Kind und neuer Freund

    • (1) 05.01.18 - 19:36
      Inaktiv

      Hallo ihr Lieben,

      Kurze Vorgeschichte ; ich bin seit März 2017 vom Kindsvater getrennt, er interessiert sich nicht mehr für meine Kleine (2 Jahre) und sie hat dementsprechend auch leider keinen Kontakt mehr zu ihm.

      Seit 4 Monaten bin ich nun in einer neuen Beziehung. Jetzt treten die ersten Schwierigkeiten im Zusammenleben auf. Er sagt, er liebt meine Kleine als wäre es seine Eigene (er hat keine Kinder). Er geht ziemlich in dieser Vaterrolle auf, jedoch möchte er jetzt auch mitbestimmen was zum Beispiel die Erziehung meiner Tochter angeht.

      Ich bin allerdings der Meinung, dass er da noch nicht großartig reinzureden hat. Er darf natürlich gerne seine Meinung kundtun, trotzdem finde ich nicht dass er da nach 4 Monaten Beziehung schon großes Mitsprachrecht hat. Hinzu kommt eben, dass wir oft anderer Meinung sind, was Erziehung angeht.

      Kleines Beispiel, meine Tochter malt mit den Wasserfarben, spielt rum und nimmt den Pinsel in den Mund. Ich finde das jetzt nicht dramatisch, sage ihr dass man das lieber nicht tut und animiere sie, weiterzumalen. Er hingegen regt sich auf, ermahnt sie. Als sie nicht sofort aufhört, wird er etwas bestimmter, nimmt ihr den Pinsel und die Farben weg und dreht sie mit ihrem Stuhl in die andere Richtung. Ich fand das total übertrieben...

      Sie kann manchmal wirklich unausstehlich sein, wie halt so viele 2jährige Kinder. Ich bin Vorschullehrerin, kenne mich also bestens mit den Trotzphasen aus :-) mir macht das also alles nicht soviel aus wie ihm. Ich reagiere eben meist anders, beschränke mich auf ein paar wichtige Regeln (Sachen bei denen sie sich verletzen könnte sind Tabu etc.)


      Meine Frage nun : wie handhabt ihr das mit neuen Partnern? Haben sie sofort Mitspracherecht und dürfen mitbestimmen wie das „Stiefkind“ erzogen wird?

      LG

      Darf der neue Partner beim Stiefkind mit bestimmen?

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      • (2) 05.01.18 - 19:50

        Nach vier Monaten würden meine Kinder meinen neuen Partner noch nicht einmal kennen.

        In Deinem Fall scheint das aber dahingehend von Vorteil zu sein, dass Du schon merkst, dass er offenbar eine relativ strikte Art (freundlich formuliert) zu haben scheint. Wasserfarben sind nicht lecker, aber auch nicht gefährlich. Da muss man ein Kind nicht sanktionieren. Und er schon gar nicht.

        Mein Partner (5 Jahre Beziehung) darf schon sagen, wenn mein Sohn ihm gegenüber zu weit geht und er sich irgendwelche Verhaltensweisen verbittet, die ihn direkt betreffen. Meinen Erziehungsstil insgesamt bespreche ich auch ab und zu mit ihm. Allerdings habe ich im Endeffekt das letzte Wort und bei dem, was Dein Partner getan hätte, wäre er ziemlich Karussell gefahren in den nächsten Minuten.

        • (3) 05.01.18 - 20:08

          Hallo,

          Danke für deine Antwort!
          Ich möchte etwas präzisieren, ich kenne den Mann schon seit 10 Jahren. Wir hatten vor 10 Jahren eine Freundschaft, und einen gemeinsamen Freundeskreis. Jetzt haben wir uns durch Zufall wiedergetroffen. Wir haben seit 6 Monaten wieder miteinander zu tun, seit 4 Monaten zusammen. Meine Kleine hab ich ihm sofort vorgestellt, um zu schauen ob es klappen könnte.


          Wenn sie ihn nicht gemocht hätte, wäre das eh nichts geworden.

          • (4) 05.01.18 - 20:39

            "Wenn sie ihn nicht gemocht hätte, wäre das eh nichts geworden."

            Wenn er so weiter macht, wird das aber auch nichts. Wie hast Du denn reagiert, als er sie so behandelt hat? Und noch wichtiger, was sagt er dazu, wenn Du ihm sagst, dass Du die Reaktion übertrieben fandest?

            Es ist halt recht häufig, dass Menschen ohne Kinder meinen, man müsse härter und strenger erziehen, als Menschen mit Kindern das tun. Klar, da fehlt der wichtigste Faktor: Liebe. Deshalb scheitern auch etliche Patchworkfamilien, weil die eigenen Kinder anders behandelt werden und sich "mehr erlauben dürfen" als die Kinder des Partners.

            • (5) 05.01.18 - 21:08

              Ich war oben gerade dabei, Wäsche einzuräumen. Als er mir das erzählt hat nachher, habe ich ihm gesagt dass das absolut nicht nötig war sie so zu bestrafen.

              Ich habe ihm ziemlich deutlich gemacht dass er einfach keine Ahnung davon hat. Naja, jetzt sagt er mir die Kleine wird mir irgendwann auf der Nase rumtanzen...

              Wir haben wohl echt zu verschiedenen Ansichten...

              • (6) 05.01.18 - 21:22

                Das klingt jetzt aber auch schon nach verhärteten Fronten. Du kannst ihm nämlich umgekehrt auch nicht einfach so hinklatschen, er hätte keine Ahnung davon (auch wenns vielleicht wahr ist). ;-) Und ja, er übertreibt natürlich. Dein Kind wird Dir nur bedingt auf der Nase herumtanzen, nämlich so weit wie es Euch als Mutter und Tochter gut tut.

                Eine Idee zum weiteren Verlauf: Lass ihn nicht mehr mit der Kleinen alleine, benutz ihn nach vier Monaten vielleicht noch nicht als Babysitter, wenn er dafür offenbar zu wenig Verständnis und Einblick hat. Vor Allem nicht, wenn Du befürchten musst, er sanktioniert in Deiner Abwesenheit zu heftig, weil ihm die Geduld fehlt.
                Such lieber Informationen zur modernen, liebe- und respektvollen Erziehung (die Deine Methode unterstützen) zusammen und diskutier das ungezwungen mit ihm. Lässt er sich darauf ein, erkennt Deinen Standpunkt an, ist es gut. Bleibt er stur bei seiner Meinung, solltest Du entsprechende Konsequenzen ziehen.

              • (7) 06.01.18 - 09:10

                Nach 4 Monaten Beziehung solltest du ihm eigentlich nichtig gar nicht mit dem Kind alleine lassen, sondern dich selber darum kümmern.
                Lässt du ihm mit ihr alleine, so überträgst du ihm die Verantwortung aber auch zum Teil die bestimmungsrechte.

                Würde ich mit irgendeinem Kind alleine, so würde ich mit dem Kind nach meiner Art umgehen. Weil ICH dann Verantwortung dafür habe wenn etwas passiert. Sol ange er ihr einfach nur die Pinsel wegnimmt und den Stuhl umdreht-es sind ja ganz normale erziehungsmassnahmen-ist doch alles OK. Hätte ich (als Frau und Mutter) auch gemacht. Wasserfarben sind NICHT zum Essen gedacht.

                Wie gesagt, wisst du nicht dass er sich einmischt, mach alles selber!

                K

      (8) 06.01.18 - 11:31

      Ich würde das etwas detaillierter aufdröseln.

      Wenn man irgendwann mit einem neuen Partner zusammen zieht, bleibt es nicht aus, dass dieser im Alltag mit erzieht und natürlich auch auf seine Person bezogen Grenzen setzt. Da ich aber aus egal welchem Partner nie einen "Papa" basteln würde, bleiben Erziehungsentscheidungen auch meine. Darüber kann man gerne sprechen, aber die letzten Worte sind im Zweifelsfall meine.

      Nach 4 Monaten sollte niemand sich schon "väterlich" aufspielen. Natürlich hat ein Erwachsener, der gerade die Aufsicht über eine 2jährige hat, das Recht "zu bestimmen". Aber in meinen Augen sollte er sich tunlichst aus der Erziehung raus halten. Nicht nur, weil es generell nicht sein Job ist, sondern weil er nach vier Monaten einfach noch niemand von Bedeutung im Familiengefüge ist.
      Ich würde an dieser Stelle ernsthaft überlegen, wie viel Raum ich ihm bereits einräume zu einem Zeitpunkt, an dem man doch gar nicht wirklich sagen kann, ob eine Beziehung Bestand haben wird.

      Natürlich kann man Dinge zu dritt unternehmen, aber mir ginge dieses Familiending nach so kurzer Zeit erheblich zu weit. Deshalb würde ich ihn da auch ausbremsen.

      LG

      (9) 06.01.18 - 14:08

      Hallo!

      Also mein Sohn ist mittlerweile 9 Jahre alt, die Tochter meines Sohnes ist 4. Wir sind seit ca. 10 Monaten zusammen und die jeweiligen Kinder haben wir beim 3 oder 4. Treffen kennengelernt - uns war es wichtig zu sehen, ob generell die Chemie stimmt. Natürlich waren wir für die Kinder erst nur Freunde ;-) Aber ganz ehrlich, wie kann man testen ob eine Beziehung klappen würde, wenn man einen wichtigen Bestandteil des Lebens (die Kinder!!!) erst nach Monaten miteinbezieht??? Abgesehen davon, dass ich gar keine Möglichkeit hätte, ständig alleine mit ihm Zeit zu verbringen...

      Aber zum Thema Erziehung:
      Wenn seine Tochter sich daneben benimmt oder auch mein Sohn, dann klärt das im Bedarfsfall auch der Nichtelternteil.
      Generell sind wir beide aber recht entspannt und haben die selbe Einstellung und falls nicht, wird es ohne die Kinder besprochen und es muss irgendwo ne Lösung her. Bei generellen Sachen sage ich meine Meinung, aber dass muss er dann mitbseinee Ex klären.

      Viele Grüße, Jenny

      • (10) 06.01.18 - 16:33

        "Aber ganz ehrlich, wie kann man testen ob eine Beziehung klappen würde, wenn man einen wichtigen Bestandteil des Lebens (die Kinder!!!) erst nach Monaten miteinbezieht???"

        Weil es vernünftiger ist, erst einmal zu schauen, ob der neue Partner generell der Mensch ist, mit dem man eine Beziehung führen will. Unabhängig von den Kindern.

        • (11) 06.01.18 - 20:15

          Viele Eigenschaften zeigen sich aber nicht, wenn man zu zweit Dates hat und nur mit sich selbst beschäftigt. Das hat nichts mit dem echten Leben zu tun...

          (12) 06.01.18 - 20:27

          Hm ich finde, das kommt auch immer auf die jeweiligen Situationen an.
          Mein jetziger Mann und ich haben uns online kennengelernt, uns trennten über 200 KM.
          Er lebt mit seinen zwei Söhnen im Wechselmodell, sie sind jeweils im Wechsel von Mi Abend bis Sa Abend und dann von Mi Abend bis So Abend bei ihm (bzw. uns). Also waren sie immer mindestens einen Tag am Wochenende da.
          Und wie das bei Berufstätigen so ist, kann man solche Touren eigentlich auch nur an den Wochenenden durchziehen.

          Ich habe daher schon beim dritten Besuch die Jungs kennengelernt. Nicht als seine Freundin - das war ich zu dem Zeitpunkt auch noch lange nicht - sondern als eine Freundin.
          Selbstverständlich war ich dann auch von Anfang an bei den Familienausflügen dabei. Erst mehr so als „stiller Teilnehmer“ und je mehr wir uns kennenlernten halt auch als aktiver Part.

          Ich fand die Variante auch eigentlich ganz gut. So konnte ich - als Patchwork-Neuling - von Anfang an feststellen ob ich da hereinwachsen können würde. Und meinPartner konnte so a) sehen ob ich mich mit den Kindern verstehen würde und b) wie seine Jungs auf mich reagieren.

          Ich finde, wenn man (ja wie lang eigentlich, wenn 4 Monate zu früh sind..?) ein halbes Jahr..? ein Jahr..? zusammen ist, sich aufeinander einstellt, andere Dinge hintenan stellt usw. und dann erst den ganz neuen Mann kennenlernen muss, nämlich den Vater, es ganz schön schade wäre, wenn man dann erst merkt „ups Patchwork liegt mir ja gar nicht“.

          Aber das muss natürlich letztlich jeder selber für sich entscheiden.

          • (13) 07.01.18 - 16:52

            "Mein jetziger Mann und ich haben uns online kennengelernt, uns trennten über 200 KM."

            Mein Partner und ich lernten uns ebenfalls online kennen und wir haben ebenfalls eine räumliche Trennung von 200km. Trotzdem hat er meine Kinder erst sehr viele Monate später kennengelernt, das kriegt man schon hin, wenn man das will. Ja, ein halbes Jahr bei einer Fernbeziehung, in der man sich nur an den Wochenenden sieht ist durchaus angemessen.

            • (14) 08.01.18 - 07:34

              Der Wille versetzt Berge, das stimmt so weit..
              Aber was, wenn die Berge einfach zu groß sind..?
              Mein Mann (inzwischen wir beide) haben einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 700 Kopf Vieh..wir gönnen uns 10 Tage Urlaub im Jahr, Wochenenden eigentlich keine.
              Er konnte zu unserer Kennenlernzeit wegen des Betriebes sowieso nur mal sporadisch weg, an den Wochenenden wegen der Jungs gar nicht.
              Ich selber saß mit 5 Pferden, 2 Katzen, 4 Hunden, 20 Hühnern und 2 Kühen dann auf meiner Scholle. Habe an den Wochenenden Tiersitter aus dem Freundes- und Familienkreis „engagiert“. Außerhalb der Wochenenden wäre das wegen deren Berufstätigkeit nichts geworden.

              Also waren wir zwei Menschen mit aufwendigem Anhang und eigentlich hätte so richtig gar keiner den anderen besuchen können.
              Ich an den Wochenenden zu ihm war die einzig mögliche Variante...und da waren die Jungs bei ihm.

              Vielleicht wart/seid ihr beide „normal“ berufstätig und hattet/habt außer deinen/euren Kindern keinen weiteren Anhang. Vielleicht konntet ihr auf jeweiligen Urlaub zurück greifen weil ihr beide Urlaub nehmen konntet..?
              Fakt in unserem Fall ist: hätten wir es nicht gemacht, wie wir es gemacht haben, dann wäre daraus nichts geworden, egal wie groß der Wille.

              Und es war gut so. Ich komme mit seinen Söhnen gut aus, wir sind verheiratet, haben ein gemeinsames Kind und die Halbgeschwister hängen arg aneinander. Dein Weg hat für euch super funktioniert und unser Weg für uns ebenso.
              Pauschal kann man also nicht sagen, dass nach 4 Monaten die Kinder mit neuem Partner zusammenbringen zu früh wäre. Andere - positive - Beispiele widerlegen das ja.
              Herzliche Grüße

              • (15) 08.01.18 - 07:54

                Leider scheint es aber eben weniger viele positive als viele negative Beispiele zu geben. Das meine ich ja, hier gilt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Nur weil es Dir anders erging heisst das nicht, das ist der richtige Weg für die Allgemeinheit.

                Wenn man sich im eigenen Umfeld und hier im Forum umschaut, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass sich Patchwork meistens eben nicht so einfach gestaltet, wie gedacht und die Hauptursache häufig ist, dass die Frau dem Partner entweder zu kurz oder zu blind verliebt auf den Pelz geschaut hat. Oder umgekehrt.

                Dazu kommt noch, dass Beziehungen gerne am Alltagsstress zerbrechen und auch das ein Faktor ist, den man nicht vernachlässigen darf. Schaltet man von "frisch verliebt" zu rasch auf "Happy Family mit allem drum und dran" fehlt oft ein wichtiger Teil der Festigung einer Paarbeziehung.

                • (16) 08.01.18 - 10:38

                  Nein das stimmt.
                  Ich würde mir auch nicht anmaßen zu behaupten, es wäre der richtige Weg für die Allgemeinheit. Ich glaube aber, das kann niemand. Bei allem, was gegen das Gesetz geht, da kann man sagen: der Weg ist der richtige. Oder wenn es um moralische Fragen geht.

                  Aber wann man generell den meine Mann/die neue Frau den Kindern vorstellen sollte, da gibt es in meinen Augen keinen „richtigen“ Weg für „die Allgemeinheit“. Jede Familie, jede Konstellation und jedes Kind ist anders. Und jeder kennt sein Kind am besten und sollte am besten wissen, wie er in so einem Fall vorgeht.

                  Die Kindsmutter meiner zwei Stiefsöhne ist noch im Trennungsjahr mit ihrem neuen Freund zusammen gezogen und sie sind nach nun 9 Jahren immer noch glücklich zusammen.
                  Meine beste Freundin ist mit einem Mann mit zwei Töchtern zusammen, diese hat sie nach dem dritten Date kennengelernt.

                  In meinem direkten Umfeld also ist der Partner immer ziemlich schnell den Kindern vorgestellt worden und es war gut so. Aber was sind diese drei Fälle auf den weltweiten Raum gesehen..? Was ist dieses Forum, gesehen auf „alle“.

                  Die TE hat ihren Thread erstellt weil sie mit den Erziehungsansichten ihres neuen Partners nicht einverstanden ist und diese als zu streng empfindet - was ich persönlich genauso oder zumindest ähnlich sehen würde.
                  Ansonsten ist sie (scheinbar) sehr zufrieden mit ihm.
                  Angenommen sie hätte ihn 6 Monate später der kleinen Tochter vorgestellt, dann wäre die Situation doch (eigentlich) dieselbe..er hat das Kind zwar gern, mischt sich aber zu sehr und zu streng in die Erziehung ein.
                  Warum dann nicht rechtzeitig abklopfen ob Kind(er) und neuer Mann sich sympathisch sind oder nicht..?

                  Ich bin ja auch Mutter und würde mein Kind mit meinem Leben schützen, wenn nötig.
                  Aber warum muss ein Kind vor einem Freund geschützt werden..?
                  Ich komme aus einer reiseverrückten Familie, mit dadurch sehr internationalem Freundeskreis. Wir hatten fast jeden Monat einen Freund zu Besuch..für mehrere Tage, da fast immer aus dem Ausland.
                  Wir sind mit Au Pair Mädchen aufgewachsen, die für 1 Jahr familiär mit uns gewohnt haben und dann durch immer wieder neue „ersetzt“ worden sind. Was erst immer etwas schade war aber wir Kinder haben uns dann auch jedesmal auf die nächste gefreut.
                  Jetzt und heute habe ich auch sehr oft Freunde aus meiner Heimat zu Besuch über mindestens ein Wochenende. Das schadet den Kindern auch nicht, nach kleiner Scheu in der ersten Stunde tauen sie auf und zeigen dem Besuch ihre Interessen. Oder kümmern sich nicht drum, je nach Laune.

                  Wenn man also seinen Kindern diesen neuen Partner einfach als Freund vorstellt, der den Tag begleitet und evtl immer mal wieder für ein paar Tage dort wohnt, das ist doch für ein aufgeschlossenes Kind überhaupt nicht schlimm, finde ich.
                  Vorausgesetzt natürlich, die Belange der Kinder bleiben vorrangig und die Aufmerksamkeit ihnen gegenüber vollständig erhalten.
                  Bsp: als mein Partner und ich schon zusammen waren (ich also nicht mehr im Gästezimmer übernachtet habe), kam nachts der 6jährige wegen Alpträumen ins Bett und hat sich zwischen uns gelegt. Dem war da ganz egal ob ich auch dort lag. Etwas später kam auch der 9jährige weil er wegen einer Fliege im Zimmer auch nicht schlafen konnte.
                  Er sah mich und merkte der Platz wird eng und wollte wieder in sein Zimmer gehen. Ich bin dann sofort aufgestanden und ins Gästezimmer, das war einfach selbstverständlich.

                  Ich finde, wenn man den Kindern das natürliche Recht belässt, trotz allem nun mal die Nr 1 der Eltern zu sein, dann können sie jeglichen Besuch durchaus unbeschadet erleben.

    (17) 07.01.18 - 11:37

    Also erstmal muss ich ihm grundsätzlich Recht geben....Pinsel inklusive Wasserfarben im Mund finde ich nämlich nicht so ungefährlich und wenn sie nach seiner Ermahnung nicht reagiert, muss er eben konsequent reagieren, sonst merkt die Kleine schnell, dass er inkonsequent ist und hört auch bei "wichtigen" Sachen nicht. Dazu dein Spruch er hätte keine Ahnung....sorry aber so vertreibst du ihn! Ja du magst dich beruflich gesehen auskennen, aber beim eigenen Kind nützt einen das eher wenig. Denn man sieht es eben "anders" als man fremde Kinder sieht. Wir leben auch Patchwork und ich habe von Anfang an meine grundsätzlichen Ansichten dargestellt, aber mich eben auch nicht als fehlerfrei hingestellt. Dinge des Alltags klärt mein Mann selber (und zu sowas würde die Pinselaktion bei mir zählen) einfach aus dem Grund, weil meine Tochter ansonsten den Respekt ihm gegenüber verlieren würde (zb wenn er bei ihrer Frage nach Süßigkeiten erst mich anfragt....Kinder merken sehr schnell wer die "Marionette" im Haus ist). Die grundsätzlichen Regeln besprechen wir aber auch öfters zu Zweit, sollte er also eine andere Meinung haben, reden wir drüber und jeder stellt seine Ansicht dar.

    Im Bekanntenkreis haben wir eine Familie, in der die Mutter das alleinige Sagen hat und der Mann es so zu machen hat....obwohl er schon 5 Jahre da ist, scheint er in ihren Augen immer noch weniger "Erziehungskompetenz" zu haben....Ergebnis ist, dass er Zeit alleine mit dem Mädel regelgetreu über sich ergehen lässt und seinen eigenen Aussagen nach seinen Kinderwunsch begraben hat, "bevor ihm noch jemand auf der Nase rumtanzt"

    (18) 08.01.18 - 08:29

    Guten Morgen,

    ich denke da geht jeder einen anderen Weg.
    Ich zum Beispiel habe meine Kinder meinem neuen Partner nach 6 Monaten Beziehung vorgestellt (aber auch nur weil mein ex so nett war den Kids zu sagen Mama hat einen neuen Freund und verheimlicht euch den#klatsch).
    Nach einem Jahr wo er dann sozusagen 6 monate immer wieder mal hier war sind wir zusammen gezogen bzw. er zu mir da er eh umziehen musste und eh sehr viel hier war.
    inzwischen wohnen wir seit fast 1,5 Jahren zusammen.
    Ich habe aber von anfang an gesagt, dass ich keinen Vaterersatz suche sondern in erster Linie einen Partner für mich.
    Er mag die Kinder unheimlich und würde auch sehr viel für sie tun und das weiß ich auch. Die Kids mögen ihn auch (ich hatte sie auch gefragt ob es für sie ok ist wenn er her zieht).
    Wenn es Dinge gibt die ihn direkt betreffen, dann darf er natürlich auch die Kids zurechtweisen aber sich in meine Erziehung einmischen oder dass er weiß ich sehe es anders und macht es trotzdem wie er will, dass igbt es hier nicht.
    klar er sagt mir auch mal wenn wir zu weit sind, dass er denkt ich solle doch eher bisschen mehr hier oder dies usw. aber er sagt nicht ich muss das so und so weil er sonst etc. wenn ich anderer meinung bin ist das für ihn völlig ok.
    ich begleite meine kids beide in den schlaf und sie genießen es und ja die kids kommen öfter mal noch nachts zu uns rüber und wir haben nur ein 1,60m breites bett weil breiter nicht ins zimmer passt. aber auch hier würde er nie etwas dagegen einwenden.
    ich persönlich finde es schon schwer genug mit dem vater der kinder überein zu kommen, wenn man komplett unterschiedliche erziehungsansichten hat.
    da fehlt mir noch ein anderer erwachsener der aus meiner sicht nie diesen schmalen grad zwischen machen lassen und einschreiten fühlen kann (es ist halt nicht sein kind).
    ich muss dazu sagen, dass ich meinen partner auch nicht als papaersatz einsetze. er muss nicht auf die kids aufpassen und wenn wir am wochenende etwas machen liegt es in seinem ermessen ob er teilnimmt oder eben nicht.
    und ja er hat auch schon ne stunde auf die kids aufgepasst oder ähnliches aber das sind bei uns tatsächlich ausnahmen und dann ist er eher wie ein freund als wie eine erziehungsperson zu den kids.
    bei uns wurde es aber auch direkt zu anfang der beziehung so vereinabrt und wir fahren sehr gut damit und sind damit beide bisher glücklich.
    liebe grüße

    (19) 09.01.18 - 15:45

    Hallo,

    ja, mein Mann darf meine Kinder mit erziehen. Wir leben hier zusammen wie in einer „normalen“ Familie und er kümmert sich genauso um beide Kinder wie ich.
    Und er darf es (im Rahmen, wie in jeder „normalen“ Familie, natürlich ohne Gewalt oder sonst. kindeswohlgefährdenden Dinge) sogar anders machen als ich.

    Solche Worte wie: „Du kennst Dich nicht aus, Du hast keine Kinder“ oder gar „Da hast Du nicht mit zu reden, es sind meine Kinder“
    sind mir noch nie über die Lippen gekommen.

    Wäre ich mir nicht sicher gewesen, dass ein Zusammenleben uns allen gut tut und er sich entsprechend einbringen darf, wären wir nicht zusammen gezogen.

    Ich finde es extrem schwierig, wenn ich als Partner mir vorstelle, ich dürfe nur der Freund sein und sobald ich zu dem Kind etwas sage muss ich Angst haben, dass mir die Mutter in den Rücken fällt und um die Ohren gehauen wird, dass ich ja eh keine Ahnung von Kindern habe.

    Bei meinem Bruder habe ich zwei Beziehungen daran scheitern sehen, dass die Freundinnen genau so gehandelt haben.
    Er sollte Freund und Animateur für die Kinder sein, auch gerne dort wohnen und sich finanziell einbringen- aber wehe es wurde die leiseste Kritik im alltäglichen Zusammenleben am Kind geübt.....
    „Ich bin die Mutter, nur ich habe etwas zu sagen und bestimme“ - wenn man das möchte, sollte man Partnerschaft und Kind strikt trennen, das ist für alle Beteiligten stressfreier.

    LG
    Miss Li

    • (20) 10.01.18 - 10:15

      Hallo.

      <<<Solche Worte wie: „Du kennst Dich nicht aus, Du hast keine Kinder“ oder gar „Da hast Du nicht mit zu reden, es sind meine Kinder“
      sind mir noch nie über die Lippen gekommen.>>>

      Ich glaube, da wäre eine gute Basis nicht machbar. Ich bzw. wir leben jetzt nun auch schon seit 10 Jahren in Patchwork. Mein jetztiger Mann hat meine Kinder sehr schnell kennengelernt. Ich denke mal hier, bevor Steine kommen, muss jeder sein Tempo selber bestimmen. Er ist ein ruhiger Typ und von daher hat er alles erst mal beobachtet. Er hat sich auch integriert, aber in den Ablauf musste er sich auch erst mal finden. So kann ich heute sagen, dass sich die Einbeziehung in die Erziehung einfach so mit ergeben hat. Größere Defizite haben wir unter vier Augen ausdiskutiert. Er als Außenstehender hat manchmal auch einen anderen Blick. Aber er hat es nie vor den Kindern angesprochen bzw. seine Meinung geäußert. Und somit konnte ich ja auch noch in einigen Sachen meine Meinung revidieren. Und was ich noch super an ihn finde, dass er nicht so plump versucht hat in die Erziehung einzugreifen. Nein, er hat es auch den Kindern immer im Ruhigen erklärt, warum dieses oder jenes nicht gut ist. Klar gab es auch mal Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Kindern, aber wie gesagt, nicht so, dass ich dachte, oh das geht gar nicht. Auch war er weiterhin so, als unser gemeinsamer Sohn geboren wurde.

      Daher war es für mich gar keine Frage, ihn gleich als "gleichwertige" Erziehungsperson mit einzubeziehen. Muss auch dazu sagen, dass ich meinen jetzigen Mann auch schon seit über 30 Jahren kenne. Und der Charakter ändert sich im Kern nicht. Er war schon immer ein ruhiges Wesen.

      LG

      PS: Ich bereue nicht einen Tag wie wir es gemacht haben. Selbst als mein Ex immer versucht hat, die Kinder gegen uns aufzuhetzen. Aber auch meine Kinder waren in diesem Punkt immer sehr pflegeleicht.

(21) 10.01.18 - 13:34

Ohne jetzt alle Antworten gelesen zu haben...so wie du es schreibst, soll dein neuer Partner ja "sozialer" Vater werden, da der leibliche Vater sich nicht kümmert. Insofern finde ich es grundsätzlich richtig, dass er auch "erziehen" möchte. Aus eigener Erfahrung kann ich dir (leider) sagen, dass auch in einer intakten Partnerschaft und beim gemeinsamen Kind die Einstellung zum Thema Erziehung zum Teil gravierend auseinander gehen können. Man muss dann versuchen einen gemeinsamen Weg zu finden und die Kinder lernen auch recht schnell, was sie bei wem dürfen und was nicht... und sie entwickeln möglicherweise auch gewisse Vorlieben. Am sinnvollsten wäre es aus meiner Sicht, wenn du mit deinem Partner sprichst und ihm versuchst zu erklären, wie du das Thema Erziehung angehst und dass du es z.B. nicht schlimm findest, wenn sie den Pinsel in den Mund nimmt...Vielleicht stellt ihr ein paar feste Regeln auf, die euch den Alltag erleichtern. Vielleicht solltet ihr auch klären, was bei ihm z.B. absolut No-Go's wären. Dafür solltet ihr dann eine Lösung parat haben...

Viel Glück,
LG Dastern

(22) 10.01.18 - 19:05

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(24) 11.01.18 - 22:48

Alles was das Kind und die alltägliche, normale Lebenssituation betrifft ist meine Sache.

Alles was ihn betrifft darf er natürlich selbst mit ihr klären. Sie ist acht und wenn sie frech zu ihm ist o. Ä. darf er natürlich sagen, dass er das nicht möchte.
Auch wenn sie z. B. beim Spielen schummelt und es ihm auffällt, finde ich es gut, dass er ihr sagt: wenn du unfair spielst habe ich keine lust mit dir zu spielen. Ich spiele auch ehrlich.

Aber das was du beschreibst ginge mir auch zu weit.

  • Achso. Wir wohnen nicht zusammen.
    Er hat einen Sohn.
    Kenne also auch die andere Seite und finde es eigentlich echt schön da mal nicht so krass verantwortlich zu sein

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