Freundin kann nicht viel mit Tochter anfangen

Hallo, ich muss mal einen klaren Kopf kriegen, vielleicht helfen mir ein paar Inputs von aussen. Ich habe eine 10jährige Tochter aus einer frühere Beziehung. Mit meiner Freundin bin ich nun schon seit fast 5 Jahren zusammen. Es läuft zwischen uns fantastisch, ich liebe sie über alles und sie mich auch. Es ist eine harmonische, liebevolle Beziehung auf gleicher Augenhöhe. Wir leben auch seit 3 Jahren zusammen.

Meine Tochter ist alle 14 Tage plus Hälfte der Ferien bei uns. Die beiden verstehen sich aber das wars dann auch schon. Meine Freundin gibt sich nicht großartig mit meiner Tochter ab. Sie ist freundlich und nett zu ihr, aber mehr ist da nicht. Sie (Freundin) sagt, sie kann einfach nicht viel mit Kleinkindern anfangen. Sie würde sich dann mehr einbringen oder Zeit mit ihr, wenn sie langsam ein Teenie werde. Wenn sie Interesse an Makeup, Ausgehen, Mode, Frisuren etc entwickelt. Aber momentan Brettspiele, basteln oder mit ihr Rad fahren sei einfach nicht ihr Ding.

Ich frage mich nun, ob das wirklich ok ist resp. ob das für unsere Beziehung nicht doch noch irgendwann zum Killer wird? Das "Problem" das ich sehe: meine Tochter ist noch seeeehr kindlich. Sie hängt wirklich massiv an mir resp. einfach an den Erwachsenen bei denen sie ist. Wir (meist eben ich) müssen sie nonstop beschäftigen/bespassen, sie kann oder will einfach nichts alleine machen. Ich als Papa finde das süss und kümmere mich gerne, nur hab ich das Gefühl, dass dies noch ein paar Jährchen so weitergeht. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass meine Freundin sich dann zuweilen anders beschäftigt wenn meine Tochter da ist, ich habe nur Angst, dass es irgendwann dann doch nicht mehr reicht.. oder seh ich das zu schwarz??

'Wir (meist eben ich) müssen sie nonstop beschäftigen/bespassen, sie kann oder will einfach nichts alleine machen.'

Mit deinem Verhalten förderst du Fehlverhalten. Du findest es sogar süss. An Stelle deiner Freundin wäre ich genervt.

Du wirkst wie ein Helikopter-Vater.

Zu deiner Frage: auch hier übertreibst du: sei froh, dass deine Freundin lieb und nett zu deiner Tochter ist und sie mag. Das reicht auch vollkommen. Drängst du sie zu mehr, erreichst du nur eine Abwehrhaltung.

Inwiefern meinst du "Fehlverhalten"?

Kleinkind-Verhalten im Restaurant.
Demonstratives Kuscheln auf dem Schoß bei Besuchen.

Und wahrscheinlich ist das noch nicht alles ...

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Ich sehe das nicht so schwarz.
So lange Deine Freundin ihre Probleme nicht offen zeigt und nett und freundlich ist, passt das erst einmal.
Ihr müsst da einfach einen gemeinsamen Weg finden ... jeder darf sich rausziehen, wenn er möchte und jeder muss auch mal zurückstecken.
Vielleicht kann sich Deine Freundin anders als mit Basteln & Co. einbringen, z. B. bei Schulsachen oder mal mit ihr ins Theater gehen. Und auch shoppen kann man mit einer 10-Jährigen. Gut wäre, wenn Du als Vater Deine Tochter auch dahin forderst, dass sie mal etwas mit Deiner Freundin macht.

Bis sich das Kind sich etwas löst, braucht Deine Freundin wahrscheinlich einen langen Atem ... und Du darfst auch nicht in die Falle laufen, alles Deinem Kind Recht machen zu wollen, weil Du vielleicht ein schlechtes Gewissen hast, weil Du eben nur Umgangsvater bist, und das anhängliche Verhalten süß findest.

Schlussendlich hilft nur reden, reden, reden ... und im Moment Deiner Freundin den Freiraum zuzugestehen, den sie für sich braucht; dass sie sich einfach mal rausziehen darf.

Ich stimme deinem Beitrag grundsätzlich zu. Was ich jedoch nicht verstehe ist:

>>Gut wäre, wenn Du als Vater Deine Tochter auch dahin forderst, dass sie mal etwas mit Deiner Freundin macht.<<

Ähm, warum? Die Freundin sagt doch ganz klar, sie kann mit Kindern in diesem Alter nichts anfangen. Warum soll der Vater dann das Kind mehr zu ihr schicken, wenn sie das überhaupt nicht möchte? Völlig unlogisch in meinen Augen.

Das meinte ich im Zusammenhang mit den Vorschlägen vorher ... also nicht Basteln, Brettspiele & Co. ... sondern eben "ältere" Unternehmungen, von denen die Freundin ja auch schon spricht. Also die Freundin bestärken, vielleicht mal Sachen wie Theater, Kino oder Shoppen anbieten ... aber dann auch das Kind zu "drängen", da mitzumachen.

Dass sich Freundin und Kind sozusagen in der Mitte der Interessen treffen.

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Sie ist wegen dir nicht wegen deiner Tochter, sondern trotz ihr zusammen. Nett und freundlich zu sein und ansonsten sein Ding machen ist meiner persönlichen Meinung nach ok. Sie ist kinderlos, sie lebt das Leben einer Kinderlosen.

Sollte das für dich nicht ok sein, musst du dir eine für dich passendere Partnerin suchen. Wenn du es mit Zwang versuchst, wird sie sich abwenden.

Guten Morgen miteinander, ich danke euch für eure Antworten. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich doch etwas überrascht war. Die meisten sind ja wohl der gleichen Ansicht, wie es meine Freundin mir beschreibt. Ich war bis anhin der Meinung, ich würde alles richtig machen im Bezug auf meine Tochter. Sie braucht halt etwas extra Nähe und Zuneigung meinerseits. Und ich habe es immer akzeptiert, dass meine Freundin kein grossartiger Kindermensch ist. Das hat mich ehrlich gesagt nie gestört, sie und meine Tochter mögen sich ja. Es ist mir nur in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, weil ich gerade in den letzten Wochen oftmals Dinge mit meiner Tochter (Ausflüge, Besuche bei Freunden) alleine machen 'musste', ohne Freundin. Und sie mir dann halt auf Anfrage hin diese Rückmeldungen gegeben hat.

Guten Morgen,

ich möchte gern auch noch antworten, weil ich hier die Bonusmama bin und die Konstellation in etwa gleich ist. Seit 5 Jahren mit meinem Partner zusammen, seit 3 Jahren leben wir zusammen. Ich habe einen Sohn (7) und eine Stieftochter (10). Ich klinke mich hier regelmäßig raus - gemeinsam mit meinem Sohn - weil mir dieses Papa Tochter Ding dermaßen gegen den Strich geht. Und ich mag Kinder eigentlich wirklich gern sonst hätte ich selber keines #schein
Aber ich mag mein Bonuskind mittlerweile nicht mehr weil mein Partner - also der Papa von ihr sich so unmöglich verhält wenn sie hier ist. Kein Bitte, kein Danke, nichts allein machen (wundert mich eigentlich, dass sie ihn zum Popo abwischen nicht mehr ruft), frech sein und alle hier ohne jeglichen Respekt behandeln. Das kenne ich so von meinem Sohn überhaupt nicht. Im Restaurant das Essen nicht selber schneiden??? Mit 10 Jahren??? Ich hoffe, dass dir selber auffällt, dass das kein Verhalten einer 10-jährigen ist. Mein Bonuskind ist wie ein Ferkel und da würde ich schon am liebsten aufstehen und allein essen. Sorry aber das Verhalten geht nicht. Und du solltest schnell dafür sorgen, dass sich da was ändert sonst ist deine Freundin irgendwann weg und zwar zu Recht.
Viele Väter meinen, dass sie dem Kind keine Regeln und Konsequenzen zumuten können weil sie ja so selten da sind. Die Mutter macht dann das gleiche und so erzieht sich die Gesellschaft die heutigen Erwachsenen #klatsch
Mein Sohn muss sich an Regeln halten. Die einfachsten davon sind Bitte und Danke, Tischmanieren und das man erstmal zu allen Menschen nett und zuvorkommend ist und man sich gegenseitig mit Respekt behandelt. Alle diese Dinge kennt meine Bonustochter nicht weil ihr immer alles erlaubt wird.
Tut mir leid für meinen langen Text aber mein Bonuskind ist gerade wieder hier und unser Wochenende war nicht sehr harmonisch #schwitz
Sei bitte froh, dass deine Freundin deine Tochter mag und nett zu ihr ist. Ich kann dir sagen, dass das in sehr vielen Patchworkfamilien sehr viel schlimmer ist...

LG Muckel55

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Ihr Lieben,

ich musste hier leider einige Beiträge entfernen.
Bitte bleibt sachlich und nett zueinander.

Danke und liebe Grüße,
Cleo vom URBIA-Team

Ich möchte nur auf Deine Ausgangsfrage antworten: Deine Freundin erfüllt das, was sie tun sollte. Sie ist nett und freundlich zu ihr. Mehr muss sie nicht. Denn es ist nicht ihr Kind, sondern Deines. Sie muss Deine Tochter nicht erziehen, sie nicht bespaßen und auch sonst nichts. Wie gesagt, es ist Dein Kind und ich persönlich würde mich auch nicht mehr einbringen.

Jeder Mensch ist nun mal anders in seiner Sichtweise. Und wenn sie sich nicht mehr einbringen möchte, ist das so.

Bitte akzeptiere das einfach. Deine Erwartungshaltung ist das, was Eure Beziehung kaputtmachen könnte. Das solltest Du mal bedenken.

Niemand ist dazu da, die Erwartungen eines anderen zu erfüllen.

Deine Freundin ist Deine Freundin und muss nicht die Stiefmutter spielen. Sie sollte nett und freundlich zu Deinem Kind sein und akzeptieren, dass es Dich nur mit Kind gibt.

Zu Deinem Kind:
Kinder brauchen Grenzen und Regeln. Dein Kind testet Dich aus. Sicherlich kann sie schon ihr Essen selber schneiden. Versuche, ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Oft klappt dies, wenn das Kind selbst bestimmte Dinge erledigt. Trau ihr ein paar Aufgaben zu. Ein Papa sollte nicht nur zum Verwöhnen da sein.

Hallo, also ich klinke mich auch gern aus und lass Papa und Sohn was allein machen... Unser 10-jähriges, viele Jahre verhätscheltes Exemplar benimmt sich wie ein Kleinkind und das ertrage ich nicht mehr. Der Gang zum Psychologen ist beschlossene Sache...
Ich finde deine Freundin verhält sich super! Eine gewisse Distanz, wenn man mit Kindern eh nix anfangen kann, halte ich für absolut richtig.

Du solltest dir lieber Gedanken machen, was du dir für eine Zukunft für deine Tochter erhoffst. Ihr würde etwas Selbstbewusstsein nicht schaden, denk nur dran wenn sie ein Teenie wird und erste Beziehungen sich anbahnen... die Unsicheren haben eine hohe Chance sich in Beziehungen schlecht behandeln zu lassen (weiß ich, ich war auch so eine). Sie will vllt nicht ohne dich sein weil sie es sich einfach nicht zutraut (du sagst sie ist ängstlich...) das ist sehr schade für sie! Zuallererst musst DU ihr was zutrauen und sie dabei unterstützen das dann auch zu tun. Das ist sehr wichtig für Kinder! Ich sehe es bei uns, wir hören immer "ich kann dies nicht, ich kann das nicht" er ist unheimlich frustriert wenn was nicht klappt, er steht sich selbst so oft im Weg durch seine Einstellung - das ist so traurig!! Er kann sich auch nicht allein beschäftigen, jahrelang wurde darauf eingegangen - das Resultat: er hat so gut wie keine Kreativität, er weiß keine Lösungswege, für nichts (außer alles auseinander zu reißen und weg zu schmeißen)! Er ist so hilfsbedürftig! Ich ertrage das nicht mehr, meine Tochter ist da ganz anders weil wir sie machen lassen und an sie glauben, sie wird ermutigt Dinge auszuprobieren und ja, auch mal Fehler zu machen, und mit jedem Erfolg wird sie selbstbewusster und das ist so wundervoll (was nicht heißt dass sie kein Kuscheln oder Nähe bekommt!!)!
Ich wünsche das meinem Stiefkind auch, aber sein Verhalten liegt nicht in meiner Hand (ist eh zu spät, wir wissen nicht was wir machen sollen). Drum muss ein Experte ran, damit er doch noch ein glücklicher, selbstbewusster Erwachsener werden kann...

Hallo,

ich möchte nun auch gerne noch meinen Senf als Mutter und Stiefmutter dazu geben.

Zu allererst macht deine Freundin nichts falsch,es ist ja schließlich dein Kind und nicht ihres.
Sei froh,das sie noch nicht das Weite gesucht hat!
Ich verstehe gut das sie sich ausklinkt,euer Verhalten klingt selbst für mich als Mutter befremdlich.

Wir leben als Patchwork Familie hier,ich mit meinen Kindern,mein Partner und aller 14 Tage seine Tochter(11 Jahre).

Seine Tochter hängt ihm ähnlich am Rockzipfel wie deine,ständiges Händchenhalten,isst schlimmer wie ein Kleinkind,ohne Papi geht nichts.
Bei den einfachsten Dingen muss er ihr helfen,selbst beim Duschen und Haare waschen musste er daneben stehen.
Von den abendlichen Kuschelstunden auf dem Sofa will ich gar nicht reden,das war selbst mir schon unangenehm.
Sie hing förmlich auf ihrem Vater drauf,sehr befremdlich irgendwie.
Grenzen setzen fällt meinen Partner auch schwer,er denkt dann kommt seine Tochter nicht mehr her und deshalb wird ihr alles recht gemacht.

Fördere die Selbstständigkeit deiner Tochter und steigere ihr Selbstbewusstsein,sonst wird sie es später mal sehr schwer haben!

Kuscheln und Händchen halten könnt ihr doch weiterhin,aber vielleicht nicht unbedingt wenn ihr bei Freunden zu Besuch seit sondern Zuhause.

Du solltest deine Tochter zu mehr Eigenständigkeit ermutigen und diese auch einfordern. Momentan erkauft du dir ihre Liebe indem Du sie von oben bis unten wie ein Baby betüddelst. Das musst Du aber gar nicht nötig haben. Deine Liebe ist immer da, auch wenn sie ihr Brot selber schneidet, sich selber Kleidung aussucht und sich wie 10 verhält. Auch ihre Liebe bleibt. Sie ist dein Kind. Jedes Kind will seine Eltern lieben können. Dieses Verhalten ist nicht gesund.

Es ist deine Aufgabe als Vater ihr die Welt zu zeigen und ihre kleine Welt nach und nach zu öffnen, damit sie sich später eigenständig und sicher in ihr zurechtfindet und nicht vor allem und jeder Situation Angst hat. Du übst jetzt mit ihr begleitet, was sie später braucht. Und du hast nicht mehr viel Zeit dazu. Überlege bitte wie schnell die letzten Jahre vergangen sind. Genauso schnell werden die nächsten vergehen und was hast du ihr dann mitgegeben für das Zurechtkommen im Leben?

Wenn du dich dem jetzt nicht stellst und sie weiter auf Kleinkindebene hältst, dann werden die Situationen zunehmen in denen sie sich hilflos fühlt und noch stärker an dich klammert, weil sie im Grunde überzeugt ist, es aus eigener Kraft nicht zu schaffen. Oder sie wird sich jemanden suchen von dem sie abhängig bleiben kann. Und ob der dann nur Gutes im Sinn hat?

Eltern erziehen ihr Kind nicht allein für sich, sondern dazu sich in der Gesellschaft zu behaupten. Tust du das?

Ich denke, deine Freundin zieht sich zurück, weil zwischen euch in dieser kleinen engen Babywelt kein Blatt passt. Du musst deiner Tochter Vertrauen lernen und das heißt auch ihr etwas Zuzutrauen und aufhören Angst zu haben davor, dass sich eure Beziehung verliert, bloss weil sie sich altersgerecht entwickelt. Die Beziehung wird natürlich anders und man muss lernen in Punkten loszulassen und Eigenverantwortung zu übertragen. Aber sie kann trotzdem genauso liebevoll sein, nur eben auf einer erwachseneren Ebene. Zu Beginn stößt man bei Erziehung zu mehr Autonomie immer auf Widerstand, aber bleibt man dabei folgt Dankbarkeit und Stolz, wenn die Kinder merken, dass es ihnen gelungen ist und sie nicht mehr so abhängig sind.

Ich habe zwei elfjährige Mädchen, die mich schon jetzt für die gesamte Alltagspflege eigentlich nicht mehr brauchen, die durchaus ein paar Stunden ohne mich auskommen, die wissen wie Haushaltsgeräte funktionieren, die manchmal aus eigenem Antrieb für die Familie kochen, die sich um Hobbys und Haustiere selbstständig kümmern können.....und wir haben ein sehr liebevolles Verhältnis zu unseren Kindern und hängen trotzdem noch jeden Tag zu viert kuschelnd auf der Couch oder halten Händchen, streicheln ihnen über den Kopf und sagen einander, wie sehr wir uns lieb haben. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Du solltest dir kleine Ziele setzen und nach und nach daran arbeiten, dass sie eigenständiger wird und in diese Entwicklung deine Freundin miteinbeziehen. Wenn ich meinen Ziehkind sagen, lass uns shoppen gehen, dann ist nicht die Frage ob sie das mit mir macht - und ich bin ja auch nicht die leibliche Mutter - sondern juhu und wie lange wir dürfen und was ausgesucht werden darf. Aber deine Tochter hat bloss Furcht. Und deine Freundin kann dann ja auch nichts mit ihr machen. Und dass sie vor sowas Furcht hat liegt an ihrer engen kleinen Kleinkinder Welt auch mit an deinem Verhalten.