause haben nicht dadurch ausgleichen, dass ihr Bedürfnisse nun Priorität haben.

              Du meidest den möglchen Konflikt, der entstehen könnte, wenn sie auf irgendetwas verzichten müssten, da du befürchtest, dass sie sonst kein gutes Verhältnis zu der Schwester aufbauen. Das ist in meinen Augen schon relativ ungesundes Vorgehen.

              Was du darunter erzählst verstehe ich auch nicht als Sonderbehndlung aufgrund euerer Patchworksituation, sondern als normale Erziehung einer 2 Jährigen.
              Die Beispiele meint ich auch nciht.

              Noch eine Anmerkumg:


              Wie komt es, dass du schreibst, "Aber in einer Nicht-Patchwork-Familie müssen die anderen Kinder auch nicht nach kurzer Zeit wieder in einen anderen Haushalt wechseln und sich vorstellen, was Baby nun vielleicht alles gerade Tolles mit dem Papa erlebt..usw."

              Die Kinder sind ja nicht zwangsverschifft worden, sondern bei der Mutter, wo sie auch eine Zuhause, eine Familie haben.
              Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass sich ein 10jähriger wirklich ausmalt, was seine Babyschwester gerade Tolles mit dem Papa erlebt. Wahrscheinlch will er dieses Tolle ja gar nicht mit seinem vater erleben und geniesst es mal ohne Baby und mit seiner Mutter zu sein.

              • Nein, natürlich wird keiner "zwangsverschifft".
                Es geht zur liebenden Mutter.
                Aber: niemand kann mir erzählen, dass ein wunderbares/vertrauensvolles/intaktes Vater-Kind-Verhältnis bei einem 14-tägigen Wochenendbesuch noch so ohne weiteres möglich ist. Zumindest ist es arg erschwert.
                Wenn ein Kind den Vater 30 Tage im Monat sieht und das andere dagegen nur 8 (!) Tage, dann ist das ein sehr großes Ungleichgewicht!
                Vielleicht denkt der 10jährige dann wirklich nicht daran, welches seiner Spielzeuge das Baby wohl gerade benutzt - das war auch nur ein Beispiel.
                Aber wenn ich meinen Vater damals nur noch so selten gesehen hätte und ein plötzlich aufgetauchtes Geschwisterchen dagegen täglich in seiner Nähe hätte sein dürfen..es hätte schon sehr viel dazugehört, wenn es mir keinen Kummer bereitet hätte!
                Oh ich wäre SEHR eifersüchtig gewesen!
                Die TE hat kein Wechselmodell, in dem das Kind 50:50 bei beiden Elternteilen lebt.
                Und wenn ich MEIN "großes Mädchen" (denn mit 4 ist man auch kaum über Kleinkind hinaus) nur noch alle 14 Tage sehen könnte, dann hätte es SEHR WOHL eine besonders intensive Zeit mit mir verdient!
                Meinen bei mir lebenden Kindern vom zweiten Mann (angenommen es wäre so) hätte ich dann liebevoll erklärt, dass sie mir natürlich nicht weniger wichtig wären, dass sie aber ganze 22 Monatstage mehr von mir haben..
                Aber jeder sieht das eben anders. Leben und leben lassen.

                • Verzeih, nicht 8 Tage im Monat, sondern nur 4! Da waren meine Gedanken großzügiger..

                  • Wie ich verstanden habe, leben Mutter und Vater über 100 KM voneinander entfernt. Also mal eben zwischendurch "hallo" sagen ist (zumindest persönlich) nicht drin.
                    ocj glaube, das machen sich viel zu wenige bewusst.
                    Ich habe einen Vater, der früher oft auf Geschäftsreisen war. Bestimmt dreimal im Jahr für 2 bis 3 Wochen am Stück. Was habe ich meinen Vater nach 3 Tagen jeweils bereits vermisst und wie aufgeregt war ich, wenn er endlich wieder kam. Für "Vater-Umgangskinder" ist das keine Ausnahme sondern die Regel.

                    Natürlich hatte ich während der Geschäftsreisen meine Schwestern und meine Mutter..aber Schwestern und Mütter ersetzen den Vater nicht.
                    Ach ich kann einfach gar nicht begreifen, wie man sich so schwer in Kinder hineinversetzen kann, die einen Elternteil nur 48 Tage im Jahr (plus evtl anteilig Ferien) sehen können. 48 Tage von 365 Tagen ist eigentlich schon fast Halbwaise 😬

                    • Es geht aber nicht um Dich!

                      Viele Trennungskinder leben das 14 Tage Besuchsmodell und haben ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater, auch ohne dass er an diesen Tagen Einhörner kleine lila Herzchen pupsen lässt.

                      Es scheint, als würdest du irgendwas an den Jungs aufarbeiten, was bei dir schiefgelaufen ist.
                      Du übertreibst total.

                Du steigerst dich da total rein, was ist denn los?

                Natürlich können Kinder ein liebevolles gesundes verhältnis zu ihren Vätern haben, die sie nur 8 Tage im Monat sehen, Es gibt ja auch innige Verhältnisse zu Elternteilen, die nur am Wochenende da sind. Dadurch dass man so einen Wirbel um das KInd veranstaltet, weil man meint fehlende Tage auszugleichen schafft man dich ein

                Ich lese hiuer immer nur, wie sich das alles für dich angefühlt hätte. Du überträgst permanent etwas auf die Jungs udn übetreibst total. Es ist als wenn du dich daran hochziehst, die perfekte Stiefmutter zu sein.

                Ich sehe wirklich die Gefahr, dass deine ganzen guten Vorsätze ins gegenteil umschlagen, besonders da du von den Jungs spricht, als wenn sie kleine Kinder wären. der Älteste ist 14!

                • Natürlich schreibe ich davon, wie es sich für mich angefühlt hätte..aus der Sicht meiner Nachbarin wäre es doch etwas merkwürdig...oder?

                  Muss ja auf das Kind der TE nicht zutreffen. Aber das sie (und beide Elternteile) nicht happy ist, zeigt der Post ihrer Mutter, würde ich sagen.

                  Hm ich würde zudem nicht sagen, dass ich mich daran hochziehe, die "perfekte Stiefmutter" sein zu wollen, ich fühle mich bloß in die Position geschoben, mich verteidigen zu wollen.
                  Denn während ich (und andere) einfach nur ihren Ratschlag verfasst haben, war dein bisheriger Auftrag eigentlich nur die Kritik an meiner Meinung.
                  Das ist sehr schade bei solchen Foren. Dass einige einfach andere Vorstellungen und Ideen nicht im Raum stehen lassen können.

                  Ein Tipp, wie die TE deiner Meinung nach in der Sache vorgehen könnte, würde ihr und jedem mit ähnlichen Problemen so viel mehr helfen als deine Terrierbisse in meine Hacken..

                  Aber in einem hast du vollkommen recht:
                  Was verteidige ich mich eigentlich, welch Verschwendung an Energie😯
                  Ich habe mich hinreißen lassen, kommt nicht wieder vor.
                  Ich lege mich lieber schlafen und wappne mich für das dicke Ende, das ja scheinbar in Kürze noch kommen wird ☺️

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