2. Schwangerschaft und mein Sohn (15) freut sich nicht # Patchworkfamilie

    • (1) 05.06.18 - 09:42

      Hallo zusammen,

      ich benötige neutrale Meinungen, von Muttis oder Vätern.
      Ich bin mitte 30 und bekomme nun mit meinem Mann das erste gemeinsame Kind (6SSW, also noch alles ganz top secret).
      Aus erster Partnerschaft habe ich schon einen Sohn (15). Mein Sohn freut sich leider garnicht auf das Baby, er sieht alles nur negativ, weniger Geld in der Haushaltskasse, da ich ja nicht mehr in VZ arbeiten gehen kann, wenn das Baby da ist, räumliche Einschränkungen in der Wohnung und mehr Konflikte Zuhause.

      Aktuell verstehen sich mein Mann und mein Sohn nicht sonderlicht gut.
      Mein Kind ist voll in der Pubertät und hat keine Lust auf nix.. hört nicht wirklich gut und muss für alles angetrieben werden. Eigeninitiative null und auch wenig Empathie für sein Umfeld. Sicher ein Thema, das in dem Alter normal ist.

      Mein Mann ist sicher etwas strenger als ich und mein Sohn akzeptiert keine seiner Ansagen...ganz nach dem Motto, was will der denn, der nervt nur und hat mir nix zu sagen.

      Ich stehe immer zwischen den Stühlen und versuche zu vermitteln aber es gelingt mir natürlich nicht immer. Gestern führte ich erneut ein gespräch mit meinem Sohn unter 4 Augen, nachdem die Info " wir bekommen ein Baby" mit "ja schön" von ihm einen Tag zuvor abgetan wurde.

      Ich bin unendlich traurig über seine Einstellung, jahrelang hatte er sich ein Geschwisterchen gewünscht und das ich zuhause bin. Nun habe ich endlich den Mann gefunden und geheiratet und jetzt nervt ihn der Gedanke und da sein Vater mit der neuen Frau vor knapp zwei Jahren auch ein Kind bekommen hat, sagt er, er hätte ja schon eine Schwester und er könne damit nicht wirklich viel anfangen. Er sagte sogar, das bräuchte er jetzt nicht ......

      Natürlich hat er jetzt andere Dinge im Kopf, natürlich werde ich ihn nicht als Babysitter missbrauchen, wobei Fläschchen geben oder ähnliches später sicher mal drin sein sollte, um auch eine Bindung zum Kind aufzubauen.

      Ich bin echt verzweifelt und weiß A nicht wie ich mit dieser Enttäuschung umgehen soll und B wie ich ihn emotional mehr an die Situation binden kann. Er sieht gerade nur die Konflikte Zuhause und denkt, wenn noch ein Baby kommt, gibt es noch mehr Stress. Ich nehme an, er sieht nur seine persönlichen Einschränkungen und das schokiert mich sehr.

      Ich freue mich von euren Erfahrungen zu hören und oder Tipps zu bekommen!

      Liebe Grüße
      Shopgirlinlove#winke

      • Ehrlich warum sollte er sich freuen ? Für ihn bedeutet das Baby in der Tat nur Stress und wahrscheinlich hat er bei seinem Vater bereits erlebt, dass Babys ausser für die Eltern etc. meist langweilig sind. Zudem hat er mit deinem Mann Stress, was auch eher die Regel ist.
        Es gibt keinen Grund warum Geschwister oder Halbgeschwister sich per se auf einander freuen sollten.

        Gib ihm das Gefühl, dass er weiter geliebt wird und das du zum Beispiel auch Dinge weiterhin gemeinsam mit ihm machst, wenn das Baby da ist.

        Vielleicht sieht er , wenn das Baby da ist die positiven Seiten. Allerdings liegt es an Dir und deinem Mann, hierfür zu sorgen.

        • Hallo leiahenny,

          danke für deine Einschätzung, ich habe auch den Anspruch, weiter für ihn da zu sein und auch mal "Qualitytime" ohne Baby für ihn und mich einzuplanen. Ich möchte nicht, dass er denkt er sei abgeschrieben.

          Ich hoffe ich bekomme das alles unter einen Hut....

      Er hat doch recht! Für ihn wird das auf den ersten Blick nix tolles: schreiendes Baby im Haus, ständig Rücksicht nehmen, wohnliches Einschränken etc.pp. mit 15 braucht man kein Geschwisterchen mehr.
      Und in seinem Alter sieht er auch nicht ein, dir sowas schonend mitzuteilen.

      Keine Ahnung was seine Pläne sind, aber evtl. ist er schon aus dem Haus, bevor euer Nachzügler in die Schule kommt.

      Mein Tipp: du bist in der 6. Woche... nu wart mal ab, wie sich das bei euch entwickelt und stelle deine Vorstellungen hinten an, dass er mal Fläschchen oder so geben soll, weil das angeblich die Bindung stärkt. Halte ich für Quark.

      • Hallo Nele,

        ja als Teenager hat man wohl nur sich im Focus, einerseits verständlich aber man sucht sich sowas ja auch nicht immer aus, wann und wie man schwanger wird.... Ein wenig mehr Empathie hätte ich schon schon von ihm erwartet, kein Freundentränchen aber ich habe auch eine viel ältere Schwester gehabt, die leider vor kurzem verstorben ist, ich weiß also welchen Mehrwert Geschwister mitbringen und wie es sich anfühlt wenn man sie auf einmal nicht mehr hat....Unabhängig vom Altersunterschied habe ich es immer als schön empfunden zu wissen, dass da noch jemand ist, unabhängig von den eigenen Eltern.

        Ich hatte ursprünglich auch geplant bis zur 12 Woche mit der Info an ihn zu warten, ging aber aus gesundheitlichen Gründen nicht.....

        Im Gegensatz zu dir glaube ich sehr wohl, dass der Umgang und die Nähe zum Geschwisterchen sich positiv auf eine emotionale Bindung auswirken können.

        Wenn ich ihn überhaupt nicht mit einbeziehe.... dann bringt das zumindest sicher keinen Mehrwert.

        • Keine Ahnung was man von einem Pubertier erwarten kann und was nicht. Du siehst ja was gerade bei rum kommt.

          "Im Gegensatz zu dir glaube ich sehr wohl, dass der Umgang und die Nähe zum Geschwisterchen sich positiv auf eine emotionale Bindung auswirken können.

          Wenn ich ihn überhaupt nicht mit einbeziehe.... dann bringt das zumindest sicher keinen Mehrwert."

          Ich glaube das schon auch, aber nur, wenn man das auch will.

    Hallo shopgirlinlove,

    ich kann Deinen Sohn gut verstehen. Ein Baby ist für einen Teenager mit 15 Jahren wohl in etwa das Unspannendste, was es gibt. Zusätzlich ist er aber auch schon alt genug zu verstehen (und hat es bei seinem Vater erlebt), dass ein Baby nicht Immer nur süß ist, sondern schreit, quengelt, Bedürfnisse hat, die gegensätzlich zu seinen eigenen sind (er will ausschlafen / Baby wacht um 5 Uhr auf, er will coole Dinge und Reisen unternehmen / das Baby ist zu klein, später geht gerade mal der Spielplatz, etc.).

    Du und Dein Mann, IHR habt Euch ein Kind zusammen gewünscht (sogar obwohl es zwischen ihm und Deinem Sohn nicht läuft) und nicht Dein Sohn. Somit ist es Deine Verantwortung, auf ihn Rücksicht zu nehmen.
    Es ist klar, dass er erstmal nur seine persönlichen Einschränkungen sieht - und die werden ja auch durchaus kommen. Versuche es doch mal so zu sehen: Ein Teenie könnte ja auch noch ganz anderes reagieren: Wutausbrüche, Drohungen und Schlimmeres. Er hat immerhin "ja schön" gesagt - lass ihn doch nun erstmal in Ruhe mit der neuen Information klarkommen, ohne ihn gleich einspannen zu wollen.
    Es dauert ja noch eine ganze Weile, bis das Baby da ist und vielleicht freut er sich am Ende doch - aber erzwingen kannst Du das nicht.

    Alles Gute für Euch alle!

    • Hallo 99102010,

      vielen Dank für deinen Beitrag.

      Deine Darstellung hat mir gut gefallen, ja es ist vielleicht für mich jetzt doch verständlicher, seine Position zu verstehen. Er hat es wirklich schon live miterlebt und hat seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht.

      Es ist richtig, dass wir uns ein Kind gewünscht haben, wobei mich mein Sohn immer gefragt hat, wann ich denn endlich noch ein Baby bekommen würde. Aber vielleicht hat er das auch nur gefragt, weil er wusste, dass es einer meiner Wünsche war....wer weiß.

      Vielleicht habe ich es fehlinterpretiert...

      Ich wollte ihn jetzt auch erst einmal die Info sacken lassen, ich selber muss ja auch noch einige Wochen warten, bis wir aus der kritischen Zeit heraus sind und das alles selber realisieren.

      Ich hab mir schon gedacht, dass es für ihn sicher sehr schwer wird wenn wir als Eltern schon Zeit benötigen um das zu realisieren.

      Ich hoffe, dass er mit der Zeit vielleicht doch ein wenig Interesse entwickeln kann.

      Lieben Dank für deine Meinung ;)

Hallo.

Ich war damals 14 als meine Mutter und ihr neuer Freund verkündet haben, dass sie ein Baby bekommen. Ich habe mich echt gefreut. Als mein Bruder auf der Welt war, hab ich jedoch gemerkt, dass ich nur noch die zweite Geige war und sich alles ums Baby gedreht hat. Allerdings habe ich meinen Bruder immer geliebt, die Situation allerdings gehasst.
Als ich dann 16 war, kam meiner Mutter wieder mit der Aussage, sie bekommt ein Baby. Ich habe zu ihr gesagt: Dann ziehe ich aus.
Bin zu meiner Freundin und hab mich ausgeheult. Da hab ich mir wirklich überhaupt nicht gefreut.
Ich verstehe deinen Sohn also voll und ganz.

Jetzt kommt das große ABER

Dein Sohn geht bald seinen eigenen Weg. Er wird feiern gehen, Freunde haben,vllt eine Freundin. Lass ihn machen und zwinge ihn nicht aufs Baby aufzupassen o.ä.
Wenn er es machen möchte, macht er es von sich aus. Als ich mein Abitur fertig gemacht habe, war es für mich als super, dass ich babysitten konnte. Bekam natürlich auch immer Geld dafür. Sehe es nicht als selbstverständlich an, dass dein Sohn das macht. Vor allem nicht, wenn er mit deinem Mann nichts anfangen kann.
Ich und mein Stiefvater waren die ersten Jahre auch nicht gut aufeinander zu sprechen, was hauptsächlich an meiner Pubertät lag.

Und inzwischen ist alles gut. Der grössere von meinen Brüdern wird jetzt sogar Patenonkel meiner Tochter.

Ich denke, Du musst damit leben, dass ein 15jähriger an einem Baby keine Vorteile sehen kann. Ich kann das gut verstehen, denn so wie ich "aus dieser Phase raus bin", so ist er noch lange nicht "in dieser Phase drin". Welchen Vorteil soll er denn darin sehen? Kannst du einen benennen, der für ihn wirklich eine Bereicherung ist UND die ganzen negativen Aspekte damit ausgleicht, wirklich aus seiner Sicht?

Ungünstig finde ich, dass zwischen Deinem Partner und ihm sowieso schon eine sehr wackelige Grundlage besteht und die Situation sicher nicht einfacher wird, wenn Dein Partner sein "eigenes"Kind hat und diesem altersbedingt und emotional bedingt einen höheren Stellenwert einräumen wird. Das wird auch Deinen Konflikt noch verschärfen, wenn Du immer zwischen Baum und Borke stehst.

Ich finde das Timing für Nachwuchs ungünstig, auch wenn sicher das ätere Kind das nicht entscheiden sollte. Aber optimal ist es nicht. Hätte dein Sohn die Möglichkeit zu seinem Vater zu ziehen, wenn er so nicht klar kommt?

LG

Warum man einem Kind (auch wenn das Kind schon ein Teenager ist) bereits in der 6. Woche die "frohe Botschaft" verkünden muss, werde ich nie verstehen.

Wie man auf die Idee kommt, dass ein 15jähriger sich darüber freuen soll, dass die eigene Mutter offenkundig ein Sexleben hat, und dies erst noch mit einem Typen mit dem man nicht oder nur halbwegs klar kommt, verstehe ich ebensowenig.

15 jährige finden es zudem äusserst peinlich, wenn ihre Kumpel diese offenkundige Tatsache, dass die Mutter Sex hat, zu Gesicht bekommen.
Fazit: es ist einfach nur endlos peinlich!

Dass der Teenager sich früher ein Geschwisterkind gewünscht hat, ist kein Widerspruch, das war früher.

Du empfindest deinen Sohn als egoistisch, weil er seine Belange und Nachtteile sieht. Umgekehrt wird auch ein Schuh draus, aus seiner Sicht bist du egoistisch mit deinem (vollendeten) Kinderwunsch und deiner Erwartung, dass er sich freuen sollte.
Persönlich bin ich der Ansicht, dass du nicht besonders überlegt und empathisch warst, die Schwangerschaft so früh zu verkünden und Freude zu erwarten.
Vermutlich wird er sich letztendlich freuen, wenn denn das Geschwisterchen da ist.

Bis dahin würde ich versuchen die Füsse still zu halten, deinen Sohn nicht mit Schwangerschaftsdetails zu überhäufen, statt dessen intensiv den Fokus auf den Umgang/die Probleme zwischen Stiefvater und deinem Sohn zu richten. Voraussichtlich verschärfen sich diese nämlich mit Ankunft des Babys.

Hallo!
Ich war in der gleichen Situation wie du. Als ich mit meinem neuen Partner ein Baby bekam, hat mein Sohn 3 Tage lang in seinem Zimmer geheult. Es war furchtbar für mich.
Ich hab ihn total in Ruhe gelassen und ihm immer nur versichert, dass sich für ihn nicht wirklich was ändern wird und dass ich ihn auch total verstehe.
Als der Kleine da war hab ich ihn auch vollkommen in Ruhe gelassen, nur "kleine Bitten" an ihn rangetragen. "Am Stubenwagen klemmt ein Rad. Könntest du da mal nachgucken?" Oder "Würdest du ihn mal 2 Minuten halten? Ich muss kurz im Keller die Wäsche holen." Da hat anfangs auch schräg geguckt und es nur widerwillig gemacht. Er hat auch bis heute kein Fläschchen gegeben, geschweige denn Windeln gewechselt. Das würde ich auch nicht verlangen. Mittlerweile sind sie ein Herz und eine Seele. Der Kleine ist 2,5 Jahre alt und ruft schon, wenn der Große von der Schule kommt. Dann setzt er sich zu ihm und knuddelt ihn und übt mit ihm nach den Hausaufgaben Laufrad fahren.

Grundsätzlich würde ich als Tipp nur geben wollen, dass man an der Stiefvater-/-Sohn-Beziehung bis dahin arbeiten könnte. Bei uns erzieht keiner die Kinder vom anderen. Das haben wir fest ausgemacht. Wenn der Große zum wiederholten Male seine Sachen nicht wegräumt, sagt mein Mann mir, dass ich es ihm doch nochmal sagen soll. Umgekehrt mache ich das mit seinen Kindern am Wochenende auch so. So sind wir einerseits "fein raus" und die Kinder projizieren keinen extra Frust auf den Partner. Selbst wenn der Kleine betroffen ist (Musik zu laut und er wird wach, o.ä.) übernehme ich den Anpfiff und mein Mann würde nichts oder wenn dann nur in höflichem Ton was sagen. Damit fahren wir ziemlich gut. Das Verhältnis ist zwar nicht super herzlich mit Umarmungen etc., aber höflich freundschaftlich.

Also ich meine: Alles erstmal mit Ruhe an sich ran kommen lassen und ihn vielleicht tatsächlich nicht "mit Gewalt" ans Baby gewöhnen wollen.

Kinderwunsch ist völlig ok (auch wenn es bei uns ein Unfall war) und meines Erachtens sowieso immer egoistisch. Die wenigsten Erstgeborenen - glaube ich - freuen sich ausschließlich auf ein zweites Baby, das die Eltern gerne wollen. Er wird dich bestimmt später auch nicht fragen, ob er ein oder zwei Kinder mit seiner Frau bekommen soll, bzw. seine Kinder um Erlaubnis fragen... ;-)

Was hast Du denn erwartet. Ihr zwei wolltet das Kind, nicht Dein Sohn. Ich würde mich an Deiner Stelle damit abfinden bzw. nicht dauernd versuchen es ihm schön zu reden. ;-)

Hallo,

"natürlich werde ich ihn nicht als Babysitter missbrauchen, wobei Fläschchen geben oder ähnliches später sicher mal drin sein sollte, um auch eine Bindung zum Kind aufzubauen. "

Warum? Eine Bindung zum Geschwisterkind kann er auch so aufbauen? Vielleicht ist es auch gerade dass, was ihn beschäftigt. Das er Babysitter sein muss und solche Sachen. Er ist "nur" der große Bruder. Du und dein Mann ihr seid für die Versorgung des Kindes zuständig, niemand sonst! Dein Sohn nur dann, wenn er es möchte.

Ich kann nicht verstehen, dass dich das so schockiert und das du enttäuscht bist. versetz dich doch mal in seine Lage. Mal ganz abgesehen vom Stress den so ein Baby unwillkürlich ja doch irgendwo mit sich bringt, wirst du für ihn einfach nicht mehr so die Zeit haben. Und bei deinem Ex Mann hat er es schon durch. Es sind 15 Jahre Altersunterscheid. Welcher Teenager kann da was mit einem Baby anfangen?

Anstatt zu versuchen ihn überall mit einzubinden, solltest du ihn einfach mit dem Thema in Ruhe lassen. Spätestens wenn das Baby da ist, wird sich das alles finden.

Gruß

Top Diskussionen anzeigen