Geregelter Umgang bei ADHS nicht möglich?

    • (1) 15.08.19 - 14:55

      Der Sohn meines Freundes hat vor einem halben Jahr die Diagnose ADHS bekomm und ist deshalb zu ihm gezogen.

      Es gibt keinen festen Umgang, er kommt und geht am Wochenende wie er will.

      Heißt für uns, ist nur noch eine Wochenend Beziehung wo nichts mehr planbar ist und wenn er da ist alles nur auf ihn ausgerichtet ist.

      Ist es wirklich nicht möglich bei ADHS einen geregelten Umgang zu schaffen?

      Er sagt er will ihn nicht zwingen, er will seinen Papa nicht verletzen weil er zur Mama will und nimmt wenn er da ist sämtlichen Raum ein.

      Wir hatten so oft was geplant was dann nicht stattfand weil doch plötzlich das Kind am Wochenende da war.

      Ist es so unnormal das ich auch mal Zeit als Paar haben will?

      • Natürlich ist das möglich. ADHSler brauchen natürlich klare Regeln und einen festen Rahmen, aber es ist möglich.

        Lass dir keinen Bären aufbinden. Ich habe selbst adhs und mein Sohn ebenso. Da wir ein sehr gut organisiertes und strukturiertes Leben führen, fällt das kaum auf.

        Dein Partner tut seinem Kind keinen Gefallen damit.

        • Sein Argument, die Mutter kümmert sich ja nicht um ihn. Der kleine möchte eigentlich gerne zur Mama, ist aber völlig überfordert das selbst zu entscheiden. Ich finde wenn es die klare Regelung gäbe das er Samstag und Sonntag dort ist, es für ihn viel leichter wäre, er ist sehr sensibel und will es jedem Recht machen. Er ist 11 und kann das kognitiv einfach nicht.

          Mich belastet das alles zur Zeit so extrem das ich kurz davor stehe die Beziehung zu beenden, da sich alles nur noch ums Kind dreht und egal was er tut alles damit entschuldigt wird das er ADHS hat. Der kleine ist zu mir auch total abweisend inzwischen, ich hatte versucht die beiden am Wochenende zu motivieren mal raus zu gehen was zu machen, aber das kam bei dem kleinen nicht gut an.

          • (4) 16.08.19 - 06:39

            Ich kann dich sehr gut verstehen! Logisch hast du auch den Wunsch, einmal alleine Zeit mit deinem Partner zu verbringen so wie es in einer gesunden Beziehung nämlich auch der Fall wäre. Du hast auch jedes Recht, das einzufordern.

            Entweder ist dein Freund einfach faul weil er keine Lösung suchen WILL und alles auf ADHS schiebt. Oder aber er ist einfach wirklich überfordert und möchte nichts falsches machen. Setz dich mit ihm an den Tisch, fordere ein klärendes Gespräch ein. Sag ihm wie du dich fühlst und ob ihm an der Beziehung überhaut noch liegt? Es ist ein Geben und Nehmen, du kannst nicht IMMER hinter seinem Kind anstehen. Wenn er nicht bereit ist, dir deinen Platz an seiner Seite zuzugestehen und somit eine Lösung für alle zu suchen, dann sehe ich ehrlich gesagt keine Zukunft.. Der Wille seinerseits muss schon da sein..

            • (5) 16.08.19 - 07:13

              Danke dir für deine Antwort.

              Faul ist er nicht, aber er ist ein Vater für den seine Kinder absolut vor allem gehen. Bei seiner Tochter ist es genauso. Sie ist 18, sehen sich nur 5x mal im Jahr und jetzt waren wir dort, es hieß den ersten abend nutzen wir für uns alleine und die restlichen Tage dann zusammen. Ja Die Zeit zu auspacken waren wir alleine und dann wollte er kurz durch die Stadt laufen mit mir und sich dann mit ihr treffen. So geht das immer, die Kinder sind ständig präsent meine sind halb so alt, aber nicht mal annähernd so im Mittelpunkt oder präsent.

          (6) 17.08.19 - 00:24

          Dass man da vielleicht feste Regelungen haben sollte ist eine Sache. Aber dass ein Kind mit ADHS total im Mittelpunkt steht - das ist wirklich so. Ich hab selbst ADHS-Kinder und mein Ex-Mann konnte das auch nicht ertragen. Schwer zu erklären, aber ich versuche es mal - vielleicht liegt es teilweise daran, dass diese Kinder halt so spontan sind. Wenn einem ADHS-Kind irgendwas einfällt, dann muss es halt absolut sofort sein. Natürlich kann es sinnvoll sein, dem Kind zu zeigen, dass das nicht immer geht. Langfristig ist das eine gute Idee. Aber kurzfristig hast du deshalb auch noch keine Ruhe, weil es sowieso Jahre dauert, bis das Kind vielleicht dann vielleicht gelernt hat ein bisschen mehr Geduld zu haben.

          Ein typisches Beispiel: Mein Sohn lief mir immer hinterher und musste ja zu Ende erzählen. Als er 14 war konnte ich ihn endlich VOR der Toilettentür stoppen. Vorher kam er mit hinein, er musste ja weiterreden. Klar, es IST belastend, wenn man nicht allein aufs Klo gehen kann, oder eine rauchen (was man zwar sowieso nicht tun soll, aber....) ohne das einem das Kind nachläuft.

          • (7) 17.08.19 - 11:14

            Also einfach laufen lassen und alles hinnehmen? Irgendwie wage ich zu bezweifeln das das was bringt. Ich fürchte diese Beziehung steht vor ihrem Ende, denn so kann ich nicht den Rest meines Lebens verbringen.

            • (8) 17.08.19 - 12:17

              Nein, ich hab nicht gesagt, dass man es so laufen lassen soll. Natürlich muss da mehr Struktur rein. Ich sage nur: Auch mit mehr Struktur wird das Kind sehr im Mittelpunkt stehen. Aber es würde schon besser laufen als jetzt.

          (13) 18.08.19 - 21:47

          Mein Sohn hat auch adhs. Ich würde dem was husten, wenn der mir aufs Klo folgen würde. Ich habe es im übrigen auch und weiß, dass man lernen kann zu warten. Das ist eine Ausrede von Dir. Sorry.

(14) 16.08.19 - 14:12

Mein Stiefsohn hat auch ADHS und ist 12 Jahre. ER braucht den geregelten Umgang zu seiner Mutter auf jeden Fall. Alles andere wirft ihn aus der Bahn. Sie sieht ihn nur alle 3 Wochen.

  • (15) 16.08.19 - 16:15

    Genau so denke ich auch, eben weil es wichtig ist das es geregelt abläuft. Aber da kommt immer die Ausrede: er kann ja nicht dahin wenn sie nicht da ist, klar es gibt ja keine Regelung, ich würde auch nicht auf Abtuf sitzen bis das Kind sich freitags mal entschieden hat. Dann das er ihn nicht zwingen will, dabei will der kleine eigentlich unbedingt zur Mama und für ihn ist es auch blöd wenn er will, sie aber nein sagt.

Hallo.

Habe selbst einen Sohn mit ADS. Ebenfalls einer, der jede Entscheidung zigmal abwägt und keinen verletzen will mit seiner Entscheidung.#schwitz Ich weiß, wie das ist. Die Kinder haben es schwer genug mit sich selbst.

Ich bin auch der Meinung, dass der Umgang geregelt werden sollte - im Interesse aller Beteiligten. Vor allem aber für den Sohn.

Du schreibst, du hast auch Kinder mit in die Beziehung gebracht. Ihr lebt aber nicht alle miteinander, oder? Wie verträgt sein Sohn sich mit deinen Kindern?
Wieso könnt ihr Geplantes nicht machen, nur weil der Junge da ist?

LG

  • Genau das ist auch mein Argument. Der kleine ist nicht gezwungen sich zu entscheiden und die Mutter ist gezwungen da zu sein und kann ihren Sohn nicht ablehnen.

    Ja ich habe auch 2 Kinder. Wir wohnen nicht zusammen weil eine Wohnung mit 5 Schlafzimmern hier rar sind und laut ihm nicht bezahlbar. Allerdings sind die Ansprüche von ihm auch sehr hoch. Ich bin auch froh über meinen Rückzugsort.

    Vorallem komme ich auch nicht mehr damit klar wie der kleine mich behandelt (extrem ablehnend inzwischen) und mein Freund alles mit ADHS entschuldigt.

    Er bekommt nur Tabletten, aber keinerlei weitere Hilfe was in meinen Augen dringend nötig wäre. Er ist teils sehr depressiv, kapselt sich ab, hat keine Lust zu irgendwas und sabotiert Aktivitäten.

    Weil er immer überall dabei sein muss und man ihn abends auch nicht alleine lassen kann.

    • "Er ist teils sehr depressiv, kapselt sich ab, hat keine Lust zu irgendwas und sabotiert Aktivitäten."

      DAS sind Nebenwirkungen von den Medikamenten. Da kann er wahrscheinlich echt nix dafür.
      Meinem Sohn hat eine Bioresonanztherapie gut getan. Vielleicht wäre das ja auch was für euren Sohn.:-)

      Er muss ja auch nicht alleine zuhause sein. Deine Kinder werden das ja auch nicht sein. Seht, dass er sein Mama-Wochenende dann hat, wenn deine Kinder Papa-WE haben. Dann entspannt sich die Lage vielleicht eher und ihr habt mehr Nerven und Geduld, wenn ihr gemeinsame Zeit habt.

      Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass einen "solche Kinder" an die eigenen Grenzen bringen können. Aber glaub mir, dem Jungen geht es selbst nicht anders. Ruhe und Geduld sind extrem wichtig für ihn. Das widerum könnt ihr aber nur auf ihn auswirken, wenn ihr selber auch gestärkt seid.

      Nehmt unbedingt die Mutter mit ins Boot. Da muss sie nämlich am gleichen Strang ziehen wie ihr. Wenn das nicht möglich ist, lasst euch von einem Dritten (Profi) dabei helfen.

      Die Zeit arbeitet für euch, glaub mir. Mit jedem Jahr wird es einfacher. Seit mein Sohn voll in der Pubertät war, wurde es merklich besser.

      Alles Gute!

      • Das war auch vor dem Medikament so.

        Meine Kinder sind jedes Wochenende bei ihrem Papa. Wir haben eine feste Regelung die nur hin und wieder mal geändert wird wenn mein ex was vorhat und keinen Babysitter bekommt.

        Problematisch ist bei meinem Freund das er mit seiner Ex nicht reden kann weil sie ihn ignoriert, er aber auch gar keine großen Versuche mehr unternimmt.

        Er geht einfach den leichtesten Weg und das ist einfach alles laufen zu lassen und mich hinten anzustellen.

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