Sohn möchte beim Vater leben und hat Probleme bei/mit uns

    • (1) 29.04.19 - 10:26

      Mein Sohn ist 11 Jahre und lebt im Teilzeit-Modell (1 Woche bei seinem Vater, 1 Woche bei mir).
      Mein Exmann und ich haben uns getrennt als unser Sohn 5 war, wir wohnen beide im gleichen Ort, keine 5 Minuten voneinander entfernt.
      Mein Sohn war schon immer ein totales Papa-Kind, aber mit den Jahren habe ich das Gefühl, dass es mehr geworden ist.
      Ich muss dazu sagen, dass mein Exmann nie richtig Glück mit anderen Frauen hat, zwischenzeitlich wieder geschieden ist und sich irgendwie so durch seine Beziehungen wurschtelt.
      Ich habe nach der Trennung relativ schnell einen neuen Mann kennen gelernt, bin mit ihm verheiratet und wir haben einen 1 jährigen Sohn.

      Die Trennung war für unseren Sohn sehr schlimm bzw. ist sie immer noch, ein Wohnortswechsel, Schulwechsel und Hausverkauf, Freunde verlieren etc haben dazu beigetragen. Unser Sohn ist ein sehr sensibles Kind und bezüglich der Trennungsprobleme auch in psychologischer Betreuung.
      Bisher hat unser Wohnmodell in der Regel ganz gut geklappt. Wir konnten uns jeweils nicht vorstellen, den Sohn nur am Wochenende zu sehen bzw. er hatte auch das Bedürfnis, gleich oft bei uns zu sein.

      Seit mein kleiner Sohn vor einem Jahr geboren wurde, fing es aber an, dass mein Sohn sich laut seiner Aussage nicht mehr bei uns so wohl fühlt und lieber bei seinem Papa sein möchte. Er kann nicht genau sagen woran es liegt, es ist so ein Gefühl.
      Ich denke, dass ich es ganz gut beschreiben kann woran es liegt: Ich habe viel weniger Zeit für meinen Großen, weil das Baby jegliche Aufmerksamkeit von mir benötigt. Bei seinem Vater ist mein Großer häufig alleine, kann also nachmittags machen was er möchte. Hier hingegen bin ich den ganzen Tag zu Hause und bekomme mit was er macht. Sein Papa hat natürlich viel mehr Zeit und unternimmt viel mit ihm.
      Dazu kommt auch, dass mein Exmann sehr liberal erzieht, unseren Sohn wie einen Erwachsenen behandelt und alles mit ihm bespricht.
      Mein jetziger Mann ist eher streng, bei uns haben wir klare Regeln und wir finden, dass ein Kind nicht wie ein Erwachsener behandelt werden sollte und nicht immer alles mit ihm besprochen werden muss, da ein Kind mögliche Konsequenzen einfach noch nicht absehen kann.

      Nun war der Große die zwei Wochen während der Ferien bei seinem Papa und heute wäre wieder der Wechsel zu uns und heute früh bekam ich die Ansage per WhatsApp, dass mein Großer starke Probleme hat, die er ansprechen möchte und er erstmal bei seinem Vater bleiben möchte.

      Uff, das war wieder wie ein Schlag ins Herz. Ich denke, dass jede Mama nachfühlen kann, wie schlimm es sich anfühlt, wenn das Kind nicht zu einem möchte. Ich stelle mir immer und immer wieder die Frage, was ich als Mama falsch mache. Ich liebe mein Kind so sehr, ich versuche so für ihn da zu sein wie er mich braucht und es zerreißt mich, wenn er lieber bei seinem Papa sein möchte,

      Er ist nicht mein Eigentum, das ist mir klar und er kann in seinem Alter sicher auch entscheiden, wo er leben möchte. Das letzte was ich möchte, ist, dass er unglücklich ist. Wenn er also beim Papa wohnen will, muss ich das akzeptieren... ich frage mich einfach nur, was ich falsch mache.
      Mein Sohn kann mir darauf keine Antwort geben.

      Ich bin eine Vollblut-Mama, sein Vater arbeitet sehr viel. Erdrücke ich ihn vielleicht? Ich weiß es einfach nicht und ich weiß, dass ihr mir auch keine Antwort darauf geben könnt, aber vielleicht geht es ja jemanden ähnlich und kann mir Tipps geben, wie ich damit umgehen soll.
      Ich fühle mich so leer, wenn er nicht da ist, so als bin ich nicht komplett. Er fehlt mir immer wenn er bei seinem Vater ist.

      Traurige Grüße.

      • (2) 29.04.19 - 10:40

        Was ich vergessen haben zu erwähnen: mein Exmann macht aus jeder Fliege einen Elefanten. Ich hoffe, dass wird jetzt nicht missverstanden, aber wenn unser Sohn sich z.B. an der Hand stößt, dann muss da sofort ein Verband drumherum und ist natürlich geprellt oder es fallen so Sätze wie "Er muss seinen Sohn beschützen". Er übertreibt einfach immer alles so gewaltig. Er kann sein Kind nicht einfach Kind sein lassen. Ich denke mir immer, dass unsere Eltern früher doch auch nie irgendwas mit uns besprochen haben, uns ständig zum Arzt gebracht haben etc. Unser Sohn hat nur sehr wenig Freunde (1 um genau zu sein) und nimmt meinen Mann als Spielgefährten/Lebensgefährten wahr.
        Vielleicht fühlt er sich auch deshalb hier nicht mehr wohl, weil ich durch unser Baby mich nicht mehr nonstop um ihn kümmern kann oder für ihn da bin.
        Unser Sohn konnte sich immer schon schlecht selbst beschäftigen und ist unordentlich und unselbstständig. Hier bei uns zu Hause räume ich oft hinterher oder mache morgens dann doch wieder das Pausen Brot etc, weshalb ich mich öfter mit meinem Mann in die Haare bekomme, weil er meint, dass man mit 11 Jahren das alles schon alleine können muss (sicher hat er recht). Ich möchte aber auch, dass mein Sohn sich bei uns wohl fühlt....ach es beißt sich die Katze selbst in den Schwanz.

        • (3) 02.05.19 - 07:53

          Verzeihung,ich mache sogar meinem Mann noch Brote und er mir.
          Der Junge ist 11!
          Ich habe allen meinen Kindern+ Mann gerne das Frühstück gerichtet und auch die Brote und Sie für mich,ist für mich liebevolle Familie.
          Dein jetziger Ehamann hört sich leider sehr gruselig an und eine Mama die auch noch macht was der Hausherr will....da würde ich auch nicht kommen wollen.
          Leute Leute das Kind ist 11 und muss schon so eine Lebensgeschichte verarbeiten,da würde auch ich sehr fürsorglich sein.
          Der Stiefvater ließt sich wirklich sehr gruselig.
          Der Vater scheint sich trotz Arbeit emphatisch um sein Kind zu kümmern und das ist perfekt damit der Junge Stabilität erfährt.
          Lasse ihm bitte diese Sicherheit!

      (4) 29.04.19 - 11:16

      Hallo.

      Also ich weiß ja nicht, wie er mit seinem "Stiefvater" klarkommt. Hört sich so an, als ob er nicht so akzeptiert wird wie er ist, wenn du schon Angst hast, mit ihm anzuecken, wo du dein Sohn vielleicht verwöhnen möchtest. Mit elf ist man trotzdem noch Kind und da kann man schon mal die Schulbrote noch geschmiert bekommen. Wenn das schon so hochgespielt wird, dann versteh ich deinen Sohn. Bei seinem Vater wird er so genommen wie er ist. Auch wenn er selbständig sein muss dort, da er viel allein ist, dennoch wird mit ihm vielen besprochen. Er soll sich mit 11 selbst sein Brot schmieren, aber in Gespräche soll er nicht mit einbezogen werden.

      War er Ostern gar nicht bei euch? Das würde mir das Herz zerreißen. Ihr macht auf Familie und er ist nicht dabei. Das spürt er vielleicht auch, die Ablehnung.

      Sag, wenn ich mit meiner Vermutung falsch liege, was ich hoffe.

      LG

      • (5) 29.04.19 - 11:24

        Die Ferien haben wir aufgeteilt, da er in den Pfingstferien zwei Wochen bei uns ist und wir gemeinsam in den Urlaub fliegen und er in den Winterferien bei uns war.

        Zwischen meinem Sohn und meinem Mann gibt es immer mal wieder Stress, da mein Mann streng ist und eigene Ansichten hat und die total mit denen meines Exmannes kollidieren.
        Ich stehe oft zwischen den Stühlen und denke schon, dass ein 11 jährige sich natürlich sein Brot selbst machen kann, es aber kein Weltuntergang ist, wenn ich das noch mache.

        • (6) 29.04.19 - 12:03

          <<<Ich stehe oft zwischen den Stühlen >>>

          Dann seid ihr euch auch nicht einig (du und dein Mann). Das ist nicht gut, zumal ihr auch noch ein gemeinsames Kind habt.

          Mein jetziger Mann hatte in manchen Ansichten, die ich hatte, auch seine Meinung bzw. Bedenken. Dennoch versuchte er seine Sicht mir unter vier Augen zu erklären. Ich habe auch öfter einlenken müssen, da er natürlich Recht hatte. Aber in einigen Dingen musste er sich damit abfinden, wie ich es mache. Ich kannte meine Kinder ja schon länger und in manchen Sachen ließ ich mir nicht reinreden. Aber er hat alles immer mit mir unter vier Augen besprochen, sodass sie Kinder merkten, wir ziehen an einem Strang, da sie die Diskussion nicht mitbekamen. Wir haben auch noch ein gemeinsames Kind und jetzt (er wird mittlerweile 11) sieht mein Mann einigen Dinge aus anderer Sicht und meint, du hattest damals Recht. Sowie auch er in einigen Dingen Recht hatte, die ich jetzt bei unserem Sohn umsetze. Aber niemals haben wir unsere Erziehungprobleme vor den Kindern bzw. mit den Kindern angesprochen. Dadurch haben sie nie das Gefühl gehabt, hinten anzustehen. Sie wurden und werden alle gleich behandelt. Der Vater der Mädchen versuchte einen Keil dazwischen zu schieben. Meinte immer, dass sie vernachlässigt werden, wenn der Kleine da ist. Ist natürlich Blödsinn gewesen. Wir haben sie in allem (fast allem) mit einbezogen. Dein Ex macht es also nicht falsch, wenn er sich mit eurem Sohn "wie ein kleiner Erwachsener" unterhält. So fühlt er sich auch wahrgenommen. Dennoch sieht er ihn als Sohn bzw. Kind. Und bitte bedenke, wie dein Ex dein Sohn erzieht ist seine Sache. Er muss in dieser Zeit klarkommen. Genauso, wie dein Ex nicht in eure Erziehung sich einzumischen hat, wenn er bei euch ist. Es ist immer schwierig, dass unter einem Hut zu bringen.

          Alles Gute.

          LG

          PS: Ich verwöhne meinen elfjähigen Sohn auch noch und mach ihm sein Frühstück. Die Mädchen haben es auch genossen. ;-)

(8) 29.04.19 - 12:59

Hm schwierige Situation. Ich finde dein Mann hat schon Recht, mit 11 Jahren sollte man dem Kind nicht alles immer hinterherräumen müssen. Meine 11jährige Stieftochter musste auch lernen, dass der Haushalt sich nicht von alleine macht und sie sich daran beteiligen muss. Natürlich Stück für Stück. Ihr Zimmer muss sie selber reinigen etc. Nach ein paar Wochen kam Frotteewäsche zusammenlegen dazu. Der nächste Schritt wird weiteres Kleider-falten sein usw usf.

Das Pausenbrot schmieren finde ich jetzt nochmal was anderes (persönliche Empfindung) das ist doch noch so eine 'Herzensangelegenheit' für die meisten Eltern :-)

Ich an deiner Stelle würde es jetzt nicht akzeptieren (nicht schon mit 11) dass das Kind nicht mehr zu mir kommt. Nicht ohne dass etwas gravierendes vorgefallen ist. Ich hätte an deiner Stelle Angst, den Kontakt total zu verlieren wenn ich jetzt nachgebe. Dein Sohn scheint extrem sensibel zu sein, wie du schreibst und er ist noch in psychologischer Betreuung? Ich würde mal mit dem Psychologen sprechen wie du am besten den Draht wieder zu ihm findest.

  • (9) 02.05.19 - 08:11

    Also auch meine Kinder haben gelernt Ihre Sachen wegzuräumen und mit 11 habe ich sicher noch öfters erinnern müssen,dies geht aber auch konsequent und liebevoll ohne gleich als Hausherr Zucht und Ordnung raushängen zu lassen und dies auch ohne Unterschiede bei meinen Steifkindern.
    Leider ließt sich der Mann sehr gruselig und an allem soll der Ex schuldig sein....
    Meine Stiefkinder sind immer gerne gekommen und Brote mache ich meinen Liebsten+ Mann sehr und dies für mich.
    Für mich verbucht unter liebevolle Familie

Ich kann deinen Sohn vollkommen verstehen und würde ihn gehen lassen.

Was du danach machst? Na, versetz dich doch mal in die Lage deines Sohnes. Hier bei dir der blöde strenge Stiefvater und das neue Baby, das alle Mama-Ressourcen abzieht, dort der Papa, der ihn liebevoll begleitet, ihn ernst nimmt und Zeit für ihn hat. Das ist doch nun echt keine Frage, wo er lieber sein will. Aus so einem Stiefvater sind Horrorszenarien gemacht und die liebe Muddi steht daneben und hält nicht zum Kind, sondern zum neuen Liebhaber.

Ich erziehe meinen Sohn wie dein Ex-Mann, mein Partner seine Kinder wie dein jetziger Mann. Und dem fliegt seine Strenge, seine Erziehung basierend auf Erpressung und sein fehlendes Vertrauen, was er mit übertriebenerer Konsequenz ausgleicht, bei seinem 12-jährigem gerade um die Ohren. Der lässt sich nämlich nicht mehr erpressen, findet die Konsequenzen zum kotzen und macht jetzt halt, was er will. Notfalls heimlich und mit Lug und Trug. Herzlichen Glückwunsch dazu.

Lies doch mal in „unerzogen“ ein, dazu kann ich dir wärmstens den Blog von Aida Rodriguez „Elternmorphose“ ans Herz legen.

Das Vertrauen deines Kindes, dass du es gut mit ihm meinst und im Zweifel für es entscheidest statt dagegen oder für Prinzipien, wird die einzige Währung sein die du noch hast, wenn sie in ein Alter kommen, wo du sie nicht mehr erpressen und lenken kannst.

Lass ihn zum Papa gehen.

(12) 30.04.19 - 12:52

Hallo,

ich kann dich gut verstehen, dein Sohn kommt jetzt in ein Alter, wo er zwar Grenzen/Konsequenzen braucht, aber sie nicht möchte:-p
Meine Trennung liegt schon 6 Jahre zurück und auch wir haben für die 3 Kinder, damals 5,11 und 15 das Wechselmodell gewählt.

Das begann auch ganz gut, war nach einem Jahr kippelig bei meiner 12 jährigen Tochter, die ebenfalls beim Vater viel mehr Freiheiten hatte (Handynutzung rund um die Uhr, Shoppen bis der Arzt kommt), hatte aber ansonsten nicht viel vom Vater, weil ihm das nicht wichtig war. Das Geld/Shoppen und die vermeintliche Freiheit zogen lange Zeit, bis sie vor 2 Jahren plötzlich merkte, dass das nicht alles ist;-)
Trotz konsequenter Erziehung blieben wir immer im Gespräch, zankten und versöhnten uns, vor einem Jahr hat sie das Wechselmodell mit 15 beendet und lebt nur noch bei mir, auch wenn es hier "schwieriger" ist, dafür wird sie aber auch wahrgenommen , zum Sport begleitet und angefeuert wird...auch Wochenendbesuche möchte sie nicht....
Sie trifft sich jetzt unregelmäßig für ein paar Stunden mit ihrem Vater, das reicht ihr....

Lange Rede , kurzer Sínn: bleib du, bleib bei deinen Prinzipien, begleite deinen Sohn, sei für ihn ansprechbar und nah dran, genieße die Zeit mit ihm, ohne deine Trauer zum Thema zu machen und nimm dir regelmäßig nur für ihn Zeit, ohne Mann und Baby, vielleicht ändert sich iwann die Entscheidung...
Und halte deinen jetzigen Mann aus den Erziehungsfragen erstmal raus....Sei lieber selbst das " Arschloch", eure Ebene ist gesichert....

Ich finde, es zeugt von Vertrauen, überhaupt als Kind diese Äußerung zu machen....dazu gehört Mut....



LG

(13) 30.04.19 - 15:31

Ich denke Du müsstest mit deinem jetzigen Mann und Exmann mal Tacheles reden. Du bist erziehungsberechtigt bei euch. Der Vater ist es bei sich. Und der Stiefvater unterstützt dich in der Erziehung des Sohnes mit. So ist die richtige Reihenfolge. Nicht irgendwie andersherum.
Es hat dabei weder dich noch deinen Mann sonderlich zu kümmern, wie der Vater bei sich erzieht, solange es dem Jungen gut geht. Das wird er sowieso so tun wie er es für richtig hält.

Und es hat den Vater nicht sonderlich zu interessieren wie ihr euch arrangiert. Denn es muss für euren Haushalt funktionieren. Ich glaube, euch fehlt da ein bisschen die Abgrenzung, wo jeder welchen Platz hat und das müsstest du fest kommunizieren.

Euch ist allen überhaupt nicht damit geholfen, wenn das in so Machtkämpfe zwischen den Vätern und ihren Modellen ausartet. Es geht immernoch um einen Menschen, der Schutzbefohlen ist vor allen persönlichen Überzeugungen und Differenzen, die man miteinander hat. Es ist völlig okay für ein Kind in einem Wechselmodell wenn jede Welt ihre eigenen Regeln hat. Nur sollten die Regeln fair und klar sein und nicht in der nächsten Welt ausgespielt und kritisiert/bekämpft werden. An sowas geht ihr auf Dauer alle kaputt, zuerst euer Sohn.

Wenn es Punkte gibt in der Art, was dein Mann in der Erziehung wichtig findet, die Du auch richtig findest, dann kannst du in diesen auf ihn zugehen und sagen, dass Du da so und so mit ihm auf einer Ebene bist. Wenn es Punkte gibt bei denen Du Dich nicht wohl fühlst = zwischen den Stühlen stehst, dann musst Du diese ansprechen und dafür einstehen, dass Du das und das jetzt so und so noch nicht möchtest oder einen Kompromiss finden mit dem ihr beide zufrieden seid. In jeden Fall solltest Du da wo du kein Gutes Gefühl hast, auch den Mund aufmachen und die Regeln festlegen.

Ich bin selber Stiefmutter und mein Mann ist Stiefvater für mein Kind.

Stiefeltern haben manchmal bei den nicht leiblichen Kindern die Tendenz "zu hart" zu sein. Das geschicht oft unabsichtlich, denn tatsächlich fehlen uns Jahre in der Entwicklung des Kindes und deshalb bewerten wir einen momentanen Zustand schneller fälschlicherweise als "war schon immer so und wer weiß ob sich das jemals ändert". Dann kommt es manchmal zu "Aktionismus". Das Kind muss eine Sache x jetzt endlich lernen. Die leiblichen Eltern hingegen kennen das Kind von Beginn an und haben ein viel feineres Gespür für die Entwicklung des Kindes, auch so gerade was die Seele/Psyche angeht, die so mancher nichtleiblicher Elternteil vielleicht erst im Laufe vieler Jahre verbessert, und sie sehen durchaus, dass gewisse Dinge zu seiner Zeit kommen werden und haben da mehr Vertrauen.

Es wäre gut, wenn ihr darüber reflektieren könntet. Er will deinem Sohn sicher nur Gutes, nur ist eben der Weg dahin derzeit nicht optimal. Er braucht etwas mehr Geduld. Aucheuer gemeinsames Kind wird sehr wahrscheinlich mit elf unordentlich sein und sich gerne das Pausenbrot schmieren lassen.

Viele der Punkte die Du erwähnt hast, sind auch ziemlich typisch für das Alter. Dennoch gebe ich deinem Mann dahingehend Recht, dass Du ihm sicher nicht schaffst, eine gewisse Eigenständig Leitung zu forcieren. Z.b. er hat ein eigenes Zimmer? Das sollte man auch aufräumen können. Müll raus bringen und ein bisschen was im Haushalt helfen, sollte drin sein. Auch wenn es nicht mit Begeisterung ist.


Was Schulbrote mit Selbstständigkeit zu tun haben erschließt sich mir nicht. Sicher kann dein Sohn ein Brot schmieren. Aber bei Schulbrote geht es doch eher um Essen von Zuhause wie Mutti es macht mit Liebe. Ich kenne kein Kind, dass das selber tun muss und ich kenne viele hundert. Gerade weil Kinder sich auch viel Schnulli zu essen holen, würde ich da auch ein Auge noch drauf haben wollen.
Und überhaupt finde ich das schon etwas lieblos von deinem Mann . Und wenn Du da nicht dahinter stehst, dann sag ihm, dass dein Sohn so lange Brote geschmiert bekommt wie ihr das für richtig hältst und er sich nicht darüber aufzuregen oder lustig zu machen hat, denn das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Er kann sich bereits ein Brot schmieren.

Alles in allem solltet ihr über Regeln vorher sprechen und dann solltest Du sie kommunizieren. Und er sollte sich eher im Hintergrund halten und dich unterstützen.

Dann kann er auch nicht den Unmut des Sohnes abbekommen, weil dieser sich nicht akzeptiert fühlt. Dein Sohn erkennt dann eher dass es einfach eine Regel ist, die dir wichtig für ihn ist.

Ich würde um ein besseres Miteinander noch kämpfen. Vielleicht hilft euch auch eine Familienaufstellung um solche Konflikte zu erkennen, zu lösen und jedem seinen Platz einzuräumen. In jedem Fall spielst Du eine Schlüsselrolle. Dein Sohn braucht eine Mutter, die weiß was ihr für ihn wichtig ist und die sich behauptet und, ihn fordert aber auch schützt und dass auch mit und gegenüber seinem Mann.

  • (14) 30.04.19 - 15:36

    Dennoch gebe ich deinem Mann dahingehend Recht, dass Du ihm sicher nicht schaffst, eine gewisse Eigenständig Leitung zu forcieren.

    = Dennoch gebe ich deinem Mann dahingehend Recht, dass Du ihm sicher nicht schadest, eine gewisse Eigenständigkeit zu forcieren.

    Sorry Handy Getippe ;)

(15) 01.05.19 - 08:58

Du machst überhaupt nichts falsch!!!!

Ich weiß so gut wie Du Dich fühlst und kann Dir vielleicht ein bisschen aus diesen fürchterlichen Gedanken helfen...

Wir leben auch Patchwork. Ich 3 Kinder aus erster Ehe und 1 Kind mit meinem jetzigen Mann.
Mein ältester ist jetzt 17 und vor 3 Jahren ist es mir ähnlich ergangen. Er wollte unbedingt zum Papa ziehen, bei dem die 3 Großen regelmäßig am WE sind.
Mich hat das sehr getroffen und ständig diese Fragen in meinem Kopf, was ich wohl falsch mache... Ich habe ihm das aber nicht gezeigt, hab vermittelt, dass das völlig in Ordnung ist, dass ich ihn lieb habe und unsere Türe immer für ihn offen steht.
Innerlich sah es dennoch ganz anders aus.

Ich habe ne Weile gebraucht, um wirklich zu verstehen, dass das nichts mit mir persönlich oder mit seiner Liebe zu mir zu tun hat.
Wir Mamas gehen einfach davon aus, dass das eigene Kind ohne wenn und aber zu uns gehört. Das ist auch so, aber hat nie etwas mit der physischen Anwesenheit, bzw. mit der Wohnsituation zu tun.
Lenk Deine Gedanken ins Positive! Es ist für Dein Kind großes Glück, dass er trotz Trennung zu beiden von Euch engen Kontakt haben kann. Es ist ein Segen, wenn beide so nah beieinander wohnen bleiben. Es ist das einzig Richtige, dass Kinder ab einem gewissen Alter entscheiden dürfen wann sie bei welchem Elternteil sein wollen. Schließlich haben sie sich die Situation niemals so gewünscht und müssen es trotzdem akzeptieren.
Wenn beide Elternteile immer eine offene Türe haben, ist das in meinen Augen eine wunderbare Sache!!

Mein Ex wohnt auch im gleichen Ort, die Kinder dürfen dort hin wann immer sie wollen, bei ihm steht im wahrsten Sinne immer die Türe offen.
Mein Sohn ist nach ca nem halben Jahr wieder zu uns gezogen, aber wenn eines der Kinder nochmal das Bedürfnis hat zum Papa zu ziehen, werde ich nicht mehr so am Boden sein, denn ich weiß dass sie mich lieben und freue mich, dass sie jede Möglichkeit nutzen dürfen ihre eigenen Erfahrungen zu machen...

Ich hatte diese Option als (Trennungs)Kind leider nicht.

Liebe Grüße, fühl Dich gedrückt 🤗

(16) 05.05.19 - 10:40

Dass von einem 11jährigen Kind erwartet wird, sich morgens sein Pausenbrot selbst zu machen, finde ich persönlich erschreckend lieblos.

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