Privatsphäre

    • (1) 19.06.19 - 15:44

      Hallo zusammen #winke

      Ich möchte gerne eure Meinung hören! #danke

      Vor gut einem 3/4 Jahr bin ich (+2 Kids, 5J und 8J) zu meinem Partner und seinen Kids (5 J,12J,14J) gezogen. Wir bewohnen ein altes Einfamilienhaus zu siebt. Seine Größte lebt immer da und die beiden anderen im Wochenwechsel. Meine Kinder sind in der Woche an 3-4 Tagen bei uns. Das Haus bietet viel Potential, aber das Geld ist knapp. Um zu ihm ziehen zu können haben wir eine Gerümpelkammer (22m²) zum Kinderzimmer umgebaut das nun meine zwei ihr Reich nennen. Meine Kinder verstehen sich untereinander nicht gut, aber das schon seit Anbeginn der Zeit. Sie kommen dennoch zwangsweise miteinander aus. Seine Kinder haben jeweils eigene Kinderzimmer.

      Nun ist es so, dass wir von Anfang an gesagt haben, dass wir auch eigene Zimmer für meine Kinder anstreben und das gemeinsame Zimmer übergangsweise ist. Ich weiß das eigene Zimmer absoluter Luxus sind und möchte hier auch nicht hören das ich ja froh sein soll wie es ist. Das weiß ich selber und bin jeden Tag dankbar das es uns im Vergleich zu vielen anderen doch ganz gut geht.

      Leider ist es schwierig noch Platz im Haus "zu finden", außer vllt ein Ausbau des Dachgeschosses was aber aus diversen Gründen (u.a. Denkmalschutz, Gebälkerneuerung) finanziell kaum tragbar ist. Inzwischen denkt mein Partner über den Bau einer überdachten Terrasse mit Voltaikanlage nach und möchte dafür einen Bausparvertrag auflösen (das würde etwa 8T€ bringen). Der Gedanke gefällt mir auch ganz gut. Allerdings habe ich auch angesprochen das die Einzelzimmer meiner Kinder auf meiner Prioliste weit oben stehen. Da kam eben wieder das Gespräch aufs Finanzielle und das es momentan nicht möglich ist. Irgendwo ist mir das auch klar, denn mit 8T€ brauchen wir beim Dachausbau nicht anfangen, das wären mehrere 10T€ die nötig wären. ...... okay jetz bin ich leider abgeschweift. Ich versuche auf den Punkt zu kommen #sorry

      Seine beiden großen Kids machen gerne gebrauch von ihren eigenen Zimmer. Machen ihre Hausaufgaben in Ruhe, lesen, chillen, was Jugendliche halt so machen. Und schließen dafür auch gerne die Türe zu. Wenn die Kleineren drin sind werden diese rausgeschickt, wenn sie ihre Ruhe haben möchten. Das finde ich absolut in Ordnung! Das Recht haben - meiner Meinung nach - die Kids. Ihre Privatsphäre sollte respektiert und geachtet werden. Der Kleine (5) ist dagegen noch eher offener; rennt im Haus herum spielt mal hier mal dort und auch in seinem Zimmer dürfen gern andere spielen. Find ich auch gut das er so offen ist, es passt einfach zu ihm. Meine Mädls fragen daher nicht mehr ob sie in sein Zimmer dürfen, sondern gehen da mit ihm hinein und spielen eben mit ihm.

      Nun ist es aber so, dass meine Große (8, ADS-Kind, 2. Klasse) des Öfteren sagt sie möchte alleine und in Ruhe Hausaufgaben machen und schickt dann auch ihre Schwester raus. Das ist mir schon ein Dorn im Auge, da es schließlich auch ihr Zimmer ist.
      Mein Partner akzeptiert das "Herausschicken", wenn es um Hausaufgaben geht, wobei er da aber auch mit den Augen rollt und meint die anderen könnten doch leise drin spielen. Die Stimmung danach ist angespannt. Sagt eines meiner Kinder aber es möchte alleine spielen und macht dann die Tür zu und verweißt seinen Sohn oder die Großen des Zimmers, dann regt sich mein Partner auf von wegen "ja aber ihr dürft auch in seinem Zimmer spielen ...... ihr fragt auch nie ...... dann soll er dich eben auch rausschicken wenn er seine Ruhe haben will (was er aber nie macht da der kleine nie alleine sein will)".
      Ich habe meinen Partner daraufhin angesprochen und sagte ihm das jedes Kind ein Recht auf Privatsphäre hat. Daraufhin gab es mächtig Streit und das ist weiterhin ein hochexplosives Thema bei uns. Meine Kinder sind manchmal einfach "genervt" von seinem Sohn der wirklich nicht einfach ist. Aber das ist ein anderes Thema, er ist dennoch knuffig. Auf meine Aussage das seine Großen ja auch die Zimmertüre zu machen und ihre Ruhe haben und meine Frage wo denn da der Unterschied sei das die Großen es machen dürfen und meine nicht meinte er, dass sei aufgrund des Alters so. Seine (12J, 14J) seien in der Pubertät, brauchen eigenen Raum und die anderen Kids (5J, sein 5 J, 8J) seien ja noch jung und bräuchten noch keine Privatsphäre in dem Maße.
      Nun ist aber meine Ansicht, dass auch die kleinen entscheiden dürfen ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen, dass sie jemanden des Zimmers verweisen dürfen. Oder ist das flasch? Mein Partner beharrt auf seinem Standpunkt. Oder seh ich das Ganze einfach falsch? Bin ich zu eingesessen in meiner Meinung?
      Sein Vorschlag war, dass die beiden 5-Jährigen (also sein Sohn und meine Tochter) sich ein Zimmer teilen sollten und meine 8-jährige ein einzelnes hat. Nur bin ich mir sicher, das die beiden kleinen eine Menge dagegen hätten, zumal mein für ihr Alter schon sehr reif ist und auch gerne mal ihre Ruhe hat. Im Hinblick auf den Schuleintritt nächstes Jahr find ich das auch nicht optimal.

      (Info am Rande: wir haben kein eigenes Schlafzimmer, sondern schlafen auf der Couch im Wohn/Arbeitszimmer; somit haben auch wir keinen Rückzugsort oder Privatsphäre).

      Sorry für das lange geplapper. #hicks Ich bin auf eure Meinungen gespannt.

      LG!

      • Sein Vorschlag war, dass die beiden 5-Jährigen (also sein Sohn und meine Tochter) sich ein Zimmer teilen sollten und meine 8-jährige ein einzelnes hat.

        Das sehe ich auch so. Die Kleinen brauchen nicht zwangsläufig ein eigenes Zimmer. Mit 5/6 Jahren kann man sich gut und gern ein Zimmer teilen.
        Wenn tatsächlich mal jemand seine Ruhe haben möchte, geht das doch auch.

        Ich finde seinen Vorschlag gut. Hätte ich auch so gemacht.

        Hallo.

        Hätte ich jetzt nicht bis zum Schluss gelesen, hätte ich den Vorschlag mit den beiden Kleinen zusammen auch gemacht. Könnte man das Zimmer vielleicht irgendwir so aufteilen, dass dennoch die beiden Kleinen sich im gemeinsamen Zimmer zurückziehen können? Durch einen Schrank oder ein Regal vielleicht. So würde ich es erstmal lösen wollen.

        Alles Gute und starke Nerven.

        LG

      • Was mir hier einfällt. Deine beiden teilen sich ein 22 m2 Zimmer. Kann man dieses Zimmer nicht mit einer einfachen Trockenbauwand teilen? Dann habt ihr nicht die hohen Kosten eines Dachausbaus. Die Kinder haben dennoch jeder ein eigenes Zimmer.

        Klar sind 10-11 m2 nicht gross, aber in meinen Augen völlig ausreichend.

        Hallo,

        besteht die Möglichkeit, das Zimmer deiner Kinder erst einmal mit einem Raumteiler so zu teilen, dass jedes Kind seinen eigenen Bereich hat? Das würde schnell und günstig Abhilfe schaffen. Und ja, ich finde auch, dass jedes Kind das Recht auf Privatsphäre hat, egal, wie alt es ist.

        LG bluehorse

      • Privatsphäre/Ruhe/Für sich sein ist ein Grundbedürfnis. Das bestimmt nicht der Erwachsene, das bestimmen die Kinder. Und wenn die Große ADS hat, kann dieses Bedürfnis noch viel stärker ausgeprägt sein.

        Ich würde mal eine oder zwei Wochen auf Probe die beiden Fünfjährigen zusammenlegen, ohne jetzt gleich das große Möbelrücken zu starten. Vielleicht finden sie es sogar total super?

        Und was den Rest betrifft: Wenn die Türe zu einem persönlichen Zimmer geschlossen ist, dann wird geklopft und auf Antwort gewartet, bevor man eintritt. D.h. im Umkehrschluss, wer gerne besucht werden möchte, kann die Tür zumindest ein Stück offen lassen, sozusagen als Einladung.
        So halten wir das hier und es hat sich bewährt.

        (8) 24.06.19 - 20:51

        Ich finde seinen Vorschlag an sich gut. Klar ist es schön, wenn auch die beiden Kleinen dann irgendwann ein eigenes Zimmer kriegen, aber auch am Anfang der Schulzeit geht das noch.
        Meine jüngsten Geschwister waren 8 und fast 7, als sie ein eigenes Zimmer bekommen haben.
        Bedingung ist natürlich, dass die beiden Kleinen sich gut genug verstehen.

        Wie sieht es denn Denkmalschutztechnisch damit aus, irgendwo eine Wand einzuziehen, um zwei Zimmer zu schaffen?
        Bei 22m² geht das doch gut - meine Schwester hatte mit Dachschräge nur 10m² und hat ihr Zimmer geliebt.

        Sein Vorschlag ist gut. Es ist auch in klassischen Familien, in denen räumlich nicht genug Zimmer vorhanden sind und sich kein weiteres schnell hervor zaubern lässt üblich, dass ältere Kinder eher ein Einzelzimmer bekommen und jüngere dann zusammen bleiben. Irgendwann ziehen die Älteren aus und die Jüngeren rücken nach. Viele Kinder haben sogar niemals ein Einzelzimmer.

        Du willst zu viel. Privatsphäre ist nicht nur etwas, dass was mit Zimmern zu tun hat. Zumal ihr wohl auch einen Wohnraum haben werdet oder ein Schlafzimmer für euch. Im Notfall kann man den jüngeren Kindern auch da mal erlauben sich da für das ein oder andere Stündchen zurückzuziehen.

        Außerdem Kinder mit 5/6 und so dicht aufeinander, noch dazu beide von einem Elternteil, können durchaus noch eine Weile ein Zimmer teilen. Es kann durchaus sein, dass einer der beiden großen schon mit 16,17,18 woanders hinzieht wegen Ausbildung etc. Und dann wären deine Kleinen so um die 11, 12 und bekämen eigene Zimmer. Ist doch ein Plan. Falls das nicht absehbar ist, habt ihr bis dahin mehr Geld für den Ausbau angesparrt. Das könnt ihr euch ja als langfristiges Ziel setzen.

        Ich denke, wenn du jetzt schon ein 16 Jähriges Kind hättest, hättet ihr schon bei Einzug die Zimmer anders verteilt und auf ein eigenes geachtet, aber so wie die Altersstruktur ist, hast du nunmal die Jüngeren und die brauchen definitiv noch nicht genauso sehr ein eigenes Zimmer wie die Älteren. Es wäre hirnrissig zwei Pubertierende in ein Zimmer zu stecken, die ewig ein eigenes hatten, damit zwei 5-Jahrige Privatsphäre haben.

        Sei vernünftig. Die Interessen und der Einsatz für deine Kinder in Ehren, aber hier etwas over the top.

        Was ihr noch schauen könntet, ob bei sehr großen Kinderzimmern eine Raumteilung machbar wäre. Das z.b. die Älteren die kleineren Zimmer bekommen und das größte an die Kinder geht, die sich eines teilen müssen und man dann irgendwie durch Raumteiler oder wieder abtragbare Leichtbauwände eigene Räumlichkeiten schafft. Hier sollte man aber prüfen, ob Kosten, Aufwand und Nutzen wirklich im Verhältnis stehen. Unsere haben sich bis 10 trotz keinerlei Verwandtschaft wegen Patchwork ein Zimmer geteilt. Jeder hatte seine klar umrissenen Bereiche und Rückzugsorte im Raum. Die Kinder sind ein Geschlecht und ein Alter und das ging super.

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