Alleiniges Sorgerecht / Aufenthaltsbestimmungsrecht

    • (1) 20.02.18 - 06:10

      Hallo zusammen, als erstes, es geht hier nicht um mich sondern um meinen Freund. Wir sind 15 Monate zusammen und wohnen seit einem Jahr zusammen. Er hat eine Tochter die ist 6 Jahre und war mit seiner Ex Freundin nicht verheiratet. Somit hat sie von Geburt an das alleinige Sorgerecht. Seitdem er eine neue Freundin hat also mich dreht sie völlig am Rad und lässt es total am Kind aus. Die ersten 4 Monate durfte er sein Kind gar nicht sehen und dann alle 2 Wochen für ein paar Stunden. Sie durfte aber noch nie bei uns schlafen oder ähnliches. Ständig hat sie neue Sachen im erfunden und sie möchte einfach nicht akzeptieren, dass er nun eine neue Freundin hat etc
      Seit zwei Monaten dreht sie wieder total am Rad und er hat sein Kind seitdem gar nicht gesehen. Sie hat jetzt auch ihren Job geschmissen wegen Burnout, ist mit dem Kind beim Psychologen und ist der Meinung ihr Vater ist kein guter Umgang obwohl er sich nichts zu Schulden kommen lassen hat und seiner Tochter total liebt und sie einfach nur sehen will. Jetzt geht es sogar soweit, dass sie nach über 10 Jahren in ihre über 500 km entfernte Heimat zurückziehen will.
      Jetzt meine Frage, wie stehen die Chancen? Sie hat ja wie gesagt das alleinige Sorgerecht von Geburt an weil die beiden nicht verheiratet waren. Aber wie sieht es mit dem aufenthaltsbestimmungsrecht aus? Was hat mein Freund für Möglichkeiten bzw wie stehen generell die Chancen? Er wollte schon mehrmals einen Termin beim Jugendamt machen weil die ihn angeschrieben haben aber die Dame beim Jugendamt ist schon seit 4 Wochen krank und daher wird es immer wieder verschoben. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt sich mit dem Thema etwas aus.

      Danke schon mal für die Rückmeldungen.

      LG

      Sabrina

      • Hallo,

        Definitive Aussagen was sie nun darf was nicht kann ich dir nicht geben Grad bezüglich des weg ziehens.
        Aber wenn deinem Freund sein Kind am Herzen liegt sollte er sich dringend einen Anwalt nehmen.
        Nach neuem Recht darf das Gemeinsame Sorgerecht von der Mutter nicht einfach abgelehnt werden die Mutter müsste beweisen das es dem Kindeswohl schadet.
        Aufenthaltsbestimmungsrecht obliegt im Normalfall dem Sorgeberechtigten.

        Und gerade wenn es heißt das sie weg ziehen will so weit würde ich mich darum früher als später kümmern.

        • Einen Anwalt kann er sich leider nicht leisten. Er verdient sehr wenig und hat leider auch ziemlich viel Schulden. Sie hat wohl gestern die Wohnung gekündigt und das sind ja aber 3 Monate Kündigungsfrist. Aber einfach abhauen mit dem Kind kann sie doch nicht oder? Ich finde das alles sehr krass. Es gibt doch aber auch die Variante, dass er z.b. die Hälfte vom Sorgerecht bekommt aber das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei einer Person liegt sprich bei ihr oder?

          • Auch wenn er wenig Geld hat kann er sich einen Anwalt nehmen! Er kann beim örtlichen Amtsgericht einen Schein zur Beratungsbeihilfe holen. Damit zum Anwalt.
            LG

            • Wir hatten uns letztes Jahr schon mal beim Anwalt erkundigt weil sie zwischendurch immer wieder so Sachen gebracht hat. Allerdings ist dieser Beratungsschein nur für außergerichtliche Sachen und der Anwalt meinte bei solche Angelegenheit muss man schon vor Gericht gehen. Und wenn er das Ding verliert kommen mal eben Kosten von 4 bis 5000 € auf ihn zu.

              • Wenn er kein Geld hat, hat er Anspruch auf Prozess kostenhilfe.

                In Deutschland gibt es immer Möglichkeiten für seine Kinder zu kämpfen alles andere ist eine Ausrede.

                Sowas ist hart und sowas ist nicht einfach aber wo ein Wille auch ein weg.

              • Wenn er Prozesskostenhilfe bekommt muss er aber die 5000 Euro doch nicht bezahlen! Mir scheint eher er sucht Ausreden ... Jedem steht ein Anwalt zu und bei geringem Einkommen übernimmt der Staat die Kosten.

                Und nein, es heißt ja PROZESSkostenbeihilfe, es ist also eine Hilfe genau für gerichtliche Verfahren! Sorry, aber entweder ist der Gute nicht die hellste Kerze auf der Torte wenn er das nicht kapiert hat, oder es sind Ausreden. Wenn das Mädel 6 ist hatte er ja schon so lange Zeit das zu regeln.

                • Man muss nicht gleich beleidigend werden. Es gibt auch Menschen die einfach unwissend sind und ich helfe ihm dabei. Habe selber auch nicht viel Ahnung davon. Habe zwei Kinder aber keine Probleme mit dem Vater habe auch das alleinige Sorgerecht aber keine Probleme und daher kenne ich mich genauso wenig aus. Das Kind ist zwar 6 aber er ist ja quasi erst seit etwas über einem Jahr richtig getrennt. Und am Anfang hat es ja ganz gut geklappt. Die Information die wir bekommen haben ist, sollte er den Fall verlieren muss er trotzdem die kompletten Gerichtskosten bezahlen nur in der anhand von Prozesskostenhilfe sind die Raten kleiner. Bedeutet aber im Umkehrschluss dass er dann quasi 10 oder 15 Jahre daran abbezahlt. Wenn das nicht richtig ist, haben wir eine falsche Information bekommen. Wie gesagt wir waren letztes Jahr schon beim Anwalt und der hat dann dazu geraten vor Gericht zu gehen. Und für diese Beratung haben wir 300 € bezahlt bzw letztendlich habe ich sie bezahlt und bevor da jetzt eine Menge Kosten kommen, muss man sich ja zumindest erst mal informieren was für einen Umfang das hat. Er möchte auf jeden Fall sein Kind sehen und das hat er jetzt zwei Monate nicht

                  • Wenn man wirklich keine Ahnung hat und es ihm wirklich wichtig ist kann man ja zur Not mal googeln?!
                    Und dass ein Anwalt so grob falsche Angaben macht kann ich mir auch ehrlich gesagt nicht vorstellen ...
                    Und die 300 Euro musstet ihr bezahlen weil ihr keinen Schein hattet.
                    Irgendwas stimmt an der Story nicht... hat er evtl. doch nicht so ein geringes Einkommen? Woher stammen die hohen Schulden? Falls da was faul ist kann es natürlich sein dass er deswegen keine Kostenübernahme bekäme ...

                    • Ich habe schon stundenlang gegoogelt werde aber nicht schlau draus daher dachte ich hat jmd. Evtl ähnliche Erfahrungen gemacht und kann berichten

                      • Nun, es haben dir ja einige geantwortet dass hier schnellstens ein Anwalt eingeschaltet werden muss. Und wenn man "Prozesskostenhilfe" googelt sind gleich die ersten beiden links sehr eindeutig und einfach zu verstehen. Was da jetzt schwierig dran sein soll erschließt sich mir nicht. Ein Gang zum Amtsgericht, bzw. zum Anwalt. Ich brauchte nicht mal zum Gericht, meine Anwältin hat sich um den Schein und die Kostenübernahme gekümmert.

                        Da du aber alle wirklich guten Ratschläge abtust ("Der Anwalt gesagt, die Kosten werden bei Gerichtsverfahren nicht übernommen ..." - was meinst du warum es dann Prozesskostenhilfe heißt???) und dein Freund nicht mal weiß ob er beim Jugendamt war und ob und was er unterschrieben hat - was soll man dir raten?
                        Auch auf die Frage woher die hohen Schulden kommen gehst du nicht ein, hier könnte evtl. auch der Grund liegen warum er keine Beihilfe bekommt, falls der Anwalt wirklich gesagt hat, es steht ihm nicht zu ...

          Wie schon gesagt wurde man kann sich einen beratungsschein beim Amtsgericht holen und bezahlt für die ganze Geschichte dann 10 oder 15€ wenn überhaupt.

          Wer will es ihr den verbieten wenn ihr keine Geschütze auffahrt ich kann euch sagen wenn die Whg schon gekündigt ist wird die Dame bald weg sein wenn ihr nicht handelt.

          Ich selbst hab für meine Tochter alleiniges Sorgerecht und mir wäre nun nicht bekannt das ich irgentwo nicht hinziehen darf.
          Nicht das es bei uns relevant wäre aber so als Bsp.

          Solche Möglichkeiten gibt es schon erstmal brauch er aber Sorgerecht den hätte er sich da mal früher drum gekümmert könnte die Dame nun nicht einfach weg ziehen.
          Ein Anwalt wird euch beraten wie was am besten gemacht werden sollte

    Warum beantragt er nicht die gemeinsame Sorge? Somit könnte sie nicht einfach wegziehen. Und im
    Zuge dessen, sollte er sich auch gleich um eine Umgangregelung kümmern. Geht zum Anwalt. Wenn das Kind erstmal weggezogen ist, ist es zu spät.

    • Wie schon bereits geschrieben kennt er sich nicht mit den ganzen Sachen aus. Er hat schon einen Brief vom Jugendamt bekommen aber wie schon bereits geschrieben kennt er sich nicht mit den ganzen Sachen aus. Er hat schon einen Brief vom Jugendamt bekommen aber leider ist die Sachbearbeiterin seit 4 Wochen krank und er muss warten bis sie wieder da ist weil sie auch mit seiner Ex-Freundin gesprochen hat und den ganzen Fall betreut

(16) 20.02.18 - 06:47

Sicher, dass er mit der Vaterschaftsanerkenung nicht auch das gemeinsame Sorgerecht vereinbart hat? Wir wurden beim Jugendamt explizit danach gefragt und eure Begründung „weil sie nicht verheiratet waren“ zählt ja nicht.

Ansonsten würde ich mich beim Jugendamt beraten lassen / Beratung bei der Caritas holen was weiß ich. Ohne Anwalt wird er aber sicher nicht weit kommen.
Und auch da sehe ich nicht viele Möglichkeiten. Es stellt sich ja die Frage, warum er das hin und her bisher mitgemacht hat. Nicht von vorneherein was getan hat.

  • (17) 20.02.18 - 06:53

    Es gab ja immer wieder Phasen wo sie es dann eingesehen hat und wo ist dann ein oder zwei Monate funktioniert hat. Er wollte es halt vermeiden solche Wege zu gehen weil das auch ziemlich nach hinten losgehen kann. Aus Angst sie dann gar nicht mehr zu sehen hat er quasi klein beigegeben. Aber irgendwann ist gut und der Punkt ist jetzt erreicht.

    Das blöde ist wie gesagt dass die Tante vom Jugendamt seit vier Wochen krank ist und die gesagt haben er muss einen Termin mit der Dame vereinbaren weil andere Leute da gar keine Ahnung haben was das Thema angeht. Also nicht das Thema an sich aber die Dame vom Jugendamt hatte ja schon mehrmals Gespräche mit seiner Ex und weiß genau worum es geht.

    Ich habe auch zwei Kinder und war nicht verheiratet und habe auch für beide das alleinige Sorgerecht. Leider hat er die Vaterschaftsanerkennung nicht, die hat sie behalten

    • (18) 20.02.18 - 07:58

      Die Vaterschaftsanerkennung wird beim Jugendamt unterschrieben und ist beim Jugendamt hinterlegt.

      Und warum hat er nicht gleich auch für das geteilte Sorgerecht unterschrieben? Das sind ca. 10 min mehr die man beim Jugendamt sitzt bzw. zwei Unterschriften mehr.

      • (19) 20.02.18 - 08:04

        Die Vaterschaftsanerkennung wird er ja wenn dann vor der Geburt oder nach der Geburt gemacht haben er weiß nicht mal mehr was davon. Daher weiß er auch nicht ob er das Sorgerecht hat oder nicht. Er ruft jetzt noch mal beim Jugendamt an und fragt nach wegen einem Termin. Kann ja nicht sein weil die andere seit vier Wochen krank ist dass er keinen Termin bekommt

        • Er weiß nichts mehr davon? Er weiß nicht ob er da war, er weiß nicht ob er das Sorgerecht hat? Ernsthaft? Unterlagen hat er auch keine?
          Ähm, ja ...

          • Das ist 6 Jahre her aber er weiss auch nicht dass er mal beim Jugendamt war wegen sowas. Wenn hat sie die unterlagen

            • (22) 20.02.18 - 09:21

              Bei uns ist das zwar erst 4,5 Jahre her, aber sowohl ich als auch sicherlich mein Ex wissen genau was wir wo unterschrieben haben.

              Da kann man fast nur den Kopf schütteln...

        (23) 20.02.18 - 13:17

        Dazu fällt mir jetzt nichts mehr ein.

        Das sind doch Unterschriften fürs Leben. Wie kann man so etwas vergessen!?

        Ich bin auch nicht immer voll auf der Höhe.

        Aber wenn es um unsere Kinder geht, reiß ich mich zusammen. Sowas geht gar nicht und wird bestimmt vom Familiengericht negativ ausgelegt.

        Weil wenn ein erwachsener Mensch mit sowas überfordert Ist, dann erst recht mit der Kindererziehung.

        Wieder so eine Diskusion , wo einem nur das Kind leid tut.

    (24) 20.02.18 - 18:47

    Die Vaterschaftsanerkennung kann man auch auf dem Standesamt machen.

(25) 20.02.18 - 07:39

Wenn er das gemeinsame Sorgerecht einklagt, bekommt er es auch. Allerdings geht das auch nicht von heute auf morgen. Dein Freund kann Verfahrenskostenbeihilfe beantragen. Nur wenn er nochmal ein paar Monate wartet, ist sie weg. Ein Anwalt kann ihm da im Moment glaube ich am schnellsten helfen!

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