Hochzeit - wie gehe ich mit Stiefkind um

    • (1) 28.03.18 - 15:39

      Hallo in die Runde,

      ich werde Ende April meinen Verlobten heiraten.
      Zur Situation, mein Verlobter hat aus einer vorherigen Beziehung eine 16 Jahre alte Tochter, Celina, die meistens jedes zweite Wochenende bei uns ist (mal nicht, wenn Celina sich lieber mit ihren Freundinnen treffen möchte).
      Wir zwei kommen eigentlich super miteinander aus. Aber als sie erfahren hat, dass wir heiraten, hat sie stundenlang nicht mit uns geredet und hat geheult. Auf die Frage, ob sie traurig ist, hat sie gesagt, nein, alles gut, ich hab nur kein Bock zu reden und das waren Freudentränen.
      Ich muss ehrlich sagen, ich bezweifel, dass es Freudentränen waren. Kurz zur Geschichte: Als Celina 8 war, hat ihre Mama die Koffer gepackt. Celina wohnte daraufhin für zwei Monate beim Papa. Für die Mama war dann ihr neuer Lebensabschnitt klar und hat dann ihre Tochter zu sich geholt. Danach war Celina jedes zweite Wochenende beim Papa. Der Papa war dann 2 Jahre Single und hat den drei Frauen, die in sein Leben gepasst hätten den Laufpass gegeben, weil Celina nur noch geheult hat, wenn er irgendwas angedeutet hatte. Naja, dann hatte die Mama einen Partner und darauf hat mein Verlobter sich gesagt, dass er auch nicht ewig warten kann und sie langsam damit klar kommen muss. Ich bin somit die glückliche, die trotz ständigen heulen jetzt schon 5 1/2 Jahre mit ihrem Vater zusammen sein darf und sie hat sich eigentlich mit der Zeit damit abgefunden.
      Aber wenn es nach ihr ginge, hätte sie lieber ihren Vater für sich alleine und deshalb bezweifel ich, dass es Freudentränen waren. Mein Verlobter glaubt natürlich voll und ganz, dass es Freudentränen waren und ist ganz glücklich.

      Weiter im Text: Wir fragten, ob sie bei der Hochzeit dabei sein möchte und da hat sie gleich zugesagt.
      Gestern hat sie nun uns ein Foto geschickt von Ihrem Kleid.
      Ich dachte, ich kippe aus den Latschen. Ein weißes Kleid, mit kleinen Steinchen, Spitze.
      Wahrscheinlich ein Kommunionkleid. Könnte aber auch als Hochzeitskleid durchgehen. Ich verstehe nicht, warum es weiß sein muss. Sie ist ja kein kleines Kind mehr. Wenn sie 9 oder so wäre, Blumenmädchen oder so, dann hätte ich das ja verstanden.
      Stell ich mich an? oder kann ich sie bitten, was anderes zu kaufen?
      Ich bezahle ja auch. Sie bekommt ja schon das Geld für dieses Kleid von uns.

      Mein zweites Problem, was passiert, wenn sie genau das gleiche Verhalten an den Tag legt, wie in dem Moment, wo wir ihr erzählt haben, dass wir heiraten. Ich weiß ich nehme ihr Ihren Papa weg, aber wenn sie im Standesamt oder bei der freien Trauung plötzlich anfängt zu heulen und keinen an sich ran lässt und nicht mehr aufhört? Ihr Vater wäre am Boden zerstört.
      Kann ich ihr irgendwie das Gefühl geben, dass ich ihren Papa ihr nicht wegnehmen will?
      Ist meine Angst unbegründet?
      Wie soll ich am Besten da vorgehen?
      Grüße, Lila

      • (2) 28.03.18 - 16:58

        Ich wäre da relativ straight, die Gute ist kein Kleinkind mehr, sondern 16 Jahre alt, so ein - sorry - Geflenne erachte ich als übergriffiges Affentheater nach so vielen Jahren. Ich würde ihr auch deutlich sagen, schönes Kleid, aber auf einer Hochzeit trägt nur die Braut weiß. Pippa Middleton sowie die Herzogin von Cambridge sind da vielleicht Ausnahmen, du und sie aber nicht. Wundert mich, dass die Mutter da nicht schon gebremst hat.

        Wie ist denn Euer Kontakt zur Kindsmutter?

        • Eigentlich sehr gut. Aber wenn es um die Tochter geht, soll der Vater sich selbst drum kümmern, wenn etwas nicht passt.
          Generell gilt aber, wir sollen uns halt nicht in ihr Leben mit ihrem Partner mischen und sie macht es halt auch nicht bei uns.

      Oh klassisches Rumgezicke.....ala Prinzessin heult Papa springt.
      Da hilft nur eins.
      Mit Papa reden und sagen... ER muss TACHELES reden das diese Masche NICHT mehr zieht und sie ist alt genug zu verstehen das sich das Leben nicht nur um sie dreht.
      Was sagt ER denn zu Kleiderwahl des Mädels`? Lass sie doch?
      Wenn dem so ist würde ich mit der Hochzeit noch getrost etwas warten.
      Denn erst muss der Vater seinem Kind klar machen wie der Hase läuft und DANN würde ich heiraten.
      Sonnst kann es Dir tatsächlich passieren das nicht DU den Ehrentanz tanzen wirst sondern Deine Stieftochter.
      Ist jetzt ziemlich hart gesprochen aber ich hab selber son ne Zicke daheim. Die ihren leiblichen Vater ganz schön manipulieren kann wenn sie will.
      Aber bei der letzten hat sie auf Granit gebissen....
      Ich als Mutter habe mich in "seine " Erziehung nicht eingemischt , denn das muss er selber klären , habe aber meiner Tochter ganz klar gesagt HIER zieht das nicht .

      • Da ich mir nicht sicher war, ob ich überreagiere, wollte ich erst mal hier fragen.
        Ich werde es aber heute in Ruhe mit ihm besprechen und da wird er mich auch unterstützen.

        Vielen Dank euch beiden für eure Meinungen und Tipps!

    Ich denke, ihr Vater sollte ihr sagen, dass sie das Kleid umtauschen muss, da nur die Braut auf Hochzeiten weiß trägt.

    Wegen dem Geheule finde ich es schwierig, ihr zu sagen, dass sie auf der Hochzeit nicht heulen soll. Aber irgend jemand muss ihr sagen, dass sie ihrem Vater nicht die Hochzeit versauen soll. Kann man vielleicht die Großeltern einweihen?

    Obwohl - am Besten wäre es, wenn der Vater mal ein paar liebevolle, aber offene Worte mit ihr spricht und ihr klar macht, dass er sie lieb hat und immer lieb haben wird, dass du aber seine zukünftige Frau bist und dass sie das akzeptieren muss. Und dass sie in der Vergangenheit immer geweint hat, wenn sie erfahren hat, dass es auch noch andere Frauen in seinem Leben geben könnte. Dass sie sich aber ab sofort bitte zurück halten soll, da er sein Leben mit dir zusammen führen will und sie bittet, seine Freude nicht zu trüben. Und dass du sie auch lieb hast und sie immer ein Teil von ihm sein wird. Dass sie niemanden verliert, sondern jemanden hinzu gewinnt.

Warum machst Du sie nicht zum Blumenmädchen ? Dann ist sie miteinbezogen und vielleicht fällt ihr es dann leichter.
Wenn sie doch flennt ist es immer ihr Ding.
Manchmal kommen die Tränen, auch wenn man weigentlich gar nicht heulen will und bei ihr ist dies evtl. inzwischen auch ein Mechanismus auf den sie nicht immer Einfluss hat.

  • Wir haben sie gefragt, aber für sie in ihrem Alter unvollstellbar... Etwa Aussage: Das machen doch nur kleine Kinder.
    Somit geht das leider nicht. Wir hatten auch gefragt, ob sie Ringe nach vorne bringen möchte. Nee, sie ist gerne da, aber was machen, nöö!

Hallo,

ganz ehrlich - ich hätte mir 16 wohl nicht gewusst, dass nur die Braut weiß trägt. Und selbst wenn, dann hätte ich als Braut das ganze wohl einfach ignoriert. Wenn es ihre Art des Protestes ist - meine Güte, es gibt Schlimmeres.

Allerdings würde ich deinem Partner raten, da nochmal das Gespräch mit ihr zu suchen. Die Großeltern würde ich insofern ins Boot holen, FALLS sie einen ihrer Abfälle bekommt, dass sie sich dann kümmern.

Für solche Anfälle zu Hause würde ich dazu raten, gar nicht großartig zu versuchen "an sie ranzukommen" sondern das Gebocke auszusitzen.

Lg

(11) 04.04.18 - 14:57

Euch allen vielen Dank für die Tipps.
Hab mit meinem Verlobten gesprochen.
Typisch Mann... ihm ist die Farbe vom Kleid nicht aufgefallen.
Als ich ihm das aber gesagt habe, hat er gleich die nächste Gelegenheit genutzt und seiner Tochter gesagt, dass wir zusammen ein Kleid für sie kaufen können, oder sie geht nochmal alleine los, aber ein weißes Kleid trägt nur die Braut. Ich weiß leider nicht, wie sie es aufgenommen hat, aber laut meinem Mann geht es noch dieses Wochenende los und wir suchen zusammen ein Kleid für sie. Ich bin so erleichtert :-) Vielen Dank für Eure Hinweise!!
Das mit dem Weinen habe ich auch angesprochen und das ich da halt Angst vor habe.
Er hat gestern mit seinen Eltern gesprochen. Die werden sich neben Celina setzen und falls es losgeht, wird die Oma ihr zur Seite stehen.

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