Stieftochter fordert zum wiederholten Male den kontaktabbruch

    • (1) 25.08.18 - 09:38

      Ihr lieben, wir bräuchten einfach mal einen Rat bzw. Unterschiedliche Sichtweisen für unser Problem.
      Ich lebe seit 10 Jahren mit meinem Partner und seiner Tochter zusammen. Sie ist inzwischen 16 Jahre alt. Es war schon immer sehr schwierig hier. Meine Stieftochter hat sehr große Probleme mit Regeln und Pflichten (nicht nur hier zu Hause) sowie mit Absprachen treffen. Dazu kommt, dass sie leider auch sehr unter dem Verhältnis zu ihrer Mutter und Stiefvater leidet. Sie trägt da wirklich ein großes Päckchen mit sich, wir verstehen sie da und sie tut uns da oft auch echt sehr leid. Sie ist zwar immer mal wieder dort, bekommt aber seit jeher vermittelt nicht wirklich erwünscht zu sein. In der Vergangenheit war es so,dass das Mädchen schon zwei mal wenn es ihr hier zu anstrengend wurde, den Entschluss faste, zu Mama zu ziehen. Das wurde umgesetzt, doch nach kurzer Zeit merkten Mama und Kind beide Male dass es dort nicht funktioniert bzw. Sie es nicht leisten können (sie wohnen ein bisschen außerhalb). Das letzte mal ist allerdings schon zwei Jahre her. Nun ist es so, dass sie alle sorgen auf mich projiziert bzw. Mich für tatsächlich alles verantwortlich macht. Ich bin schuld für Dinge, bei denen ich noch nicht mal beteiligt war bzw. Anwesend war. Anfang dieser Woche waren wir beide noch shoppen, haben ihr eine neue Brille bestellt, schilsachen gekauft und für ihre Party zum 16. Geburtstag eingekauft... zwei Tage später kam von ihr der Entschluss mit mir nichts mehr zu tun haben zu wollen, keine Begrüßung, keine Absprachen nichts. Mein Mann sagte das ginge keinesfalls, wir leben zusammen, das sind die Regeln des Miteinanders. Sie weigert sich aber und sagt sie müsse es nicht, da ich ja „nichts“ sei und einfach nur nerve und für alles verantwortlich sei, alles kaputt mache. Mein Mann sagte in Hinsicht auf die Party müsse sie mich ganz klar weiterhin mit einbeziehen da ich hier lebe und für den Rest der Planung ja auch „gut genug“ war ansonsten wird diese nicht stattfinden können. Sie entschied sich für „dann eben nicht“! Wenn sie hier mit mir sprechen muss, sagt sie halt eben allen 30 Gäste ab. Das hat sie nun getan... fordert allerdings heute ein Gespräch ein wo sie klären möchte wie es gehen kann nichts mehr mit mir zu tun haben zu müssen... kein hallo, keine Nachrichten übers Handy, keine Absprachen nichts...
      Mein Mann vertritt weiterhin das das nicht möglich ist wenn man zusammen lebt. Ich tendiere inzwischen da hin, dass ich sage, gut, probieren wir mal aus für 14 Tage und ziehen hinter her ein Resümee. Ich weiß, dass wäre super schwer. Ich bin sehr gerne mit ihr zusammen und bin auch für ganz vieles zuständig, vor allem für Absprachen im Alltag. Aber ich erhoffe mir ihr da ein bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen und das sie es eventuell auch doch blöd findet wenn ich so tue als wenn sie nicht da wäre, ich mich um nichts kümmere. Was denkt ihr? Habt ihr vielleicht noch ganz andere Ansätze?

      Vielen lieben Dank 😚

      • Für mich schreit das nach Familientherapie bzw. dass das Mädchen Hilfe braucht. Anscheinend hat sie riesige emotionale Probleme. Und zwar schon länger.
        Die erste Frage, die dort wohl zu klären wäre ist, wie ihr Vater Regeln und Pflichten im Vergleich zu Dir und im Vergleich zur Tochter sieht. Es klingt unterschwellig so, als ob das Mädchen denkt, wenn Du außen vor bist hat sie alle Freiheiten, die sie haben will, weil Papa ihr viel mehr durchgehen lässt.

        • Vielen lieben Dank für deine Antwort! Ja, ich sehe sie tatsächlich auch in großer Not und sorge. Sie sagt sie habe nicht das Gefühl das sie mehr dürfe, möchte aber eben das Papa verantwortlich ist! Diese Forderung verstehe ich durchaus, ist aber im Alltag nicht immer umsetzbar durch unsere berufliche Situation. Anfang des Jahres waren wir bereits bei einer Beratung mit ihr zusammen. Es ging viel um ihr Wohlbefinden und Änderungen.. leider ist meine Stieftochter aber nicht für weitere professionelle Hilfe bereit... was wir tatsächlich sehr bedauern aber irgendwie auch nichts in der Hand haben....

          • Dann würde ich das auch ernst nehmen und umsetzen, dass ihr Papa mehr verantwortlich ist. Die Formulierung deutet darauf hin, dass er zu wenig Zeit für sie hat. Dich rauszukicken würde ihr das Gefühl geben, er muss sich dann mehr auf sie konzentrieren. Wenn es ihr nicht um mehr Freiheiten sondern um mehr Zeit mit ihm geht, ist das ja recht einfach zu klären. Du schreibst, er ist aus beruflichen Gründen nicht ihr Hauptansprechpartner?

            Welche Änderungen wurden denn bei der Beratung beschlossen? Und welche wurden umgesetzt? Vielleicht möchte sie nicht mehr mit euch zu einer Beratung gehen, weil sie dort das Gefühl bekommen hat, alle sind gegen sie.

            Fragt sie mal direkt ob sie die Umstellung weniger wünscht, weil sie ein Problem mit Dir hat, sondern weil sie sich mehr väterliche Fürsorge und Anwesenheit wünscht. Zweitens würde ich nochmal besprechen, ob sie das Gefühl hatte, die Beratung ist auf eurer Seite und sie wird "überfahren".

            • Also wir haben im Gespräch schon rausbekommen, dass ihr es tatsächlich um Papas Entscheidungsmacht bzw. Aufmerksamkeit geht. Es ist tatsächlich etwas verzwickt... er ist zwei Nachmittage mit ihr Zuhause, erkundigt sich nach ihr und an einem festen Tag der Woche gehen die zwei essen. Ich finde das sehr schön und wichtig. Leider nimmt sie das aber nicht wirklich an und meckert jedes mal was das denn solle und nichts bringe..
              in der Beratung hat sie sich eigentlich nicht bedrängt gefühlt sondern eher uns auf äußerste verteidigt Sobald es um die kleinste Kritik uns gegenüber ging. Sie möchte Leider nichts in die Richtung annehmen weil sie meint wir seinen ja nicht verrückt...

              Naja, wir haben nun die Vereinbarung getroffen, dass ich probieren werde mich noch mehr zurück zu nehmen, Papa mehr Entscheidungen trifft, sie im Umkehrschluss sich aber auch überlegt wo sie mich wie weit einbindet...

              Alles nicht ganz einfach 😳
              Vielen lieben Dank für eure Unterstützung und Meinungen!

              • Das klingt wirklich so, als bräuchte sie mal jemanden, der tiefer bohrt. Wenn sie weiterhin so unleidig ist und nicht ganz klar formulieren kann, was ihr fehlt und was sie braucht, dann würde ich ihr mal sagen, dass sie entweder akzeptiert, dass ihr die Richtung vorgebt oder sie bekommt jemanden zum Reden. Das hat nix mit verrückt sein zu tun.

                Wenn sie nicht Essen gehen will dann soll sie sagen, was sie lieber tun würde.

      Wie ist denn das Verhältnis zur Mutter? Seid ihr sicher dass sie nicht die Finger im Spiel hat wenn sie von jetzt auf gleich so umschlägt?

    Bei allem Mitgefühl und Verständnis, zulassen dass sich eine 16jährige als "Ar......-Kind" in ihrem Zuhause austoben darf, würde ich nie.
    Klare Ansage, und hier in dem Fall Beizug einer Fachstelle. Und damit meine ich NICHT eine Diplompsychologin die dem armen Häschen das Köpfchen streichelt. Unter Umständen eine (befristete) Platzierung in einer geeigneten Wohngruppe.

    Je weiter ihr auf die Forderungen von ihr eingeht, desto mehr verunsichert ihr sie, auch wenn sie es anfangs als Sieg/Triumpf deklariert, sie wird sich unvorstellbar verloren fühlen, denn für ein Kind (und das ist sie noch), gibt es kaum etwas Verstörenderes als zu merken, dass die vermeintlich starken Erwachsenen so schwach sind, dass sie sich vom Kind den Tarif durchgeben lassen. Wer soll ihr denn noch Halt geben können? Wo soll sie sich noch sicher fühlen können?

    • Ja, ich kann deinen Ansatz da durchaus verstehen. Und doch ist das leider so schwer umsetzbar 😬
      Ich bin gerade tatsächlich dabei mich sehr zurück zu nehmen... für mich und für die Situation sicher ganz vernünftig! Mein Mann muss nun mehr in die Verantwortung und ich werde trotzdessen meine Bedenken und Bedürfnisse äußern und auch noch für die „kleine“ da sein..
      Besten Dank für all eure Meinungen!! Sie waren wirklich hilfreich und konstruktiv!

Für mich klingt das eigentlich nach "ganz normaler Pubertät" und hat eigentlich nichts damit zu tun, ob Du jetzt ihre leibliche Mama bist oder nicht. Da Du es nicht bist, findet sie grad diesen Punkt als "schmerzhaften Punkt" bei Dir & sticht rein. Wärst Du ihre leibliche Mutter, fände sie einen anderen "schmerzhaften Punkt". Durch das Hin-und-Her mit ihrer leiblichen Mutter ist sie nur noch verwirrter.
Ich würde sagen, es ist an der Zeit, mit ihr über neue "Regeln des Miteinanders in der Familie" zu sprechen. Die ist kein Kind mehr, aber auch noch nicht völlig selbständig & erwachsen. Bezieht sie ein, fragt sie, was & wie sie dies & das haben möchte und sagt ihr andererseits auch, was ihr euch wünscht. Sie ist im Kopf auf "ich kann alles alleine - brauche niemanden" - die Erfahrung, inwieweit das mit der Realität zusammenpasst & wo sie eben doch noch Unterstützung braucht, muss sie ganz oft selbst machen. Und das wäre ähnlich, wenn es Deine leibliche Tochter wäre! (Also versuche, ihre "Anfeindungen" nicht zu "persönlich" zu nehmen - dasselbe gilt für Deinen Mann.)

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