Stiefenkel meiner Mutter etwas vom Erbe schenken?

    • (1) 22.02.18 - 17:23

      Hallo zusammen,

      ich komme auch aus einer Patchworkfamilie. Mein Vater hatte mit seiner ersten Frau 4 Kinder und ein Haus. Nach ihrem Tod wurde laut Ehevertrag mein Vater zunächst Alleinerbe. Er heiratete nochmals, und ich kam dann als einziges leibliches Kind meiner Mutter zur Welt. Das erste Haus wurde unter den 4 Kindern aus erster Ehe aufgeteilt und mein Vater baute für seine zweite Frau nochmal ein Haus.
      Nach dem Tod meines Vaters mussten wir den Ehevertrag anfechten, sonst hätten meine Mutter und ich nichts bekommen vom Erbe. War nur eine rein formelle Sache.
      Meine Mutter bekam dann laut gesetzlicher Erbfolge die Hälfte des Hauses, die andere Hälfte ging an uns 5 Kinder. Sie konnte sie ausbezahlen und übernahm das ganze Haus.
      Nun ist meine Mutter ebenfalls verstorben und ich bin Alleinerbin, da Stiefkinder und Stiefenkel ja nicht erbberechtigt sind.
      Nun ist es so, dass ich jetzt im Vergleich zu meinen Geschwistern den weitaus größten Anteil bekomme. Uns geht es finanziell gut, wir haben ein Haus und keine Schulden.
      Ich wollte immer mit meiner Mutter über ein Testament sprechen, da ihr ihre 5 Stiefenkel
      und 1 leiblicher Enkel alle gleich ans Herz gewachsen sind, aber ich brachte es nicht übers Herz. Von meinen Geschwistern lebt nur noch ein Bruder. Ihnen geht esfinanziell auch gut. Meine Nichten und Neffen könnten das Geld schon gut gebrauchen, das sie alle mit Hauskauf und Familienplanung beschäftigt sind.
      Soll ich Ihnen etwas schenken oder mache ich dann ein Fass auf und sie wollen noch mehr? Rein rechtlich haben sie keinen Anspruch, auch mein Bruder nicht.
      Hat hier schonmal jemand eine ähnliche Entscheidung getroffen ?

      Bin dankbar für eure Antworten #kratz

      Lg

      • Eine spannende Frage.
        Sind 3 Kinder deines Vaters bereits verstorben? Das ist heftig.
        Was passiert mit dem Haus deiner Mutter? Wir es verkauft?

        Ich würde es toll finden, wenn die Stiefenkel auch etwas bekommen würden.
        Ich habe jedoch keine Idee, um welche Summen es geht. Jedoch verstehe ich es so, dass ein Betrag durch 4 geteilt werden und dann den Nachkommen weitergegeben werden würde. Hast du eine ungefähre Idee, wieviel du abgeben würdest? Es ist sicher eine nette Geste, die du nicht leisten musst.

        • Hallo zusammen,

          Bielen Dank für eure Antwortem. Ja, von meinen 4 Halbgeschwistern lebt nur noch 1 Bruder. Ich würde die Summe unter ihren 5 Stiefenkeln und 1 Enkel aufteilen. Mein Bruder hat bereits auch 2 Häuser unf idz schon älter. Wie gesagt, es würde uns finanziell nichts ausmachen und es handelt sich um wesentlich mehr als hundert Euro.

          LG florentina

          • Hallo.

            Sind es denn wirklich die Stiefenkel oder die Halbenkel. Deine Geschwister sind ja auch halb von dir oder? Also sind es für dich ja im Prinzip Halbneffe oder Halbnichte? Ich würde es so aufteilen, dass ich ein etwas größeren Teil meinem eigenen Enkel weglegen würde und den Rest dann eben durch fünf teilen. Und da sie ja nichts mit dem Erbe zutun haben, könntest du es doch so schenken ohne Notar etc. Wäre ja dann dein Ding oder? Sag mir, wenn ich einen Denkfehler habe. Aber so würde ich es machen.

            LG

      es kommt ein wenig auf die Summe an in meinen Augen. wenn es dir möglich ist mit einer netten Finanzspritze unter die Arme zu greifen ist das schön, nimmt aber natürlich deiner eigenen Familie Geld weg.
      Für hundert Euro pro Enkel würde ich jetzt keine große Sache veranstalten, sondern vielleicht eher alle Familien mal einladen.

      Dass sie im Fall eines Geschenkes noch mehr wollen, halt ich für unwahrscheinlich, da sie ja tatsächlich in keiner Weise erbberechtigt sind.

      Ihr könnt ja im Rahmen eines Vermächtnisses den Stiefenkeln jeweils 20.000,- € zukommen lassen. Bei einem größeren Betrag würde sich nur das Finanzamt freuen, da dann fette Erbschaftssteuern für die nicht in direkter Linie Verwandten anfallen (30 % glaube ich sinds).

      • Geht sowas nicht ganz unbürokratisch, ganz ohne Notar oder wen auch immer man für ein Vermächtnis braucht? D. h. die TE erbt das Geld und tätigt mal eben Überweisungen in einer netten Höhe auf die Konten der Stiefenkel ihrer verstorbenen Mutter? Ansonsten halten da zwischendurch nur noch andere die Hände auf.

    Entscheide aus dem Bauch heraus.
    Inwiefern sollten sie mehr haben wollen, bzw hätten sie denn Ansprüche, oder könntest du beruhigt etwas verschenken und dich wieder zurücklehnen?

    Liebe Florentina,

    irgendwie beschäftigt mich dein Post, weil erben in einer Patchworksituation auch ein Thema für mich/uns ist (wenngleich auch in einer ganz anderen Konstellation und in die ferne Zukunft gedacht) und ich das furchtbar schwierig finde...
    Wenn ich dein Post richtig "lese", würdest du eigentlich gerne etwas von dem Geld weitergeben, weil du es selbst nicht dringend benötigst, weil deiner Mutter die Stiefenkel am Herzen lagen, weil du die (Halb-)Nichten und Neffen auch gerne hast und sie das Geld genau jetzt gut gebrauchen könnten.... Oder lese ich das falsch und es treibt dich eher eine Art "Schuldgefühl"/Gerechtigkeitsgefühl, weil du unterm Strich mehr geerbt hast, als die anderen Kinder deines Vaters?! Vielleicht auch eine Mischung aus beidem?

    Meine Entscheidung hinge auch von dem Betrag ab, den ich gerne bereit wäre, weiterzugeben. Unter 1000Euro würde ich in dieser Situation nicht "groß an die Glocke hängen" sondern einfach jeweils ohne großes Aufsehen an Geburtstagen und anderen Anlässen ein wenig großzügiger sein. Eine größere Summe würde ich auch im Namen meiner verstorbenen Mutter mit liebem Gruß an die Neffen/Nichten weitergeben. Ich glaube nicht, dass man damit ein Fass aufmacht, dessen Deckel nicht schon sehr locker liegen würde. Will sagen, entweder (wahrscheinlich) sind die Neffen/Nichten einfach dankbar und glücklich über den unerwarteten Geldsegen. Falls dein Geschenk die Situation hochkochen lässt, die Beschenkten das Gefühl haben, sie hätten ja mehr bekommen müssen, glaube ich, dass war nichts was du mit deiner Schenkung in die Welt gesetzt hast, diese Unzufriedenheit war (unsausgesprochen) schon da.
    An welche Summe dachtest du denn? Ich fände es gefühlt schon irgendwie fair und eine schöne Geste, etwas von dem Geld weiterzugeben.....
    Gab es damals zwischen deiner Mutter und deinen (Halb-)Geschwistern eigentlich Atreitigkeiten ums Erbe, als dein Vater verstorben war oder war das alles "rund"?

    Alles Gute für dich und mein Beileid zum Tod deiner Mutter!

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