Hilfe! Was kann ich noch machen?

    • (1) 16.03.18 - 17:05

      Hallo zusammen...

      ich bin neu hier und würde gern (hoffentlich viele) Meinungen zu meinem Beitrag, mittlerweile auch Problem, lesen.
      Ich versuche mich kurz zu halten und die wichtigsten Informationen zu beschreiben.
      Mit meinem Sohn (fast 11) lebe ich seit ein paar Monaten in einer neuen Wohnung, nicht weit von seinem bisherigen Umfeld entfernt, die Schule und somit auch Klasse sind gleich geblieben. Zu seinem Papa hat er wie immer ( also seit fast neun Jahren) regelmäßigen und sehr guten Kontakt.Nun habe ich seit ein paar Monaten einen neuen
      Partner, der auch einen Sohn (fast 10) hat. Zuerst haben wir uns allein getroffen und kennengelernt und Stück für Stück unsere kinder mit einbezogen. Die Jungs haben sich von Anfang an super verstanden und haben auch gemeinsame Interessen.
      Beide zeigten auch leichte Eifersucht gegenüber des jeweiligen Partner, mit Gesprächen versuchen wir unseren Kindern die Angst zu nehmen, dass sie ihr Elternteil verlieren könnten. Was bei meinem Sohn überhaupt nicht funktioniert. Er ist mir gegenüber respektlos und schreit quasi sein Wut über die neue Situation frei raus. Was mir natürlich lieber ist als würde er sich verschließen. Ich weiß das er Verlustängste hat und er sagte auch zu meinem neuen Partner "Tust du meiner Mama weh und verlässt sie, dann tu ich dir weh!". Er möchte niemanden hier bei uns haben und mich für sich ganz allein. Ich bin mir momentan sehr unsicher was richtig und was falsch ist im Umgang mit ihm.

      Ich freue mich auf Eure Meinungen und Anregungen

      Liebe Grüße Cindy :-)

      • Hallo,

        ihc fand es damals auch Kacke, als meine Mutter wieder einen Partner hatte.

        Was mir geholfen hat:
        - sie hat uns viel Zeit gegeben, damit klar zu kommen
        - Hat uns aber auch immer unmissverständlich klar gemacht, dass auch sie ein Recht auf einen Partner hat und nicht "für immer" alleine bleiben möchte
        - der neue Partner hat uns von Anfang an gesagt, dass er kein Ersatzvater für uns sein will, sondern ein Freund. Als sich alles ein bisschen beruhigt hatte, hat er auch mal coole Dinge mit uns unternommen ohne meine Mutter
        - wir haben alle nie zusammen gewohnt

        Alles Gute für Euch und bleib im Gespräch mit deinem Sohn.

        Je nachdem wie das Verhältnis zu seinem Vater ist, könnte der ja evtl nebenher auch mal erwähnen dass es ok ist, dass du jetzt auch wieder einen Partner hast - aber nur, wenn es auch wirklich ok für ihn ist.

        • Vielen lieben Dank für Deine Worte :-)

          natürlich braucht alles seine Zeit und uns ist auch bewusst, dass wir nichts erzwingen können. Auch ich sage meinem Sohn, dass ich nicht mein Leben lang allein bleiben möchte und das er immer selbstständiger wird und sich jetzt auch schon häufiger mit Freunden trifft, was ich sehr schön für ihn finde. Auch das er mich niemals verlieren wird und ich ihn auf eine ganz andere Art und Weise lieb habe als meinen neuen Freund.
          Mein Partner hat auch schon mit ihm ein Gespräch unter Männern gehabt und ihm gesagt, das er gern als Freund für ihn da sein möchte, ob es nun um Hausaufgaben geht oder andere Dinge und das er nie vor hat ihm die Mama weg zu nehmen.

          Vielleicht hat er am Wochenende ja mal mit seinem Papa drüber gesprochen und ist nachher wenn er nach Hause kommt schon etwas entspannter.

          LG Cindy

      Hallo ,

      dein Sohn hat massiv Verlustängste und er will nicht , daß du wieder leidest , sollte die Beziehung schief gehen .
      Und du sollest deinem Sohn keinen Vater vorsetzen , sondern einen guten Freund . Und laßt euch Zeit aneinander zu gewöhnen .
      Vielleicht könnt ihr ja jetzt ersteinmal viel gemeinsam unternehmen um euch besser kennenzulernen .
      Und du solltest dir klarmachen , keine , aber auch wirklich keine Stieffamilie hat es leicht zueinander zu finden . Das ist immer ein gewagtes Unterfangen , es kann auch immer in die Hose gehen .

      • Hallo...

        ja das mit den Verlustängsten ist mir bewusst und auch das er Angst hat, dass es mir im Fall X schlecht geht. Wir haben im April auch einen Termin beim Kinderpsychologen, weil ich denke das es ihm helfen könnte mit einer neutralen Person drüber zu sprechen.

        Wir haben schon gemeinsame Aktivitäten mit den Jungs zusammen geplant und alle zwei Wochen wird es allmählich zu einem kleinen Ritual, das wir vier spazieren gehen und zum Schluss geht es auf die Skaterbahn, danach ist dann jeder erstmal wieder mit seinem Kind allein.
        Die Zeit wird zeigen, wie gut wir als Patchwork harmonieren. ;-)

        Lieben Dank nochmal für Deine ehrlichen Worte

        LG Cindy

    Hallo,

    erstmal klingt es doch ganz gut, dass sich die Jungs gut verstehen und offenbar auch gemeinsame Unternehmungen kein größeres Problem sind. Das ist doch für den bisher kurzen Zeitraum in dem sich alle kennen, schon mal ganz vielversprechend.

    Was bei Patchwork bzw. dem Kennenlernen neuer Partner und deren Kinder wirklich wichtig ist, ist Geduld und Zeit. Immer wieder hinterfragen, ob es allen mit der Situation gut geht. Wenn nicht, dann überlegen, an welcher Stelle sich wer vielleicht etwas mehr zurücknehmen muss. Sich in die Lage der Kinder versetzen, die die vertraute Familienkonstellation und das bisherige Zuhause verloren haben und erst einmal wieder Halt finden müssen - was brauchen sie dafür?

    Dazu kann man sich auch gerne Hilfe holen (Psychologe, Familientherapeut, Arzt des Vertrauens, etc.).
    Allerdings möchte ich Dir zu Deinem Plan, Dein Kind zu einem Psychologen zu schicken, damit es mit einer neutralen Person reden kann, zu bedenken geben, dass Dein Sohn a) vielleicht gar nicht mit einer neutralen Person reden MÖCHTE, sondern mit Dir, denn Du bist seine Vertrauensperson und b) es für Deinen Sohn so aussehen könnte, dass aus dem Grund, dass DU einen Freund hast, ER zum Psychologen muss. Das kann auch nach hinten losgehen.

    In Deiner Situation würde erst einmal ICH mir Hilfe und Beratung suchen, um in Erfahrung zu bringen, wie DU Dein Kind emotional begleiten kannst. Wenn Du mit Unterstützung sicherer im Umgang mit seinen Gefühlen wirst (weil Du sie besser verstehen kannst), kannst Du ihm auch in Bezug auf Euer Zusammenleben mehr Sicherheit geben.

    Ich wünsche Dir / Euch alles Gute!

    • Hallo...

      natürlich versuche ich in erster Linie meinen Sohn zu verstehen, zu beobachten, zu analysieren und in aller Ruhe und mit viel Feingefühl Gespräche mit ihm zu führen. Was nicht immer so einfach ist. Vielleicht denke ich über den Besuch beim Psychologen auch ein wenig anders, weil ich seit drei Jahren und nach einem achtwöchigen Aufenthalt in einer Klinik für seelische Gesundheit sehr gute Erfahrungen in meiner Gesprächstherapie gemacht habe und immer noch mache. Deswegen muss ich leider auch meine eigenen Grenzen akzeptieren um weiterhin konstant stabil zu bleiben weil nur dann kann ich für meinen Sohn da sein. Es ist für mich keine Option, mich immer an den Rand meiner psychischen und auch physischen Grenzen zu bringen, dann wieder in die Klinik zu gehen um halbwegs klar zu kommen. Der Psychologe ist meinem Kind nicht fremd, wir waren schon einmal bei ihm. Das hatte aber etwas mit seinem schlechten Start ins Schulleben zu tun.( er war das auserwählte A.....kind der Klassenlehrerin )

      Und auch den Besuch beim Psychologen habe ich mit ihm besprochen, weil es nichts bringen würde ihn dort hin zu bringen. Dann würde er dort auch nicht reden.
      Aber er hatte ihn beim ersten Gespräch schon als cool empfunden ;-) und war mit meinem Vorschlag einverstanden.
      Und alles andere wird die Zeit zeigen.

      Lieben Dank für Deine ehrlichen Worte

      LG Cindy

      • Eine Frage: Der Papa hat noch keine neue Beziehung?

        Und ein Vorschlag: Wie wäre es, wenn dein Sohn ohne Dich mal was mit deinem Freund und dessen Sohn macht? Also wenn Du ihn mal unverbindlich fragst: "Hast Du Lust, mit X und Y am Samstag ins Kino zu gehen?". Oder – was ganz toll wäre, aber vielleicht (noch) nicht möglich – wenn dein Sohn mit seinem Papa und dein Freund mit seinem Sohn zu viert was machen? Wenn er merkt, dass dein Ex deinen neuen Partner akzeptiert, dann strahlt das vielleicht auch auf den Sohn aus.

        Ich habe – als ich mit meinem Mann zusammengezogen bin – meinen Ex und Vater meines Grossen mit meinem Mann ein Bier trinken geschickt. Das war ganz gut und ich war vor dem Treffen glaube ich die, die am nervösesten war (obwohl ich gar nicht dabei war …) #hicks

        Alles Gute, Ks

Ich möchte nur nochmal bei dem Thema Papa/Ersatzpapa unterschreiben.

Meine Eltern trennten sich schon als ich drei war. Als ich etwa sechs war, lernte ich den neuen Partner meiner Mutter kennen. Dicke Freunde wurden wir nicht, aber er war okay, und wir akzeptierten einander. Meinen Vater konnte ich so oft ich wollte am Wochenende besuchen. Meine Eltern sprachen auch nie schlecht übereinander. Also so weit alles okay.

Ich muss so etwa zehn gewesen sein, hatte den neuen Partner (der übrigens zwar immer mal ein paar Tage bei uns war, aber weiter seine eigene Wohnung hatte) längst als festen Bestandteil des Lebens meiner Mutter - und somit auch meines Lebens - akzeptiert, da war ich einmal nachmittags bei meiner Mutter im Büro. Ihre engen Kolleginnen kannten mich, und eine von ihnen unterhielt sih mit mir. Plötzlich meinte sie in Bezug auf den Lebensgefährten meiner Mutter: "Da hast du ja jetzt einen tollen neuen Papa gefunden!" Mit muss alles aus dem Gesicht gefallen sein, denn sie korrigierte sich schnell: "Äh, Ersatz-Papa meine ich!". Das machte es auch nicht besser. Ich brauchte weder einen neuen Papa noch einen Ersatz-Papa - ich hatte ja schließlich einen Papa! Diesen Moment vergesse ich vermutlich nie - ich war selten im Leben so entsetzt.

Also: BItte keine Ersatzpapas wo gar keine gebraucht oder gewollt werden!

Viele Grüße
Angel08

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