Fehlende Empathie, Desinteresse, Überforderung oder Boßhaft?

    • (1) 04.11.18 - 03:45
      Inaktiv

      Ich bin seit Jahren eine Art Mutterersatz für eins meiner Patenkinder. Der Stiefvater ist einer jener Typen, die austeilen, aber nicht einstecken können. Sobald ihm jemand Parolie bietet, geht er auf wie ein Hefeteig und verlässt die Diskussion.
      Mein PK ist 8 und seit dem letzten Beitrag, konnten wir super an seiner Frustrationsgrenze arbeiten. Mittlerweile kann man sogar sagen im Level normal.

      Dieses Level beherrscht der Stiefpapa aber selber noch lange nicht. Die Erziehung sieht folgendermaßen aus:
      Er behauptet fest, er wäre konsequent (Beispiel beweist gleich das Gegenteil). Er erlaubt etwas, z. B. TV für 3 Std. Aus 3 werden dann 4. Dann wird deutlich gemacht, das Schluss ist. PK ist natürlich frustriert drüber oder traurig und fängt an zu weinen und bettelt evtl. um mehr. Was in meinen Augen völlig normales kindliches Verhalten ist. Sie lassen es physisch raus, weil sie Tränen nicht so kontrollieren können, wie Erwachsene. Er rastet aber nicht aus. PRO
      Stiefpapa hingegen, meckert gleich rum und beschuldigt ihn, er würde es einfach nicht kapieren. Belässt es aber nicht dabei, das der Junge sich ausheult und mit einem Nein klar kommen muss. Er stochert immer weiter darin rum. *Du kapierst es nicht oder*. Das Prinzip Konsequenz hat er nicht ganz begriffen und es ihm zu erklären-> Hefeteig.

      Mir gegenüber äußert er sogar, das er ja noch großzügig war ihn 1 Std länger schauen zu lassen. Dabei weiß ich genau, das er es nur tat, um selber ungestört zocken zu können. Hefeteig....
      Die Mutter sagt nie was dazu. Sie passt sich ihm laut Großmutter viel zu sehr an. Was traurig ist.
      Was geht in seinem Kopf vor? Was ist das für ein Verhalten?

      Mit ihm reden funktioniert leider nicht. Schon versucht. Jede Meinung die nicht seine ist, ist sofort aggressive Kritik und man wird entweder raus geschmissen oder er geht.

      • Ist nicht deine Baustelle, da kannst du nichts machen.

        (3) 04.11.18 - 15:34

        Dem Patenkind erklären, dass es nach einer Stunde überziehen nicht zu betteln und zu heulen hat, sorry.

        Ich glaube dir, dass der Stiefvater einiges falsch macht. Vor allem aber ist auch zu erkennen, dass du ihn nicht magst. Dem Patenkind hilfst du aber mehr, wenn du ihm hilfst auch selbstkritisch zu sein statt immer nur die Fehler beim Stiefvater und der Mutter zu sehen. Man mag den Satz des Stiefvaters falsch finden, inhaltlich hat er aber recht.

        LG

        • (4) 04.11.18 - 15:49

          Mit ihm als Person komme ich klar, aber ich mags nicht wie er mit den Kindern umgeht. Vom Kleinsten bis zum Größten verlangt er teilweise Sachen, die ein Kind einfach auf Grund seiner Reife nicht hin bekommt. Widersprüchliche Signale und *der Älteste ist für die kleinsten verantwortlich*-Methode, was ein Freifahrtschein für die Jüngeren ist. Sowie Sachen automatisch zu können, ohne es ihnen beizubringen, auf Grund des Alters und sie dann bestrafen (verbal oder Maßnahme) wenn sie es nicht hinkriegen.
          DAS mag ich an ihm nicht.

          P.S. ich denke nicht das er inhaltlich recht hatte. Denn der Kleine hat es ja verstanden, aber da ständig die Regeln geändert werden, kann man es aus logischer Sicht als Kind dennoch versuchen. Nach dem Motto: vielleicht klappt es ja diesmal, da es letztens funktioniert hat. Außerdem wenn er sich schon zurück zieht und für sich seine Wut im Zimmer durch Weinen raus lässt, muss man als ERWACHSENER nicht noch mal extra rein gehen und noch paar mal wiederholen und nachstochern. Oder?

          Stellt euch das mal an euch persönlich vor. Ihr kriegt etwas nicht, zieht euch zurück und bockt und dann kommt noch ständig einer rein und macht nänänä nänä ellabätsch und unterstellt euch gleichzeitig durch die Blume das ihr blöd seit, nur weil ihr Gefühle zeigt.

          • (5) 04.11.18 - 15:52

            Ja, diesbezüglich gebe ich dir Recht, das ist dumm. Dem Kind gegenüber würde ich trotzdem so argumentieren, dass ich ihm in berechtigten Teilen Recht gebe, aber auch aufzeige, welchen Anteil ich an diesem Konflikt bei ihm sehe. Auch wenn die Eltern sich widersprüchlich verhalten.

            LG

      (6) 04.11.18 - 22:16

      Ich bin eher auf der Seite des Stiefvaters. Es ist total egal, was er in der Zeit macht. Wenn drei Stunden vereinbart waren und er erlaubt schon mehr, dann ist das doch nett. Und dafür dann noch eine Szene von einem schon acht Jährigen bekommen, da wäre der TV bei uns das nächste mal aus die Maus. Irgendwann muss auch mal Schluss sein.

      Und losweinen....also jetzt Mal ehrlich....das machen Kleinkinder .... Vielleicht war er nach so lange TV einfach überdreht....Und warum überhaupt 4 h TV wenn Du doch fast schon die Mutter des Junges bist, warum hast du dich nicht mit ihm beschäftigt?

      Vielleicht ist der Stiefvater nicht immer das gelbe vom Ei, aber dein Beispiel....da finde ich die Reaktion vom Kind nicht mehr altersgemäß und seine verständlich.

      Und was ich ehrlich gesagt noch nie leiden kinnte, wenn Leute die nicht mit unseren Kindern zusammen leben, meinen die bessere Erziehung für das Kind zu haben. Wir waren letztens auf Familienurlaub mit Oma Opa Tante und Onkel und ich bin mit Oma und Opa richtig aneinander geraten weil sie mehrfach unsere Erziehung abgewertet haben. Das eine Mal sollte unser eines Kind mit Halsschmerzen und Schnupfnase sich eine lange Hose anziehen gehen und ein warmes Oberteil. Es hatte sich Sommersachen angezogen und wir wollten raus, aber es war kühl und die war bereits erkältet. Unser Kind fing an zu jammern und Oma ..ooch das arme Kind....nun lass ihr doch ihr Kleidchen....

      Das Kleidchen ....bestand aber nur aus Flatterstoff und Spaghetti Träger. Langarm drunter ziehen wollte unsere Tochter nicht. Weil die Familie meinte sich einzumischen, meinte unser Kind Diskussionsspielraum zu haben. Eine enttäuschte Hoffnung. Wir waren am Ende die bösen Eltern und das Kind hat geweint auf dem Zimmer, was nicht passiert wäre, wenn sich die Familie raus gehalten hätte. Dann wäre sie zwar etwas jammern ins Zimmer gestapft, aber hätte sich umgezogen, wäre uns zwei Minuten grummelig nach draußen gefolgt und hätte dann irgendwas spannendes entdeckt. Oder ...wir waren unterwegs, was zu Essen holen an einem Stand mit der ganzen Familie....es ist ein sehr beliebter Imbiss, der einen sehr hochwertigen Ruf hat und es gibt viele tolle Kinder Menüs über selbstgemachte Pommes und Kartoffelspalten, Fischstäbchen bis hin zu Kartoffelpuffer. Alles Sachen, die meine Ziehtochter durchaus gerne ist, aber weil der Imbiss sein Kerngeschäft auf Fischgerichten ausgelegt hat und meine Ziehtochter Fisch nicht mag, wollte sie nicht dort essen, obwohl sie wie gesagt wusste das es nicht nur Fisch gab und sie die freie Wahl hatte. Gegen über war ein MC Donalds, rüber laufen und sich was holen, wollte sie auch nicht. Zehn Mann standen also da und behäuften sie mit Wünsch Dir was, weil sie diskutierte bis ich gesagt habe, dass es jetzt Schluss sei. Das Angebot sei riesig, jeder hätte schon was gefunden, wir werden jetzt hier essen, es gibt genügend was sie gern ist und Schluss. Nein, da musste Oma noch mal reingrätschen, dass wenn sie das ja nun nicht mag...wir doch nicht so sein können. Und ich bin mir sicher das war ein, weil du eine Stiefmutter bist hast Du meine Enkelin benachteiligt-Moment. Darum ging es aber gar nicht. Sie hatte ja genug Alternativen bekommen und auch abgelehnt und da muss doch mal einer den Schneid haben zu sagen dass nun Schluss ist. Mein Mann sah das genauso. Das Kind war aufgrund des Streits mit der Oma verunsichert und das ganze wurde Stress. Später bin ich mit den Kindern auf einen Spielplatz. Da ich mit dem böse Stiefmutter Blick der Oma gestraft worden war, rechnete ich mit keiner so guten Stimmung bei meiner Ziehtochter, aber sie hatte es sofort abgehakt, war fröhlich und wir haben zusammen gerutscht. Sie hatte einfach nur eine Grenze gebraucht und hasste den Familienstreit drum herum. Gerade Trennungskinder reagieren oft fruchtbar sensibel bei Familienstreitigkeiten.

      Ich finde du solltest Dich fragen, ob du deinem PT wirklich hilfst, indem du es gegen seine Familie aufstachelst. Der Stiefvater mag dir nicht gefallen, aber ich bezweifle dass du das Kind wirklich so gut kennst, wie Du glaubst, denn dann hätte dich diese Situation gar nicht so durcheinander gebracht und ob du den Stiefvater wirklich so gut kennst wie Du glaubst, denn möglicherweise hat er es ja nicht aus der Bosheit heraus gemacht, die Du da rein interpretierst, sondern durchaus im Interesse des Kindes....sich auch Mal anders zu beschäftigen.

    • (7) 05.11.18 - 19:49

      Ich denke nicht dass es das ist, was du in der Überschrift schreibst..

      Er ist der Stiefvater und kümmert sich um dein Patenkind, das ist doch gut.

      Weniger gut sind seine Ausbrüche, vielleicht merkt er es selbst nicht mal weil er es nicht anders kennt. Eventuell könnte es Überforderung sein, eventuell fühlt er sich genervt eine Sache zigmal zu sagen, da kann man schon mal überreagieren.

      Das Kind braucht eine klare Struktur, wenn es merkt es kommt nicht weiter, wird es weniger. Wichtig ist hierbei aber sinnvolle Konsequenzen zu setzen ohne beleidigend zu werden. Eventuell könnte man ein Video von diesen Situationen machen um ihm mal vor Augen zu führen, wie verletzend das sein kann, für Stiefvater und Patenkind.

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