Unterschiede Erziehung und Haushaltsführung, kann das gut gehen?

    • (1) 07.05.18 - 13:31

      Kurz zu uns, mein Partner (41) und ich (33) wollen schon gerne in absehbarer Zeit zusammen ziehen, am liebsten mit allen Kindern (5,8 und 11).

      Allerdings fällt es uns in letzter Zeit immer öfter auf das wir in vielen Dingen anders agieren. Die Kindererziehung war schon sehr oft Zündstoff für Streits, ich erziehe meine Kinder (5 und 8) völlig anders als er sein Kind (11). Ich bin in vielen Dingen einfach deutlich verständnis voller und liebervoller als er, er erzieht sehr streng, ist aber auch bei einigen Dingen sehr gleichgültig. Alles in allem finde ich es eigentlich nicht schlimm, da ich denke man ergenzt sich da eigentlich ganz gut wenn man dem anderen Raum dafür gibt und im Grunde würde alle Kinder von der gemeinsamen Erziehung profitieren.

      Im Haushalt ist es ähnlich, Dinge auf die ich Wert lege sind ihm nicht so wichtig und eben anders herum. Bisher dachte ich immer das wenn wir zusammen ziehen sich einfach alles ergenzt und man gut zusammen leben kann.

      Wohl zu blauäugig gedacht von mir. In letzter Zeit kommt es immer wieder zu dem Thema das es ihm Angst macht wie das mal werden soll, dass es Punkte gibt mit denen er sich nicht anfreunden kann und ich bekomme langsam das Gefühl vermittelt das ich alles so zu machen haben wie er und er nicht bereit ist mir auch entgegen zukommen.

      Mir ist es zB wichtig das man nach dem Duschen noch mal die Wanne mit klarem Wasser auspült damit der nächste nicht im Siff von dem davor stehen muss und auch damit es eben sauber aussieht, genauso wie ich Wert darauf lege das Wanne und Waschbecken regelmäßig gesäubert werden und nicht nur alle paar Wochen mal. Allerdings wäre das etwas was ich einfach gemacht hätte und gut.

      Ihn stört es das meine Schränke manchmal eher unordentlich sind, wobei das etwas ist woran ich arbeite, aber aus Platzgründen leider noch nicht so effektiv.

      Kann sowas auf Dauer gut gehen und sich einspielen oder sollte ich mich damit abfinden das ein zusammen ziehen das Aus bedeuten wird?

      • (2) 07.05.18 - 14:18

        Wo ist denn das Problem? Wenn es Dir wichtig ist, dass die Dusche oder Wanne ausgespült wird und man sie so verlässt, wie man sie gerne selbst vorfinden möchte, dann macht man das doch einfach. Und Ordnung in den Schränken lässt sich von Anfang an einrichten bzw. kann man ja gemeinsam ein Ordnungssystem erarbeiten und einführen.

        Ist das vielleicht ein Machtkampf, der sich auf dieser Ebene abspielt aber eigentlich woanders seinen Hintergrund hat? Kann mir gar nicht vorstellen, dass man sich da nicht arrangieren kann. Und ich weiss, wovon ich rede. ;-)

        Das mit der unterschiedlichen Kindererziehung sehe ich viel kritischer, wenn nämlich hier zu große Unterschiede sind, man sich nicht annähern will sondern seinen Stil auf Biegen und Brechen bei allen Kindern durchsetzt, dann leiden diese am Ende sehr. Nicht nur unter der plötzlich ungewohnt strengen Erziehung sondern auch an den dauernden Streitereien der Eltern darüber.

        • (3) 07.05.18 - 16:12

          "Wo ist denn das Problem? Wenn es Dir wichtig ist, dass die Dusche oder Wanne ausgespült wird und man sie so verlässt, wie man sie gerne selbst vorfinden möchte, dann macht man das doch einfach. Und Ordnung in den Schränken lässt sich von Anfang an einrichten bzw. kann man ja gemeinsam ein Ordnungssystem erarbeiten und einführen."

          Ich habe das bisher auch so gesehen, dass sich das alles schon fügt. Aber gerade bei dem Thema Dusche ist es schon mal eskaliert als ich erwähnt habe das mich das stört und ich schon erwarte das sich das ändert wenn wir zusammen wohnen. Das hat er nicht gut aufgenommen. Kritik ist nur angebracht wenn sie von ihm an mich geht, wie zB die Ordnung in den Schränken.

          "Ist das vielleicht ein Machtkampf, der sich auf dieser Ebene abspielt aber eigentlich woanders seinen Hintergrund hat? Kann mir gar nicht vorstellen, dass man sich da nicht arrangieren kann. Und ich weiss, wovon ich rede. ;-)"

          Ja vielleicht ist das so, aber eher unbewusst, wir kommen beide aus Beziehungen in denen immer alles an uns kleben blieb und der Partner sich aus allem raus gehalten hat, wir sind es also beide gewohnt die Dinge selbst anzugehen und sind da beide scheinbar sehr festgefahren.

          "Das mit der unterschiedlichen Kindererziehung sehe ich viel kritischer, wenn nämlich hier zu große Unterschiede sind, man sich nicht annähern will sondern seinen Stil auf Biegen und Brechen bei allen Kindern durchsetzt, dann leiden diese am Ende sehr. Nicht nur unter der plötzlich ungewohnt strengen Erziehung sondern auch an den dauernden Streitereien der Eltern darüber. "

          Ja das ist auch der Punkt der mir persönlich am meisten zu schaffen macht, das schlimme ist wir haben die selben Erwartungen und Ziele was dieses Thema angeht, aber sind da auf unterschiedlichen Wegen. Er ist aber auch dann so das nur sein Erziehungsstil alleine der einzig Wahre ist und egal um was es geht, ich liege immer falsch und könnte es viel leichter haben wenn ich meine Kinder nicht so verziehen würde. Dabei sind meine Kinder bisher nie auffällig geworden, weder im Kindergarten noch in der Schule und egal wo sie zu Besuch sind, ich bekomme immer nur positive Rückmeldung was ihr Benehmen angeht. Klar sind sie zu Hause auch mal frech oder hören nicht sofort, aber alles im normalen Rahmen.

          • (4) 07.05.18 - 17:00

            Zieh nicht mit ihm zusammen, so lange das so ist und er überhaupt nicht bereit ist, auf Dich zuzugehen. Tu es nicht - den Kindern zuliebe. Arbeitet an der Beziehung und versuche, einen Weg zu finden, damit die Kommunikation partnerschaftlicher wird. Es gibt ja keinen Zeitdruck.

            Frag ihn mal konkret warum nur sein Weg und seine Erziehungsmethode korrekt sind und vielleicht kannst Du Beispiele aus Erziehungsratgebern finden, die klar machen, dass es noch andere Lösungen gibt.

      (5) 07.05.18 - 15:58

      Die letzten beiden Dinge sind ja nun Sachen, wo man in jeder Beziehung Kompromisse finden muss.

      Wir hatten damals ne Putzfee, damit ich mich um sowas nicht streiten muss. Mein Ex war auch echt unordentlich - er hatte ein Zimmer wo er sich zumüllen konnte. Das alles waren jetzt keine Dinge die zur Trennung geführt hatten.

      Viel wichtiger finde ich eine grobe (!) gemeinsame Linie bei den Kindern. Gerade bei Patchwork. Man muss sicher nicht alles gleich machen, aber im Großen und Ganzen sollte man sich einig sein.

      VG

      • (6) 07.05.18 - 16:23

        Grundsätzlich bin ich sehr offen was Kompromisse angeht und grade was Haushalt angeht sehe ich seine Probleme nicht, weil man sich da einfach ergänzen kann. Ich habe einiges was er macht schon übernommen, weil ich gemerkt habe das es so einfacher ist. Er ist da aber völlig stur.

        Bei den Kindern ist es eben genauso. Meine jüngste ist zum Beispiel eine kleine Drama Queen, war sie von Anfang an. Er meint es sei anerzogen und man könne es einfach aberziehen. So ist es aber nicht, ich habe viele Gespräche mit ihrer Erzieherin gehabt und auch bei einer Beratungsstelle war ich schon, weil ich durch ihn immer das Gefühl bekam ich mache etwas falsch. Jeder hat mir versichert das es einfach ihr Wesen ist und man da einfach durch muss. Er sieht das aber einfach nicht ein, seine Kinder waren nicht so, also ist es anerzogen und fertig.

        Ich finde auch keinen Weg mit ihm über eine gemeinsame Linie zu sprechen und ich würde das gerne wenigstens mal diskutieren bevor wir zusammen ziehen und alles in einer Katastrophe endet.

        • (7) 07.05.18 - 16:26

          Ich finde gut, dass du das überdenkst, aber genau das würde ich ihm mitteilen.

          Dann zieht ihr eben nicht zusammen.

          • (8) 07.05.18 - 16:38

            Ja, aber dann ist die Beziehung auch für die Füße

            • (9) 07.05.18 - 16:49

              Wieso? Momentan führt Ihr doch auch eine Beziehung?!

              • (10) 07.05.18 - 16:58

                Ganz ehrlich, ich möchte nicht für immer getrennt leben oder noch solange bis die Kinder aus dem Haus sind. Wir haben so wenig Zeit miteinander, auf Dauer ist das keine Lösung

                • (11) 07.05.18 - 21:14

                  Nach allem was du schreibst ist der Supergau beim Zusammenziehen vorprogrammiert.

                  Euer Problem ist nicht, dass ihr unterschiedliche Prioritäten und Vorstellungen hast. Sondern dass das aus seiner Sicht so läuft: "Ich Gott, Du doof."

                  Du müsstest also um eine friedliche Beziehung zu haben nicht nur dich völlig verbiegen und bei allem nachgeben sondern auch deine Kinder seinem Despotismus zum Fraß vorwerfen.

                  Da hätte ich ja sowas von keine Lust zu.

                  LG

                  • (12) 08.05.18 - 11:03

                    Ja das ist so das was ich wohl befürchtet habe, aber gehofft hatte das es vielleicht nicht so schlimm kommen muss wie ich dachte. Tja da stellt sich dann jetzt die Frage was ich tun muss.

            (13) 07.05.18 - 17:55

            Das seh ich anders... im Zweifel „versaut“ ihr euch die Beziehung doch durch das Zusammenziehen. Vielleicht läuft es ja gerade deswegen noch gut, weil ihr nicht zusammen wohnt?

            • (14) 08.05.18 - 11:03

              Vielleicht hast du da recht, die Frage ist nur ob das auf Dauer so weiter gehen kann.

              • (15) 08.05.18 - 11:16

                Das wirst nur du raus finden können.

                Positioniere dich klar. Zeig, dass du eine gleichberechtigte Partnerin sein möchtest und ohne entsprechende Zugeständnisse seinerseits nichts gemeinsames siehst.

                Ich denke, es läuft euch ja nix weg, sofern ihr Wohnungen etc. noch nicht gekündigt habt.

(17) 08.05.18 - 07:57

Ganz ehrlich? So wie du es beschreibst, denke ich nicht, dass ihr kompatibel seid. Nicht weil ihr unterschiedliche Ansichten habt, sondern weil er scheinbar der Meinung ist, seine Ansichten/sein Handeln seien die einzige Wahrheit. Das ist eine Wertehierarchisierung welche Kompromisse einseitig schlicht auschliesst.
Mit dem Zusammenziehen wird die Beziehung unter Garantie scheitern, ausser du verbiegst dich bis du nicht mehr dich selber bist, sondern die Marionette eines rechthaberischen Kerls.
Mit dem Nicht-Zusammenziehen wird die Beziehung auch scheitern, es wird nur länger dauern.

Ich kann nur von mir berichten, ich bin in ein Patchwork-System gezogen und es war eine Katastrophe. Mich haben seine Einmischungen in der Kindererziehung unglaublich genervt. So lange meine Kinder nicht deutlich älter sind, werde ich definitiv mit keinem Mann mehr zusammenziehen. Ich bin einfach nicht bereits, mich ständig zu rechtfertigen, schon gar nicht vor jemandem, dessen Kinder das noch nicht einmal sind....

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