Es nervt irgendwie

    • (1) 31.01.18 - 21:04

      Hallo,

      vermutlich wird das ein bescheuerter Post - entschuldigt. Aber irgendwo muss ich mit meinem blöden Gefühl gerade hin.

      Ich lebe seit bald 10 Jahren in einer Patchworkfamilie: mein Mann, seine Kinder, unsere Tochter und ich. Seine Kinder leben bei uns. Wir verstehen uns alle sehr gut.

      Die Mutter hat nur noch eingeschränktes Sorge- und Umgangsrecht. Die Kinder durften lange Zeit nicht zu ihr und ihrem zweiten Mann (Gerichtsbeschluss). Es ist viel vorgefallen, viel schief gelaufen zwischen Mutter und Kindern. Letztlich war die letzten Jahre immer weniger Kontakt zwischen ihnen. Zwei Kinder (17J.) lehnen inzwischen jeglichen Kontakt ab. Die Älteste (20J.) hat gerade angefangen, aus Mitleid wieder Kontakt aufzubauen, weil die Mutter sich von ihrem jetzigen Mann trennen will.
      Es war nicht leicht, alles Geschehene mit zu erleben und mit zu tragen.

      Die Älteste wie gesagt, hat Kontakt, übernachtet dort bei ihr seit kurzem.
      Sie akzeptiert die Meinung und Gründe nicht, weshalb die Geschwister nicht zur Mutter wollen. Da die zweite Ehe der Mutter nun vollends in die Brüche geht und es ihr schlecht geht, sollen die Geschwister sich um die Mutter kümmern. Die Gute leidet ja nun schließlich.

      Was mich nervt ist, dass die Älteste wieder von der Mutter eingespannt und manipuliert wird. Sie soll letztlich ihre Geschwister dazu bringen, dass sie ab 18 Jahren keinen Unterhalt mehr von ihr fordern. Die Tatsache, dass sie seit letztem Jahr eine Lohnpfändung hat, weil sie die ganzen Jahre Unterhaltszahlungen verweigert hat und die Tatsache, dass sie das Geld bisher quasi meinem Mann zahlt, macht sie verrückt.

      Warum schreibe ich das alles?
      Mich stört und nervt es, ganz ehrlich, dass sie wieder Kontakt haben. Vielleicht bin ich eifersüchtig?
      Ja ich weiß, sie ist die Mutter und sie wird es immer sein. Die Kinder sind alt genug, um Entscheidungen zu treffen etc.. Weiß ich alles.

      Aber es geht ihr nicht wirklich um den Kontakt zu ihren Kindern. Es geht darum, dass sie nach einer Trennung von ihrem jetzigen Mann alleine da stehen wird - ohne auch nur einen Freund oder Familie/Verwandtschaft. Und es geht darum, dass sie die beiden jüngeren Kinder dazu bringen möchte, mit 18 Jahren auf den Unterhalt zu verzichten. Dafür wird sie sich schwer ins Zeug legen. Das hat sie bei der Großen schon geschafft.

      Sie spannt die Große für ihre Zwecke ein - schon wieder mal. Wenn sie das Ziel erreicht hat, wird sie den Kontakt wieder einschlafen lassen. Wie so oft in den letzten Jahren. Die Große weiß das im Grunde, blendet aber alles aus. Wenn sie spricht, weiß ich genau, dass das die Argumente der Mutter sind und nicht ihre eigenen. Es ist absehbar, dass sie wieder enttäuscht wird.

      Ich gebe es ehrlich zu, ich will sie überhaupt nicht mehr in unserem Leben haben. Ja, es ist gemein. Ihr dürft Steine werfen. Aber so ist es. Ich will sie am liebsten nicht mehr in meinem Leben haben. Die Zeiten ohne Kontakt zu ihr, waren einfacher. Es gibt immer Knatsch und Stress, wenn sie mal wieder aus der Versenkung auftaucht.

      Sorry für das viele Blabla

      • Hallo,

        ich verstehe dich total.
        Ihr habt mittlerweile euer Leben gemeinsam mit allen Kindern im Griff (es war anfangs sicher nicht leicht) und nun taucht plötzlich die Mutter wieder auf und wirbelt alles durcheinander. Das würde ich auch nicht wollen.
        Es steckt bestimmt ein bisschen Eifersucht dahinter. Das finde ich aber mehr als menschlich. Denn DU warst sonst der Mittelpunkt der Kinder als die eigene Mutter nicht für sie da war.

        Du hast erkannt, SIE ist nun mal die leibliche Mutter und dagegen kommt man nicht an.
        Gib der Tochter einfach ein gutes Gefühl. Sei ehrlich. Sag ihr was dich bedrückt (sie ist erwachsen und sollte es verstehen) und das du dich unwohl fühlst mit all dem was gerade passiert.

        Liebe Grüße
        Sandra

        Nach deiner Beschreibung kann ich verstehen, dass Du die Frau nicht in eurem Leben haben möchtest. Auf der anderen Seite müssen diese (bald) erwachsenen Kinder dies eben selber entscheiden. Im Endeffekt kannst Du nur deine Bedenken anbringen und ihr als Familie könnt Stabilität bieten. Was die Unterhaltszahlungen angeht: Da würde ich ganz einfach Tacheles reden mit den Kindern, möglichst unemotional: Ihr kommt im Moment für 4 Kinder auf. Wenn eines der erwachsenen Kinder auf den Unterhalt verzichten will, muss es diesen Ausfall selbst kompensieren. Wenn die Kinder arbeiten, ist das vermutlich eh kein Thema und der Unterhalt fällt weg. Befinden sie sich noch in Ausbildung, wird es schwieriger. Sie können nicht einfach erwarten, dass Du und Dein Mann das übernehmt. Wenn sie die Mutter entlasten wollen, dann sollen sie das tun. Aber auf ihre Kosten und nicht Eure. Wenn ihr nicht grad Millionäre seid, dann kann man erwachsenen Kinder aber vermutlich mit einer offenen Finanzdarlegung das verständlich darlegen.

        Alles Gute, Ks

        Hallo ,

        das Leben ist kein Wunschkonzert . Eine Stieffamilie ist immer ein Auf und ab , solange bis die Kinder alle aus dem Haus sind .

        Wir , mein Mann und ich haben diese Jahr 30 gemeinsame Jahre geschaft und es war wahrlich nicht immer ein Zuckerschlecken .

        Die Mutter der Stiefkinder 3 an der Zahl hat niemals Unterhalt gezahlt , sich nur spärlich um die Kinder gekümmert , aber die Kinder lieben sie und wir akzeptieren das , sie ist die Mutter .

        Ich habe mir nie etwas vorgemacht , die Mutter der Kinder zu werden , bin die Frau ihres Vaters und gut isses .

        Heute sind sie alle aus dem Haus , es ist still bei uns , denn Jeder hat seine eigene Familie und genug Arbeit .

        Glaube mir , ich war auch manchmal am Zweifeln , ob alles was wir machten , richitg war
        und es lief wirklich auch bei uns nicht alles glatt .
        Wenn bei uns Familiefeste sind , Hochzeit usw . dann sind alle da , Ex - Mütter , Ex Väter und alle Kinder .

        Wir sind sehr stolz darauf , daß wir das alles gut hinbekommen haben . Mit viel Verständnis für die Familie und jeden Einzelnen haben wir es geschaft .

        Du brauchst unendlich viel Geduld und Verständnis , wenn du ein einigermaßen gutes Familienleben hinbekommen willst .
        Nicht über alles aufregen , es bringt nichts , es kommt alles so wie es muß und es sind deine Nerven , die du da belastest .
        Machs wie ich , verlaß dich auf dein Bauchgefühl und handle dementsprechend .

        Viel Gutes weiterhin .

      • Das klingt alles nach meinem Leben, was du da schreibst. Zum einen ist mein Partner bereits Vater eines Sohnes gewesen, als wir uns kennen gelernt haben und wir hatten anstrengende Zeiten mit seiner ex. Allerdings lebt sein Sohn leider nicht bei uns.

        Aber was ich noch schockierender finde, ist die Ähnlichkeit zu meiner Beziehung zu meiner Mutter. Ich bin selbst scheidungskind und hatte saß Glück bei meinen Vater groß zu werden.
        Meine Mutter hat in ihrer zweiten Ehe nochmal zwei Kinder bekommen, allerdings hielt diese Ehe auch nicht. Der Kontakt zu mir war schon immer sporadisch und nach dieser Trennung blieb mein jüngster Bruder ebenfalls bei seinem Vater und sie nahm unsere Schwester mit zu Mann Nummer drei. Dort herrschte häusliche Gewalt und meine Schwester ging in eine pflegefamilie.

        Nun habe ich einen sehr engen Bezug zur zweiten Frau meines Vaters und sie fragte mich nach all den Jahren, ob ich mit einer erwachsenenadoption einverstanden wäre und was ich davon halten würde.
        Ich bin natürlich begeistert, da ich emotional eine viel engere Bindung zu ihr habe.

        Meine leibliche Mutter ist mittlerweile mit Mann nr. 4 verheiratet und findet meine Entscheidung nicht gut, macht mir Vorwürfe und ein schlechtes Gewissen.
        Und meine Schwester hält zu ihr, obwohl sie es von ihren drei Kindern am schwersten hatte. Sie beeinflusst sie, so dass ich seit ewigkeiten nichts von ihr gehört habe. Und dass obwohl ich gerade wieder schwanger bin, aber das interessiert auf einmal niemand mehr.

        Ich hoffe für dich, dass die große Tochter deines Mannes vorher kapiert was los ist, bevor ihre Mutter ihr schmerz und leid zufügt. Aber ich vermute, dass sie wie meine Schwester tickt und an das gute in ihrer Mutter glauben will, auch wenn da vielleicht nicht mehr viel übrig ist. Manche Menschen verarbeiten genau so ihr trennungstrauma aus der Kindheit und versuchen immer wieder die Familie zu retten.

        Ich hoffe ich konnte dir etwas Mut geben und zeigen, dass ihr mit eurer Situation nicht alleine seid.
        Alles Gute für euch und liebe Grüße

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