Kontakt Wechselmodell

    • (1) 03.09.19 - 07:36

      Hallo,
      Mich würde interessieren wie ihr es bei einem Woche Woche Rhythmus handhaben würdet oder auch handhabt wenn das Kind bei euch ist und der ex partner ständig Infos einfordert, am Leben des Kindes teilhaben möchte, wenn ihr euer Kind dazu animieren sollt dort anzurufen. Wenn der Wunsch von der anderen Seite besteht einmal in der Woche das Kind aus der Schule zu holen und zum Sport zu bringen obwohl es nicht seine Woche ist.
      Was haltet ihr davon?

      • Ich halte davon nichts...

        Wir haben auch das Wechselmodell. Ab und an gibt es mal ein Foto, wenn man was schönes macht, sonst gibt es keinen Kontakt. Sohnemann ist 5. Wenn er sich wünschen würde seinen Vater anzurufen, dann dürfte er das, aber ich animiere dazu nicht.
        Wegen der Sportsache... Mhm... kommt drauf an. Wenn es ein Sport wäre, was so ein Vater-Sohn-Ding wäre, warum nicht. Aber nur, wenn das Kind damit super zurecht kommt.

        Nix. Das Wechselmodell ist ja dazu da, dass jeder seine Zeit mit seinem Kind zu gleichen Anteilen hat und dabei sein eigenes Leben mit dem Kind leben kann ohne ständige Kontrolle durch den Ex-Partner.

        Wenn unser Wechselkind von selber mit Mama in der Papazeit telefonieren will, kann es das aber jederzeit tun. Nur fängt hier keiner an das Kind zum Anrufen zu nötigen.
        Das Kind ist Kind und nicht dazu da das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit eines Elternteils zu stillen. Wir halten uns mit sowas in ihrer Woche auch absolut zurück.

        Infos würde ich auf besondere Sachen, wenn das Kind einen besonderen Erfolg hatte oder krank geworden ist oder z.b. schulische Absprachen beschränken. Ich würde nicht jeden Tag Feedback zum Tagesablauf geben. Das ist kontrollierend und geht den anderen Elternteil einfach nichts an, wann wir was wie mit dem Kind gemacht haben. Der kann aber gerne das Kind selber fragen, ob es ihn sonst noch was erzählen möchte. Dazu haben unsere Kinder Handys mit Kontakten aus der Familie. Die können dann selber entscheiden, was sie wie kommunizieren wollen. Die schreiben dann auch schon mal nur zurück "ja" "ok" "gut" oder "hab jetzt keine Zeit" sodass der andere Elternteil schon mal von selber merkt, dass er es vielleicht zu viel des Guten ist.

        Der Wechsel erfolgte immer über Schule/Kita ohne langes blublub zwischen den Eltern. Und auch sonst hat der andere Elternteil in seiner nicht Kinderwoche einfach mal Pause.

        "Was haltet ihr davon?"

        Kommt drauf an. Handelt es sich um einen reinen Kontrolltick des Vaters würde ich das Ganze unterbinden, weil ich nicht mein Kind dazu animieren möchte, dass der Vater das am Kind auslebt. Wenn es bei den Anrufen also ums Aushorchen geht, ebenso beim Wunsch das Kind abzuholen, die Infos dazu dienen sollen, die Mutter zu maßregeln und so weiter. Vermisst der Vater sein Kind wirklich so stark würde ich zunächst ein sehr ausführliches Gespräch mit ihm führen und ihm klar machen, dass er sich dahingehend in den Griff kriegen muss. Denn auch das kann dem Kind früher oder später schaden, wenn es das Gefühl bekommt, der Vater leidet. Wenn er dann einsichtig ist und an sich arbeiten möchte würde ich ihm im Gegenzug eine Weile entgegenkommen und ihm von mir aus häufiger mal eine Info zukommen lassen, damit er merkt, er wird nicht völlig ausgegrenzt.

      • Also wir machen das so. Wechsel ist immer montags. Aber auch in meiner Woche holt der Vater die kids zum Sport ab. Und wir teilen uns immer alle Informationen direkt mit. Haben einen synchronisieren Kalender und telefonieren regelmäßig.
        Wir verbringen auch die Geburtstage der kids gemeinsam, egal in welcher Woche diese liegen. Ich denke wenn man Kinder hat verbindet das . Und das sollte den Kindern zuliebe auch immer so gut wie möglich gelebt werden.

        • Ich denke das kommt darauf an.
          Ich persönlich finde es für Kinder gut und wichtig eine Trennung zu verstehen. Trennung heisst halt nicht mehr gemeinsam.
          Wenn es von beiden Seiten so gewollt ist okay.....ist eine Seite aber nicht damit einverstanden hat das nix mit Kindeswohl zu tun sondern mit einer ganz normalen Abgrenzung.
          Man hat sich ja nicht ohne Grund getrennt.
          In diesem speziellen Fall ist der Kontakt so nicht erwünscht da der ex partner nicht abgeschlossen hat.

        • (7) 04.09.19 - 05:20

          Nach zweieinhalb Jahren - gut funktionierendem - Wechselmodell bin ich skeptisch, was das betrifft. Solange man sich gut versteht und beide Seiten noch in dem Modus sind, dass sie die Trennung verarbeiten müssen, geht das meiner Erfahrung nach gut. Aber wenn dann auf einer Seite ein neuer Partner kommt, wird das wirklich schwierig. Ich finde auch, dass man sich als Eltern nach einer Trennung den Kindern zuliebe zusammenreißen und so manche Kröte schlucken muss. Sich aber über Gebühr zu verbiegen und vor den Kindern eine heile Welt spielen, die es so nicht mehr gibt, kostet auf Dauer Kraft und bringt auch nichts.

          • (8) 04.09.19 - 08:49

            Sehr wahre Worte.... Wir haben auch diese "Heile Welt"-Trennung vollzogen, ganz viel noch zusammen mit dem Kind gemacht... und dann kam die neue Partnerin meines Ex.
            Da wurde es schleichend weniger und ich muss sagen, mir gefällt es so viel besser ;-)
            Man wird sich, gerade im Wechselmodell, oft abstimmen müssen und eine vernünftige Basis ist wichtig, aber es gibt dann eben auch eine Grenze und die habe ich viel zu spät für mich gezogen.

            (9) 04.09.19 - 16:13

            Wir sind seit knapp 10 Jahren getrennt. Ich habe mittlerweile schon seit 8 Jahren einen neuen Partner und auch ein weiteres Kind bekommen. Hier klammert keiner mehr an der Beziehung.
            Es war am Anfang auch net alles heile Welt. Aber ich finde es klappt jetzt sehr gut und ich finde es schön für die Mädels das es so funktioniert. Natürlich funktioniert das nicht bei jedem so.

      Bei uns wird es auch so gehandhabt, dass die Lütte natürlich jederzeit von sich aus Kontakt zum anderen Elternteil suchen darf (sie ist 9, hat ein Handy mit whatsapp, schreibt also durchaus zwischendurch mal dem anderen oder schickt Fotos von ausflügen), aber keiner würde sie darum bitten died zu tun oder sie da zu animieren sich beim anderen zu melden.

      Was den Sport betrifft finde ich, wenn es einem selbst nicht möglich ist mit dem Kind das in der eigenen Woche wahrzunehmen ist es schon okay, wenn der Papa das dann macht. Wenn ich aber mit ihr ebenso gut dahin kann, dann mache ich das in meiner Woche und er in seiner.

      Informationen gibts bei uns immer am wechseltag anhand einer kurzen Nachricht. Kurz erzählen, ob die Woche okay war, ob Termine o.Ä. anstehen, elternbriefe ala PDF weiterleiten. Wenn es um kurzfristige Sachen geht schreiben wir uns auch mal kurz unterhalb der Woche, aber so spontan kommt eigentlich selten was. Sonst sehen und hören wir eigentlich wenig voneinander, Geburtstag feiern wir zusammen und ab und zu kommt mal ein Wechseltag wo der eine sie bis zum anderen nach Hause bringt, aber sonst eher nicht so

      Wenn der Vater sein Kind so sehr vermisst, dass er häufigeren Kontakt haben will, kann ich daran nichts Negatives sehen. Es sei denn, dadurch käme deine Zeit zu kurz.

      Wie reagiert er, wenn du in "seiner" Woche dir Anrufe und Infos vom Kind wünschst und du ihn auch gerne einmal abholen würdest von der Schule? Wenn er da umgekehrt ebenso entgegenkommend wäre wie du und du mit dieser Handhabung gut zurecht kommst, würde euer Kind sicherlich davon profitieren. Aber du selber musst auch damit leben können. Und es muss auf Gegenseitigkeit beruhen.

      Hi! Ich lebe auch mit meinem vierjährigen Sohn im Wechselmodell.
      Unser Rythmus ist so:

      Mo-Mi. Vater
      Mi- Fr. Mutter
      Fr-Mo. Vater

      Mo- Mi. Mutter
      Mi- Fr. Vater
      Fr- Mo. Mutter

      Wechsel findet im Kindergarten statt. Das heißt, der wo das Kind war, bringt es am Wechseltag morgens in die Kita, der wo das Kind hingeht, holt es am Mittag ab.

      Es gab ein Zeit nach der Trennung da haben wir noch Zeit zu dritt verbracht, uns gegenseitig bei Engpässen ausgeholfen. Haben uns ständig Fotos geschickt und auch miteinander telefoniert bzw. das Kind am Abend mit dem anderen Elternteil. Geburts/ Festtage würden gemeinsam gefeiert.

      Heute läuft alles strikt nach Plan. Es besteht keine Kommunikation, außer schriftlich. Übergaben in Ferienzeiten finden an öffentlichen Orten statt. Geburts/ Festtage verbringt das Kind dort wo es laut Plan gerade ist.

      Ich würde es mir anders wünschen, aber es hat seine Gründe.
      Den Rhytmus finde ich allerdings gut, für unser Kind und auch für mich.

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