Stief-grosseltern

    • (1) 13.07.19 - 09:33

      Huhu,
      Wollte mal hören wie es in anderen Familien mit den Stief-grosseltern läuft.
      Hintergrund ist der:
      Mein Partner hat 3 Kinder, meine Eltern haben alle 3 ins Herz geschlossen und reden von "den Kindern von S+M". Sie sagen so umgehen sie für sich das leidige Thema, dass sie nur meine Tochter (7) als "echte " Enkelin haben und immerhin seien wir ja mit allen Kindern eine Familie.
      Die Eltern meines Freundes aber lehnen meine Tochter offen ab. Wenn sie was erzählt wird ihr über dem Mund gefahren, nix was sie macht ist richtig und an jedem Streit ist sie schuld. Ich weiss sehr wohl, dass die Situation insgesamt für sie schwierig ist - meine Tochter hat ads und ist nicht immer einfach. Aber sie bemüht sich extrem. Mir ist auch bewusst, dass meine schwiegereltern sehr negative Erfahrungen mit den Partnerinnen ihres Sohnes vor mir gemacht haben. Und entsprechend gebrannt sind. Deshalb versuche ich auch die Ablehnung mir gegenüber einfach locker zu sehen.
      Und natürlich ist unsere Wohnsituation (alle in einem Haus ohne klare Abtrennung) für zwei ältere Herrschaften Stress pur.
      Alles das versuche ich mir immer vor Augen zu halten um Verständnis für meine schwiegereltern auf zu bringen. Aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass das zu Lasten meiner kleinen Hummel geht. Ich erwarte gar nicht, dass sie sie aus dem nix annehmen wie ihre eigene enkelin. Aber diese offene Anfeindung meiner Tochter belastet mich extrem, denn es ist doch auch ihr zu Hause und sie soll sich doch auch geliebt fühlen.
      Das ganze hat sich derart zu gespitzt, dass meine Tochter sich weigert mit ihnen am Tisch zu essen - lieber isst sie allein in ihrem Zimmer und geht den beiden aus dem Weg.
      Hat vielleicht jemand ähnliches Erfahrungen?
      Lg

      • (2) 13.07.19 - 11:02

        Ich finde es unverantwortlich, dass du deiner Tochter dieser Situation aussetzt.

        Das deine Schwiegereltern sie nicht als Enkelin anerkennen, mag irgendwie verständlich sein. Auch wenn ich persönlich anders agieren würde.

        Aber du hast diese Situation zu verantworten und bei aller Liebe zu deinem Partner, ist deine Hauptaufgabe deine Tochter zu schützen! Das heißt im Klartext: mit ohne ohne Partner ausziehen um ihr so eine normale Kindheit zu ermöglichen in welcher sie sich Zuhause wohl und anerkannt fühlt.

        • (3) 13.07.19 - 11:56

          Ich nehme sie sehr viel aus der Situation. Noch haben wir auch die Möglichkeit in unsere eigene Wohnung zu gehen, was ich viel tue.
          Und genau weil ich sie dem nicht aussetzten möchte suche ich hier Rat 😉
          Für mich steht auch ausser Frage, dass ich wieder komplett ausziehen werde wenn sich das in den nächsten 2 Monaten nicht ändert. Den sie steht weit über der liebe zu meinem Partner, dafür werde ich mit Sicherheit meine Hummel nicht opfern.

          • (4) 13.07.19 - 12:22

            Das ist ja schonmal gut.

            Aber jetzt mal unabhängig davon: im Leben würde ich mich, als erwachsene Frau, auf so eine Wohnsituation einlassen. Ihr seit doch keine Kinder mehr, dass ihr mit Mami und Papi Tisch und Bett teilt. Das ist, vorsichtig ausgedrückt, schon sehr speziell. Da sind doch Konflikte vorprogrammiert.
            Ich persönlich würde sowas, wäre ich die Schwiegereltern, auch gar nicht wollen. Als Übergangslösung ist das in Ordnung, aber bestimmt nicht auf Dauer.

            • (5) 13.07.19 - 14:08

              Das ist dadurch entstanden, dass wir 4 Kinder gemeinsamen haben und auf dem Hof der schwiegereltern genug Wohnraum für alle da ist. Effektiv teilen wir uns Küche und Bad, wo ich natürlich selbst koche etc. Aber aufgrund der Situation dann alle am Tisch sitzen.

              (6) 13.07.19 - 14:09

              Und es war der Wunsch der beiden damit der Hof langfristig weiter geführt werden kann

      Puh, ich finde es hart, dass zwei erwachsene Menschen den evtl Groll auf die Partnerin des Sohnes auf dem Rücken eines unschuldigen Kindes austragen. Kann ich überhaupt nicht verstehen.

      Schade, dass deine Tochter so darunter leiden muss. Ich finde auch, sie sollte so auf wie möglich aus der Situation. Gut, dass du noch deine eigenen Wohnung als Rückzugsort hast.

      Wie lange sind du und dein Partner zusammen? Könnte er nicht mal ein ernstes Wort mit seinen Eltern reden? Ich meine, wenn er dich liebt, dann sollte er dich mit Kind lieben und ihm sollte auch daran gelegen sein, dass deine Tochter in seinem Haus nicht leiden muss.

      Ich bin mit meinem Männe jetzt 7,5 Jahre zusammen und habe meinen Sohn mit in die Beziehung gebracht, damals war er noch nicht ganz 4 Jahre alt. Er wurde damals sofort von den Eltern und auch von allen anderen Familienangehörigen sofort akzeptiert und ins Herz geschlossen. Und auch mein Sohn ist nicht immer der einfachste und hat sein Problemchen.

      Ich hoffe, dass sich die Situation für dich und deine Tochter verbessert 🍀

      • Das ernste Wort werden wir wohl reden müssen. Mein Freund steht 100% hinter der Hummel und mir, wäre das nicht so hätte ich mich nicht auf das ganze eingelassen. Bisher hatte ich gehofft es gibt sich mit der Zeit. Aber es spitz sich eben sehr zu.

        • Ich denke es wird nichts daran vorbeiführen, dass dein Partner sich vor seinen Eltern klar positioniert und diese dann hoffentlich einsehen, dass es nichts bringt, dass sie ein Kind leiden lassen.
          Das gemeinsame Zusammenleben im Haus macht die ganze Situation ja leider nicht einfach. Hättet ihr zusammen eine eigene Wohnung bzw Haus ohne die Eltern, könnte man dem ganzen ja viel besser aus dem Weg gehen.

          • (10) 13.07.19 - 13:10

            Die Eltern erwarten ja nicht, dass er sich zwischen ihnen und dem Kind entscheidet. Daher muss sich niemand "positionieren". Man könnte über mehr Akzeptanz oder positiven Umgang reden, Zuneigung kann man nicht erzwingen.
            Beispiel: einiger der Freunde meiner Söhne, finde sind mir unsympathisch. Ich finde sie nervig und verzogen. Das sie trotzdem regelmäßig zu Besuch kommen, kann ich akzeptieren und im Rahmen dessen freundlich mit ihnen umgehen.
            Ich bezweifle allerdings, dass ich sie jemals ins Herz schließen könnte, selbst wenn sie aus welchem Grund auch immer, bei uns einziehen würden.
            Zuneigung und Liebe kann man nunmal nicht erzwingen. Auch wenn es sich um Kinder handelt.

            • (11) 13.07.19 - 21:36

              Naja es läuft schon auf eine Positionierung hinaus. Denn die Partnerin wird ja gehen wenn sich die Situation nicht bessert. Du hast aber absolut Recht: Akzeptanz und mehr positiver Umgang reicht, Zuneigung muss nicht sein!

              @TE: mach dir ein paar Notizen, am besten schreibst du ein paar Beispiele auf damit du auch gleich was verdeutlichen kannst beim Gespräch. Andernfalls könnte es sein, dass sie abwinken und alles gar nicht so tragisch ansehen.

              (12) 14.07.19 - 18:17

              Nein Zuneigung kann man nicht erzwingen, aber Akzeptanz kann man schon erwarten... so wie wir ja erwarten dass sich unsere Kinder trotz dem im Rahmen gut verhalten ;-)

    (13) 14.07.19 - 01:17

    Selbst wenn du mit den Großeltern redest, wird es vermutlich nix bringen.
    Sie können sie bemühen, netter zu deiner Tochter zu sein, aber sie werden vermutlich immer einer Unterschied zwischen deiner Tochter und ihren Enkeln machen.
    Und da ihr zusammen wohnt wird sie das auf Dauer immer merken.
    Davor solltest du sie unbedingt schützen !

    Aber wie ist denn euer Plan auf Dauer ?
    Die nächsten 20 Jahre mit den Eltern deines Partners in einem Haus leben und sich Küche und Bad teilen ? Ernsthaft ?
    Wie kann man sich als erwachsene Frau darauf einlassen ?

    • (14) 14.07.19 - 09:55

      Nein der Umbau ist ja im vollen Gange , so dass jeder irgendwann sein eigenes hat.

      Ein Gespräch gab es gestern, weil wir des so ne wollen. In dem hat mein Schwiegervater klar gesagt, dass er mit ihr nix anfangen kann aufgrund ihrer ausbrüche (sie hat wie gesagt ads) und auch keinen Schritt machen wird, um die Situation zu entschärfen. Wenn dann würde er von dem Kind erwarten dass es genügend "Respekt zeigt und sich zusammen reisst".
      Daher viel für uns dann gestern auch die Entscheidung, dass wir den Umbau abbrechen und langfristig ausziehen werden.

      Hallo.

      Ich finde, man kann sich keine Meinung bilden, da man die "Gegenseite" nicht kennt. Ich habe auch einen Sohn mit ADS und er hatte in dem Alter auch oftmals extreme Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen. Aaaaaber: Erwachsenen gegenüber hat er sich dennoch immer respektvoll verhalten.
      Ich finde, das kann man auch von einem ADS-Kind verlangen. Man kann nicht immer alles auf die Krankheit schieben.
      Ich möchte deiner Hummel hier nix unterstellen, da ich ihre "Ausbrüche" nicht kenne - aber, wie gesagt, - man müsste auch die andere Seite hören. ADS und respektvolles Verhalten müssen sich ja nicht unbedingt ausschließen. #schwitz

      Wie läuft es denn in der Schule mit ihr?? Ist sie Lehrern gegenüber auch so respektlos?



      Alles Gute!

      • Sie ist weder in der Schule noch ihm gegenüber respektlos. Im Gegenteil, sie ist eher ruhig und verschlossen.
        Ihre Ausraster kommen alle 2 Wochen mal wenn zuviel trouble war oder sie zu wenig Möglichkeiten hätte zum runterfahren. Meist merken wir es vorher und fahren sie runter in dem wir sie komplett aus allen Reizen nehmen. Nur manchmal geht es nicht... dann schreit und weint sie ihre Wut unkontrolliert raus.
        Für uns als Eltern ist es so ok und der Rest der Familie kann ebenfalls damit umgehen.

        Aber er ist eben nicht bereit zu sehen, dass diese Momente Ausnahmesituationen sind.
        Er hat auch gestern klar gesagt dass er ihr schon längst eine gewatscht hätte wenn sie so ist.

        Drüber ärgern werden wir uns nach diesem Gespräch nicht mehr. Wir werden uns eine Alternative suchen und ausziehen.

(19) 18.07.19 - 15:11

Um ehrlich zu sein, kann ich mich gut in die Situation des Schwiegervaters reinversetzen. Warum soll er sich sowas antun, auch er hat ein Recht auf Ruhe und vernünftiges Verhalten ohne irgendwelche Ausbrüche. Und es ist ein fremdes Kind, was diese Ausbrüche hat.

Natürlich verstehe ich auch Dich, es ist Dein Kind und Dein Kind geht immer vor. Deshalb finde ich es wirklich gut, dass Du die Reißleine gezogen hast und ausziehen wirst. Letztendlich ist nichts es wert, in einer vergifteten Atmosphäre aufzuwachsen. Viel zu viele Menschen verharren in solchen Situationen und der Graben wird immer tiefer. Ich finde es toll, wie Du zu Deinem Kind stehst. Daran können sich so manche eine Scheibe abschneiden.

  • (20) 19.07.19 - 21:46

    Natürlich kann ich ihn verstehen. Und wie schon geschrieben erwarte ich auch nicht dass er sich auf sie einlässt als wäre es seine enkelin... obwohl ich mir klar gewünscht hätte dass es genauso läuft wie es meine Eltern handhaben. Aber das kann man nicht erzwingen und auch nicht verlangen.
    Seit dem wir diese Entscheidung getroffen haben und auch offen gesagt haben, ist es ruhiger. Und überraschender Weise informiert er sich plötzlich über das Thema ads (laut meiner Schwiegermutter, was ich ihm nie zu getraut hätte)... vielleicht gibt es ja mit räumlicher Distanz doch noch eine gewisse Annäherung.
    Und dass wir als Eltern (der Papa, mein Partner, ich) hinter den Kindern stehen ist für uns selbst verständlich..die 4 stehen an oberster Stelle.

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