Die neue Familie

    • (1) 26.08.18 - 08:23

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier im Forum und habe mit großem Interesse festgestellt, dass es ein Forum über Patchwork Familien gibt 😀
      Ich hoffe das mein Beitrag hier richtig ist...
      Momentan habe ich ein großes Problem, zu meiner Situation:
      Ich bin 35 Jahre alt, bin verheiratet und eine kleine 3 jährige Tochter. Wir leben in einem schönen Haus und haben beide einen guten Job. Das Problem ging damit an, dass sich meine Eltern vor 5 Jahren getrennt haben. Ich bin als Einzelkind groß geworden! Zu meiner Mutter, welche mittlerweile auch einen neuen Partner mit Familie gefunden hat, besteht ein guter Kontakt. In der Zeit der Trennung hatten wir ein sehr enges Verhältnis, haben uns fast täglich getroffen, da es meinem Papa sehr schlecht ging! Wir verbrachten gemeinsame Urlaube und alles war toll! Mein Papa ist in dem elterlichen Haus wohnen geblieben und ist auch sonst ein vermögender Mann (wenn ich das mal so bezeichnen kann 😏)
      Vor vier Jahren dann trat plötzlich eine neue Familie in unser Leben. Mein Papa lernte eine Frau kennen, welche eine jetzt 26 jährige Tochter hat. Frau und Tochter zogen nach wenigen Wochen in mein altes Elternhaus ein und meine sogenannte Stiefschwester bezog mein altes Zimmer! Für mich war die Situation erst sehr schwierig, aber ich dachte an meinen Papa. Er hat ja auch das Recht glücklich zu sein 🤷‍♀️ Seitdem fangen die Probleme an...die beiden Frauen bestimmen das komplette Leben von meinem Papa, engen und verplanen ihn so ein, sodass wir kaum die Möglichkeit für ein Treffen haben. Die Stiefschwester hat mittlerweile so eine große Rolle eingenommen, sie studiert, macht Auslandssemester, genießt das süße Leben, verbringt JEDEN Urlaub mit ihm zusammen! Klar, wer fliegt nicht gerne auf die Malediven?
      Mein Papa behandelt sie wie eine leibliche Tochter und hält ihr das Händchen! Wenn wir zu Besuch sind, versucht sie die permanente Aufmerksamkeit zu bekommen, lässt uns nicht zu Wort kommen und drängt sich überall dazwischen...
      Im Herbst sollte ein gemeinsamer Urlaub statt finden! Ich war froh mal etwas Zeit in Ruhe mit meinem Papa zu verbringen! Der Urlaub war nur mit unserer Familie plus Papa und Freundin geplant....nein auch hier will sie dabei sein! Ich bekomme gar keine Möglichkeit mehr mit ihm zu sprechen....alles dreht sich nur noch um sie. Jetzt bekommt sie noch ein eigenes Auto geschenkt..ich finde alles so unfair! Klar denken jetzt viele, es ist Eifersucht, vielleicht stimmt das ja auch ein wenig! Ich verstehe nicht wie es sein kann das eine 26 jährige nach 4 Jahren so eine große Stellung einnimmt🤷‍♀️ Ich habe das Gefühl wir sind ihr ein Dorn im Auge!

      Jetzt habe ich mir den Schritt überlegt und meinem Papa einen langen Brief geschrieben, wo ich alle Probleme geschildert habe! (Es gibt 100 Geschichten...) ich will ihn ja auf keinen Fall vor die Wahl stellen, ich will einfach nur auch mal etwas Zeit und Aufmerksamkeit! Es gab nur 2 treffen unter uns beiden in vier Jahren!
      Mein Papa antwortet nur mit den Worten: du hast doch eine eigene Familie und die Stieftochter wäre halt genauso seine Tochter wie ich! Er kann das alles absolut nicht verstehen was ich meine...
      Seit dem Brief hat mich die Stieftochter bei WhatsApp blockiert! Ich frage mich: was passiert da? Ich habe sie in dem Brief nicht einmal erwähnt!
      Ich bin so verzweifelt mittlerweile und weiß gar nicht mehr was ich jetzt machen soll! Für meine Tochter ist es jetzt auch so schwierig, sie liebt ihren Opi so! Hat jemand einen Rat für mich? Sorry das es so lang geworden ist 😔

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag euch allen 👋🏻

      • Vielleicht knabbert dein Papa immer noch an der Trennung von deiner Mama. Da kommt es ihm sehr gelegen, dass er jetzt so sehr beachtet wird. Ich habe in deinem Beitrag gelesen, dass du dich viel um deine Mutter gekümmert hast. Was war denn mit deinem Vater zu der Zeit? Ich würde den Dingen einfach ihren Lauf lassen und mein eigenes Leben leben.

      (5) 26.08.18 - 08:40

      Ich habe noch vergessen etwas zu der neuen Freundin zu schreiben. Sie hat uns herzlich empfangen und war immer nett zu uns! Ihr Fokus ist viel auf IHRE Tochter gerichtet (gut verständlich!) Der Vater ist vor 12 Jahren gestorben und seitdem versucht sie dies mit allem zu kompensieren was sich ihre Tochter wünscht und erfüllt ihr einfach alles was sie haben will. Zu dem Streit äußerst sie sich gar nicht und sagt das sie sich daraus halten will...

      Ich finde es nachvollziehbar, dass du die Veränderungen im Leben deines Vaters kritisch siehst. Und sicher ist es wichtig, dass du darüber einmal dirkt mit ihm sprichst - mögicherweise ist das auch besser als ein Brief.
      Aber grundsätzlich finde ich die Aufregung über das "große Problem" etwas übertrieben. Du bist ja keine 15 sondern 35. Was dein Vater in seiner Freizeit, mit seinem Geld etc. macht, ist seine Entscheidung. Und Neid ind dieser Sache erscheint sehr kindisch. Autos und absurde Fernreisen hin oder her.

      • Gut das lässt sich einfach sagen, wenn man nicht selbst betroffen ist! Ich habe trotz meiner 35 Jahre immer ein gutes Verhältnis zu meinem Vater gehabt, bis diese Familie in sein Leben kam! Ich denke es ist egal wie alt man ist, man hat immer Sorge ein Elternteil zu verlieren...

    Ich persönlich kämpfe eine gewisse Zeit um die Beziehung die mir wichtig ist.
    Wenn die Bemühungen keinen Erfolg zeigen, dann stelle ich jegliche Bemühungen ein und akzeptiere die Situation und konzentriere mich auf mein Leben.

    Vielleicht meldest du dich erst mal gar nicht mehr und versuchst auch so wenig wie möglich Informationen über ihn und seine Familie zu bekommen.
    Dein Vater ist am Zug.
    Wenn er Interesse an dir und deiner Familie hat, dann wird er sich melden.
    Wenn nicht , dann läßt er es.
    Bisher warst du ja, egal was er tut verfügbar. Er hat ja nichts vermißt.
    Er hat bisher gewonnen... eine zweite Tochter , eine zweite Frau eine zweite Chance auf eine heile Familie.
    Du hast für dich etwas verloren. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit, ungeteilte Zuwendung.
    Du erfährst von ihm eine unausgewogenes Verteilung seiner Zuwendung (matrieller und nichtmaterieller Art), Zeit und Interesse.
    Ich verstehe deine Ohnmacht, aber er wird es nicht verstehen, wenn er die Dinge nicht aus deiner Perspektive anschaut.

    LG

    • Danke für deine nette Antwort 😌 Du beschreibst es zu 100 %. Man hat dieses Ohnmachtsgefühl und man ist einfach machtlos...
      Ich habe vor einem Jahr ca. Schon das Thema angesprochen und meine Bedenken geäußert! All dies wurde mal wieder nicht ernst genommen und es hat sich seitdem auch nichts verändert, langsam bin ich es auch einfach leid und auch kraftlos noch etwas zu unternehmen und habe ich daher auch entschieden auf Abstand zu gehen!
      Traurig das so etwas passiert und es Menschen schaffen innerhalb von vier Jahren alles zu verändern!

      • Man vermißt erst etwas , wenn man es nicht mehr hat.

        Da du mit deinem Vater bereits das Gespräch gesucht hast und er deine Bedenken nicht teilt ist davon auszugehen, dass sich nichts ändern wird.
        Steck deine Energie lieber auf andere Dinge die du erleben und erreichen willst.

        Wenn dein Vater sich meldet und bereit ist sich die Situation auch mal aus deiner sicht anzuschauen, dann reiche ihm die Hand.
        Bis dahin würde ich mich gepflegt zurückziehen und meine Kraft und Energie nicht mehr in diese beziehung stecken.

(11) 04.09.18 - 22:58

Ich kanadisch voll und ganz verstehen! Das würde mich auch zermürben. Ich denke auch, wenn man seine Eltern liebt, sind solche Gefühle auch altersunsbhängig. Du erwähntest einen Malediven Urlaub. Wie es aussieht, wollen deine „ Stiefschwester“ und ihre Mutter also gern relaxen. Wie wäre es wenn du deinen Vater einen Aktivurlaub ( wandern oder im Winter in den Norden) oder ähnliches vorschlägst? Vorausgesetzt er ist dafür auch zu haben. Ich denke bei einem Kurzurlaub hättet ihr auch eine größere Chance diesen allein oder ggfs mit deiner Familie zu verbringen. Längere Urlaubszeiten werden die „ Neuen“ vermutlich selbst beanspruchen, aber Kurzurlaube lassen sich vermutlich eher realisieren. Vielleicht kannst du ihn auch bitten mal einen Tag mit seinem Enkel zu verbringen oder was an deinem Auto zu reparieren oder so.

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